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9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Handgelenk, Handschelle, Heizungsrohr” – “Spiegel online” vom 19.04.2017 (Timur Vermes)

Eine Entführung, ein Raum, ein Gefangener: Das Comic “Geisel” macht aus Isolation und Monotonie eine lohnende Leseerfahrung. Dabei begnügte sich der Autor bisher mit netten Comic-Reiseführern.

“Nichts passiert. Keiner kommt, keiner geht. Es ist schrecklich.” Samuel Beckett hat aus dieser Prämisse ein absurdes Theaterstück gemacht. Jetzt nimmt sich der Kanadier Guy Delisle etwas Ähnliches vor, allerdings mit deutlich ernsterem Hintergrund. “Geisel” heißt sein neuer telefonbuchdicker Band – und man kann jetzt schon sagen: Das Experiment gelingt, aber der Leser muss schon auch wollen. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Zeit ohne Ende” – “freitag.de” vom 18.04.2017 (M. Zehe)

Guy Delisles grafischer Roman GEISEL über die Entführung des Ärzte-ohne-Grenzen-Mitarbeiters Christophe André

Das Œuvre des frankokanadischen Comiczeichners Guy Delisle ließ sich bislang säuberlich in drei Teile auftrennen: Zum einen wären da die seit 2000 entstandenen Comicreportagen aus dem nahen und fernen Osten, die Delisle internationalen Erfolg und einige Bekanntheit auch außerhalb der Comicwelt einbrachte. mehr


9783956401183“Esthers Tagebücher: Mein Leben als Zehnjährige” von Riad Sattouf: “Lachkrampf in der Schweigeminute” – “jungle.world” vom 13.04.2017 (Jonas Engelmann)

Ähnlich wie Richard Linklaters Film »Boyhood« will Riad Sattoufs Comic »Esthers Tagebücher« das Aufwachsen eines Kindes begleiten.

Kinder und Jugendliche bevölkern die Comicwelten des bald 40jährigen französischen Zeichners Riad Sattouf. Er zeigt den kindlichen Blick auf die Welt, die Abgrenzung der Jugend und ihre naive Betrachtung von Gesellschaft und Weltpolitik. Im subtilen Zusammenspiel von Text und Bild, Verknappungen und Verweisen wird aus dieser Perspektive auf die Welt ein vielschichtiger, über die kindliche Lebenswelt hinausweisender Kommentar zur Gegenwart. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Licht, das über Wände kriecht” – “culturmag” vom 15.04.2017 (Katrin Doerksen)

Wer wie ich vor allem ein bisschen in das gezeichnete Alter Ego von Guy Delisle verliebt ist, muss sich in Geisel gleich auf der ersten Seite von ihm verabschieden.

In seinen bisherigen Comics verarbeitete der Frankokanadier seine Eindrücke auf Reisen und als Begleiter der Ärzte ohne Grenzen, seine Erfahrungen als frisch gebackener Vater, seine Arbeit als Zeichner. Objektivität ist wohl generell nicht möglich im Fach des zeichnenden Dokumentierens, aber Guy Delisle treibt die Subjektivität für gewöhnlich zum alles bestimmenden Element. mehr


9783956401237“The Artist: Der Schnabelprinz” von Anna Haifisch: “Comiczeichner ist ein einsamer Job” – “Deutschlandfunk” vom 12.04.2017 (Sigrid Fischer)

Die Zeichnerin Anna Haifisch erzählt Geschichten über Tiere, die sich benehmen wie Menschen. In “The Artist” durchlebt ein gefiedertes, vogelähnliches Wesen die Mühsal des Künstlerdaseins. Die Comicreihe erscheint wöchentlich auf vice.com – und jetzt als zweiter Band auch gedruckt.

Anna Haifisch heißt sie oder nennt sie sich, was gut passt, denn in ihrem Universum leben lauter Tiere. Die sich aber benehmen wie Menschen. zum Beispiel “The Artist”, ein gefiedertes, vogelähnliches Wesen, das all die Mühsal des Künstlerdaseins durchlebt – und die Kunst der Prokrastination perfekt beherrscht. Anna Haifisch. Guten Tag bei Corso. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Vom Leben gezeichnet” – “profil.at” vom 12.04.2017 (Philip Dulle)

Zwei mitreißende Graphic Novels bereichern den Bücherfrühling: „Patience“ von Daniel Clowes und „Geisel“ von Guy Delisles.

1997 wird Christophe André im Nordkaukasus von tschetschenischen Separatisten entführt. Es ist ein brutales Erwachen, als vier Männer den Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in der Nacht aus seinem Bett und in ein Auto zerren. Dass sie die Grenze nach Tschetschenien überqueren, weiß der zu der Zeit nicht. mehr


9783956401190“Patience” von Daniel Clowes: “Mord und Zeitreise” – “intro” vom 11.04.2017 (Bastian Küllenberg)

Daniel Clowes (»Ghost World«) gelingt mit »Patience« eine aberwitzige Sci-Fi-Liebesgeschichte in psychedelischen Farben.

War Daniel Clowes bereits zu Beginn der 90er mehrfach mit dem renommierten Harvey Award ausgezeichnet worden, so wurde der Zeichner und Autor Ende des Jahrzehnts mit der Graphic Novel »Ghost World«, die zuvor in Clowes gefeierter Serie »Eighball« erschien, endgültig zu einem Star Comicwelt. mehr


9783956401190“Patience” von Daniel Clowes: “Kosmisches Comic-Comeback” – “Berner Zeitung” vom 06.04.2017 (Hans Jürg Zinsli)

Versager, Nerds, glücklose Aussenseiter – sie sind das Spezialgebiet von Daniel Clowes: Jetzt legt der US-amerikanische Autor mit «Patience» ein spektakuläres Comiccomeback vor.

Erinnert sich noch jemand an «Ghost World»? Der Comic um zwei zynische Provinzrumtreiberinnen auf der Suche nach dem Erwachsenwerden wurde 2001 mit Scarlett Johansson und Thora Birch verfilmt. Die Oscarnomination fürs beste Drehbuch teilte sich Regisseur Terry Zwigoff mit Co-Autor Daniel Clowes, der «Ghost World» konzipiert und gezeichnet hatte. mehr


9783956400483“Kiste: Kein Unsinn” von Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter: “Ich lese ein Buch! Ich mache keinen Unsinn!” – “Lesebar Uni Kölln” von Helena (8 Jahre)

Im dritten Band von Patrick Wirbeleits und Uwe Heidschötters Comicreihe klappt nichts, außer Türen. Mattis soll einen Abend ohne seine Eltern verbringen. Beim letzten Mal Alleinsein hat er allerdings den schiefen Turm von Pisa aus sämtlichen Suppentellern gebaut – das fanden seine Eltern zwar beeindruckend, aber dieses Mal soll das nicht nochmal passieren.

Darum kommt Jana von nebenan, um auf ihn aufzupassen. Sie ist schon so erwachsen, sagen Matis‘ Eltern. Vor allem ist Jana sehr blöd zu Mattis. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Geisel sein ist schlimmer als Gefängnis” – “Radio eins” vom 06.04.2017 (Marie Kaiser)

„Geisel sein ist schlimmer als Gefängnis. Im Gefängnis weiß man wenigstens, warum man eingesperrt ist. Als Geisel hast du einfach Pech“ – so beschreibt Guy Delisle, wie es ist 111 Tage in der Gewalt von Entführern zu sein.

In seiner Graphic Novel „Geisel“ erzählt der kanadische Comiczeichner die wahre Geschichte des Franzosen Christophe André, der als Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen Ende der 90er Jahre von tschetschenischen Rebellen entführt wurde. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “BOOM! kam ein Buch heraus” – “Süddeutsche Zeitung” vom 03.04.2017 (Thomas von Steinaecker)

Ein Gespräch mit dem kanadischen Zeichner Guy Delisle über Krisenberichterstattung im Comic und seinen neuen Graphic Novel “Geisel”, der auf einer wahren Geschichte beruht.

Der Kanadier Guy Delisle ist einer der wichtigsten Comic-Künstler der Gegenwart. Seine Reisebücher über Shenzhen, Pjöngjang und Birma waren wegweisend für eine neue Form des dokumentarischen Comics; seine “Aufzeichnungen aus Jerusalem” verkauften sich allein in Frankreich mehr als 250 000 Mal. Auch sein neuestes Werk, “Geisel”, schildert eine wahre Geschichte: 1997 wurde ein Mitarbeiter der Ärzte ohne Grenzen von tschetschenischen Separatisten entführt und 111 Tage gefangen gehalten. Wir trafen Delisle auf seiner Lesereise in Frankfurt. mehr


9783956401183“Esthers Tagebücher: Mein Leben als Zehnjährige” von Riad Sattouf: “Konkurrenz für den kleinen Nick” – “Badische Zeitung” vom 31.03.2017 (Jürgen Schickinger)

In seinem Graphic-Novel-Bestseller “Der Araber von morgen” erzählt Riad Sattouf über seine Kindheit in Frankreich, Libyen und Syrien. Nun schlüpft er in die Haut von Esther.

Mit cartooneskem Strich schildert er viele kurze Episoden aus ihrem Leben. Die anfangs Neunjährige wohnt mit ihrer Familie in Paris. Esther ist ein ziemlich normales heutiges Mädchen. mehr


9783931377267Julie Doucet auf dem Comix-Festival Fumetto: “Künstlerin contre coeur” – “Tagesanzeiger” vom 30.03.2017 (Alexandra Kedves)

Die feministische Underground-Pionierin Julie Doucet aus Kanada ist Stargast am Comix-Festival Fumetto in Luzern. Zu sehen ist Neues und ihre frühe wilde Phase.

“Toc, toc!”: Draußen, außerhalb des ersten Comicpanels, klopft sich der Sensenmann auf seinen weißen Schädel. Drinnen gibt sich eine junge Frau gerade der schwarzen Woge ihres Weltschmerzes hin. Ihre Augenbrauen krümmen sich wie fette Leichenwürmer über den verquollenen Augen, aus denen Sturzbäche strömen. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Zeit, die nicht vergeht” – “Deutschlandradio Kultur” vom 28.03.2017 (Frank Meyer)

Ganze 111 Tage war der Franzose Christophe André in Tschetschenien entführt. Dann gelang dem Mitarbeiter von “Ärzte ohne Grenzen” die Flucht. Nach einem Treffen mit André stand für den kanadischen Comic-Künstler Guy Delisle fest: Diese Geschichte musste er zeichnen.

Der Anfang ist dramatisch: Eines Nachts wird in Inguschetien das Quartier von “Ärzte ohne Grenzen” aufgebrochen, Christophe André gefesselt und nach Tschetschenien verschleppt. Doch bis zu seiner Flucht passiert so gut wie nichts: André ist in einem kahlen Raum an die Heizung gefesselt, drei Mal am Tag gibt es etwas zu essen. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Abwarten in grau-blau” – “Radio Mephisto” vom 24.03.2017 (Julien Reimer)

1997 in Tschetschenien: Ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation wird verschleppt und als Geisel genommen. 111 Tage wartet er angekettet auf seine Freilassung. Guy Delisle hat daraus eine Graphic Novel gemacht: „Geisel“.

