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„Yasmina und die Kartoffelkrise“: Natur-Buchtipp des Monats Juli

Jeden Monat empfiehlt die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ein Klima-, ein Umwelt- und ein Natur-Buch. Für Juli 2021 hat die Jury (Dr. Jana Mikota (Vorsitzende), Dr. Renate Grubert, Dr. Claudia Maria Pecher, Dr. Christine Pretzl, und Hannelore Verloh) „Yasmina und die Kartoffelkrise“ von Wauter Mannaert als Natur-Buch ausgewählt.

Yasmina ist 11 Jahre alt, und sie begeistert sich sehr für das Kochen. Aber nicht irgendeine Art vom Kochen: eine gesunde, vegane Küche. Ihr Vater arbeitet an eine Pommesbude, aber jeden Tag hat er eine leckere Lunch Box dabei, die Yasmina für ihn vorbereitet hat. Auch nach der Schule kümmert sich die junge Köchin täglich um das Abendessen. Obwohl sie und ihr Vater nicht genügend Geld haben, weiß sie immer sich zu helfen: Sie pflückt Kräuter auf dem Weg zur Schule, und bekommt frisches Gemüse von Cyril und Marco, zwei (erwachsenen) Freunden, die eigene Gärten haben. Alles läuft perfekt bis zu dem Tag, an dem Cyrils und Marcos Gemüsegärten zerstört und durch ein Feld genmanipulierter Kartoffeln ersetzt werden. Diese Kartoffeln sind nicht nur ungesund, sie machen auch diejenigen, die sie essen, süchtig und verrückt. Yasmina und ihre Freunde setzen alle Hebel in Bewegung, um die Stadt zu retten.

Voller Humor behandelt Wauter Mannaerts Kindercomic relevante Themen, wie z.B. die Wichtigkeit guten und gesunden Essens, Freundschaft aller Unterschiede zum Trotz, biologische Landwirtschaft gegenüber Massenproduktion, und er befürwortet einen Lebensstil, der in Einklang mit der Natur steht.

Schon ein Klassiker bei Reprodukt ist „Yasmina und die Kartoffelkrise“ – ein Must-Read für Groß und Klein.

Vielen Dank an die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur! Wir freuen uns sehr über diese Empfehlung.

“West, West Texas”-Besprechung von Schülerpraktikantin Charlotte

Hallo, ich bin Charlotte und mache ein zweiwöchiges Schülerpraktikum beim Reprodukt Verlag. Ich bin allgemein ein großer Fan von surrealen und fantastischen Geschichten, daher hat mir der Comic „West, West Texas“ von Tillie Walden sehr gut gefallen.

Der Comic erzählt von einem Texas-Roadtrip der Hauptfiguren Bea und Lou, die sich an einer Tankstelle treffen. Beide kannten sich bereits vorher, wussten jedoch kaum etwas voneinander. Als sie eine entlaufene Katze finden und diese probieren zurück nach Hause zu bringen, wird ihre Geschichte immer surrealer und sie finden sich auf Wegen wieder, die auf keiner Karte verzeichnet sind.

Der Comic ist sehr stimmungsvoll, dafür sorgen meist die dynamischen Farben und das geschickte Einsetzen von Licht und Schatten. Die detaillierten Hintergründe sorgen ebenfalls für viel Stimmung, meist sind sie verwirrend und farbenfroh und spiegeln die Surrealität oder Gefühlslage der Szene wieder. Besonders gefällt mir auch die Dynamik zwischen den zwei Hauptcharakteren Bea und Lou. Während sie am Anfang sehr distanziert und unfreundlich miteinander umgehen, werden sie mit der Zeit immer offener und erzählen einander von ihren Problemen. Ihr Zusammenspiel ist vor allem so interessant, da sie sich in verschiedenen Lebensabschnitten befinden und mit komplett anderen Problemen kämpfen müssen. Während Bea durch ihre Familie Vertrauensprobleme hat, versucht Lou mit dem Tod ihrer Mutter klarzukommen. Letztendlich helfen sie einander einfach damit, füreinander da zu sein. Beide Charaktere wirken sehr menschlich und ihre Unterhaltungen sind einfach zu lesen und sehr interessant. Auch der fantastische Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Er verleiht dem Buch die nötige Spannung und spiegelt teilweise wider, wie sich die Charaktere auf der Reise verlieren. Er zeigt außerdem, wie sich Bea und Lou mit ihren Problemen auseinandersetzen und anfangen, sie zu lösen.

„West, West Texas“ ist ein spannendes Buch mit realistischen Figuren und wunderschönen Zeichnungen. Ich empfehle die Geschichte sehr.

(Die beiden von “West, West Texas”-inspirierten Zeichnungen sind von Charlotte. Vielen Dank für die tolle Rezi!)

Vorschau Kindercomics Herbst 2021

Mimi und Jakob leben in Riga – wo es auch sprechende Hunde gibt! Alle zusammen kämpfen sie dafür, dass ihr Stadtteil nicht in ein seelenloses Hochhausviertel verwandelt wird. Sanita Muižniece und Elīna Brasliņa haben aus der Vorlage des lettischen Zeichentrickfilms „Mimi, Jakob und die sprechenden Hunde” einen mitreißenden Comic gemacht.

