Blog Andrea Cisnado am 19. März 2020

Buchtipps aus dem Home-Office #3: “Vakuum”

Endlich wieder da, in frischer Neuauflage: “Vakuum” von Lukas Jüliger. Ich stelle Euch heute Lukas Jüligers Debüt von 2013 vor. Warum? Weil ich mit ihm bereits in freudiger Erwartung auf sein neues Buch “Unfollow” im Austausch bin, um seine kommende Lesereise zu organisieren… Zurzeit natürlich immer mit mindestens 2,5m Abstand über Mailkontakt, damit wir nicht zur Ausbreitung des Coronavirus beitragen! Ich bin zuständig für die Veranstaltungen bei Reprodukt und auch ich muss, wie viele andere Verlage, unsere geplanten Termine schweren Herzens vorerst absagen. Umso mehr freue ich mich, wenn wir, hoffentlich im Sommer, für Euch wieder ganz viele Comic-Veranstaltungen verwirklichen können. Um Euch ein bisschen Vorfreude auf Lukas Jüligers Tour zu machen, könnt Ihr hier schon einmal einen Einblick in seine Arbeit als Comicautor erhaschen.

“Vakuum” – Ein ziemlich unscheinbarer Junge. Eine neue Liebesbeziehung. Eine surreale atmosphärische Erzählung. Der Anfang des Sommers. Erwachsenwerden. Gerüche. Selbstzweifel. Tod. Das sind Worte, die mir direkt einfallen, wenn ich an “Vakuum” denke.

Es sind die ersten warmen Tage des Sommers. Der Protagonist scheint introvertiert und unsicher. Sein bester Freund Sho hat sich verändert, seitdem sie aus einer selbstgetrocktenen Blüte einen Tee gekocht haben, um sich zu berauschen. Sho ist neben der Spur, gefühls- und gedankenlos. Plötzlich wird der Protagonist aus seinem alltäglichen, etwas trostlosen, kleinstädtischen Trott rausgerissen. Ein Mädchen spricht ihn überraschend in der Schule an und macht seine Welt wesentlich interessanter. Sie verbringen Zeit miteinander, er blüht mehr und mehr auf und ist glücklich. Doch die bedrückende Welt voller Geheimnisse verschwindet nicht. Die Stadt wird schlagartig von einer Tragödie erschüttert: Ein Jugendlicher, Ben Fimming, begeht Selbstmord nachdem er eine Mitschülerin vergewaltigt. Als die beiden sich auf seine Spuren begeben, ahnen sie schon bald, dass womöglich nicht nur ihre Schulzeit und ihr Teenagerleben zu Ende geht…das Ende verrate ich Euch hier aber natürlich nicht. Die ernste und sehr reale Coming-Of-Age Geschichte driftet am Ende ins surreale und verleiht diesem Buch eine ganz besondere Stimmung.

Die atmosphärische Erzählung und seine schönen, filigranen und detailreichen Zeichnungen haben mich direkt gepackt. Im Zeitraum einer Woche erzählt Lukas Jüliger von einer Gruppe Jugendlicher kurz vor ihrem Schulabschluss und geht den Verunsicherungen und diffusen Ängsten nach, die jenes Alter prägen.

Übrigens eine kleine Sideinfo – Lukas Jüliger hat insgesamt zwei Jahre und 210 Bleistifte für “Vakuum” gebraucht:

Ich freu mich schon sehr auf alle “Nach-der-Corona-Zeit-Veranstaltungen” und ganz besonders auf die “Unfollow”-Lesereise ab Juni. Deckt Euch lieber mit genügend Lesefutter ein statt Klopapier zu horten, bleibt in Eurer Wohnung und vertreibt Euch die Zeit mit ein paar starken Comics. Viel Spaß beim Lesen und ganz liebe Grüße aus dem Home-Office,
Andrea