Blog

Kinder-Comic-Tag 2022

Kinder lieben Comics! Und das möchten wir an diesem besonderen Tag mit euch feiern: Am Sonntag, den 28. August 2022, laden wir alle großen und kleinen Comic-Fans herzlich zu einem bunten Mitmachprogramm bei Modern Graphics in der Kastanienallee ein. Euch erwarten witzige Comic-Lesungen, spannende Workshops, Kinderschminken, tolle Musik und vieles mehr.
Schulanfänger*innen aufgepasst: Bei uns könnt ihr Schultüten basteln, die wir für euch befüllen!

Workshops und Aktionen:

  • Schultüten-Aktion (Egmont Bäng!)
  • Kartoffeldruck-Workshop
  • Kinderschminken
  • Buttons basteln
  • IDEFIX-Ausstellung (Egmont Bäng!)
  • Tombola

Programm

11 Uhr: SELMA TAUSCHT SACHEN von Anne Becker (Kibitz Verlag) – gelesen von Anne Becker und Matthias Wieland

12 Uhr: ARIOL-SHOW mit Matthias Wieland

13 Uhr: YASMINA UND DIE KARTOFFELKRISE-Lesung mit Matthias Wieland

14 Uhr: ELTERN-RALLYE (PAPA MACHT ALLES FALSCH von Mawil)

15 Uhr: POLLE-Lesung

16 Uhr: VÖLLIG MESCHUGGE?! von Melanie Garanin (Carlsen Verlag) – gelesen von Melanie Garanin

  • und Musik

Sophie Castille (1970-2022)

Wir trauern um Sophie Castille, Direktorin für Auslandsrechte für Dargaud, Dupuis und Lombard – und so viel mehr für ihre Familie und ihre Freund:innen und die internationale Comicszene. Seit Ende der Neunzigerjahre hat Sophie Brücken gebaut für die Bandes Dessinées und deren Autor:innen, aus Frankreich hinaus in die ganze Welt.

Sie hat reglmäßig Städte auf vielen Kontinenten besucht: Guadalajara und São Paulo, Madrid und Barcelona, Taiwan und Peking, Lucca und Bologna, Tokyo, Warschau und Prag, Frankfurt und Erlangen, Toronto, New York und San Diego – die Liste der Orte, Comicfestivals und Buchmessen, die sie besucht hat, ist nahezu unendlich. Sie hat Kontakte in alle Welt geknüpft und den französischen Comic mit Charme und Beharrlichkeit hinausgetragen wie niemand anders. Und sich lebhaft und begeistert für die Menschen interessiert, die die Bücher machen.

Für Media Participations – die Mediengruppe, zu der auch Dargaud, Dupuis und Lombard gehören – hat sie ein großartiges und stetig wachsendes Team für Auslandsrechte ins Leben gerufen, das ebenso wie sie die Welt bereist und weiterwirkt, wo sie begonnen hat.

Mit Geldern der Europäischen Kommision hat Sophie die digitale Plattform Europe Comics entwickelt, ein Schaufenster der Vielfalt der Europäischen Comics. Auf Europe Comics präsentieren belgische, deutsche, französische, italienische, polnische, serbische und spanische Verlage ihre Comics in englischer Sprache und können so weltweit gelesen werden.

Sophie liebte und lebte die Idee eines vereinten Europa. Sie war zu Hause in Mailand, in Paris, auf La Réunion und in Berlin. Mehr als fünfundzwanzig Jahre in ihrem Berufslebenwar sie ein steter Quell der Kreativität und hat Verleger:innen aus aller Welt motiviert und zum Austausch angeregt.

Unerwartet und viel zu früh ist Sophie gestorben – wir vermissen ihre strahlende Kraft.


We mourn the loss of Sophie Castille, director of foreign rights for Dargaud, Dupuis and Lombard – and so much more for her family and friends and the international comics scene. Since the late nineties, Sophie has built bridges for the bandes dessinées and their authors, out of France and around the world.

