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„Old“: Die Filmadaptation von „Sandburg“ ab 29. Juli im Kino

Im September 2020 hat der US-Regisseur M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, „Die Legende von Aang“) auf Twitter bekanntgegeben, dass die Dreharbeiten für seinen neuen Film „Old“ begonnen haben. Die erste Filmvorschau wurde beim Super Bowl 2021 präsentiert. Jetzt ist es so weit: „Old“ erscheint am 23. Juli in den USA, und am 29. Juli in Deutschland.

Der Film ist eine (lose) Adaptation von der Graphic Novel „Sandburg von Frederik Peeters und Pierre Oscar Lévy, die 2013 auf Deutsch bei Reprodukt erschien ist. Nachdem Shyamalan „Sandburg“ als Geschenk zum Vatertag bekommen hat, war er so fasziniert, dass er direkt die Filmrechte kaufen wollte. Bei uns erschien im Juli eine Neuausgabe von „Sandburg“ mit brandneuem Cover!

„Sandburg“ wird als eine Mystery-Geschichte beschrieben, und der Film als psychologischer Horror-Thriller. Eine Familie und einige anderen Personen wollen an einem traumhaften Strand ihren Urlaub genießen. Sie freuen sich sehr, dieses versteckte und einsame Paradies gefunden zu haben… bis sie plötzlich eine Frauenleiche im Wasser hinter den Felsen entdecken. Rasch bemerken sie, dass etwas mit dem Strand nicht stimmt. Die Uhren laufen anders, und binnen weniger Stunden beginnen sie alle schnell zu altern.

(offizielles Filmplakat. Quelle)

Unter erschwerten Bedingungen würde der Film während der Corona-Pandemie in der Dominikanischen Republik gedreht. In einem Interview mit Entertainment Weekly erzählt Shyamalan von den gefährlichen Dreharbeiten während der Hurrikansaison. Ihr Filmset ist sogar einmal zerstört geworden.  Zu der Besetzung des Films zählt unter anderem Gael García Bernal, Vicky Krieps, Thomasin McKenzie, Alex Wolff, und Abbey Lee.

Hier findet ihr den deutschsprachigen Trailer zum Film.

 

Ferdinand Lutz, Wauter Mannaert und Tor Freeman beim „Yippie!“ in FFM

Seit einigen Jahren wird in Frankfurt am Main von Jakob Hoffmann, einem der Herausgeber des Kindercomicmagazins POLLE, und seinem Team das Comicfestival Yippie! organisiert. Nachdem „Yippie!“ im vergangenen Jahr wie sämtliche anderen Kulturveranstaltungen nur im World Wide Web stattfinden konnte, können kleine und große Comicfans dieses Jahr wieder live und lebensecht Kindercomic-Lesungen lauschen, Zeichner*innen begegnen und an Comic-Workshops teilnehmen – vom 8. bis 11. Juli an verschiedensten Orten in der Mainmetropole.

Samstag, den 10. Juli werden gleich drei Reprodukt-Kindercomic-Stars im Jungen Museum Frankfurt am Main im Rampenlicht stehen. Um 14 Uhr gibt es eine Bildklanglesung von „Q-R-T“ und „Rosa & Louis“ mit Ferdinand Lutz und Dominik Merscheid. Um 15 Uhr wird der belgische Comickünstler Wauter Mannaert aus seiner Kindercomicreihe „Yasmina und die Kartoffelkrise“ lesen. Um 16 Uhr werden zwei Kids aus der 7. Klasse des Elisabethengymnasium aus Tor Freemans Willkommen in Oddleigh“ lesen (mit Live-Musik von Dominik Merscheid) und die britische Autorin wird live dazugeschaltet.

Das komplette Programm finden Sie weiter unten. Wir wünschen allen „Yippie!”-Besucher*innen, ob groß oder klein, ein tolles Comic-Wochenende!

P.S. Die Zuschauerplätze sind COVID-bedingt stark begrenzt – also zögert nicht zu lange mit der Anmeldung! Und natürlich können nur getestete, geimpfte oder genesene Menschen am Festival teilnehmen.