Die Geschichte ist wirklich passiert: 1997 war Christophe André für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Inguschetien im Kaukasus im Einsatz. In der Nacht vom 01. auf den 02. Juli wurde er gekidnappt und ins benachbarte Tschetschenien verschleppt. Dort wartete er 111 Tage auf seine Freilassung, angekettet auf einer Matratze, nur aufs Dürftigste versorgt, allein mit seinen Gedanken. Am 20. Oktober 1997 endete seine Geiselhaft. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Im Schatten des Krieges” – “Dein Antiheld” vom 24.03.2017

Die Comic-Journalistin Sarah Glidden begleitet eine Gruppe befreundeter Polit-Blogger, um gemeinsam mit ihnen aus erster Hand die Eindrücke der Menschen aus dem Irak und seiner Umgebung nach der amerikanischen Invasion zu schildern.

Begleitet werden sie von ihrem Jugendfreund Dan, der trotz der Hippie-Sozialisation durch seine Eltern letzten Endes als Marine im Irak stationiert war. Durch intensive Gespräche mit Menschen ganz unterschiedlicher Motivation und Herkunft haben sie hohe, journalistische Ideale, die sie um jeden Preis umsetzen wollen. Doch sie stellen auch schnell fest, dass Journalismus nicht nur ethischer Selbstzweck, sondern auch ein knallhartes Geschäft ist, das ihnen immer wieder ihre Grenzen aufzeigt… mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “111 Tage Einsamkeit” – “Bayerischer Rundfunk” vom 23.03.2017 (Martin Zeyn)

Der Kanadier Guy Delisle hat als Comicreporter über seine Zeit in Nordkorea und China geschrieben. Jetzt liegt mit “Die Geisel” seine erste nicht autobiographische Graphic Novel vor, die von einer Entführung im Kaukasus handelt.

Morgens. Männer dringen ins Haus ein. Christophe André, Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen im Kaukasus, meint, etwas wie “Milizia” zu verstehen – also Polizei. Aber rasch wird ihm klar, diese Männer wollen ihn entführen, um Lösegeld zu erpressen. mehr


9783956401190“Patience” von Daniel Clowes: “Reise in die Vergangenheit” – “Rolling Stone” vom 23.03.2017 (Mark Vetter)

Daniel Clowes reizt in “Patience” die Möglichkeiten der sequenziellen Erzählkunst voll aus

Patience und Jack wurden nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren. Beide wuchsen in bescheidenen Verhältnissen auf; Geldsorgen, Scham, Ausgrenzung und Gewalt lernten sie schon früh kennen. Kein Wunder, dass sie beim jeweils anderen den lange gesuchten Halt finden. mehr


9783956401084“Antonia war schon mal da” von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit: “Leipziger Lesekompass 2017 präsentiert die 30 besten Kinder- und Jugendbücher” – “Buch Markt” vom 23.03.2017

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse wurden heute 30 Kinder- und Jugendbücher, die in den vergangenen zwölf Monaten erschienen sind, mit dem Leipziger Lesekompass ausgezeichnet.

„Die prämierten Geschichten spiegeln aktuelle gesellschaftliche Themen wider und sind zugleich nah an der Lebensrealität vieler Kinder und Jugendlicher. Zudem eignen sie sich für die Sprach- und Leseförderung in Kindertagesstätten und Schulen: Kleine Zuhörer und leidenschaftliche Leser werden ebenso fündig wie ,Lesemuffel’, deren Leselust geweckt werden soll“, erklären die Initiatoren – die Stiftung Lesen und die Leipziger Buchmesse. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Geisel” – “WDR 3″ vom 21.03.2017 (Kai Löffler)

Dokumentarische Comics sind ein eigenes Genre, und Guy Delisle war einer der ersten, die es geprägt haben. In “Geisel” erzählt der Autor und Zeichner von einem “Ärzte ohne Grenzen”-Mitarbeiter, der entführt und monatelang eingesperrt wurde.

Vor 17 Jahren las Comic-Autor Guy Delisle in der Zeitung über den “Ärzte-ohne-Grenzen”-Mitarbeiter Christophe André, der im Kaukasus von tschetschenischen Rebellen entführt wurde. Andrés Geschichte ließ ihn nicht mehr los. In “Shenzen”, einem seiner ersten Bücher, erwähnt er die Entführung und durch Zufall und nicht zuletzt auch weil Delisles Frau ebenfalls für die Hilfsorganisation arbeitete, liefen sich die beiden eines Tages über den Weg. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Im Kopf des Entführten” – “Deutschlandfunk” vom 21.03.2017 (Kai Löffler)

Der Kanadier Guy Delisle ist ein Pionier des Doku-Comics und bekannt für seine Reiseberichte. In seinem neuen Comic “Geisel” erzählt er erstmals keine persönliche Geschichte. Im Mittelpunkt steht der “Ärzte ohne Grenzen”-Mitarbeiter Christophe André, der von tschetschenischen Rebellen entführt wurde.

Es ging alles sehr schnell. Hatte ich richtig gehört: “Milicia”? Von der Polizei waren die Kerle jedenfalls nicht.

Es ist ein denkbar unsanftes Erwachen, als vier Männer in der Nacht Christophe André, einen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, aus seinem Bett und in ein Auto zerren und mit ihm die Grenze nach Tschetschenien überqueren. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Geiselhaft in Nordtschetschenien” – “SWR 2″ vom 21.03.2017 (Markus Pfalzgraf)

Sie ist über 400 Seiten dick, aber man kann die Graphic Novel in wenigen Stunden durchlesen. So packend ist “Geisel” von Guy Delisle.

Selbst wenn scheinbar nicht viel passiert und Christophe André, ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenen”, Bild für Bild, Seite für Seite in einem kleinen kargen Raum an eine Heizung gefesselt auf einer Matratze liegt – die Spannung bleibt durchgehend hoch. mehr


9783956401183“Esthers Tagebücher: Mein Leben als Zehnjährige” von Riad Sattouf: “Das Mädchen hat es nicht nur faustdick hinter den Ohren” – “FAZ” vom 21.03.2017 (Andreas Platthaus)

Riad Sattouf zeichnet in „Esthers Tagebüchern“, einem auf acht Jahre angelegten wörtlichen Fortsetzungscomic, das Leben und die Meinungen eines französischen Mädchens auf. Jetzt ist der erste Band über dessen Erlebnisse als Neun- und Zehnjährige auf Deutsch erschienen.

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9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Der Spuk, der nicht vergeht” – “Süddeutsche Zeitung” vom 20.03.2017 (Thomas von Steinäcker)

Es ist still in den Verliesen des Kaukasus: Guy Delisles Comic “Geisel” erzählt von einer Gefangenschaft. Es ist erstaunlich, wie gut sich die Neunte Kunst für die subtile Darstellung von Ereignislosigkeit eignet.

Auf den ersten Blick ist es eine Überraschung, wenn sich Guy Delisle einer solchen Entführung zuwendet. Neben Joe Sacco ist der Kanadier Delisle der wichtigste Vertreter des Dokumentarcomics. Anders als sein amerikanischer Kollege versieht er seine autobiografischen Berichte aus Pjöngjang, Birma (Myanmar) oder Jerusalem mit einer Selbstironie, zu der sein cartooniger Stil passt. Das macht seine Bücher lesbar, ja oft vergnüglich. Delisles Blick gilt eher der Poesie des Absurden als dem verstörenden Zynismus, den Sacco schonungslos zu Tage fördert. Fünfzehn Jahre lang zeichnete Deslisle an dieser neuen Graphic Novel. Zum ersten Mal erzählt er darin eine Geschichte, die nicht seine eigene ist. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “111 Tage in der Gewalt der Entführer” – “Der Tagesspiegel” vom 20.03.2017 (Thomas Greven)

Guy Delisle verarbeitet in „Geisel“ die Entführung eines Freundes. Derzeit ist der Kanadier mit seinem neuen Buch in Deutschland auf Lesereise.

Guy Delisle ist mit seinen autobiographischen Comics – ob Reiseberichte oder Vatererfahrungen – auch in Deutschland so etwas wie ein Star am Comic-Markt. Mit dem jetzt auf Deutsch veröffentlichten Buch „Geisel“ betritt der in Frankreich lebende Kanadier Neuland. Seit 2000 hat er immer wieder Gespräche mit seinem Freund Christophe geführt, der 1997 als Mitarbeiter einer Nichtregierungsorganisation im Kaukasus entführt worden war und 111 Tage in der Gewalt seiner tschetschenischen Entführer war. mehr


9783956401183“Esthers Tagebücher: Mein Leben als Zehnjährige” von Riad Sattouf: “Tagebücher einer Stadtgöre” – “Der Tagesspiegel” vom 21.03.2017 (Carsten Werner)

Nach autobiografischen Graphic Novels hat sich Riad Sattouf vorgenommen, mit “Esthers Tagebüchern” die Verwandlung einer Zehnjährigen zur Erwachsenen zu dokumentieren – zehn Jahre lang.

Jungs, Schönheit, Popstars, die verwirrenden Unterschiede zwischen Arm und Reich, Alt und Jung, Männlein und Weiblein – das sind die Themen der neun- und dann auch bald zehnjährigen Esther. Ein Jahr lang hat sich der Zeichner Riad Sattouf wöchentlich von ihrem echten Vorbild, der Tochter eines Freundes, aus deren Alltag erzählen lassen und darüber einen Comicstrip produziert. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “Irgendwie wie ein gefangenes Tier” – “n-tv” vom 20.03.2017 (Markus Lippold)

Guy Delisle ist für seine humorvollen Reisereportagen aus Nordkorea oder Israel bekannt. In “Geisel” erzählt er nun die wahre Geschichte einer Geiselnahme. Anfangs hatte er davor etwas Angst, sagt er.

Es geht schnell. Die bewaffneten Männer brechen die Tür ein, stürmen das Zimmer. Sie packen Christophe André, ziehen ihn aus dem Bett und knebeln ihn. Er wird zu einem Auto gebracht und die Fahrt geht los: von Nasran in Inguschetien nach Grosny, der Hauptstadt Tschetscheniens. André, Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, wird entführt. mehr


9783956401176“Geisel” von Guy Delisle: “An die Heizung gekettet” – “Stuttgarter Zeitung” vom 18.03.2017 (Thomas Klingenmaier)

Mit großartigen Reportagecomics aus Nordkorea, China, Israel und Myanmar ist Guy Delisle auch in Deutschland bekannt geworden. Nun kommt der Frankokanadier in die Stadtbibliothek am Mailänder Platz. Sein neues Werk „Geisel“ erzählt von einem Kidnapping in Tschetschenien.

111 Tage lang war der Franzose Christophe André, Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, 1997 in Tschetschenien in der Gewalt von Geiselnehmern. Deren Ziele, Absichten und Forderungen kannte er nicht, ihre Sprache verstand er so wenig wie sie offensichtlich die seine. Die meiste Zeit lag er angekettet an einen Heizkörper auf einer Matratze in einem kahlen Raum, dessen einziges Fenster mit Brettern vernagelt war. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Zeichnende Reporter” – “arte” vom 15.03.2017 (Kolja Kandziora)

Die amerikanische Comic-Autorin Sarah Glidden ist eine der bekanntesten Emporkömmlinge ihres Fachs. Ihre Spezialität: Comic-Journalismus. In Deutschland ist gerade ihr neues Buch “Im Schatten des Krieges” erschienen, das von den verdrängten Folgen des Irakkrieges erzählt.

