Blog Andrea Cisnado am 23. März 2020

Buchtipps aus dem Home-Office #5: „Der nutzlose Mann“

Heute meldet sich Heike, unsere Redakteurin, aus dem Home-Office…

Ich habe mit dem Lektorat der Übersetzung von “Der nutzlose Mann” (im Original: „Muno no hito“) von Yoshiharu Tsuge begonnen – auf diesen Titel habe ich mich sehr gefreut, ich liebe Tsuges oft bizarre Geschichten!


Die Übersetzung aus dem Japanischen habe ich von Nora Bierich bekommen, eine erfahrene Übersetzerin, die auch schon Haruki Murakami und Kenzaburo Oe übersetzt hat.

Leider bin ich selbst des Japanischen nicht mächtig, ich kann dIe Übersetzung also nicht mit dem Original vergleichen, so wie ich das z. B. bei englischen oder französischen Comics mache. Also muss ich Nora einfach glauben, was sie übersetzt hat 🙂

Manchmal hilft eine französische oder englische Version eines Titels, sodass ich die Übersetzung aus dem Japanischen wenigstens mit der französischen oder englischen vergleichen kann. Das konnte ich z. B. bei „Tanta NonNon“ von Shigeru Mizuki machen, da gab es bereits eine französische UND eine englische Ausgabe, mit der ich arbeiten konnte.

Bei „Der nutzlose Mann“ ist das allerdings anders. Es gibt zwar gleich zwei französische Ausgaben, doch die umfassen nur etwa die Hälfte des 400-seitigen Originals.

Gleich das erste Kapitel ist darin nicht enthalten, es heißt: “Das Langeweilezimmer”.
Und so sieht meine Arbeit dann aus:

Die Übersetzerin hat auf jeder Seite die Texte nummeriert und die Nummern dementsprechend im Manuskript übernommen, sodass ich weiß, welche Übersetzung zu welchem Originaltext gehört.

Manche mit “?” markierte Begriffe oder Zeilen muss ich mit Nora besprechen, da werden wir uns zusammensetzen, wenn ich ca. 100 Seiten lektoriert habe. Wenn dann das Manuskript steht, geht es an Sebastian Koch, der das Lettering übernimmt; er setzt also die deutschen Texte dann in InDesign an die entsprechend vorher retuschierten Stellen.

Bei Yoshiharu Tsuge gibt es übrigens im Gegensatz zu den meisten anderen Manga kaum Soundwords, da freut sich der Hersteller, denn es muss nicht so viel retuschiert werden.

Das war´s für heute von mir – das nächste Mal erfahrt ihr etwas über Max Baitingers neues Projekt über die Dichterin Sibylla Schwarz…