Blog Felix Freigang am 16. Juni 2018

Internationaler Comic-Salon 2018: Rückblick auf eine spektakuläre Zeit in Erlangen

Besser spät als nie! Der 18. Internationale Comic-Salon liegt nun zwar schon ein paar Tage zurück, aber das soll uns nicht davon abhalten, einen kurzen Rückblick auf eine spektakuläre Zeit in Erlangen zu wagen. Wir mussten uns im wahrsten Sinne des Wortes erst mal von all den grandiosen Ausstellungen und Podiumsdiskussionen, Treffen mit KollegInnen, FreundInnen und Fans bei hitzigen 30 Grad akklimatisieren, um nun mit kühlem Kopf unsere anhaltende Euphorie zu teilen.

Comicsalon Erlangen 2018

Schon der Auftakt am ersten Salon-Tag versprach eine fulminante Zeit: Ausdauernd harrten BesucherInnen von nah und fern vor der neuen Location im Herzen Erlangens aus. Den Salon in die Stadt zu holen, war zwar ein Kraftakt für die VeranstalterInnen, jedoch ein lohnenswerter, der die Bedeutung der Stadt für das Medium und umgekehrt deutlich machte.

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Drinnen – in Halle A – war alles bestens vorbereitet und unsere Novitäten wie “Eine Schwester” von Bastien Vivès, “Esthers Tagebücher 2: Mein Leben als Elfjährige” von Riad Sattouf, “Unerschrocken 2″ von Pénélope Bagieu, “Lichtung” von Antonia Kühn, Neues von Dorothée de Monfreids Hundebande (“Wartet auf mich!” und “Keine Lust”), Barbara Yelins 2019 Kalender “Über Unterwegs”, “Die neuen Abenteuer von Herrn Hase 1″ von Lewis Trondheim sowie tolle Backlist-Titel wähnten sich noch in der Ruhe vor dem ersten Ansturm.

Botanischer Garten_CSE18_Schild

Unterdessen folgten die ersten BesucherInnen kleinen Hinweisschildern in die Mitmach-Ausstellung des Zeichners Max Fiedler (“Antonia war schon mal da”) – mitten im Botanischen Garten. Dort wurde jungen Salon-Gästen ein traumhaftes Kindercomic-Programm geboten.

Comicsalon Erlangen 2018

Etliche der besten Künstlerinnen und Künstler lasen zusammen mit dem famosen Matthias Wieland aus ihren Kindercomics vor und zeigten in Workshops, wie man Comics macht. Neben Mawil (“Kinderland”), Ulf K. (“Pelle und Bruno: Superflora”), Dorothée de Monfreid (“Schläfst du?”), Marc Boutavant (“Ariol”, “Mouk”), Patrick Wirbeleit (“Kiste”), Stephan Lomp (“Der kleine Bagger”) und Sascha Hommer (“Insekt”) war zum Beispiel auch Ferdinand Lutz (“Q-R-T”; “Rosa und Louis”) dabei, der aufmerksam lauschenden Kindern die geheimen Tricks und Kniffe des Comic-Zeichnens und -Erzählens verriet.

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In heimeligen Tipis verkoch sich der Comic-Nachwuchs zum Schmökern…

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… und begab sich – gestärkt von Schatten und Schmökerspaß – auf eine Expedition durch den Botanischen Garten. Wo war Antonia eigentlich schon überall?

Comicsalon Erlangen 2018

Derweil schlenderten hunderte Menschen durch Erlangen – u. a. um die vielen tollen Ausstellungen zu entdecken, die über die Innenstadt verteilt waren. Z. B. war im Stadtmuseum eine Ausstellung zu Comic-Journalismus mit Arbeiten von Sarah Glidden (“Isreal verstehen in 60 Tagen oder weniger”; “Im Schatten des Krieges”) und Guy Delisle (“Aufzeichungen aus Jerusalem”; “Aufzeichnungen aus Birma”; “Pjöngjang”) zu bestaunen.

Comicsalon Erlangen 2018

Im Kunstpalais lud eine Marc-Antoine Mathieu-Ausstellung ein, die Wirklichkeit zu hinterfragen, in virtuelle Realitäten abzutauchen und in einem somnambulen Bild-Geflecht zu versinken.

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Leichtfüßiger ging es in Dorothée de Monfreids Ausstellung zu, die zusammen mit Michael Groenewald gestaltet wurde und einen umfassenden Einblick in das quirlige Kinderbuchschaffen der Autorin ermöglichte.

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Antonia Kühns Ausstellung konzentrierte sich auf ihr Graphic Novel-Debüt “Lichtung”. Zu sehen waren beeindruckende Originale aus dem Buch.

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An den Signiertischen herrschte so ein reger Betrieb, dass wir häufig schlicht vergaßen, zu fotografieren. Der ein oder andere Schnappschuss war dennoch drin: Fil auf Tuchfühlung mit einem Fan. Neben Fil waren weitere Hochkaräter wie Charles Berberian, Marc-Antoine Mathieu, Marc Boutavant, Dorothée de Monfreid, Barbara Yelin und Thomas von Steinaecker, Mawil, Stephan Lomp, Sascha Hommer, Aisha Franz, Anna Haifsich, Max Baitinger, Lukas Jüliger, Kathrin Klingner, Antonia Kühn, Andreas Michalke und Nicolas Mahler anzutreffen.

ics18_konzertitaydvori_pg7449©Internationaler ComicSalon Erlangen_Foto_Georg Pöhlein_2018

Auch das Abendprogramm wartete mit fulminanten Veranstaltungen auf: U.a. gab Itay Dvory ein Comic-Konzert zu Graphic Novels aus und über Israel. Darunter wurde auch Barbara Yelins und David Polonskys “Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” vertont.

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Am Freitagabend fand die legendäre Max und Moritz-Gala statt, moderiert von Hella von Sinnen und Christian Gasser. Und unsere Freude überschlug sich, als “Esthers Tagebücher 1: Mein Leben als Zehnjährige” als “Bester Internationaler Comic” mit dem Max und Moritz-Preis ausgezeichnet wurde. Hurrah! Auch Riad Sattouf und Esther freuten sich sehr, wie sie in einer Bildmitteilung kundtaten.

Unser herzlicher Dank geht an die OrganisatorInnen, KünstlerInnen und alle großen und kleinen BesucherInnen, die den Internationalen Comic-Salon wieder zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht haben. Wir freuen uns schon auf 2020!