In der Comic-Szene gibt es inzwischen eine ganze Reihe Autoren, die sich mehr als Journalisten denn als Zeichner sehen. Der bekannteste ist Joe Sacco, berühmt für seine Reportagen aus Bosnien oder aus Palästina. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Radikale Subjektivität” – “ZEIT online” vom 16.03.2017 (Ann-Kristin Tlusty)

Halb Comic, halb Journalismus: Ein Treffen mit Sarah Glidden, die in der Graphic Novel “Im Schatten des Krieges” über den Irak-Krieg erzählt – frei vom westlichen Blick.

“He” nennt Sarah Glidden ihn bloß, “er”. Und ohne dass sein Name auch nur ein einziges Mal fällt in diesem Interview, ist klar, um wen es geht, wer “He” ist, wenn eine US-amerikanische Comicjournalistin derzeit über Herausforderungen journalistischer Arbeit spricht. Auf einem der Bücherstapel, die das Büro ihres Berliner Verlags füllen, liegt ein Band von Hannah Arendt. Sie könne sich gar nicht erklären, warum das gerade alle lesen, scherzt Sarah Glidden, eine wache, etwas nervöse Frau Mitte dreißig. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Sarah Glidden über Graphic Journalism” – “intro” vom 14.03.2017 (Bastian Küllenberg)

Dass Comics mehr sind als Cartoons und Superhelden, dürfte mittlerweile bekannt sein. Die amerikanische Zeichnerin Sarah Glidden ist eine der prominentesten Vertreterinnen des grafischen Journalismus. Wir fragten angesichts ihres neuen Titels »Im Schatten des Krieges« nach, worin die Vorteile gegenüber der Textform liegen.

Sara Glidden ist Ende 30, studierte Malerei an der Boston University und begann vor rund einem Jahrzehnt mit dem Zeichnen von Comics. Mit ihrer ersten längeren Geschichte »Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger« wurde Glidden, die mittlerweile im Subkultur-Mekka Seattle ansässig ist, zur hochgelobten Newcomerin des noch recht jungen grafischen Journalismus. Ihr aktueller Band »Im Schatten des Krieges« berichtet von einer Recherche-Reise nach Syrien und in den Irak. mehr


9783956401022“Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” von Barbara Yelin, David Polonsky: “Ein Abend für Hanna Maron in Wuppertal” – “WDR 5 Scala” vom 13.03.2017

In Israel eine Theaterlegende, in Deutschland kaum bekannt – 1933 musste Hanna Maron, damals Kinderstar auf Berliner Bühnen, mit ihrer jüdischen Familie fliehen. Jetzt haben zwei bekannte Comic-Künstler das Leben der Maron auf unterschiedliche Weise verewigt: eine davon ist Barbara Yelin. Scala spricht mit ihr.

Barbara Yelin und David Polonsky haben aus Hanna Marons Geschichte eine Graphic Novel gemacht. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Der Rest der Welt dreht sich weiter” – “Wiener Zeitung” vom 09.03.2017 (Christina Böck)

US-Comic-Zeichnerin Sarah Glidden über zu viele schlechte Nachrichten und beeindruckende Flüchtlinge

Es war ein anderes Syrien, in das Sarah Glidden vor sieben Jahren gereist ist. In der Comic-Reportage “Im Schatten des Krieges” (Reprodukt) begleitet die Bostonerin Journalisten bei Recherchen in der Türkei, im Irak und eben Syrien. Sie wollten die Folgen des Irakkriegs mit eigenen Augen sehen, trafen auf Flüchtlinge, besuchten Foltergefängnisse und einen Iraker, der in den Fokus der US-Antiterror-Justiz geraten war. Auch wenn sich die Situation seither geändert hat, ist Gliddens Comic-Dokumentation doch eine packende Form, Zeitgeschichte und das Ringen einer Generation von engagierten Amerikanern mit Kollektivschuld zu vermitteln. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Zeichnen, wie Journalismus geht” – “Der Standard” vom 08.03.2017 (Stefan Weiss)

Die US-amerikanische Comiczeichnerin widmet sich in ihren Arbeiten realen Begebenheiten. Als Reporterin mit Zeichenstift hat sie sich an die Fersen zweier Journalisten geheftet und ihre Recherchen in Syrien, dem Irak und der Türkei dokumentiert. Diese sind jetzt auf Deutsch erschienen.

Wer sich Journalismus von höchster Aktualität erwartet, wird enttäuscht sein. Denn der Comicband “Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” (Reprodukt) wurde von der Geschichte längst überrollt. 2010, wenige Monate bevor im Nahen Osten die Aufstände des Arabischen Frühlings ihren Lauf nahmen, reiste die US-Comickünstlerin Sarah Glidden mit zwei befreundeten jungen Journalisten durch die Krisengebiete. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Am Scheideweg” – “Die Welt” vom 04.03.2017 (Lisa Schmidt-Herzog)

Sarah Glidden erzählt in ihrer Graphic Novel „Im Schatten des Krieges“ von Journalisten auf der Suche nach der Wahrheit. Und was sie sein könnte.

In unterschiedlichen Regionen der Welt kämpft der Journalismus an unterschiedlichen Fronten. Donald Trump wird in Übersee nicht müde, unliebsame Reporter der Lüge zu bezichtigen, AfD-Politiker fühlen sich hierzulande fortlaufend falsch verstanden, und nun ist mit Deniz Yücel ein deutscher Journalist mit doppelter Staatsbürgerschaft in der Türkei inhaftiert. Düstere Zeiten für das Ausüben einer Tätigkeit, die idealerweise für Aufklärung sorgt. mehr


9783956401183“Esthers Tagebücher: Mein Leben als Zehnjährige” von Riad Sattouf: “Nächstes Weihnachten ein Pferd” – “Deutschlandfunk” vom 01.03.2017 (Kai Löffler)

Ein Jahr lang hat sich Autor Riad Sattouf für seinen neuen Comic angehört, was die zehnjährige Esther im Alltag bewegt: Jungs, die schlecht riechen, der Traum von Schönheit, Reichtum und Ruhm und – am allerwichtigsten – endlich ein iPhone zu besitzen.

“Diese Woche ist etwas Schlimmes passiert. Meine beste Freundin Eugénie hat gesagt, dass ich sie nerve. Das hat mich traurig gemacht. Außerdem weiß ich, dass Terroristen Charlie angegriffen haben. Das ist jemand, oder eine Zeitung, ich hab’s nicht richtig verstanden, weil Charlie sich über ihren Gott lustig gemacht hat.” mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Ein Hund namens „Happy“” – “Tiroler Tageszeitung” vom 28.02.2017 (Silvana Resch)

Ein differenzierter, ehrlicher Blick auf komplexe Themen: In einem Reportage-Comic werden Krieg und Journalismus verhandelt.

Fast sieben Jahre ist es her, dass der Krieg in Syrien ausgebrochen ist, wobei Krieg freilich nicht einfach so ausbricht. Die Ursachen und Hintergründe geraten in der Flut an Schreckensmeldungen schnell in den Hintergrund. Noch schwieriger ist es nachzuvollziehen, was Krieg für den Einzelnen bedeutet. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Journalistin Sarah Glidden zeigt Kriegsalltag in Comics” – “Berliner Zeitung” vom 28.02.2017 (Jennifer Wagner)

Das Auto fährt durch eine hügelige Landschaft im Irak, im Hintergrund geht die Sonne hinter den Bergen unter, am Straßenrand sind vereinzelte Büsche zu erahnen. Die US-Amerikanerin Sarah Glidden malt ihre Szenen weich, geradezu simpel, vernachlässigt dennoch keine Details. Dabei arbeitet die Comic-Journalistin geduldig und mit Hingabe. In ihrem zweiten Buch „Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei“ ist sie ihrem Stil treu geblieben, jedes einzelne Bild hat sie von Hand gezeichnet und mit Wasserfarbe veredelt – bei einem rund 300 Seiten starken Werk eine zeitintensive Arbeit.

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9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Journalist zu sein, ist nicht einfach” – “Tagesschau online” vom 25.02.2017 (Alex Jakubowski)

Sie wollte nicht nur mit eigenen Augen sehen, was in Syrien, im Irak und in der Türkei los ist. Der Zeichnerin Sarah Glidden ging es vielmehr darum zu verstehen, was es heißt, in Kriegs- und Krisengebieten journalistisch zu arbeiten.

Sarah Glidden ist eine angesagte Zeichnerin im Moment. Morgens noch Lesung in einer Schulklasse, abends Interviews und Signierstunden. Deutschland in vier Tagen steht auf ihrem Programm, Glidden ist in Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main unterwegs. Und überall muss sie viele Fragen beantworten zum Thema Comic-Journalismus. Denn ihre neue Graphic Novel mit dem Titel “Im Schatten des Krieges” beruht auf einer zweimonatigen Reise in den Nahen Osten. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Comics gegen die Spaltung der Gesellschaft” – “Deutschlandfunk” vom 22.02.2017 (Andrea Heinze)

Die Comic-Zeichnerin Sarah Glidden versucht mit ihren Anti-Trump-Cartoons, Aussagen des US-Präsidenten zu Muslimen und Flüchtlingen zu widerlegen. Auf ihrer Lesereise durch Deutschland stellt Glidden zudem ihre Comic-Reportage aus dem Nahen Osten vor.

Als Sarah Glidden vor sechs Jahren in den Nahen Osten reiste, war die Welt dort eine andere: in Syrien herrschte Frieden und zehntausende Iraker waren dorthin geflüchtet vor den Terroranschlägen und den bürgerkriegsähnlichen Kämpfen, die immer wieder ihre Heimat unsicher machten. Dass nur drei Monate nach ihrer Abreise in Syrien erbitterte Kämpfe losgehen könnten, daran hat Sarah Glidden nicht im Traum gedacht. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Glidden reist im Schatten des Krieges” – “n-tv” vom 22.02.2017 (Markus Lippold)

Die US-Invasion im Irak gilt heute Vielen als Fehler. Die Folgen sind enorm, bis hin zur Flüchtlingskrise der letzten Jahre. Die Comiczeichnerin Sarah Glidden erzählt von den Ursachen dieser Entwicklung – und von den Mühen journalistischer Arbeit.

Man stelle sich vor: Da reist man 2010 in den Irak und nach Syrien, um eine Comic-Reportage zu zeichnen. Doch schon kurz darauf überholt einen die aktuelle Entwicklung. In Syrien, wo man gerade noch die Gastfreundlichkeit der Menschen genossen hat, beginnt eine Revolution, die in einen blutigen Bürgerkrieg mündet. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Fatale Folgen der Invasion im Irak” – “Deutschlandradio Kultur” vom 22.02.2017 (Frank Meyer)

Welche Auswirkungen hatte der Irak-Krieg für die Menschen in diese Region? Die US-amerikanische Autorin Sarah Glidden hat eine Nahost-Reise begleitet und ihre Erfahrungen in einem Comic-Band verarbeitet. Es ist ein Aufklärungsbuch über die fatalen Kriegsfolgen geworden.

