Blog

Pressestimmen – 5. Juli 2013

9783943143577

“Waldmänner! Minikatzen!” – Die Zeit am 4. Juli 2013 (Michael Brake)

“Man möchte sofort ein Kind zeugen, nur um ihm in sieben Jahren aus Hilda vorlesen zu können!” – Michael Brake, Die Zeit

9783943143423“Dunkle Reise in die Kindheit” – Nordwest-Zeitung am 5. Juli 2013 (Oliver Ristau)

“Peer Meter, dessen Trilogie über deutsche Serienmörder, mittlerweile bestehend aus „Gift“, „Haarmann“ und „Vasmers Bruder“, bedrückende Themen behandelt, lässt in dem neuen Band „Böse Geister“ eher verhaltene Töne anklingen. Trotzdem bleibt er seinem Hauptthema, der gründlichen Beleuchtung von sozialen Machtgefügen, auch diesmal treu.” – Oliver Ristau, Nordwest-Zeitung

9783943143492

“Picasso in Fortsetzung” – Stuttgarter Zeitung am 4. Juli 2013 (Rupert Koppold)

“Eine gewisse Ironie ist diesem Stil von vornherein eingeschrieben, und das spanische Genie, das in diesen Panels sehr robust durch die Pariser Szene zieht, wird hier auch nicht weihevoll bewundert, sondern mit leichtem Amüsement betrachtet.” – Rupert Koppold, Stuttgarter Zeitung

“Habibi” im Konflikt um Plakatausstellung an der Uni Duisburg-Essen

9783941099500In Medien und Social Media wird derzeit ein Vorfall an der Uni Duisburg-Essen diskutiert. In der Universitätsbibliothek waren Kollagen aus einem Anglistik-Seminar ausgestellt worden, in dem untersucht werden sollte “What Comics can do”. Eine oder mehrere dieser Kollagen erregten den Unmut muslimischer Studierender, eine Studentin zerstörte und entfernte schließlich eines oder zwei Plakate aus der Ausstellung. Diese wurde dann von der Leitung der Universität vollständig abgehängt, deutlich vor dem eigentlich geplanten Ausstellungsende.
Bei der darauf folgenden Debatte ging es immer wieder um das Blatt mit Auszügen aus “Habibi” von Craig Thompson.

Wir weisen hier nachdrücklich darauf hin, dass ohne Zustimmung Craig Thompsons und ohne, dass wir als sein deutscher Verlag informiert worden wären, mit Material aus “Habibi” gearbeitet wurde. Die dabei entstandenen Aussagen haben weder Craig Thompson noch Reprodukt autorisiert.

Auszüge aus der Graphic Novel sind aus dem Zusammenhang gerissen neu kollagiert worden, wodurch offenbar eine extrem provokante und zugespitzte Aussage erzielt wurde. Dabei ist das Urheberrecht von Craig Thompson komplett ignoriert worden.

Erstaunlich ist dabei der lässige Umgang der Uni Duisburg-Essen mit dem Verstoß gegen das Urheberrrecht. In der Pressemeldung der Uni wird der zwar Hergang des Konflikts erläutert und eine Diskussion über die Reaktionen auf die Ausstellung angekündigt. Weder die Pressestelle der Uni noch der Professor, in dessen Seminar die Kollagen entstanden sind, halten es aber bislang für notwendig, die Frage der Urheberschaft richtigzustellen.

Das führt zu Berichten wie dem in der FAZ von gestern, in dem die Rede ist von einem “Blatt mit drei Zeichnungen von Craig Thompson”. Gleich darauf geht die Autorin auf “Habibi” ein, sodass der Eindruck entsteht, das Exponat sei ein Auszug aus dem Buch. Die Pressemeldung der Uni Duisburg-Essen trägt nicht dazu bei, diesen Irrtum zu korrigieren. Allerdings blieb auch die Bitte um Richtigstellung an die FAZ-Redakteurin und Verfasserin ohne Erfolg.

Wir sind auch erstaunt darüber, wie die Universität ihren Bildungsauftrag wahrnimmt. Dazu sollte auch gehören, einen korrekten Umgang mit geistigem Eigentum zu vermitteln. Davon ist man hier derzeit weit entfernt. Es ist eine Sache, mit Comics in einem Seminar zu experimentieren, um die Wirkung der Bildsprache zu untersuchen. Die Resulate dieser Übung ohne Zustimmung der Autoren, deren Stoffe man verfremdet hat, öffentlich auszustellen, verbietet sich.

Uns wurde von der Pressestelle der Uni zugesichert, dass man in der nächsten Pressemitteilung zu dem Konflikt auch auf die Frage nach dem Urheberrrecht eingehen werde. Es könne allerdings noch einige Tage dauern, bis diese veröffentlicht werde. Wir sind gespannt!