Mawil is back – und gleich mit zwei Kindercomics! In „Power-Prinzessinen-Patrouille” und „Mauer, Leiter, Bauarbeiter” präsentiert er in seinem unverkennbar charmanten Zeichenstil verschmitzte Kinderbuchparodien voller Gags und liebevoller Details, die Rollen- und Geschlechterklischees auf den Kopf stellen. Für Kids und Eltern gleichermaßen empfohlen.

Fortsetzungen gibt es natürlich auch, zum Beispiel von Dorothée de Monfreid: „Doktor Popow” hat sich zum Ziel gesetzt, die Hundebande auf Herz und Nieren zu überprüfen. In „Q-R-T: Im Raumschiff nach New York” von Ferdinand Lutz verschlägt es Lara und Q-R-T in die amerikanische Metropole.

In „Ariol 13: Ententanz” hat der kleine blaue Esel zwölf neue Abenteuer zu erleben, und mit Marc Boutavants „Die große Reise des kleinen Mouk” ist bald auch ein Klassiker unseres Kindercomic-Programms wieder lieferbar. Und zu guter Letzt komplettiert Luke Pearsons „Hilda und der Bergkönig” die gesamte Serie um die blauhaarige Heldin als günstige Softcoverausgabe.

Die aktuelle Kindercomic-Vorschau steht unter folgendem Link zum Download bereit: “Vorschau Kindercomics Herbst 2021” (5,4 MB).

Vorschau Herbst 2021

2021 feiern wir 30 Jahre Reprodukt! Auch im zweiten Halbjahr veröffentlichen wir aus diesem Anlass Neuausgaben unserer Klassiker: Line Hovens „Liebe schaut weg” erscheint als Hardcover, genauso wie Craig Thompsons „Tagebuch einer Reise”, beide erweitert um bislang unveröffentlichte Seiten. Erstmalig bei Reprodukt erscheint Barus „Autoroute du Soleil” in einer Neuausgabe als Taschenbuch mit einem Postskriptum des französischen Zeichners.

Wir freuen uns auf einige Neuheiten von deutschen Comiczeichner:innen, angefangen mit dem Leipziger Matthias Lehmann, der in „Parallel” das zerrissene Leben eines schwulen Familienvaters in den Fünfzigerjahren in der DDR und später in Westdeutschland verfolgt. Max Baitingers „Sibylla”, das von der Berthold Leibinger Stiftung mit einem Stipendium prämierte Epos über das kurze Leben der Dichterin Siyblla Schwarz erscheint genauso wie – endlich! – Anna Haifischs neues Album „The Artist: Ode an die Feder” (übersetzt von Marcel Beyer). Mit Michael Meiers „Das Inferno” legen wir einen seit längerer Zeit vergriffenen Comic rechtzeitig zum 700. Todestag von Dante Alighieri in einer Neuausgabe vor.

Mit Igort reisen wir abermals in die Ferne: Im dritten Band seiner „Berichte aus Japan” geht es um Begegnungen mit Künstlern, die exzentrische Visionen verfolgen. Alle drei Bände bieten wir auch als Set in einem prächtig gestalteten Schuber an! Aus Japan kommen auch zwei neue Manga: „Roter Schnee” ist der erste Gekiga von Susumu Katsumata in deutscher Sprache, und ganz besonders freuen wir uns auf die ersten Taschenbücher des Klassikers von Shigeru Mizuki: Gleich 3 Bände von „Kitaro”, dem einäugigen Monsterjungen, legen wir im Herbst vor!

In neuem Gewand erscheinen „Unerschrocken” von Pénelope Bagieu und „Pirouetten” von Tillie Walden. Ersteres präsentieren wir in einer dicken Gesamtausgabe, Letzteres als Taschenbuch zum günstigen Preis.

Im Italien der Neunzigerjahre spielt Alessandro Totas „Fratelli”, in dem er zwei Brüder beim Erwachsenwerden beobachtet, während Paco Roca uns in „Rückkehr nach Eden” auf den Spuren der Lebensgeschichte seiner Mutter ins Spanien der Vierziger- und Fünfzigerjahre versetzt. Abgerundet wird unser Herbsprogramm durch Fortsetzungen von „Daidalos”, „Donjon”, „Herr Hase” und den lang erwarteten zweiten und abschließenden Band von „Das Goldene Zeitalter”.

Die aktuelle Vorschau steht unter folgendem Link zum Download bereit: “Vorschau Herbst 2021” (14 MB).

Ferdinand Lutz (“Q-R-T”) für den Preis der Jungen Literaturhäuser 2021 nominiert

Wir freuen uns ungemein, nicht nur auf die Ostertage, sondern auch, weil der Kölner Kindercomiczeichner und Herausgeber Ferdinand Lutz („Q-R-T”, „Rosa und Louis”) für den Preis der Jungen Literaturhäuser nominiert worden ist!