Die US-amerikanische Comic-Autorin Sarah Glidden hat sich in ihrem jüngsten Buch zwei wichtige Fragen gestellt: Was waren die Folgen der Militär-Invasion im Irak? Und was ist eigentlich guter Journalismus? Sie hat zwei Journalisten und einen früheren amerikanischen Soldaten begleitet, bei einer Reise in den Irak, nach Syrien und in die Türkei, im Jahr 2010. Daraus ist ein dokumentarischer Comic entstanden. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “»Wir haben einen langen Weg vor uns«” – “Jüdische Allgemeine” vom 14.02.2017 (Katrin Richter)

Die Comic-Künstlerin Sarah Glidden über ihr neues Buch, Flüchtlinge und journalistisches Zeichnen

Frau Glidden, wie geht es Ihnen gerade mit den politischen Entwicklungen in den USA?
In den vergangenen Wochen ist so viel passiert. Ich habe angefangen, kleine Comics zu malen, um das, was ich tagtäglich erlebe, zu dokumentieren. So kann ich besser damit umgehen. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Mit Comics gegen Trump” – “titel, thesen, temperamente” vom 12.02.2017

Sarah Gliddens Graphic Novel über die Ethik des Journalismus

Schwere Zeiten für Journalisten: Seit Donald Trump vor drei Wochen sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten angetreten hat, führt er Krieg gegen die Medien. Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Was sind Fakten? Und wie kann man sie angemessen abbilden? Um diese Fragen wird in Zeiten von “Fake News” heftig gerungen. mehr


9783956401046“La Casa” von Paco Roca: “Erinnerungen sterben nicht” – “taz” vom 04.02.2017 (Ralph Trommer)

In einem ruhigen Ton erzählt Paco Roca im Comic „la casa“ von einer Familie, die Abschied vom Haus des Vaters und so vom Vater selbst nimmt.

Der Schauplatz ist übersichtlich: Ein kleines, verwohntes Haus mit Gartengrundstück an einem namenlosen Ort in Spanien, das einer Familie lange Zeit als Ferienhaus diente. Seit einem Jahr, seit dem Tod Antonios, der allein hier lebte, steht es leer. Seine drei erwachsenen Kinder, die zum Teil selbst Eltern geworden sind, kehren nun ins nutzlos gewordene Haus zurück, um es zum Verkauf herzurichten. mehr


9783956400759“Berichte aus Japan – Eine Reise ins Land der Zeichen” von Igort: “Japan-Comic: Reise ins Land der Zeichen und Zeichner” – “Der Standard” vom 23.01.2017 (Karin Krichmayr)

Graphic-Novel-Meister Igort führt mit “Berichte aus Japan” tief in die fabelhafte Welt der japanischen Kunst und Kultur

Astro Boy, Hokusais Ansichten des Fuji, Unmengen an Mangas, Farbholzschnitte, Animationsfilme: Es ist eine fabelhafte Welt der Bilder, die sofort vor dem geistigen Auge von Comic-Liebhabern auftaucht, wenn sie an Japan denken. mehr


9783956401091“Kiste: Roboteralarm” von Patrick Wirbeleit, Uwe Heidschötter: “Ab mit der Lampe unter die Bettdecke!” – “Freie Presse” vom 18.01.2017 (Tim Hofmann)

Die Comicserien “Kiste” und “Ariol” haben das Zeug zur Kinderfessel

Mag sein, dass Comics beim Rennen um die Wunschzettel-Spitzenplätze auch im vergangenen Jahr wieder verloren haben gegen Star-Wars- und Elsa-Merchandise: Seit die Generation, die mit Bildgeschichten unter der Bettdecke aufgewachsen ist, ihren Kindern damit etwas Gutes tun will, haben die zu oft mit pädagogischem Hintersinn eingesetzen Comics ihren Ruch der Begehrlichkeit eingebüßt. Der Nachwuchs riecht den Braten: Er soll lesen, statt mit dem I-Pad zu daddeln. mehr


P1040599Die Künstlerin Barbara Yelin: “Mein Strich ist immer ein Suchender” – “Deutschlandfunk” vom 14.01.2017 (Ute Wegmann)

Barbara Yelin ist eine der bekanntesten deutschen Comic-Künstlerinnen. Sie illustriert Kinderbücher, veröffentlicht Graphic Novels, Webcomics und Comicstrips. Im DLF erzählte sie von den Comics, die ihre Kindheit geprägt haben, ihrem Zeichenprozess und ihrer Liebe zum Schatten.

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9783956401022“Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” von Barbara Yelin, David Polonsky: “Alles Handarbeit” – “BR Bayern 2″ vom 11.01.2017 (Norbert Joa)

Biografische Geschichten in Bildern darzustellen gilt immer noch als ungewöhnlich. Barbara Yelin zeichnet Graphic Novels – Romane in Bildern.

In ihrem Buch “Irmina” hat sie das Leben einer Nazi-Mitläuferin illustriert. Die Idee dazu bekam sie, nachdem sie Briefe ihrer verstorbenen Großmutter auf dem Speicher gefunden hatte. In ihrer jüngsten Comic-Biografie zeichnet sie das Leben der israelischen Schauspiel-Legende Channa Maron nach. mehr


9783956400445“Jäger und Sammler” von Cyril Pedrosa: “Menschen sind Jäger und Sammler” – “n-tv” vom 01.01.2017 (Markus Lippold)

Neues Jahr, neues Glück? Schön wär’s. Der Abschluss des alten Jahres ist auch eine Zeit der Melancholie. Dabei darf man die Hoffnung auf etwas Neues nicht aus dem Blick verlieren. Wie in Cyril Pedrosas neuem Comic.

“Melancholie ist ein interessantes Gefühl, denn es verbindet uns mit der Vergangenheit”, sagt Cyril Pedrosa. Also genau das richtige für einen 1. Januar? Das sieht sicher nicht jeder so. Manch einer dürfte heilfroh sein, dass 2016 der Vergangenheit angehört. Andere dagegen dürften in den letzten Tagen tatsächlich auf die letzten zwölf Monate zurückgeschaut oder Vorsätze für das neue Jahr gemacht haben. Nie sind sich Rückblick und Neuanfang so nah wie zu Silvester und Neujahr. Vergänglichkeit wird spürbar, gleichzeitig entsteht etwas Neues. mehr


9783956401084“Antonia war schon mal da” von Max Fiedler, Patrick Wirbeleit: “Wimmel-wuselnde Weltentdeckung” – “MDR Kultur” vom 21.12.2016 (Britta Selle)

Ein herzenswarmes Buch voller fröhlich-leicht gereimter Zeilen und herrlicher Bilder

Fünf gute Freunde verreisen gemeinsam: Biber, Buntspecht, Lurch, Igel und Marienkäfer. Eigentlich soll Antonia auch mit, doch die hat keine Lust, denn sie hat die Welt schon längst gesehen. Das wollen die fünf nicht so recht glauben, doch Antonia meint: “Ihr wollt Beweise. Die findet ihr auf Eurer Reise.” mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Ein Heizgerät für Hadis Familie?” – “Tagesanzeiger” vom 21.12.2016 (Alexandra Kedves)

Sarah Glidden begleitete junge US-Journalisten in den Irak und nach Syrien. Sie hinterfragt deren Rolle in der Comic-Reportage «Im Schatten des Krieges».

Hadi sieht aus wie 40, dabei ist er 27 – zwei Jahre jünger als die US-Journalistin, die ihn im abgerissenen Zelt interviewt. Das Zelt steht in einem Flüchtlingslager im irakischen Kurdistan bei der Stadt Sulaymaniyah. Man sitzt auf dem Boden, alles wirkt notdürftig, improvisiert, abbruchreif. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Wahrheit oder “Wahrheit”?” – “Süddeutsche Zeitung” vom 18.12.2016 (Thomas von Steinaecker)

Der Comic über die Folgen des Irak-Kriegs fragt nach Möglichkeiten und Grenzen journalistischer Arbeit.

Spätestens mit der Verbreitung der DVD Ende der Neunzigerjahre begann der Siegeszug des Making-ofs. Der Gedanke, dass es doch nett wäre, wenn das neue Speichermedium ein paar Extras enthalte, ließ ein vollkommen neues Genre entstehen. Seine bald schon enorme Popularität verdankt der Blick hinter die Kulissen dem Versprechen zu zeigen, wie es wirklich war. Die Sehnsucht danach ist nur logisch: Je stärker der Eindruck ist, die Welt sei durchinszeniert, desto größer ist der Wunsch nach “der Wahrheit”. mehr


9783956400759“Berichte aus Japan – Eine Reise ins Land der Zeichen” von Igort: “Ein Liebeslied an die japanische Kultur” – “n-tv” vom 17.12.2016 (Markus Lippold)

Japan weckt die Fantasie vieler Westler. Ein geheimnisvolles Land mit einer reichen Tradition, aber auch mit abstrusen Regeln. Der Italiener Igort träumte nicht nur von Japan, er arbeitete dort. In einem Comic verarbeitet er seine Erfahrungen.

“In einem vorherigen Leben musste ich Japaner gewesen sein”, schreibt Igort. Schon als junger Mann erfasst den 1958 geborenen Italiener eine Sehnsucht nach dem fernöstlichen Land. Er zeichnet Comics über Japan, liest Bücher wie “Im Land der Zeichen” von Roland Barthes oder die Lehren des japanischen Arztes und Philosophen Ekiken. mehr


9783956401039“Mikel. Die Geschichte eines Bonbon­verkäufers, der sich im Regen auflöste” von Judith Vanistendael, Mark Bellido: “Lebensgefährliche Lügen” – “3sat” vom 16.12.2016 (Maren Adler)

Was für ein Idyll: Wo andere Urlaub machen, im Süden Spaniens direkt am Meer, wohnt Mikel mit seiner Familie. Sein größter Traum: Schriftsteller werden.

Doch worüber soll man schreiben in diesem Paradies? Alles ist perfekt. Muss man nicht Abenteuer erleben, um darüber zu schreiben? Mikel hat eine Idee: Es ist die Zeit der Terroranschläge der ETA, und im Norden Spaniens im Baskenland werden Leibwächter gesucht. Sein eigenes Leben zu riskieren, um ein anderes zu beschützen – das bietet doch genügend Stoff für einen spannenden Roman. mehr


9783956401053“Didi & Stulle – Die Gesamtausgabe” von Fil: “Zwei Schweine aus dem Hochhausviertel” – “arte” vom 15.12.2016 (Kolja Kandziora)

“Didi und Stulle” heißen zwei Comicfiguren des Berliner Zeichners FIL. Die Strips mit den beiden Proleten sind über viele Jahre in einem Berliner Stadtmagazin erschienen, gerade werden sie mit einer mehrere Kilo schweren Gesamtausgabe geehrt.

Didi und Stulle sind ein bisschen wie “Dick und Doof”, ein ungleiches Paar, dass sich pausenlos im Berliner Slang Bosartigkeiten an den Kopf wirft, manchmal aber auch philosophisch wird und auf die ganz großen Fragen des Lebens antwortet: “Wer sind wir, wo kommen wir her, wo gehen wir hin?” – “Wir sind Didi und Stulle, wir kommen aus dem Märkischen Viertel und wir gehen zum Bus.” mehr


9783956401022“Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” von Barbara Yelin, David Polonsky: “Engagierte Stimme für die Freiheit” – “SWR2″ vom 08.12.2016 (Markus Pfalzgraf)

“Vor allem eins: Dir selbst sei treu.” ist ein Shakespearezitat. Barbara Yelin wählte es als Titel des Buches passend zum Leben der Channa Maron, die in Israel sehr bekannt ist, in Deutschland aber kaum.

