Blog Christian Maiwald am 21. August 2013

Kratzen am Wannsee

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Auf Einladung des Literarischen Colloquiums Berlin verbrachte Line Hoven zuletzt einige Wochen in der schicken Villa am Wannsee, um sich inspirieren zu lassen und an aktuellen Projekten zu arbeiten. Davon – aber nicht nur davon – erzählte sie gestern Abend bei einem gemeinschaftlichen Abend mit den Mitstipendiatinnen Lisa Maria Seydlitz und Justyna Bagielska. Mit Line unterhielt sich auf dem Podium die Wiener Autorin und Künstlerin Teresa Präauer („Für den Herrscher aus Übersee“, Wallstein Verlag).

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Und die beiden hatten sichtbar Spaß.

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In einer kleinen Bildergalerie zeigte Line Ausschnitte aus ihren Arbeiten, von Geschichten für das „Orang“, „Liebe schaut weg“ hin zur neuesten Kurzgeschichte für das aktuelle „Spring“ (hier zu sehen).

Um zu demonstrieren, wie man sich ihre Arbeit mit dem Schabkarton vorstellen muss, hatte sich Line etwas Besonderes einfallen lassen: Unter jedem Stuhl befand sich ein Set aus Messer und Schabkarton, jeder der rund 50 Gäste wurde eingeladen, sich an dem zur Exaktheit mahnenden Medium zu probieren.

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Gesagt, getan. Kann doch so kompliziert nicht sein, ha!

Von wegen. Sauschwer ist das! Nicht nur bringt der Schabkarton meine zeichnerische Unfähigkeit gnadenlos zum Vorschein, es dauert auch noch unglaublich lange!

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Diese eindrucksvolle Demonstration lässt meinen Respekt vor den Arbeiten Lines nur noch mehr wachsen. Nicht nur wird klar, warum  sich die Arbeit an einer einzelnen Buchseite über Tage erstreckt, auch vor der Fertigkeit, mit dem widerspenstigen Schabkarton selbst zu arbeiten, kann man nur den Hut ziehen. Ich meine, seht euch unten diese eine Vignette aus „Liebe schaut weg“ an!

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Ein schöner Abend war es und ich kann nur empfehlen, so einen Abend mit Line zu besuchen. Es macht Spaß – und man lernt auch noch was.