„Sibylla“ – Ausstellung von Max Baitinger im Literarischen Colloquium Berlin

Wie in den vergangenen Jahren organisiert das Literarische Colloquium Berlin (LCB) auch dieses Jahr das unabhängige Literaturfestival “Kleine Verlage am Großen Wannsee”. Dieses Jahr findet die Indie-Buchmesse am 24. Juli statt. Im Mittelpunkt des Events stehen unabhängige Verlage, denen das LCB die Möglichkeit bietet, junge Talente und aktuelle Publikationen zu präsentieren. Zur diesjährigen 17. Ausgabe des „Kleinen Verlage am Großen Wannsee“ werden Autor*innen aus dreizehn Verlagen an einem Lesemarathon teilnehmen. Die Veranstaltung findet hybrid statt: Open Air vor Ort und als Livestream.

Außerdem wird ein Gespräch mit den Comicautor*innen Mia Oberländer (“Anna”, Edition Moderne) und Max Baitinger (“Sibylla”, Reprodukt) stattfinden, moderiert von Barbara Buchholz. Beide Zeichner*innen sind Preisträger*innen des Comicbuchpreises der Berthold Leibinger Stiftung. Mia Oberländer wurde für ihr Debüt “Anna” – eine gezeichnete Recherchereise über drei Generationen von Frauen ihrer Familie – mit dem Comicbuchpreis 2021 geehrt.  “Anna” wird diesen September bei den Kolleg*innen von Edition Moderne erscheinen.

Und Max Baitinger hat das mit 20.000 Euro dotierte Arbeitsstipendium 2020 gewonnen. In seinem prämierten Comicband “Sibylla” erzählt Baitinger vom Leben der Barockdichterin Sibylla Schwarz, die in diesem Jahr ihren 400. Geburtstag gefeiert hat. Die mit nur 17 Jahren verstorbene Lyrikerin gehörte fast zwei Jahrhunderte lang zu den bekanntesten weiblichen Namen der deutschen Literatur und geriet dann in Vergessenheit. Max Baitinger spürt in “Sibylla” dem Leben und dem Werk von Sibylla Schwarz nach. Die nicht nur von uns mit Spannung erwartete Comicbiografie wird Anfang Oktober erscheinen.

Die Austellung „Sibylla“, eine Zusammenarbeit zwischen dem LCB und der Berthold Leibinger Stiftung, dem Literaturhaus Stuttgart und dem Agenturraumservice, ist bis zum 15. Oktober 2021 im Veranstaltungssaal des LCB zu sehen.

Tickets für „Kleine Verlage am Großen Wannsee“ und die Ausstellungeröffnung kann man hier kaufen.

Ferdinand Lutz (“Q-R-T”) im Gespräch mit Schülerpraktikantin Charlotte

Die zwei Wochen, in denen die pfiffige Schulpraktikantin Charlotte in unseren Verlag reingeschnuppert hat, sind auch schon wieder vorübergezogen. Wir bedanken uns bei Charlotte für ihre engagierte und hilfsbereite Art – es war uns ein großes Vergnügen und wir wünschen dir für deinen weiteren Weg viel Erfolg!

Als Teil von ihrem Praktikum hat Charlotte ein Interview mit dem Kölner Kindercomiczeichner Ferdinand Lutz geführt. Ferdinand sitzt gerade am vierten Band von “Q-R-T”, den wir diesen Oktober veröffentlichen werden. Für Charlotte hat er  den Zeichenstift kurz beiseite gelegt – vielen Dank auch an Ferdinand, dass er sich die Zeit dafür genommen hat. Illustriert haben wir das Interview übrigens mit einigen exklusiven Panels aus dem kommenden Band: “Q-R-T: Im Raumschiff nach New York”.

Viel Spaß mit dem Gespräch!

Charlotte: Wie wurde dein Interesse am Comiczeichnen geweckt?

Ferdinand Lutz: Durch das Lesen von Comics – als allererstes „Lucky Luke“. Ich musste sofort auch eigene Geschichten davon zeichnen und produzierte mit sieben Jahren wie am Fließband neue Abenteuer von Lucky Luke und Jolly Jumper. Erst heute verstehe ich, dass ich dadurch diesem wunderbaren Gefühl, das ich beim Lesen der Bücher hatte, noch näher sein wollte: Indem ich selber welche gemacht habe.

Wie hast du dich für dein Genre entschieden und würdest du gern andere Genres ausprobieren?

Zu Kindercomics bin ich durch Zufall gekommen: Durch eine Anfrage der Kinderausgabe des SPIEGELS. Davor hatte ich nicht wirklich daran gedacht, mit (damals) Anfang zwanzig unbedingt Geschichten für Kinder erzählen zu wollen. Aber es hat mir dermaßen Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin und mit Freunden sogar ein eigenes Magazin für Kindercomics gegründet habe, das ich auch verlege: POLLE.