Dabei war sie Ende der Zwanziger, Anfang der Dreißiger Jahre ein deutscher Kinderstar, spielte auf der Bühne Kästners Pünktchen und im Film “M” von Fritz Lang. Dann kamen die Nationalsozialisten an die Macht und die jüdische Familie emigrierte nach Israel. mehr


P1040599Die Künstlerin Barbara Yelin: “Nazis und Giftmischer in Aquarell” – “Kontext: Wochenzeitung” vom 07.12.2016 (Oliver Stenzel)

Eine NS-Mitläuferin aus Stuttgart, eine Bremer Giftmörderin aus dem 19. Jahrhundert, eine den Nazis entkommende Berliner Jüdin, die Israels berühmteste Schauspielerin wird. Barbara Yelin, im Mai als beste deutschsprachige Comickünstlerin ausgezeichnet, hat ein Händchen für komplexe historische Stoffe.

Computerkolorierung gehört nicht zu Barbara Yelins Lieblingsbeschäftigungen: “Der persönliche Stil ist bei mir viel stärker beim analogen Zeichnen”, so die Münchnerin. Man darf sagen: zum Glück. Denn die locker aquarellierten Bleistiftzeichnungen der 1977 geborenen Comicautorin sind von einer herrlichen Dynamik und Lebendigkeit, wie sie sonst nur Skizzen haben. mehr


9783956400575“In China” von Sascha Hommer: “Rätselhaftes China” – “n-tv” vom 04.12.2016 (Markus Lippold)

Die Einheimischen: Sehen alle nahezu gleich aus. Die Sprache: Besteht lediglich aus Kringeln. Die Stadt: grau, laut, Smog-belastet. Für mehrere Monate reiste der Hamburger Sascha Hommer 2011 ins chinesische Chengdu. Dort arbeitete er etwa für ein Magazin für Ausländer oder sprach deutsche Texte ein, lernte aber auch die Stadt und den dortigen Alltag kennen. Seine Erlebnisse verarbeitete er zu einem Comic: “In China”.

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9783956400759“Berichte aus Japan – Eine Reise ins Land der Zeichen” von Igort: “Eintritt in eine fremde Welt” – “taz” vom 05.12.2016 (Ralph Trommer)

Im Reich der Zeichen und der Sinne: Igorts respektvoll erzählte „Berichte aus Japan“ speisen sich aus seiner eigenen Erfahrung als Mangaka.

Ein europäischer Comiczeichner im Hamsterrad der Mangaindustrie? Schwer vorstellbar, denn in Japan gelten bekanntlich besondere Regeln in der Arbeitswelt, die arbeitsrechtlich verwöhnte Mitteleuropäer sicher als Sklavenarbeit empfinden würden. Doch sind, so lernen wir aus einer neuen Graphic Novel, unter diesen Bedingungen schon viele Meisterwerke entstanden. mehr


9783956401053“Didi & Stulle – Die Gesamtausgabe” von Fil: “Ich hatte nichts mehr zu sagen” – “taz” vom 25.11.2016 (Claudius Prösser, Susanne Messmer)

Didi & Stulle, Berlins schweinerüsselige Loser, sind Geschichte, denn Zeichner Fil schreibt lieber Romane. Zum Glück gibt es jetzt die Gesamtausgabe.

taz: Fil, 18 Jahre lang ist Ihr Comic Didi & Stulle in der zitty erschienen, letztes Jahr war Schluss. Fiel der Abschied schwer?
Fil: Überhaupt nicht. Alles, was man lange macht, verliert irgendwann einmal den Drive. Also: Ich hatte schon ganz schön die Schnauze voll und einfach nichts mehr zu sagen. mehr


9783956401053“Didi & Stulle – Die Gesamtausgabe” von Fil: “Fil über Berlin, Humor und Comics” – “n-tv” vom 24.11.2016 (Markus Lippold)

“Didi liebt Stulle, aber Stulle liebt Didi nicht”

Heinrich Zille hat die Berliner Hinterhöfe gezeichnet. Fil hat ihnen eine Sprache gegeben. “Faschtehste?” Seine Comichelden “Didi und Stulle” berlinerten sich 18 Jahre lang durch das Stadtmagazin “Zitty”, mit derbem Humor und Straßenphilosophie. Sie kloppten sich, trafen Gott und Angela Merkel, durchschritten das Land der Phantasie und die Hölle. Nun erscheint eine Gesamtausgabe, mehrere Kilo schwer und im Schuber. mehr


9783956401015“Im Schatten des Krieges – Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei” von Sarah Glidden: “Skizzen aus Damaskus” – “Deutschlandfunk” vom 23.11.2016 (Kai Löffler)

Frustriert vom Mangel an Berichterstattung reisen vier Amerikaner 2011 durch den Irak und Syrien. Sie wollen mit eigenen Augen sehen, wie der Golfkrieg die Region verändert hat. Nach fünf Jahren Arbeit erscheint nun Sarah Gliddens Comic über die Reise.

Glidden hat den Journalisten bei ihrer Arbeit über die Schulter geguckt, um die Reise später in einem Comic zu dokumentieren. Dabei möchte sie einer komplexen Frage nachgehen: Was ist Journalismus? mehr


9783956401053“Didi & Stulle – Die Gesamtausgabe” von Fil: “Der Anti-Barth” – “Spiegel online” vom 21.11.2016 (Moritz Piehler)

Kennste den? Der Komiker Fil ist der Punker der Herzen. Er füllt keine Riesenhallen, verbiegt sich aber auch nie – weder in seinen berlinernden “Didi & Stulle”-Comics, noch in seinem neuen Spätpubertätsroman.

Fil ist der Komiker, an dem man sich festhalten kann, wenn Mario Barth mal wieder (wie zuletzt als Entlarver der “Lügenpresse”) das Klischee des humorbefreiten Deutschen Berliner Ausprägung satt unterstreicht. Philip Tägert alias Fil bleibt dabei seit Jahren immer knapp unter der Wahrnehmungsgrenze zum Mainstream-Comedian. Das liegt an seinem beinahe rührend altmodisch anmutendem Konzept der Liveauftritte abseits von dümmlichen ProSieben-Comedyshows – und an einer heute nahezu unvorstellbaren Nichtpräsenz im Internet. mehr


9783956401053“Didi & Stulle – Die Gesamtausgabe” von Fil: “Krawallmacher mit Schweinsnase” – “Weser Kurier” vom 17.11.2016 (Hendrik Werner)

Gelungene Gesamtausgabe: Über Didi und Stulle, die prolligen Philosophen des Berliner Comiczeichners Fil

Bremen. Gut 18 Jahre lang adelte der Zeichner Philip Tägert alias Fil die Berliner Illustrierte „zitty“ mit einem Milljöh-Comic, der ebenso subversiv wie politisch inkorrekt ist. Mit den beiden philosophisch gestimmten Prolls Didi und Stulle schuf er bis Mai 2015 480 hochkomische Strips mit abstrusen Begegnungen zwischen Tegel und Kreuzberg, Pankow und Friedrichshain sowie mit entsprechend viel Lokalkolorit im Schriftbild (Berliner Schnauze). mehr


9783956401039“Mikel. Die Geschichte eines Bonbon­verkäufers, der sich im Regen auflöste” von Judith Vanistendael, Mark Bellido: “Da hilft auch kein Wischmopp” – “Süddeutsche Zeitung” vom 16.11.2016 (Christoph Haas)

Mark Bellido erzählt von einem jungen Naiven, den das Verbrechen zerstört.

Miguel wäre gerne Schriftsteller. Aber muss man dafür nicht etwas erlebt haben? Außerdem ist der junge Familienvater permanent pleite. Also beschließt er, vom sonnigen Valencia ins regnerische Baskenland zu ziehen. Als Leibwächter soll er dort, unterstützt von einer abgebrühten Kollegin, einen Politiker vor den mörderischen Anschlägen der Eta schützen – eine Aufgabe, die monotoner und gefährlicher ist, als Miguel in seiner Naivität geglaubt hat. mehr


9783956401022“Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” von Barbara Yelin, David Polonsky: “Channa Marons Unabhängigkeitserklärung” – “Jungle World” vom 10.11.2016 (Jonas Engelmann)

Eine Graphic Novel über die israelische Schauspielerin Channa Maron

Channa Maron war Israels »Königin der Bühne«. Ihre Karriere begann sie als Pünktchen aus Erich Kästners »Pünktchen und Anton« am Deutschen Theater in Berlin. 1933 floh sie mit ihrer Familie und lebte fortan in Palästina. 1970 wurde sie Opfer eines palästinensischen Terroranschlags in München und verlor deshalb einen Fuß durch Amputation. Dennoch setzte sie ihre Schauspielkarriere fort und engagierte sich für den Friedensprozess. Barabar Yelin und David Polonsky haben wichtige Stationen ihrer Biographie in einer Graphic Novel festgehalten. mehr


9783956401039“Mikel. Die Geschichte eines Bonbon­verkäufers, der sich im Regen auflöste” von Judith Vanistendael, Mark Bellido: “Vier Doppelseiten für eine Explosion” – “Frankfurter Allgemeine Zeitung” vom 25.10.2016 (Andreas Platthaus)

Im spanischen Teil des Baskenlands wohnen die wenigsten Bürgermeister in den Orten, denen sie vorstehen. Aus Sicherheitsgründen leben sie in der nächsten größeren Stadt, denn in den Dörfern und Kleinstädten regiert ETA, die Terrororganisation, die jahrzehntelang für einen eigenen baskischen Staat mordete, bis 2011 ein Waffenstillstand verkündet wurde, von dem aber niemand sicher sagen kann, ob er das letzte Wort der Separatisten ist.

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9783956400766“Panter” von Brecht Evens: “Lächelnder Panter” – “n-tv” vom 23.10.2016 (Markus Lippold)

Die Katze ist tot, es lebe der Panter. Doch was, wenn das charmante Tier plötzlich zur Bestie wird? “Panter” ist einer von vielen Comics aus Flandern und den Niederlanden, den Gastländern der Buchmesse. n-tv.de stellt einige vor.

Wer an europäische Comics denkt, hat zuerst franko-belgische Arbeiten im Sinn: Asterix, Lucky Luke und Tim und Struppi gehören ohne Frage zu den bekanntesten Figuren. Doch auch der flämische Teil Belgiens und die Niederlande verfügen über eine reiche Comickultur. Das wurde angesichts vieler Neuerscheinungen schon auf dem diesjährigen Comicsalon in Erlangen deutlich und erlebt nun auf der Frankfurter Buchmesse, wo beide Regionen als Gastländer auftreten, einen weiteren Höhepunkt. mehr


9783956401039“Mikel. Die Geschichte eines Bonbon­verkäufers, der sich im Regen auflöste” von Judith Vanistendael, Mark Bellido: “Comics aus Flandern und den Niederlanden” – “Hessenschau” vom 13.10.2016 (Alex Jakubowski)

Deutlich mehr als “Zack” – “Bumm” – “Peng”

Es ist die Geschichte, die ihn antreibt. Miquel, Schriftsteller mit Aushilfsjob, zwei Kindern und einer Frau. Das Leben ist nicht leicht, der Chef setzt ihn unter Druck, seine Frau macht sich Sorgen, das Geld ist knapp. Zuerst scheint es ein Hirngespinst zu sein, aber dann setzt Miquel seinen Plan in die Tat um. Er wird zum Personenschützer eines spanischen Politikers, der von der ETA bedroht wird. Fortan heißt er Mikel und wird seine Familie kaum noch sehen. Sein neuer Job reißt ihn mit sich. mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Rein in die Fluten” – “SWR2″ vom 06.10.2016 (Markus Pfalzgraf)

Tagsüber verkauft Ulrich Pröfrock in seinem Freiburger Laden Comics. Nach Feierabend, wenn die Auslage reingeschoben ist und die Türen verriegelt sind, dann geht es an den Schreibtisch zu Hause, wo er oft bis in die Nacht hinein Comics übersetzt. Seine letzte Arbeit: die Graphic Novel “Rein in die Fluten”.

