Blog Filip Kolek am 25. Juli 2020

Eisner Awards 2020 für Paco Roca, Tillie Walden und Mariko Tamaki

Gestern wurden in den USA im Rahmen der digitalen Comic-Con International die Eisner Awards verliehen, die sicherlich prestigeträchtigste Auszeichnung in der Comicbranche weltweit.

Wir freuen uns sehr, dass wieder einige Reprodukt-Autor*innen mit dem renommierten Preis bedacht worden sind:

Der Spanier Paco Roca, der bereits 2017 für die englischsprachige Edition von “Kopf in den Wolken” (“Wrinkles”, Fantagraphics) für den Eisner nominiert war, gewann dieses Jahr mit der US-Ausgabe von “La Casa” (“The House”, ebenfalls Fantagraphics) in der Kategorie “Best U.S. Edition of International Material”. “La Casa” ist Deutsch bereits 2016 erschienen. Paco Roca erzählt in leisen Tönen von drei Brüdern, die nach dem Tod ihres Vaters in das gemeinsame Ferienhaus zurückkehren, um es für den Verkauf aufzupeppeln. Während des Ausmistens werden sie in jeder Ecke des Hauses mit Erinnerungen an ihre Kindheit und ihren Vater konfrontiert. “La Casa” ist Paco Rocas Abschiedsgeschenk an seinen Vater und sein bislang persönlichstes Buch.

Wir gratulieren Paco herzlichst! ¡Felicitaciones!

Ebenso freuen wir uns für die US-amerikanische Comickünstlerin Tillie Walden, die bereits einen Eisner Award im Spind hat (2018 für “Pirouetten” in der Sachbuch-Kategorie “Best Reality-Based Work”). Tillie wurde gestern für ihr neues Buch “West, West Texas” (im Original “Are You Listening?” bei First Second/Macmillan) mit dem Eisner Award in der Kategorie “Best Graphic Album—New” bedacht. “West, West Texas” erzählt von einem Road Trip durch ein irreales Texas, von Freundschaft und dem Mut, Brücken hinter sich abzubrechen und neu anzufangen. Bea, eine junge Ausreißerin, und Lou, die sich nach einem psychischen Zusammenbruch neu erfinden muss, brausen mit einem Wohnmobil durch Texas, verfolgt von seltsamen Gestalten, während sich die Realität um sie herum zunehmends auflöst.

Congrats, Tillie! Well deserved!

Und wir gratulieren auch der kanadischen Autorin Mariko Tamaki (“Ein Sommer am See”, “Skim”), die in diesem Jahr gleich zwei Eisner Awards erhielt. Ihre stylishe, queere Coming-of-Age-Erzählung “Laura Dean keeps breaking up with me” (gezeichnet von Rosemary Valero-O’Connell, US-Ausgabe bei First Second/Macmillan, keine deutsche Übersetzung) wurde mit dem Eisner Award als “Best Publication for Teens” prämiert. Und die gewichtigste Auszeichnung des Abends ging auch an Mariko, der Eisner Award als “Best Writer” für “Laura Dean Keeps Breaking Up with Me”, der Superheldinnen-One-Shot “Breaking Glass” (auf Deutsch bei Panini als “Harley Quinn: Breaking Glass – Jetzt kracht’s!”) und ihre Stories für die in den USA immens populäre “Archie”-Comicreihe.

Congrats, Mariko!