She has regularly visited cities on many continents: Guadalajara and São Paulo, Madrid and Barcelona, Taiwan and Beijing, Lucca and Bologna, Tokyo, Warsaw and Prague, Frankfurt and Erlangen, Toronto, New York and San Diego – the list of places, comic festivals and book fairs she has visited is almost endless. She has made contacts all over the world and has taken French comics far and wide with charm and perseverance like no one else, while being vividly and enthusiastically interested in the people who make the books.

For Media Participations – the media group that includes Dargaud, Dupuis and Lombard – she has created a magnificent and ever-growing foreign rights team that, like her, travels the world and continues to make an impact where she began.

With funding from the European Commission, Sophie has developed the digital platform Europe Comics, a showcase of the diversity of European comics. On Europe Comics, Belgian, German, French, Italian, Polish, Serbian and Spanish publishers present their comics in English and can be read worldwide.

Sophie loved and lived the idea of a united Europe. She was at home in Milan, in Paris, on La Réunion and in Berlin. For more than twentyfive years of her professional life, she was a constant source of creativity, motivating publishers from all over the world and encouraging them to exchange ideas.

Sophie died unexpectedly and much too early – we miss her radiant strength.

inmemori Sophie Castille

Barbara Yelin bei Modern Graphics und in der Bibliothek am Luisenbad, Berlin

Babara Yelin spricht am 15. Juli ab 20 Uhr in der Bibliothek am Luisenbad mit Lars von Törne über ihr neues Buch “Aber ich lebe” (C.H. Beck). Für “Aber ich lebe” haben vier Überlebende des Holocaust drei international bekannten Zeichner:innen ihre Geschichten erzählt, die vor Augen führen, was der Holocaust für Kinder bedeutete – und nicht nur für sie.

Emmie Arbel überlebte als kleines Mädchen die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Belsen. David Schaffer entkam dem Genozid in Transnistrien, weil er sich nicht an die Regeln hielt. Die Brüder Nico und Rolf Kamp versteckten sich in den Niederlanden dreizehn Mal vor ihren Mördern.

Barbara Yelin stellt ihren Beitrag aus “Aber ich lebe” vor, eine Comicerzählung über die Shoah-Überlebende Emmie Arbel. Am Freitag, den 15. Juli ab 15 Uhr ist die Münchner Zeichnerin außerdem für eine Signierstunde zu Gast bei Reprodukt + Modern Graphics in der Kastanienalle 79, Berlin-Prenzlauer Berg.

Bibliothek am Luisenbad, Badstraße 39, D-13357 Beriin
Eintritt drei

Matthias Lehmann beim 2. Litfest homochrom, Köln

Im Rahmen des 2. Litfest homochrom liest Matthias Lehmann am 9. Juli um 21 Uhr im Filmforum im Museum Ludwig aus seinem Comic “Parallel“.

Karl Klings Geschichte ist eine Offenbarung. Eine Offenbarung gegenüber seiner Tochter Hella, die viele Jahre zuvor den Kontakt zu ihm abgebrochen hat. Karls Brief an sie ist nichts weniger als der Versuch, ihr jenen Unbekannten vorzustellen, der ihr Vater ist, ihr jedoch nie ein Vater zu sein vermocht hatte. Im Rückblick auf sein Leben erfahren Hella und die Leser:innen von Karls gescheiterten Ehen, zerrütteten familiären Beziehungen – und von seiner Liebe zu Männern.

Filmforum im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, D-50667 Köln
www.homochrom.de
Eintritt frei – Spenden erbeten

Kleine Verlage am Großen Wannseee, Berlin

Gartenmesse mit Albino, AvivA, CulturBooks, Edition Converso, Edition Nautilus, Elster & Salis, Das kulturelle Gedächtnis, Der Gesunde Menschenversand, Dörlemann, edition mosaik, homunculus, Ink Press, Kanon, Ulrich Keicher, Kookbooks, Kremayr & Scheriau, Leykam, mairisch, Maro, Matthes&Seitz, März, mikrotext, Müry Salzmann, Orlanda, PalmArtPress, Poetenladen, Reinecke & Voß, Reprodukt, Schruf & Stipetic, Secession, Speak Low, Spector Books, Transit, Verbrecher, Voland & Quist, Das Wunderhorn.