Darin geht es um die Begegnungen unterschiedlichster Urlauber an einem Strand in Frankreich. Viele kleine Geschichten die geschickt mit einander verwoben sind. Da ist es besonders wichtig, die Übergänge richtig zu übersetzen und dabei hilft der Kontakt mit den Autoren, sagt Ulrich Pröfrock. mehr


9783956401084“Antonia war schon mal da” von Max Fiedler, Patrick Wirbeleit: “Ein ganz besonderes Wimmelbuch” – “kinderbuchlesen.de” vom 05.10.2016 (Janet)

Lust mal etwas ganz Neues zu entdecken? Mit „Antonia war schon mal da“ von Patrick Wirbeleit und Max Fiedler möchte ich Euch ein ganz besonderes Wimmelbuch vorstellen.

Eine Geschichte mit viel Liebe zum Detail und einem überzeugendem Konzept: Liebevolle Reime zum Vorlesen und Wimmelbilder mit charmanten Illustrationen, die zum Suchen, Staunen und Entdecken einladen. Und vor allem, zeigt es, dass Inklusion im Kinderbuch nicht viele Worte braucht… mehr


9783956401091“Kiste: Roboteralarm” von Patrick Wirbeleit, Uwe Heidschötter: “Roboteralarm” – “deinantiheld.de” vom 30.09.2016

Auf in die unerforschten Weiten der Menschenschule!

Kiste wollte schon immer einmal schauen, was Mattis den ganzen Tag über so treibt. Schon lange malt er sich die Geheimnisse, die hinter den vielen Schulräumen stecken, aus. Außerdem möchte er endlich mal die ganzen anderen Schulkinder kennenlernen, auf dem Schulhof fangen und verstecken spielen – ja, das ist sein tiefster Herzenswunsch. mehr


9783956400445“Jäger und Sammler” von Cyril Pedrosa: “Eigentlich interessiert mich das nicht mehr” – “der Freitag” vom 20.09.2016 (M. Zehe)

Cyril Pedrosas Comicroman “Jäger und Sammler” über nichts Geringeres als den Sinn des Lebens

Man möchte dieser Fährte nur zu bereitwillig folgen, die der frankoportugiesische Comickünstler Cyril Pedrosa in seinem neuesten Comicroman »Jäger und Sammler« ausgelegt hat: In einer französischen Kleinstadt soll ein Flughafenprojekt realisiert werden, was die ansässige Bevölkerung in Gegner und Befürworter des Bauvorhabens spaltet. Wirtschaftliche Interessen kollidieren dabei mit ökologischen Werthaltungen. mehr


9783956401022“Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” von Barbara Yelin, David Polonsky: “Mit Bildern erzählen: Barbara Yelin” – “WDR Westart live” vom 12.09.2016

Sie erzählt mit dem Zeichenstift: Barbara Yelin malt Comics und Graphic Novels, in denen sie Bilder, Dialog und Begleittext zu atmosphärisch dichten Geschichten verknüpft. Wenn sie unterwegs ist, hat sie immer ihren Skizzenblock dabei und hält mit wenigen Strichen fest, was sie erlebt.

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repro_25_rechteck25 Jahre Reprodukt: “Neue Wege” – “Süddeutsche Zeitung” vom 11.09.2016 (Christoph Haas)

Der Versuch, “Love and Rockets” von Jaime Hernandez in den Neunzigern in Deutschland zu etablieren, scheiterte. Nun wird er wiederholt.

Wer sich in den frühen Achtzigern für Comics interessierte, der schaute ins europäische Ausland, speziell nach Frankreich. Deutsche Zeichner gab es kaum; Mangas waren nicht mehr als ein Gerücht. Und die USA? Dort hatte sich der subversive Elan der Underground-Comix erschöpft, während die Superhelden (noch) nicht aus den Tälern der Trivialität herauskamen. mehr


9783956401022“Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” von Barbara Yelin, David Polonsky: “Von Paris nach Tel Aviv” – “Jüdische Allgemeine” vom 01.09.2016 (Georg Patzer)

Barbara Yelin schildert das Leben der Schauspielerin Channa Maron

Man müsste erkennen, dass Terror in gewisser Weise auch ein Hilferuf ist«, sagte sie einmal. Das ist nirgendwo eine beliebte Meinung, schon gar nicht in Israel, das seit so vielen Jahren unter dem Terror leidet. Aber Channa Maron hat ihre eigenen Erfahrungen gemacht: Aufgewachsen in Deutschland, floh sie mit ihrer Mutter vor den Nazis nach Paris, bis ihr Vater sie 1935 nach Tel Aviv holen konnte, jener Stadt, die 1909 von Juden gegründet worden war. Dabei sagte sie: »Was Juden waren, wusste ich damals gar nicht ganz genau.« mehr


9783956401022“Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” von Barbara Yelin, David Polonsky: “Man erzeichnet sich eine Aufmerksamkeit mit der Zeit” – “Deutschlandfunk” vom 30.08.2016 (Thekla Jahn)

Barbara Yelin ist Comic-Künstlerin, unter anderem bekannt durch die Graphic Novel “Gift”, in der sie die Geschichte der Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried verarbeitet. In diesem Jahr hat sie beim Erlanger Comic-Salon den Max und Moritz-Preis erhalten in der Kategorie “Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin”. Im Corso-Gespräch spricht Yelin über diesen Erfolg und ihren bisherigen Werdegang.

Sie landete im Guinnessbuch der Rekorde: Hanna Maron war die Schauspielerin mit der längsten Bühnenpräsenz als sie 2014 im Alter von 90 Jahren starb. Da hatte sie ein bewegtes Leben hinter sich. Als Kinderstar spielte sie bei Fritz Lang mit in “M – eine Stadt sucht einen Mörder”, sie stand mit 8 Jahren auf der Bühne des Deutschen Theaters in Berlin. Als Jüdin emigrierte sie mit ihrer Familie nach Israel, wo sie zu einer der renommiertesten Schauspielerinnen des Landes wurde. mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Milieustudien am Meer” – “Der Tagesspiegel” vom 04.09.2016 (Marie Schröer)

Der Sommer neigt sich seinem Ende zu – der Episodencomic „Rein in die Fluten!“ von David Prudhomme und Pascal Rabaté lässt die Besonderheiten der Saison Revue passieren.

„Rein in die Fluten!“ ist ein Titel mit Appellcharakter, dem man nach der Lektüre augenblicklich folgen möchte. Der Episodencomic kommt ohne komplizierten Plot aus und erinnert in der Verspieltheit seiner Momentaufnahmen an den französischen Urlaubsfilm-Klassiker „Die Ferien des Monsieur Hulot“. Jacques Tatis Film portraitiert die Spezies des Strandurlaubers aus den Fünfzigern, der Comic des bewährten Duos David Prudhomme und Pascal Rabaté (deren hoch-amüsante Zusammenarbeit „Die Plastikmadonna“ in Deutschland leider kaum rezipiert wurde) leistet ähnliches für die Sonnenanbeter von heute. mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Schrulliges Lustspiel am Strand” – “Neue Westfälische” vom 25.08.2016 (Christian Lund)

Das französische Comic-Duo David Prudhomme und Pascal Rabaté legt eine der vergnüglichsten und zugleich bissigsten Sommerlektüren vor.

Der Sommer bedeutet für viele Familien: Nichts wie raus ans Meer! Dass der Strand dadurch jedes Jahr zur Spielwiese der Eitelkeiten wird, aber auch zum Theater der Nacktheit, zum Schauplatz von Konflikten und zur Bühne eines Sozialkosmos sondergleichen, ist nie treffender und vergnüglicher beschrieben worden als in der Graphic Novel “Rein in die Fluten!” vom französischen Comic-Duo David Prudhomme und Pascal Rabaté. Die perfekte Lektüre für den sich noch einmal aufbäumenden Sommer. mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Ein Comic über menschliche Untiefen am Strand” – “Augsburger Allgemeine” vom 22.08.2016 (Birgit Holzer)

Leichte Sommerlektüre: In ihrem Comic „Rein in die Fluten!“ zeichnen die französischen Autoren David Prudhomme und Pascal Rabaté einen typisch absurden Tag am Strand nach.

Ist ein Badeurlaub nicht wunderbar? Das weite Meer, dieser samtene Sandstrand, auch wenn er übervölkert ist von immer krebsröter werdenden Sonnenanbetern und dickbäuchigen Urlaubern, die ihre ungezogenen Hunde ausführen. Ist ein Badeurlaub andererseits nicht fürchterlich? Bevor man überhaupt ankommt, steht man stundenlang im Stau, hört sich die nölenden Singspiele des Nachwuchses auf dem Rücksitz an, wartet an der Tankstelle hinter einem Proll, dessen Luxuskarre gar nicht genug schlucken kann, und trifft ihn und seine Familie später in unerträglich guter Laune ausgerechnet an dem Strandabschnitt wieder, an dem man seine Ruhe haben wollte. mehr


9783956400766“Panter” von Brecht Evens: “Sehr schön, ganz schlimm” – “Die Welt” vom 16.08.2016 (Timur Vermes)

Der belgische Comic-Künstler Brecht Evens präsentiert seine dritte Graphic Novel „Panter“. Prädikat: zum Fürchten gut. Eine Hymne

Christin hat ihre Katze verloren. Die Katze war alt, musste mit Papa zum Tierarzt, und als Christin von der Grundschule kommt, erfährt sie, dass der Tierarzt die Katze leider einschläfern musste. Christin weint sich in den Schlaf, bis aus der untersten Schublade ihrer Kommode ein Panther springt, der ein recht albernes Sakko trägt. Dieser Panther ist drollig und stark und beruhigend und freundlich und die furchtbarste Bekanntschaft für ein Kind seit Stephen Kings Clown Pennywise. mehr


9783956400780“Aâma 4: Du wirst wunderbar, mein Kind” von Frederik Peeters: “Frederik Peeters: Aâma (Band 1-4)” – “SWR2″ vom 07.08.2016 (Wolfgang Schneider)

Aâma ist abgeschlossen. Der vierte Band der Comicserie liegt jetzt vor. Es ist eine Weltraumoper.

Gezeichnet hat die Tetralogie der Schweizer Frederik Peeters. Sie startet an einem erdähnlichen Ort namens Radiant. Dort treibt sich die Hauptfigur Verloc Nim herum. Er hat lila Flecken im Gesicht und ist stark kurzsichtig, weil er genetische Veränderungen an sich selbst ablehnt. Er ist, könnte man sagen, ein Looser. mehr


9783956400193“Hilda und der schwarze Hund” von Luke Pearson: “Comicbuchtipp: Hilda und der schwarze Hund” – “kakadu.de” vom 02.08.2016 (Karin Hahn)

Ein riesiger schwarzer Hund versetzt die Bewohner der Stadt Trolberg in Angst und Schrecken. Was hat es mit diesem unheimlichen Ungetüm auf sich?