Herzlichen Glückwunsch, Ferdinand! So macht die Eiersuche gleich doppelt Spaß!

Der Preis der Jungen Literaturhäuser wird vom Netzwerk der Literaturhäuser verliehen, und zwar zum allerersten Mal! Mit dem Preis der Literaturhäuser werden Autor*innen schon seit 20 Jahren geehrt (2015 ging der Preis mit Nicolas Mahler auch an einen Comickünstler). Mit dem neu geschaffenen Preis der Jungen Literaturhäuser werden ab diesem Jahr auch Kinder- und Jugendbuchautor*innen gefeiert. Mit dem Preis sollen, so die offizielle Pressemitteillung, “Autor*innen ausgezeichnet werden, die nicht nur herausragende Bücher für Kinder und Jugendliche geschaffen haben, sondern die in der lebendigen, interaktiven Begegnung mit ihrem Publikum stark sind, die Kinder und Jugendliche mit ihrer Sprache und ihren Auftritten erreichen, die vielleicht schon experimentiert haben mit digitalen Formaten und die durch ihre Lesungen das einlösen, wofür die Literaturhäuser stehen.”

Neben Ferdinand Lutz sind noch Franziska Biermann und Finn-Ole Heinrich nominiert, denen wir natürlich auch aufs Herzlichste gratulieren. Der Preis der Jungen Literaturhäuser ist mit 5000 Euro dotiert. Das Publikum kann auf der Website des Netzwerks der Literaturhäuser abstimmen, am 23. April, dem Welttag des Buches, wird die Gewinnerin oder der Gewinner bekannt gegeben, die Preisverleihung findet im Sommer statt.

Alle weiteren Informationen auf www.literaturhaus.net.

Comiczeichner Ferdinand Lutz kennen viele junge Leser*innen aus “Dein Spiegel”. Im monatlichen Kinder-Magazins des “Spiegels” erschienen seine Comics „Q-R-T”, und„Rosa und Louis” als Fortsetzungsreihen. Reprodukt sammelt und editiert seine Comics neu und bringt sie im Buchformat heraus. Zuletzt veröffentlichte Reprodukt den dritten Band von “Q-R-T – Nächste Stunde: Außerirdisch”. Für Herbst 2021 ist ein neuer Band in der Mache.

Ferdinand ist zudem Mit-Herausgeber des Kindercomic-Magazins “Polle”, das Comics, Rätsel und Lieder von einigen der besten deutschsprachigen und internationalen Comic- und Kinderbuch-Autor*innen veröffentlicht. Vor wenigen Wochen ist die vierte Ausgabe des Magazins erschienen, für die u.a. Nadia Budde einen exklusiven Beitrag gezeichnet hat.

Zu seinen Comics hat Ferdinand Lutz zusammen mit Musiker Dominik Merscheid unterhaltsame Live-Lese-Musik-Performances erarbeitet, mit denen er auf Kinderbuchfestivals, in Jungen Literaturhäusern, in Bibliotheken und Buchhandlungen auftritt: www.bildklanglesung.de

Hier gibt es ein tolles Youtube-Video von Ferdinand anlässlich seiner Nominierung.

Sprechende Bilder: 9. Hamburger Graphic Novel Tage

Vom 22. bis 25. März 2021 findet im Literaturhaus Hamburg die 9. Ausgabe der Reihe Sprechende Bilder: Hamburger Graphic Novel Tage statt. Zu Gast im Livestream sind nationale und internationale Gäste, darunter  Anke Kuhl (“Lehmriese lebt“), Dorothée de Monfreid (“Die Hundebande”), Nicolas Mahler (“Das Ritual“) und Max Baitinger (“Brigit“).

An den vier aufeinander folgenden Tagen werden im Literaturhaus Podiumsveranstaltungen mit jeweils zwei Künstler:innen stattfinden. Die Gespräche werden von Andreas Platthaus moderiert und live gestreamt.

Montag, 22. März | 19.00 Uhr
“Großmeisterinnen nicht nur für junge Leser”: Anke Kuhl (D) & Dorothée de Monfreid (FR)

Dienstag, 23. März | 19.00 Uhr
“Comics über Kunst sind selbst eine Kunst”: Typex (NL) und Jakob Hinrichs (D)

Mittwoch, 24. März | 19.00 Uhr
“Inhaltliche Vielfalt als Lustprinzip”: Nicolas Mahler (AUT), Jaroslav Rudiš (CZ)und Tina Brenneisen (D)

Donnerstag, März | 19.00 Uhr
“Unbedingter Stil- und Stilisierungswillen”: Rutu Modan (ISR) und Max Baitinger (D)

Ein Livestream-Einzeltickets kosten 5 EUR, das Kombiticket für alle Abendveranstaltungen im Streamingabonnement 12 EUR.

Literaturhaus e. V., Schwanenwik 38, D-22087 Hamburg
Tel. (040) 22 70 20 11, Fax (040) 2 20 66 12
email: info@literaturhaus-hamburg.de
www.literaturhaus-hamburg.de
www.julit-hamburg.de