130 Jahre Franz Kafka

fk

9783943143546Heute vor 130 Jahren wurde in Prag Franz Kafka geboren. Ein Grund, noch einmal auf David Zane Mairowitz’ und Robert Crumbs kürzlich erschienenes “Kafka” hinzuweisen, in dem Biografisches mit Auszügen aus den Werken Kafkas vermengt werden.

In ihrem Sachcomic “Kafka” haben David Zane Mairowitz und Robert Crumb höchst anschaulich all das zusammengetragen, was Sie über Franz Kafka wissen sollten: von seiner Kindheit bis zum posthumen Kafka-Kult; über die Konflikte, die der Schriftsteller mit sich selbst und anderen, allen voran mit seinem Vater auszutragen hatte. Immer wieder geht es um Kafkas Zerrissenheit vor dem Hintergrund seiner deutsch-tschechischen Nationalität und der jüdischen Kultur. Die Stationen von Kafkas Leben werden ergänzt durch Briefe und Auszüge aus seinen Romanen und Kurzgeschichten.

9783943143546.interior01

Die Biografie mit den Zeichnungen von Robert Crumb ist mittlerweile selbst ein Klassiker. Lange vergriffen, legt Reprodukt das Buch neu überarbeitet vor.

“Kafkas Themen wie der Selbsthass, seine Beziehung zu Frauen, die Schuldfrage sind auch meine. Er ist mein Bruder im Geiste.” – Robert Crumb

9783943143546.interior14

Das war ELCAF

Am 22. Juni fand zum zweiten Mal ELCAF statt, ein eintägiges Comicfestival in London, organisiert von den umtriebigen Kollegen von NOBROW.
Am Tag zuvor angekommen war noch Zeit sich in London ein wenig umzusehen. Meine Gastgeberin Claire Thompson von Turnaround Publisher Services  zeigte mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, also vor allem Comicläden.

Wir waren zuerst bei GOSH, ein wirklich schöner Shop, liebevoll eigerichtet. Neben einem guten Mainstreamangebot findet man dort auch ein prima Sortiment an Indie-Comics, Drucken, Zeichnungen.

Gosh.außen.web

Schicke Fensterdeko, besonders die von Tom Gauld:

Gosh.1.TomGauld.web

Die nächste Station war der Shop von NOBROW in Eastlondon – ein Schatzkästchen voller Versuchungen!

NOwbrow.außen.web

Allein schon der Eingang ist so schön…

Nobrow.Biografiktion.web

Die englische Ausgabe von Paul Paetzels “Biografiktion” großzügig im Fenster dekoriert…

Hilda.im.shop.web

… drinnen Hilda überall, hier im Laden, in klein und groß …

HildaundKlausweb

… und auch zusammen mit Klaus (knuffiger Character von Richard Short) im Keller, wo noch fleißig an den letzten Vorbereitungen für das ELCAF gebastelt wurde.

Philippa.Rice.puppeweb

Auch total super niedlich: diese gestrickte Figur von Philippa Rice! Philippa wird beim ELCAF an gleich zwei Ständen aktiv sein, einer, an dem sie eigene Hefte zeigt, und bei BIMBA, einem Comicmagazin mit Beiträgen von Zeichnerinnen. Hier gibt es ein Interview mit Philippa über BIMBA.

Elcaf.Mural.web

Am nächsten Tag dann endlich: ELCAF! Am Morgen ist der Parkplatz der fabelhaften York Hall noch menschenleer, aber das Wandbild erhellt schon den trüben Regentag.

am.Stand.web

Als die Türen aufgehen, ist unser Stand gleich gut besucht.

Ria.web

Ria von BRIES ist ganz aus Belgien angereist, ebenso wie die Leute von FRÉMOK, die man hier hinter dem Publikum nicht so gut sieht…

Elcaf.Publikum.web

Die Stimmung ist den ganzen Tag über bestens, erst recht, als Luke Pearson signiert:

Luke.Signiert.web

Luke Pearson hat dann außerdem noch im Comic Battle gewonnen. Oder ist nicht eigentlich Hilda die Siegerin?

Luke.gewinnt.web

Am Abend, nach einem langen und schönen Festivaltag, macht Harry Gwinner von NOBROW noch schnell Erinnerungsfotos fürs Album.

Harry.Abend.web

Dienstreisen können so toll sein! Es gab enorm viel zu sehen; die englische Szene ist beeindruckend vielfältig und kreativ. Und so viele Leute interessieren sich dafür! Die Kollegen von NOBROW haben rund 3000 Besucher gezählt. Das stimmt überein mit dem eigenen Eindruck, dass nämlich den ganzen Tag über viele Leute da waren, die sich mit großem Interesse die Comics angesehen haben, bei den lustigen Workshops (z.B. Basteln von “Freaky Toys, booah!”) mitgemacht und sich die Vorträge angehört haben.

Dear NOBROW people: Thank you very much for the good times we have had at ELCAF!