Hilda will das Geheimnis lüften und bekommt dabei Hilfe von einem Hausgeist. Er zeigt Hilda ein geheimnisvolles Zwischenreich in den Häusern der Menschen und dessen eigenartige Bewohner. Gemeinsam entdecken sie einen Zusammenhang zwischen den Geschehnissen um den schwarzen Riesenhund und dem Schicksal der Hausgeister. Und plötzlich steht Hilda selbst dem Untier gegenüber … mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Ein Tag am Strand” – “taz” vom 30.07.2016 (Ralph Trommer)

Sonne, Meer und Irritationen

Wenn der kugelrunde Rentner mit den karierten Shorts seine Rätsel lösende Frau im Liegestuhl zurücklässt, um zusammen mit Hund Zorro über den weiten Strand zu flanieren, hat er ein festes Ziel: den FKK-Strand. Die erste Düne dort erfreut ihn schon, denn sie ist in Wahrheit ein junger Frauenkörper. Dass Zorro an allerlei Körperöffnungen schnüffelt, auch an denen von schwulen Männern, gefällt Papa aber gar nicht. „Du Ferkel! Warte nur, wenn Mama das hört!“ mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Geistige Leere auf knirschendem Sand” – “Kreiszeitung” vom 28.07.2016 (Jan-Paul Koopmann)

Stundenlang im Stau zu stehen, um danach mit den anderen Verschwitzten um das letzte Fleckchen Sand am Strand zu rangeln – es ist kein Wunder, dass die Figuren im Comic „Rein in die Fluten!“ nicht allein Ausgeglichenheit an den Tag legen.

Dabei geht es den fanzösischen Künstlern David Prudhomme und Pascal Rabaté doch gerade um Entspannung und die Folgen: um eine Gesellschaft, die in Gluthitze und ohne sinnvolle Beschäftigung erst so richtig zu sich kommt. mehr


9783956400728“Fräulein Rühr-mich-nicht-an – Gesamtausgabe” von Hubert, Kerascoët: “Mord und Intrigen im Bordell” – “taz” vom 26.07.2016 (Ralph Trommer)

„Fräulein Rühr-mich-nicht-an“ ist authentisches Sittengemälde und differenziertes Frauenporträt zugleich. Sein Humor ist bissig bis makaber.

Es ist Sommer 1930 in Paris, die „Goldenen Zwanziger“ sind endgültig vorbei und die Weltwirtschaftskrise steckt den Menschen noch in den Knochen. Amüsement ist ein bewährtes Mittel, um den tristen Alltag zu vergessen. Die hübschen Schwestern Blanche und Agathe arbeiten, wie viele junge Demoiselles aus einfachen Verhältnissen, als Zimmermädchen und müssen sich eine karge Dachkammer teilen. mehr


9783956400933“Paula: Liebesbrief des Schreckens” von Sandra Brandstätter: “Neue Kinderbücher für die Sommerferien” – “Badische Zeitung” vom 26.07.2016 (Marion Klötzer)

Ein peinlicher Liebesbrief, ein alter Bunker, eine verfallene Hütte: Schmöker für die Sommerferien.

In ihrem ersten Kinder-Comicroman verquickt Sandra Brandstätter eine flügelzarte Liebes- und eine lustige Detektivgeschichte zu einem Campingplatzabenteuer, das nah an der Gefühlswelt ihrer jungen Leser bleibt: “Paula ist verliehiiiiebt!”, spottet die Teenagerschwester auf den ersten Seiten, “Was? Nein! Igitt Spinne!”, keift Paula entrüstet zurück. mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Franzosen zeichnen Sittengemälde am Strand” – “Hamburger Abendblatt” vom 22.07.2016 (Thomas Andre)

Die Franzosen Prudhomme und Rabaté persiflieren in ihrer Graphic Novel “Rein in die Fluten” pointiert das Urlaubsleben am Strand.

Hamburg. Die zuckenden Brustmuskel des gebräunten Beaus, der tatsächlich jedem Klischee entspricht, das man sich denken kann: Er glotzt manchmal über die Ränder seiner Sonnenbrille. Und hat er soeben nicht sogar der Prollblonden mit dem tätowierten Steiß zugezwinkert? Und warum muss das Balg mit der Sandschippe in der Hand in einer Tour mit seiner Sopranstimme in den schrecklichen Chor der Strandschwätzer einstimmen? Immerhin reden die hier alle Spanisch oder Hessisch, man versteht Gottlob kein Wort. Was alles andere angeht, sind alle Menschen am Strand gleich: die Glotzer, die Eitlen, die Faulen, die Sportiven, die Sonnenverbrannten, die Verliebten, die Schweiger, die Laberbacken. mehr


9783943143591“Kleiner Strubbel: Trubel im Gemüsebeet” von Céline Fraipont,Pierre Bailly: “Ohne (viel) Worte” – “Bücherkinder” (Katrin Zinoun)

Der kleine Strubbel ist klein und strubbelig. Vor der Haustür warten jeden Tag die verrücktesten Überraschungen auf ihn: Schon die Erkundung des Gemüsegartens wird zum spannenden Abenteuer, wenn man einen Marienkäfer zum Freund hat.

Unerschrocken und immer neugierig findet sich der kleine Strubbel selbst in den turbulentesten Situationen zurecht und macht sich überall schnell neue Freunde. Vor allem unter seinen jüngsten Lesern, die sich ganz allein in die wortlosen “Strubbel”-Geschichten stürzen können. Wenn sie nicht so nett sind, ihren Eltern auch ein bisschen Spaß zu gönnen. mehr


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki, Mariko Tamako: “Ein Sommer am See” – “Spiesser” vom 18.07.2016 (Tizzy)

Es sind Ferien, die Sonne strahlt – ab an den See! Dort verbringen auch die beiden Teenager und besten Freundinnen Rose und Windy ihre Ferien. Neben den nervenden Eltern, kommen auch noch Jungs ins Spiel. SPIESSER-Autorin Sabine hat den Comic im Buchformat für euch gelesen – am See natürlich.

Rose verbringt jeden Sommer mit ihren Eltern am See. Über die Jahre hinweg hat sich auch eine enge Ferienfreundschaft zu Windy entwickelt. Zwar ist sie ein exzentrischer, neugieriger und rebellischer Charakter – und damit das genaue Gegenteil von Rose – trotzdem verbindet die beiden ein starkes Band, viele Interessen und gemeinsame Erlebnisse. mehr


9783956400834“Running Girl” von Yi Luo: “Rennen und retten” – “Süddeutsche Zeitung” vom 17.07.2016 (Antje Weber)

Bayerisches Literaturstipendium für Yi Luo und ihre Graphic Novel

Li rennt. Sie hetzt abends von ihrem Job in einem Augsburger Sushi-Restaurant nach Hause – und überhört dabei nicht das “Ausländer”-Gegröle aus einem Auto. Sie skypt nachts stundenlang mit ihrem Freund in China. Sie hastet morgens zur Uni und kapiert im Bus kein Wort davon, was ihre Kommilitonin erzählt; kein Wunder, dass auch eine Uni-Dozentin das Deutsch in Lis Hausarbeit nicht versteht. mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Man spricht Strand” – “Die Welt” vom 13.07.2016 (Marc Reichwein)

Mal ehrlich: Sind große Ferien nicht auch eine große Zumutung? Dieser kollektive Aufbruch an Orte, die sich eigentlich verbieten, aber durch das Versprechen auf die schönsten Wochen des Jahres sich doch auch wieder rechtfertigen?

Hier trifft sich in Badehose wieder, wer sich schon im Verkehrsstau dorthin genervt hat. Hier halten sich gegenseitig aus: Phlegmatiker und Hyperaktivisten, Paare und Passanten, Punks und Camper, Strandverkäufer und Strandaufpasser, Tätowierte und Behaarte. Drahtige und Bierbäuchige. Nach Krebsen pulende Kinder und nach Macken des Mannes bohrende Gattinnen. Das Rudel Halbstarker und der korpulente Einzelgänger, den David Prudhomme und Pascal Rabaté wie ein Michelin-Männchen in die Wellenauslaufzone gesetzt haben. Was das französische Zeichnerduo meisterhaft umgesetzt hat, ist die flirrende Luft, der man die sengende Hitze in ihrer Überbelichtung ansieht – nicht nur weil mancher Tourist mit zu wenig Sonnencreme durchs Bild läuft. mehr


9783956400933“Paula: Liebesbrief des Schreckens” von Sandra Brandstätter: “Ferien auf dem Campingplatz” – “www.comic.de” vom 09.07.2016 (Sonja Stöhr)

Beim Reprodukt-Verlag erschien vor kurzem mit „Paula: Liebesbrief des Schreckens“ ein Titel, der das Urlaubsgefühl in die eigenen vier Wände bringt und bei Erwachsenen für den einen oder anderen nostalgischen Blick in die eigene Kindheit sorgt.

Um den heißen Brei herum zu reden bringt bekanntlich nichts, also halten wir an dieser Stelle einfach mal fest: Der Sommer 2016 war bisher im besten Fall durchwachsen und fiel für einige sogar ins Wasser. Bei solchen Aussichten hält sich die Vorfreude auf die Sommerferien eher in Grenzen, ist doch nichts langweiliger als die lang ersehnte schulfreie Zeit im Haus zu verbringen. Nun könnte ein Appell à la Rudi Carrell nach einem „richtigen Sommer“ folgen, doch zum Glück gibt es die Welt der bunten Panels und Sprechblasen, mit deren Hilfe auch trübe Tage Spaß versprechen. mehr


9783956400711“Eindringlinge” von Adrian Tomine: “Lebensdramen in Comicform” – “Deutschlandfunk” vom 08.07.2016 (Tabea Soergel)

Klassische Short Storys haben es dem Comiczeichner Adrian Tomine angetan. Der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln wurde 2002 mit “Sommerblond” schlagartig international bekannt. Sein neues Buch “Eindringlinge” versammelt wieder mehrere Kurzgeschichten – Lebensdramen in Comicform.

“Im Frühjahr, als mein Verstand ungetrübt genug war, um das Für und Wider abzuwägen, entschied ich, dass wir nach Kalifornien zurückgehen würden. Deine Großmutter, deine Tante und dein Onkel waren damit nicht einverstanden, und wir schieden im Unfrieden. Es war alles nur zu verständlich.” mehr


9783956400933“Paula: Liebesbrief des Schreckens” von Sandra Brandstätter: “Krakeliger Zwiespalt” – “Süddeutsche Zeitung” vom 07.07.2016 (Christoph Haas)

Ein jugendliches Detektivduo forscht im frühherbstlichen Nebel nach einem “Liebesbrief des Schreckens”. Und entdeckt noch etwas Besonderes.

