Blog Andrea Cisnado am 8. April 2020

Buchtipps aus dem Homeoffice #17: “West, West Texas”

von Julia Platonow

Hallo an alle!

Jetzt, wo draußen die Bäume blühen und die Sonne jeden Tag scheint, drängt es vielleicht den ein oder anderen auch zu besonders farbigen Graphic Novels. Mein Vorschlag hierfür wäre „West, West Texas“ von Tillie Walden.

Der Plot dreht sich um zwei junge Frauen – Lou und Bea – die sich gemeinsam auf eine Reise ohne ein wirkliches Ziel begeben. Bea ist von Zuhause weggelaufen, will aber nicht verraten wieso. Lou meint, dass sie Abstand von ihrer Arbeit als Mechanikerin braucht, doch man spürt, dass da wie bei Bea mehr dahintersteckt. Auch wenn die beiden sich häufig in die Haare kriegen, pendelt sich die Situation ein und sie gewöhnen sich aneinander. Bei einem Zwischenhalt finden sie eine kleine, weiße Katze, die sie Diamond taufen. Da die Katze ein Halsband mit einer Marke anhat, auf der die Adresse ihres Besitzers draufsteht, nehmen sie sich vor, sie zurückzubringen. Doch seit sie Diamond in ihr Duo aufgenommen haben, geschehen immer mehr unerklärliche Ereignisse. Das geht von einem plötzlichen Schneefall bis zu bedrohlichen Männern, die sie verfolgen.

Mit über 300 farbigen Seiten kann man eine wohlige halbe Ewigkeit mit diesem Buch verbringen. Die dominierenden Farben Blau, Lila, Rosa, hin und wieder auch Orange, lassen eine melancholische Stimmung entstehen und erinnern an einen bunten Himmel bei Sonnenuntergang. Nicht nur die Geschichte ist also einnehmend, sondern auch die Farben packen einen und lassen einen nicht mehr los. Als ich „West, West Texas“ gelesen habe, habe ich mir einige Bilder mehrere Minuten lang nur angeschaut, weil mir die Atmosphäre, die sie ausgestrahlt haben, einfach so gefallen haben. Es ist, als würde man dazu eingeladen werden, seine Gedanken schweifen zu lassen, nur um dann wieder von der Geschichte eingenommen zu werden.

Die Reise mit Lou, Bea und Diamond wird man jedenfalls nicht so schnell vergessen, wenn man sie erst einmal miterlebt hat.

Viel Spaß beim Lesen,

Eure Julia