Blog Klara Groß am 16. November 2015

Verleihung des Bayerischen Kunstförderpreises an Barbara Yelin

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Am letzten Mittwoch wurden in München die Bayerischen Kunstförderpreise verliehen. In den Sparten “Bildende Kunst”, “Darstellende Kunst”, “Literatur” und “Musik und Tanz” wurden insgesamt 16 Preise vergeben. Eine der vier Auszeichnungen in der Sparte Literatur ging dabei zum allerersten Mal an einen Comic – und zwar an die Münchnerin Barbara Yelin für “Irmina”.

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“Die Jury würdigte die „überaus gelungene, zwanglose Verbindung von individuellem Schicksal und historischem Hintergrund.“ Die umfangreiche Graphic Novel besteche auch durch „die differenzierte, ebenso einfühlsame wie kritische Darstellung der Hauptfigur“. Auch in zeichnerischer Hinsicht gehöre Yelin mit ihren bei allem Detailreichtum stets skizzenhaft-dynamischen Bildern zu den größten Comic-Talenten des deutschsprachigen Raums.”, so hieß es in der Laudatio für Barbara Yelin.

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Die Preisverleihung fand im Kinosaal des neuen Gebäudes der HFF (Hochschule für Fernsehen und Film München) statt und war eine schöne Veranstaltung. Der Bayerische Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst Dr. Ludwig Spaenle verlieh die Auszeichnungen und moderierte. Live-Darbietungen einiger Preisträgerinnen und Preisträger der Sparten “Darstellende Kunst” und “Musik und Tanz” rundeten den Abend ab.

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Jeweils sehr unterschiedliche, aber immer interessante und gut produzierte Kurzfilme von Studierenden der HFF stellten die einzelnen Preisträgerinnen und Preisträger vor. Die Filmbeiträge kann man sich nun nachträglich auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums ansehen.

Barbara Yelin spricht in ihrem Film über “Irmina” und ihre Arbeitsweise von der ersten Frage bis zum fertigen Puzzle der Graphic Novel.

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Dabei begleitet sie sich selbst zeichnerisch und vermittelt so in wenigen Minuten einen wunderbaren Eindruck davon, dass Comics aus einer untrennbaren Verbindung von Text und Bild entstehen. Der Arbeitsprozess ist somit stets gleichzeitig literarisch und zeichnerisch.

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Wir freuen uns ungemein, dass diese Arbeit nun mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde und möchten Barbara Yelin noch mal ganz herzlich gratulieren.

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Zunächst einmal freuen wir uns aus künstlerischem Respekt vor Barbara Yelins Werk und aus freundschaftlicher Nähe. Darüber hinaus ist die Auszeichnung aber auch ein weiteres wichtiges Anzeichen dafür, dass Comics immer stärker als selbstverständlicher und wichtiger Teil der Literatur wahrgenommen werden.

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Wie sich in vielen Gesprächen mit Kunden, anderen Buchschaffenden und Journalisten immer wieder bestätigt, ist gerade “Irmina” ein Buch, das viele Leser überzeugen kann, die vorher noch gar nicht wussten, dass sie Comics mögen könnten. Und genau das ist immer wieder ein zentraler Antrieb für uns, Bücher zu machen.