Blog Filip Kolek am 7. Januar 2020

Charlie Hebdo beim Aktzeichnen – Leseprobe aus “Wir waren Charlie” von Luz

Heute vor fünf Jahren sind zwei islamistische Attentäter in die Redaktionsräume der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo in der Pariser Rue Nicolas-Appert eingedrungen und haben dort 12 Menschen ermordet, darunter den Charlie-Herausgeber Charb und die Zeichner Cabu, Tignous, Philippe Honoré und Georges Wolinski. Heute vor 48 Jahren wurde der französische Comiczeichner und Karikaturist Rénald Luzier, geboren, der unter dem Künstlernamen Luz fast 20 Jahre für Charlie die Tintenfeder schwang. Am 6. Januar 2015 hatte Luz in seinen Geburtstag reingefeiert und am Folgetag die wöchentliche Redaktionssitzung verschlafen – was ihm vermutlich das Leben rettete. Die Wut, Trauer und Hilflosigkeit in den Wochen nach dem Anschlag versuchte sich Luz in “Katharsis” von der Seele zu zeichnen. Der Band, der auf Deutsch von S. Fischer verlegt wurde, ist eine Sammlung aus introspektiven Comicessays, rau, emotional und unmittelbar. Mit “Wir waren Charlie” blickt Luz nun mit zeitlichem Abstand auf seine Charlie-Jahre zurück und gedenkt seiner ermoderten Kollegen.

Eine der charmantesten Episoden aus Luz’ Charlie-Erinnerungen wollen wir euch an dieser Stelle aus aktuellem Anlass präsentieren. Cabu, dem Luz unter allen Redaktionskollegen besonders verbunden war, hat Charb, Riss und Luz (der wie immer zu spät kommt) zu einem Zeichenkurs an der Académie de la Grande Chaumière eingeladen.

Viel Spaß mit der Leseprobe & nous sommes tous Charlie!