Zum siebzehnten Mal richtet das LCB am Samstag, den 9. Juli ab 14 Uhr das Fest der Kleinen Verlage am Großen Wannsee aus, dieses Jahr endlich wieder in vollem Glanz und mit viel Publikum. Knapp 40 Verlage haben unsere Einladung angenommen und stellen Bücher und Autor:innen in entspannter Atmosphäre vor. Alle Interessierten sind herzlich willkommen zu stöbern, zu entdecken und sich auszutauschen. Abends ist Musik angesagt: Ab 19.30 Uhr tritt die Sängerin Neneh auf der Seebühne auf.

Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, D-14109 Berlin
www.lcb.de
Eintritt: 8 EUR, ermäßigt 5 EUR | Kinder frei

Interview: Lukas Jüliger spricht mit Schülerpraktikantin Charlotte

Gestern hat unsere Schülerpraktikantin Charlotte auf dem Repro-Blog über die aktuelle Lukas-Jüliger-Ausstellung in Berlin geschrieben, die wir uns vom Repro-Team zusammen mit ihr angeschaut hatten. Im Rahmen ihres Praktikums hatte Charlotte auch die Gelegenheit, den Comickünstler selbst zu treffen und ihm zu seiner Ausstellung, seinem Werdegang und seinem Werk einige Fragen zu stellen.

Viel Spaß also mit dem Interview mit Lukas Jüliger, und vielen Dank für deine Arbeit und Hilfe bei uns, Charlotte!

Wie kamst du zum Zeichnen? Und wann hast du die Liebe zum Comic entdeckt?

Das war, glaube ich, als ich noch ziemlich klein war. Mit fünf oder sechs Jahren habe ich die „Ninja-Turtles“ entdeckt und ein paar Jahre später „Tim und Struppi“. Und dann mit sieben in einem Schulaufsatz, in dem man über den späteren Berufswunsch schreiben sollte, stand: Ich möchte Comiczeichner werden.

Wie kamst du zu Reprodukt? 

Mein größter Wunsch seit ich klein war, war es, einen Comic zu veröffentlichen. Zu Reprodukt bin ich gekommen, als ich im ersten oder zweiten Semester meines Illustrationsstudiums war. Ich hatte Reprodukt eine 10-seitige illustrierte Kurzgeschichte geschickt, in der es um einen jungen Mann geht, der sich im Wald verbuddelt und zu einem rachsüchtigen Waldgott mutiert, der sich an der Menschheit rächt. Das fand der damalige Redakteur sehr gut und hat mich kontaktiert und gefragt, ob ich Stoff hätte für ein ganzes Buch. Meine Antwort: „Ja, natürlich.“ Ich fing mit der Arbeit an „Vakuum“ an und dann ging alles sehr schnell …

Woher nimmst du deine Ideen/Inspirationen für deine Bücher?

Von allem, das was irgendwie durch meinen Kopf wandert. Das können Gespräche sein, das kann Musik sein, das können Filme sein. Eigentlich alles an Kultur. Ich kann das gar nicht so genau benennen, manchmal sind einfach Ideen da. Manchmal kriege ich auch Ideen, indem ich mich einfach dazu zwinge, etwas zu schreiben, wenn ich mich mit meinem Skizzenbuch und meinem Notizbuch hinsetzte. Das ist eigentlich das Spannende an dem Prozess, dass ich das gar nicht so genau benennen kann, sondern das Vieles einfach so kommt. Daran erkenne ich, dass eine Geschichte gut wird, wenn einfach Ideen aus dem nichts kommen und die Geschichte fast ein Eigenleben entwickelt.

Finden Sie die Lebensweise, die „Earthboi“ in Ihrem Comic “Unfollow” vorlebt, richtig? Und wenn ja, könnten Sie sich vorstellen, dass so der Klimawandel gestoppt werden kann?