Ich möchte allerdings auch gern so viele Facetten des Comics wie möglich ausloten. Begonnen hab ich mit einem abstrakten Mini-Comic für Erwachsene, der von einem italienischen Dorf handelt, das im Lotto gewinnt.

Welcher Teil der Entwicklung eines Comics macht dir am meisten Spaß und welchen magst du gar nicht?

Am meisten Spaß macht mir, wenn ich mir die Dialoge ausdenke und die Handlung ganz schnell aufzeichne. Dabei muss ich mich konzentrieren, aber es ist ein echter Flow – alles ist möglich. Das Reinzeichnen mag ich auch sehr, dabei kann ich dann Podcasts oder Hörbücher hören. Am Mühsamsten finde ich das Vorzeichnen, sodass ich künftig so weit wie möglich darauf verzichten will.

Was magst du lieber: alleinstehende Kapitel oder ganze Bücher schreiben und zeichnen?

Beides!

Welches deiner Werke gefällt dir am meisten?

Ich kann mir meine eigenen Arbeiten nur ganz schwer selber angucken, weil sich mein Blick auf die Zeichnungen ständig ändert. Ich hab dann immer Lust, lieber sofort etwas Neues zu machen. Aber von den Geschichten her mag ich „Rosa und Louis“ sehr gern, weil es – natürlich in sehr abgewandelter Form – sehr viel Persönliches aus meiner eigenen Kindheit versammelt.

Wie viele von deinen eigenen Erfahrungen fließen in deine Werke ein und woher kommen deine Ideen für die einzelnen Kapitel?

Es kommt nie vor, dass mir etwas passiert und ich denke: Ach, guck mal an, daraus mach ich gleich eine Geschichte. Sondern es sind eher Verhaltensweisen von Menschen, Gesichtsausdrücke, Gesten, die sich in mir ansammeln – und woraus ich dann unbewusst schöpfen kann, wenn ich vor dem weißen Blatt Papier sitze.

Wie entscheidest du dich für die Namen deiner Charaktere? Woher kommt zum Beispiel der Name Q-R-T?

Ich sammele immer Namen, die ich schön finde – ähnlich, wie wenn man Namen sammelt, um sie später mal seinem Kind zu geben. Q-R-T sollte einen exotischen Namen haben, der gleichzeitig auch missverstanden werden kann, nämlich als „Kurt“. In der mexikanischen Übersetzung heißt er „A-L-X“, also Alex, im Französischen „U-B-R“, ausgesprochen „Ühbähr“, also Hubert.

Was ist das Beste und was ist die größte Herausforderung am selbstständigen Künstlerdasein?

Das Beste ist die Freiheit. Das merke ich umso mehr, als ich nun Vater bin, und meine Frau und ich sehr davon profitieren, dass ich nahezu komplett flexibel bin mit meiner Arbeitszeit. Das ich aber natürlich auch die Herausforderung: dem Umfeld gegenüber klarzumachen, dass auch ich Zeit brauche, selbst wenn niemand meine Arbeitsstunden zählt.

Im Herbst erscheint bereits der vierte „Q-R-T“-Band. Kannst du uns schon verraten, worum es darin gehen wird?

Zunächst mal ist es erstmals ein komplett durchgehend erzähltes Abenteuer. Die bisherigen Bücher bestanden aus Kapiteln, die mal mehr, mal weniger aufeinander aufbauten. Im neuen Band wird Lara auf einen Kongress für Nachwuchsforscher in New York eingeladen, aber ihre Mutter erlaubt ihr nicht, dort hinzufliegen. Deswegen fliegt sie mit Q-R-T und Flummi in einer Nacht- und Nebelaktion einfach auf eigene Faust los – im Raumschiff. Logischerweise heißt der Band dann auch „Im Raumschiff nach New York“.

„Yasmina und die Kartoffelkrise“: Natur-Buchtipp des Monats Juli

Jeden Monat empfiehlt die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ein Klima-, ein Umwelt- und ein Natur-Buch. Für Juli 2021 hat die Jury (Dr. Jana Mikota (Vorsitzende), Dr. Renate Grubert, Dr. Claudia Maria Pecher, Dr. Christine Pretzl, und Hannelore Verloh) „Yasmina und die Kartoffelkrise“ von Wauter Mannaert als Natur-Buch ausgewählt.

