Blog Lukas Jantzen am 4. Mai 2022

„Krieg im Manga“: Shigeru Mizukis Erfahrungen während des Asiatisch-Pazifischen Krieges

Nora Bierich berichtet in einem Werkstattgespräch am 12.05.2022 in der Mori-Ōgai-Gedenkstätte von ihren Erfahrungen als Übersetzerin von Shigeru Mizukis umfangreichem Werk.

In den ersten beiden Bänden seiner Autobiografie zeichnet der berühmte Mangaka Mizuki Shigeru (1922–2015) auf äußerst eindringliche Weise seine Erlebnisse als junger Soldat bei der Eroberung und Besatzung der heute zu Papua-Neuguina gehörenden Insel Neubritannien nach, wo er bei einem Luftangriff auch seinen linken Arm verlor. Mizuki schildert darüber hinaus seine Begegnung mit den Bewohnern Neubritanniens, die ihm halfen, als er schwer erkrankte und zu sterben drohte. Auch nach dem Krieg dauerte die enge Freundschaft mit ihnen an.

Shigeru Mizuki, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, stand dem Militär und dem Krieg früh kritisch gegenüber, und so ist sein Bericht mehr als eine persönliche Geschichte. Mit detaillierten Informationen zu den japanischen Militäroperationen und den politischen Hintergründen stellt das Werk eine der seltenen kritischen Auseinandersetzungen mit dem kriegszeitlichen Japan und dessen hegemonialen Machtansprüchen im Manga dar.

Auch wenn die Textanteile in diesem Medium im Vergleich zu Prosaliteratur weniger komplex zu sein scheinen, stellte die Übertragung der recht umfangreichen Passagen besondere Anforderungen an die Übersetzerin. Von ihren Erfahrungen mit Shigeru Mizukis umfangreichem Werk berichtet Nora Bierich in einem Werkstattgespräch.

Wann? 12.05.2022 von 18:15 bis 19:45
Wo? Mori-Ōgai-Gedenkstätte, Luisenstr. 39, 10117 Berlin

Nora Bierich studierte Philosophie und Japanologie in Berlin und Tokyo und übersetzt seit über zwanzig Jahren japanische Literatur. 2008 erhielt sie für ihre Übertragung von Ōe Kenzaburōs Tagame. Berlin – Tokyo den Übersetzerpreis der Japan Foundation. Im Jahr 2019 wurde ihr gemeinsam mit Ursula Gräfe der Noma-Übersetzerpreis verliehen, den der Verlag Kōdansha International vergibt. Nora Bierich lebt und arbeitet in Berlin.

Um Anmeldung wird gebeten, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die Veranstalter:innen der Humboldt Universität.