Blog Dirk Rehm am 6. Februar 2021

Mawil ausgezeichnet mit dem Wilhelm-Busch-Preis 2021

© Foto: “Karoline Bofinger

Das Wochenende beginnt mit einer wunderbaren Nachricht: Der Berliner Comickünstler Markus “Mawil” Witzel („Kinderland”, „Lucky Luke sattelt um”) wird für sein Werk mit dem Wilhelm-Busch-Preis 2021 für satirische und humoristische Zeichenkunst und Versdichtung geehrt.

Der Wilhelm-Busch-Preis ist eine der wichtigsten Ehrungen für humoristische Kunst im deutschsprachigen  Raum und wird alle zwei Jahre von der Stiftung Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft und den Schaumburger Nachrichten verliehen. In der Vergangenheit wurden Künstler*innen wie Hans Traxler, Ralf König, F. W. Bernstein und Loriot mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis bedacht.

Mawil zählt zu den profiliertesten und umtriebigsten Comiczeichner*innen der jungen deutschen Szene, zusammen mit Zeichner*innen wie Flix, Reinhard Kleist und Isabel Kreitz hat er Anfang der Nuller Jahre die deutsche Comiclandschaft erneuert und viele nachfolgende Zeichnerinnen und Zeichner geprägt. Den Reprodukt-Verlag begleiten seine oft autobiografischen, verschmitzen und stets pointierten Comicerzählungen seit bald 20 Jahren: 2003 erschien sein erster Comic bei uns, die bittersüße Schlussmachmär „Wir können ja Freunde bleiben”, gefolgt von dem ebenfalls autobiografischen Comicband „Die Band” über die Mühsal, eine vernünftige Schulband auf die Beine zu stellen (2004).

“Alle seine Comics zeichnet bereits beginnend mit seinen Frühwerken „Strandasafari” und „Wir können ja Freunde bleiben” ein gleichzeitig sehr lockerer wie auch ungemein stilsicherer Zeichenstrich aus – der ganz spezielle Mawil-Stil”, schreibt die  Wilhelm-Busch-Preis-Jury. “Der Künstler selbst siedelt diesen zwischen klassischem Funny und spontanem Krakel an. Die Zeichnungen strahlen so eine ungekünstelte Authentizität aus, die perfekt zu den sehr persönlichen Inhalten seiner Werke passt.”

Für seine Darstellung einer Kindheit in Ost-Berlin am Vorabend des Mauerfalls, „Kinderland”, erhielt er 2015 den “Max und Moritz”-Preis als “Bester deutschsprachiger Comic”. Zwischen 2006 und 2019 gestaltete er über Hundert Comicstrips für die Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel, von den eine Auswahl 2015 in dem Schallplatten-großen Sampler “The Singles Collection” gesammelt wurde. In seinen Tagesspiegel-Strips „konnte er sich – gepaart mit einer unglaublichen Detailfülle in den Zeichnungen – nicht nur in die Tradition der großen amerikanischen Zeitungs-Comics stellen, sondern eroberte sich mit diesem grandiosen Comic-Schaufenster schon in jungen Jahren ein veritables Massenpublikum.” (Pressemitteilung Wilhelm-Busch-Preis)

2019 durfte Mawil als erster deutscher Comiczeichner “Lucky Luke” in Szene setzen. „Wie er diese sich überraschend gut in das Setting des Originals einpassende Aufgabe bewältigte und gleichzeitig einen authentischen Mawil-Comic ablieferte, unterstreicht die Meisterschaft dieses Künstlers, von dem auch in den nächsten Jahren sicherlich noch Großes zu erwarten ist.”

Mawil ist der erste Wilhelm-Busch-Preisträger, der aus den Neuen Bundesländern stammt.

Wir gratulieren Markus aufs Herzlichste und freuen uns mit ihm für diese mehr als verdiente Ehrung.