Ja, wahrscheinlich, oder? Ich glaube nur nicht, dass das alle Menschen machen würden. Ich weiß auch nicht, ob ich das gerne machen würde, so in der Natur, mit Ameisen, die einem auf dem Körper herumkrabbeln. Aber das alles ist natürlich eine utopische Vorstellung, die wenig überraschend ins Dystopische kippt. Wenn ich ehrlich bin, die meisten Menschen die sich fürs Aussteigertum entscheiden, sind meistens keine Menschen, mit den ich gerne rumhängen würde. Dadrunter gibt es viele Esoteriker oder Rechtsradikale. Aber ich bin mir sicher, dass es da einen Mittelweg gibt. Auf jeden Fall ist die zur Natur zugewandte, nachhaltige Lebensart die Antwort. Ich habe allerdings meine Zweifel, dass der Großteil der Menschheit sich dazu bewegen lässt. Oder was da genau die Wege wären, das irgendwie zu erreichen. Aber das ist eben das Tolle an der fiktionalen Erzählung, dass man das einfach so schreiben und sich so ein bisschen in den Utopien verlieren kann.

In „Unfollow“ und „Vakuum“ spielen Gerüche eine große Rolle. Warum ist das so? Und wie kann man im Comic eine Sinneswahrnehmung wir Gerüche am besten umsetzten?

Es gibt zwei Möglichkeiten, nicht-visuelle Sinneswahrnehmungen im Comic umzusetzen. Über die narrative oder über die zeichnerische Ebene, und ich habe mich für die narrative Ebene entschieden.

Die Gerüche spielen in den zwei Comics eine große Rolle, weil ich finde, dass Gerüche sehr intensiv sein können. Zum Beispiel beim U-Bahnfahren. Auf der anderen Seite können bei mir Gerüche, ich denke, dass ist bei vielen Menschen so, einfach Erinnerungen loslösen. Man hat einen Geruch in der Nase und plötzlich ist man in einer ganz anderen Zeit und an einem anderen Ort. Das ist für mich absolut magisch. Und das können eben Gerüche wie keine andere Sinnesebene.

Wie kam es zu deiner Ausstellung? Und was zeigst du dort?

Ich zeige einen Weg durch meine Werke, ab „Vakuum“, über diverse freie Arbeiten, meinem zweiten Buch „Berenice“ und eben „Unfollow“. Das ganze über vier Räume verteilt, dazwischen viele freie Arbeiten und einen Raum, in dem ich meine animierten Zeichnungen in die dritte Dimension hole, indem ich alles mit verschieden Objekten ausgestattet habe. Das war ein enormer Spaß, nicht zuletzt, weil mir die Galerie ein Budget zur Verfügung gestellt hat, mit dem ich Gegenstände anschaffen, die ich mir sonst niemals kaufen würde, die aber irgendwie in meinen Zeichnungen auftauchen.
Im letzten der vier Räume hängen ganz bleiche Zeichnungen. Das war meine „bleiche Phase“, 2014 bis 2017. Da hatte ich mich eher der freien Kunst zugewandt und diese „undigitalisierbaren“ bleichen Zeichnungen angefertigt, die, weil man sie eben nicht einscannen kann, ich nicht wirklich mit der Welt teilen kann. Deswegen ist es in meinem Lebenslauf so eine graue Fläche, wo nichts ist. Aber es war schön, die jetzt endlich mal in einer Ausstellung zu zeigen.
Zu der Ausstellung gekommen, bin ich über die Leiterin der Galerie, die ich kenne und die ein großer Fan meiner Arbeit ist. Und als sie dort die Leitung übernommen hat, hat sie sich das groß auf die Fahne geschrieben, dass sie mal ein Lukas-Jüliger-Ausstellung machen will.

Ist es normal für einen Comiczeichner, dass seine Bilder oder Zeichnungen ausgestellt werden? Und wie wichtig sind Ausstellungen für Comiczeichner?

Ich glaub es ist schon oft so, dass Comicseiten ausgestellt werden. Ich war auch gerade auf dem Comic-Salon Erlangen, wo es auch viele Comic-Ausstellungen gibt. Für Comic-Interessierte ist es immer sehr interessant, die Originalseiten zu sehen, und für mich ist es auch irgendwie schön, weil viele von den Seiten, vor allem bei „Vakuum“, so unwahrscheinlich detailliert sind. So würde ich nie wieder arbeiten. Dieser Zeichenstil ist völlig selbstzerstörerisch und für mich total unökonomisch. Aber freue ich mich, diese Arbeiten noch mal öffentlich zeigen zu dürfen. So hat man das Gefühl, die Arbeit ist nur nur in das Buch geflossen, sondern hat auch darüber hinaus Wert. Die Ausstellung ist für mich eine Möglichkeit, einen Teilabschnitt meines Lebens noch mal zu erleben und Review passieren zu lassen. Das ist für mich persönlich als Künstler schon ziemlich toll.

