Blog Andrea Cisnado am 10. April 2020

Buchtipps aus dem Homeoffice #18: “Lehmriese lebt!”

von Lea Hübner

Über dieses originelle Buch hat bei uns die ganze Familie Tränen gelacht, im Laden ist es mein persönlicher Geheimtipp und ich habe es schon zig mal verschenkt. Autorin Anke Kuhl, unter anderem „Klär mich auf“, „Alle Kinder: Ein ABC der Schadenfreude“, ist für ihre frische, witzige Art bekannt.

Knapp unter hundert Seiten stark ist nun dieser 2015 erschienen Einzelband, der erzählt, was Olli und Ulla und ihr merkwürdiger Golem erleben: Als die Geschwister am Bach aus Lehm einen Riesen bauen, ahnen sie nicht, dass der goße Kerl über Nacht zum Leben erwacht. Das Wesen zieht los und wohin es nur geht, sorgt es für gewaltiges Chaos – was der Lehmriese auch macht – er kann´s nicht richtig.

Zuerst wird der spießige Förster zur Weißglut gebracht, der einen reinen Douglasienwald wünscht, aber der Riese rupft auch die Sprößlinge mit aus.

Schon besser klappt es, ein Eis zu kaufen – es gibt eine geniale Auswahl, von Schokker bis Kaltes Herz – doch was der Riese damit macht, statt es, wie die Kinder lecker zu schlecken ist sehr ungewöhnlich.

Wer sich so ulkig benimmt, fällt natürlich auf und in dem kleinen Städtchen wird umgehend der Polizist alarmiert. Indessen geht der Riese einkaufen und auf Arbeitssuche und, obwohl er es sich gar nicht vorgenommen hat, krempelt er dabei alles gehörig um.

Das geht so weit, dass es selbst dem Lehmriesen irgendwann reicht und einen solchen Wutanfall bekommt, dass er auf das Rathausdach steigt und es läuten lässt, was das Zeug hält. Kurzum: die Feuerweht muss her. Aber so ganz gut weiß die auch nicht Bescheid – wie geht das nochmal mit dem Schlauch? Die Bedienungsanleitung ist hochkompliziert (selbst richtig herum gehalten).

Am Ende können nur die Kinder helfen, ihre Kreatur wieder friedlich zu stimmen, denn ein Golem macht, was der befiehlt, der ihn erschafft. Als sie erstmal dahinter gekommen sind, findet sich zum Glück eine Lösung.

Das witzige ist, wie Anke Kuhl es mit viel Humor versteht, zu zeigen, was als normal gilt und dabei eigentlich auch absurd ist und umgekehrt.

Das Witzige ist, wie Anke Kuhl es mit viel Humor versteht, zu zeigen, was als normal gilt und dabei eigentlich auch absurd ist und umgekehrt. Dabei bleibt ihr Blick aufs Menschliche stets liebevoll.

Amusement garantiert. Für Leute ab sechs Jahren bringt „Lehmriese lebt“ Schwung in die Bude und macht richtig Laune, findet die Verfasserin dieses Beitrags, die Comicübersetzerin ist und einmal pro Woche im Reprodukt-Store arbeitet.