Yasmina ist 11 Jahre alt, und sie begeistert sich sehr für das Kochen. Aber nicht irgendeine Art vom Kochen: eine gesunde, vegane Küche. Ihr Vater arbeitet an eine Pommesbude, aber jeden Tag hat er eine leckere Lunch Box dabei, die Yasmina für ihn vorbereitet hat. Auch nach der Schule kümmert sich die junge Köchin täglich um das Abendessen. Obwohl sie und ihr Vater nicht genügend Geld haben, weiß sie immer sich zu helfen: Sie pflückt Kräuter auf dem Weg zur Schule, und bekommt frisches Gemüse von Cyril und Marco, zwei (erwachsenen) Freunden, die eigene Gärten haben. Alles läuft perfekt bis zu dem Tag, an dem Cyrils und Marcos Gemüsegärten zerstört und durch ein Feld genmanipulierter Kartoffeln ersetzt werden. Diese Kartoffeln sind nicht nur ungesund, sie machen auch diejenigen, die sie essen, süchtig und verrückt. Yasmina und ihre Freunde setzen alle Hebel in Bewegung, um die Stadt zu retten.

Voller Humor behandelt Wauter Mannaerts Kindercomic relevante Themen, wie z.B. die Wichtigkeit guten und gesunden Essens, Freundschaft aller Unterschiede zum Trotz, biologische Landwirtschaft gegenüber Massenproduktion, und er befürwortet einen Lebensstil, der in Einklang mit der Natur steht.

Schon ein Klassiker bei Reprodukt ist „Yasmina und die Kartoffelkrise“ – ein Must-Read für Groß und Klein.

Vielen Dank an die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur! Wir freuen uns sehr über diese Empfehlung.

“West, West Texas”-Besprechung von Schülerpraktikantin Charlotte

Hallo, ich bin Charlotte und mache ein zweiwöchiges Schülerpraktikum beim Reprodukt Verlag. Ich bin allgemein ein großer Fan von surrealen und fantastischen Geschichten, daher hat mir der Comic „West, West Texas“ von Tillie Walden sehr gut gefallen.

Der Comic erzählt von einem Texas-Roadtrip der Hauptfiguren Bea und Lou, die sich an einer Tankstelle treffen. Beide kannten sich bereits vorher, wussten jedoch kaum etwas voneinander. Als sie eine entlaufene Katze finden und diese probieren zurück nach Hause zu bringen, wird ihre Geschichte immer surrealer und sie finden sich auf Wegen wieder, die auf keiner Karte verzeichnet sind.

Der Comic ist sehr stimmungsvoll, dafür sorgen meist die dynamischen Farben und das geschickte Einsetzen von Licht und Schatten. Die detaillierten Hintergründe sorgen ebenfalls für viel Stimmung, meist sind sie verwirrend und farbenfroh und spiegeln die Surrealität oder Gefühlslage der Szene wieder. Besonders gefällt mir auch die Dynamik zwischen den zwei Hauptcharakteren Bea und Lou. Während sie am Anfang sehr distanziert und unfreundlich miteinander umgehen, werden sie mit der Zeit immer offener und erzählen einander von ihren Problemen. Ihr Zusammenspiel ist vor allem so interessant, da sie sich in verschiedenen Lebensabschnitten befinden und mit komplett anderen Problemen kämpfen müssen. Während Bea durch ihre Familie Vertrauensprobleme hat, versucht Lou mit dem Tod ihrer Mutter klarzukommen. Letztendlich helfen sie einander einfach damit, füreinander da zu sein. Beide Charaktere wirken sehr menschlich und ihre Unterhaltungen sind einfach zu lesen und sehr interessant. Auch der fantastische Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Er verleiht dem Buch die nötige Spannung und spiegelt teilweise wider, wie sich die Charaktere auf der Reise verlieren. Er zeigt außerdem, wie sich Bea und Lou mit ihren Problemen auseinandersetzen und anfangen, sie zu lösen.

„West, West Texas“ ist ein spannendes Buch mit realistischen Figuren und wunderschönen Zeichnungen. Ich empfehle die Geschichte sehr.

(Die beiden von “West, West Texas”-inspirierten Zeichnungen sind von Charlotte. Vielen Dank für die tolle Rezi!)