Und jetzt noch zum Schluss: Welches von deinen Büchern magst du am meisten und warum?

Irgendwie lande ich immer wieder bei meinem zweiten Buch „Berenice“, weil es einfach so viel Spaß gemacht hat, es zu zeichnen. Es hatte auch nur 60 Seiten, im Gegensatz zu über 100 Seiten bei den beiden anderen. „Berenice“ basiert so grob auf einer Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe, die ich „frisiert“ habe. Und dieses narrative Grundgerüst zu haben und darauf meine eigene Erzählung zu bauen, hat einfach Spaß gemacht und ging auch relativ schnell. Während die beiden anderen Bücher, die ich natürlich auch liebe auf anderer Ebene, riesige Kraftakte waren. Und vor allem das erste Buch „Vakuum“ ist so wahnsinnig persönlich, dass ich mir das kaum noch ankucken kann. Deswegen, vom Kraftaufwand, Spaßfaktor und dem visuellen Ergebnis lande ich irgendwie immer wieder bei „Berenice“. Aber auf der anderen Seite, von der Message und der emotionalen Energie, ist es vielleicht „Unfollow“, auf das ich am stolzesten bin.
Eigentlich bin ich auf alle gleich stolz! Das ist ein bisschen so, wie wenn man als Elternteil gefragt wird: „Welches ist den Lieblingskind?“ Eigentlich darf man keinen Liebling haben.

Ausstellung Lukas Jüliger in Berlin – Bericht von Schülerpraktikantin Charlotte

Hallo, ich bin Charlotte und bin 14 Jahre alt. Ich habe für zwei Wochen ein Schulpraktikum bei Reprodukt gemacht.

Letzte Woche Freitag war ich mit mit mehreren Mitarbeiter*innen von Reprodukt  in einer Ausstellung des Berliner Comiczeichners Lukas Jüliger in der kommunalen Galerie im Rathaus Johannisthal, die noch bis zum 3. Juli läuft. Lukas Jüliger, geboren 1988, ist ein Comiczeichner, dessen Comics seit vielen Jahren bei Reprodukt erscheinen. Er hat bislang drei Bücher gemacht: „Vakuum“ von 2013 (bei Reprodukt), „Berenice“ von 2018 (im Carlsen Verlag) und „Unfollow“ von 2020 (wieder bei Reprodukt). Seine Bücher handeln über die Gegenwart, sind jedoch als düstere Fabeln verpackt. So geht es zum Beispiel in seinem Buch „Unfollow” um einen Klimaaktivisten, der zum Social-Media-Star wird und versucht den Menschen einen umweltschonenden Lebensstil zu zeigen. Jedoch verliert er dabei die Kontrolle.

Die Ausstellung von Lukas Jüliger besteht aus vier Räumen, in denen viele Originalzeichnungen zu seinen drei Comics zu sehen sind. Auf den Zeichnungen in der Ausstellung (sowie dann auch später in den Comics) ist sehr gut sein besonderer Zeichenstil zu erkennen. Lukas Jüliger arbeitet oft mit feinen Schraffuren, die die Bilder sehr lebendig aussehen lassen. Wie viel Bleistift er zum Beispiel allein für den Comic „Vakuum” verbraucht hat, sieht man an einem großen Kasten mit Bleistiftspitzen in der Ausstellung.

In einem der Räume wurde viel mit Licht gearbeitet und es gab dort viele Details zu entdecken. So standen zum Beispiel interessante Figuren und Kristalle in den Regalen und es gab einige gezeichnete Animationen auf Bildschirmen. Cool fand ich auch eine kleine künstliche Pflanze, die so schien, als würde sie sich einfach in der Luft drehen. Da der Raum abgedunkelt und dann mit bunten Lichtern beleuchtet wurde, wirkte er etwas magisch.

Und in einem Raum schien es so, als ob dort Bilder hingen, die nur weiß waren. Doch beim näheren Hinsehen, konnte man ganz fein gezeichnete Bilder erkennen. Diese haben mich beeindruckt, da sie, obwohl sie so zart gezeichnet waren, sehr viele Details enthielten.

Ingesamt hat mir die Ausstellung sehr gut gefallen. Sie hat die Bücher toll vorgestellt und durch die Originalzeichnungen gab es einen kleinen Einblick hinter die Kulissen seiner Comics. Im Rahmen meines Praktikums durfte ich mit Lukas Jüliger auch ein Interview führen, das ich euch morgen präsentieren würde.

20. Internationale Comic-Salon Erlangen

Vom 16. bis zum 19. Juni findet der 20. Internationale Comic-Salon Erlangen statt – wir freuen uns, dass es nach vier Jahren endlich ein “richtiges” Wiedersehen gibt! Die Besucher erwartet wie alle zwei Jahre ein spannendes, abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm aus Messe, Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen, Podiumsdiskussionen und vielem mehr.

Neben Max Baitinger (“Sibylla”), Anke Feuchtenberger (“Die Hure H”), Aisha Franz (“Work-Life-Balance”), Anna Haifisch (“The Artist”), Sascha Hommer (“Spinnenwald”), Lukas Jüliger (“Unfollow”), Kathrin Klingner (“Über Spanien lacht die Sonne”), Matthias Lehmann (“Parallel”), Ferdinand Lutz (“Q-R-T – Im Raumschiff nach New York”), Mawil (“Papa macht alles falsch”) und Barbara Yelin (“Irmina”), die am Stand von Reprodukt signieren, werden auch Charles Berberian (“Charlotte Perriand”, “Shamhats Liebhaber”), Max de Radiguès (“Bastard”, “Stig & Tilde”), Wauter Mannaert (“Weegee – Serial Photographer”, “Yasmina”) nach Erlangen anreisen.

Rechtzeitig zum Salon erscheinen bei uns unter anderem Neuheiten von Katrin de Vries & Anke Feuchtenberger und Max de Radiguès & Wauter Mannaert. Signiertermine werden vor Ort bekannt gegeben, außerdem gibt es an unserem Stand in Halle B 73 jeden Tag von 17 bis 18 Uhr Gelegenheit zur Mappensichtung.

Kultur- und Freizeitamt der Stadt Erlangen, Gebbertstraße 1, D-91052 Erlangen
Tel. (09131) 86 14 08
www.comic-salon.de

Vorschau Kindercomics Herbst 2022

“Die Feuerwehr macht Urlaub” ist der nunmehr schon vierte Kindercomic-Streich von Mawil, dessen Veröffentlichungen kleinformatiger, quadratischer Bücher langsam aber sicher zu einer charmanten Kollektion heranwachsen. Nach “Stig & Tilde” präsentert Max de Radiguès zwei weitere Protagonist:innen: In “Simon & Louise“ zeichnet er die dramatischen Ereignisse eines Sommers nach, den ein frisch verliebtes jugendliches Paar getrennt verleben muss.

Núria Tamarit macht auch Kindercomics. Mit “Vom Wacholderbaum” nimmt sie sich eines Märchens aus der Sammlung der Gebrüder Grimm an und interpretiert es auf frische und kraftvolle Weise.

Und natürlich gibt es Fortsetzungen! Wauter Mannaert schickt seine jugendliche Heldin abermals in den Kampf für gesundes Essen! “Yasmina 2 – Gemüse für alle!” lautet der Titel des zweiten Bandes der Serie. Ein neuer “Ariol” muss auch dabei sein. Band 14 heißt “So ein dummes Schaf!” und enthält zwölf neue Episoden über einen folgenreichen Klo-Unfall, ein Vorsprechen beim Film und vieles mehr. “Akissi” von Marguerite Abouet & Mathieu Sapin schließlich geht mit “Die Königin der Nervensägen” in die vierte Runde.

Die aktuelle Kindercomic-Vorschau steht unter folgendem Link zum Download bereit: “Vorschau Kindercomics Herbst 2022” (5,4 MB).