Es ist wie jedes Jahr. Zusammen mit ihren Eltern und ihrer nervigen älteren Schwester, die wirklich gemein zu ihr ist, verbringt die elfjährige Paula die großen Ferien auf dem Campingplatz am See. Sie schaukelt mit ihrer österreichischen Freundin Suse um die Wette und plant, tolle Rätsel zu entwerfen, die sie an die anderen Urlauber verkaufen will. Dann könnten sich die beiden Mädchen so richtig viel Eis leisten! mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Menschliche Abgründe in seichten Gewässern” – “Deutschlandfunk” vom 04.07.2016 (Kai Löffler)

In ihrem neuen Band betrachten Prudhomme und Rabaté, zwei Größen des französischen Comics, den Badestrand als Mikrokosmos der Gesellschaft. Statt sich auf eine oder wenige Figuren zu konzentrieren, schaffen Sie ein Mosaik aus kleinen Einblicken und Momentaufnahmen – und zeigen so die Absurdität von Urlaubsritualen auf.

Mit etwas Sonnenöl auf der Haut auf dem Handtuch liegen und die Augen schließen, während im Hintergrund die Wellen rauschen. Urlaub am Strand ist für so manchen der Inbegriff der Entspannung , die Zeit auf die man sich das ganze Jahr lang freut. Dieser Zeit haben David Prudhomme und Pascal Rabaté ihren neuen Comic gewidmet. mehr


9783956401022“Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” von Barbara Yelin, David Polonsky: “Comics über Zeit und Zeitgeschichte” – “BR – Bayern2″ vom 29.06.2016 (Niels Beintker)

Die neue Bildergeschichte von Barbara Yelin porträtiert die Schauspielerin Hanna Maron, die in Berlin geboren wurde, ins israelische Exil ging und zur Friedenaktivistin wurde. Bilder für eine Figur zu finden, sei immer ein Kennenlernen, sagt Yelin über ihre Arbeit.

Hanna Meierzak, geboren 1923 in Berlin, liebte schon als Kind die Schauspielerei. Sie spielte kleinere Rolle in Stummfilmen, zum Beispiel in Fritz Langs “M”, und stand als “Pünktchen” in einer Kästner-Bearbeitung auf der Bühne des Deutschen Theaters. Doch eine Zukunft in Deutschland war für sie und ihre jüdische Familie mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten vorbei. mehr


9783956400773“Arsène Schrauwen” von Olivier Schrauwen: “Depressingly funny” – “art – das Kunstmagazin” vom 29.06.2016 (Oliver Ristau)

Der flämische Comic-Künstler Olivier Schrauwen gehört zu den innovativsten Akteuren der Szene. Mit der Geschichte seines Großvaters ist ihm ein weiterer Meilenstein gelungen – voller zeichnerischer Experimente und unterhaltsam-zynischer Kuriositäten.

Der flämische Comic-Künstler Olivier Schrauwen, 1977 in Brügge geboren, ist einer der innovativsten Akteure, den die Kunstform Comic innerhalb der letzten Dekade hervorgebracht hat. Und spätestens mit seinem in diesem Jahr auf Deutsch veröffentlichtem Werk “Arsène Schrauwen” (erschienen bei Reprodukt) vollzog sich auch eine Zusammenführung von unterhaltsam-zynischer Kuriosität und experimenteller Darstellungs- und Erzählstruktur. mehr


9783956400742“Rein in die Fluten” von David Prudhomme, Pascal Rabaté: “Prudhomme & Rabaté – Rein in die Fluten” – “Literaturen” vom 26.06.2016

Ein einziger Tag am Strand bringt notgedrungen ganz verschiedene Arten von Menschen zusammen.

Alte, Junge, Kinder, Künstler, Dynamische, reglose Sonnenanbeter und -beterinnen, alte Herren mit Bauch und Hund, hochgeschlossen Gekleidete und ganz Freizügige, ganz grob gesagt: einen passablen Querschnitt der Lebensform Mensch. Einfühlsam, witzig und mit einer fantastischen Beobachtungsgabe führen David Prudhomme und Pascal Rabaté durch den heißen Sand. mehr


9783956400629“Ein letztes Wort zum Kino” von Blutch: “Allerschönste Machwerke” – “Frankfurter Rundschau” vom 23.06.2016 (Christian Schlüter)

Comics von Blutch und Charles Berberian sind eine glühende Hommage an die Kinokunst.

Nach all den Comic-Verfilmungen, die uns in den letzten Jahrzehnten heimgesucht haben, ist es auch mal ganz schön, wenn sich umgekehrt der Comic mit dem Kino beschäftigt. Denn anders als bei den effektreichen Superheldengeschichten, um die es ja zumeist geht, und ihrem totalen Machbarkeitsillusionismus auf der Leinwand, zeigen die papierenen Bildergeschichten stets das fragile Gemacht- und Gewordensein dieser Illusion. mehr


9783956400773“Arsène Schrauwen” von Olivier Schrauwen: “Gezeichnet vom Kolonialismus” – “NZZ” vom 23.06.2016 (Christian Gasser)

In «Arsène Schrauwen» zeigt der Belgier Olivier Schrauwen die Geschichte seines Grossvaters als kolonialen Albtraum. Fernab aller Trends schafft er eine eigene Welt und bleibt dennoch zeitgenössisch.

1947 besteigt der 27-jährige Arsène Schrauwen in Antwerpen einen Passagierdampfer in Richtung Afrika. Was beginnt wie eine klassische Abenteuergeschichte, wird schon nach wenigen Seiten ironisch unterlaufen: Arsène entpuppt sich als Anti-Abenteurer, der sich aus Angst vor Krankheiten, vor Elefantenwürmern, Infektionen und Dieben die meiste Zeit in seine Kajüte einschliesst. In der Kolonie angekommen, wird er von seinem Cousin Roger in Empfang genommen und in einer Hütte auf seinem labyrinthischen Anwesen untergebracht. mehr


Der Tod von Speedy“Der Tod von Speedy” von Jaime Hernandez: “Liebe statt Raketen: Der Comic-Kosmos des Jaime Hernandez” – “SRF” vom 21.06.2016 (Christian Gasser)

1981 läutete Jaime Hernandez eine neue Epoche in der US-amerikanischen Comic-Szene ein. In der Heftreihe «Love and Rockets» zeichnete er lebensnahe Alltagsstories aus der Latino- und Punk-Subkultur von Los Angeles. Jetzt sind zwei Hernandez-Hefte neu auf Deutsch erschienen.

«In unseren Comics zeigen wir unsere Welt», sagt Jaime Hernandez. «Punk, Rock’n'Roll und die mexikanisch-amerikanische Kultur werden gewöhnlich auf Klischees reduziert. Wir hingegen zeichnen sie, wie wir sie wirklich erleben.» mehr


repro_25_rechteck25 Jahre Reprodukt: “Vom Kinderkram zur Hochkultur” – “Deutschlandradio Kultur” vom 20.06.2016 (Franziska Walser)

Vor 25 Jahren galten Comics noch als Kinderunterhaltung. Der Berliner Reprodukt Verlag konzentrierte sich trotzdem auf Bildergeschichten und zeigt bis heute, dass Graphic Novels weit mehr bieten als Superhelden-Schund.

Der Innenhof einer ehemaligen Druckmaschinenfabrik in Berlin-Wedding. Keine malerische Gegend – eher vom Leben gezeichnet. Hier hat der Comcibuchverlag Reprodukt seit 2012 seine Verlagsräume. Bei seiner Gründung war er noch in einem besetzten Haus untergebracht, fest verwurzelt in der Independent Szene. Das spiegelte das Verlagprogramm. Begonnen hat Reprodukt 1991 mit “Der Tod von Speedy”. Gezeichnet und geschrieben von den Amerikanern Gilbert und Jaimie Hernandez. mehr


9783956400834“Running Girl” von Yi Luo: “Erstes bayerisches Literaturstipendium für einen Comic” – “Bayerischer Rundfunk PULS” vom 18.06.2016 (Jasmin Körber)

Yi Luo ist die erste Comiczeichnerin, die ein Literaturstipendium des Freistaats Bayern eingesackt hat! Wir feiern mit ihr, wir sind nämlich riesige Fans von ihrer Graphic Novel “Running Girl”.

Im Kino, im Fernsehen, sie sind überall: Comics. Oder besser: verfilmte Comics. Die amerikanischen Helden kennt fast jeder, aber wenn man mal jemanden fragt: Kennst du eigentlich Comics aus Bayern? – Dann sieht’s düster aus. Dabei haben wir ganz großartige Autoren und Zeichner – zum Beispiel Yi Luo. Gut, das ist etwas geschummelt, die kommt nämlich eigentlich aus China, aber sie lebt schon seit Jahren in Augsburg. Jetzt hat Yi Luo einen Preis eingesackt: ein Literaturstipendium des Freistaats Bayern. Sie ist die allererste Comiczeichnern, die dieses Arbeitsstipendium bekommen hat. mehr


9783956400834“Running Girl” von Yi Luo: “Mit offenen Augen ist es erträglicher” – “Augsburger Allgemeine” vom 17.06.2016 (Birgit Müller-Bardorff)

Die Chinesin Yi Luo hat das Gefühl der Fremdheit in Zeichnungen verarbeitet. Jetzt ist ein Buch daraus entstanden.

Yi Luo ist Chinesin und wenn man sich am Telefon mit ihr unterhält, gibt es keine Verständnisschwierigkeiten. Das war nicht immer so, denn die Erlebnisse von Li sind auch die von Yi. In einem Comic hat die 30-Jährige ihre Erfahrungen in einem anderen Land, ihr Gefühl vom Fremdsein, ihre Einsamkeit thematisiert. Li ist die Protagonistin von „Running Girl“, ihrem ersten Buch, für das Yi Luo jetzt mit einem mit 6000 Euro dotierten Bayerischen Literaturstipendium ausgezeichnet wurde. mehr


repro_25_rechteck25 Jahre Reprodukt: “Der Berliner Comic-Verlag wird 25 Jahre alt – und feiert” – “Berliner Zeitung” vom 16.06.2016 (Jens Balzer)

Ein brillentragender Knabe versucht im Ostberlin kurz vor der Wende, ein subversives Tischtennisturnier zu veranstalten. Ein lebenshungriges deutsches Mädchen verliebt sich im Jahr 1934 in London in einen jungen Prinzen aus der Karibik. Ein kanadischer Trickfilmzeichner wird 2005 durch kapitalistische Outsourcing-Prozesse in ein nordkoreanisches Animationsstudio verschlagen und macht sich in seiner Freizeit daran, die Geheimnisse des rätselhaften Landes zu lüften.

Und das sind nur einige von den Geschichten, die im Berliner Reprodukt Verlag erschienen sind. Die Bücher, in denen man sie findet, heißen „Kinderland“ von Mawil, „Irmina“ von Barbara Yelin und „Pjöngjang“ von Guy Delisle. Sie alle sind kunstvoll erzählt und ersonnen und sorgsam recherchiert oder beides. mehr


repro_25_rechteck25 Jahre Reprodukt: “Subkultur statt Superheld” – “Deutschlandradio Kultur” vom 13.06.2016 (Stephan Karkowsky)

Als die Comicreihe “Love & Rockets” 1982 auf den Markt kam, etablierte das eine neue Erzählform im Comic. Hier ging es nicht um Heldenerzählungen, sondern um Punks, Latino-Gangs und die Subkultur Los Angeles’. Jetzt gibt es eine Neuauflage der Reihe.

Anfang der 1980er- Jahre ins Leben gerufen, hat die Serie “Love and Rockets” bis heute großen Einfluss auf das Comic- und Graphic Novel-Genre. Statt Superhelden waren erstmals im Comic Punks und Latinos die Hauptfiguren und statt um Heldenstorys drehten sich die Geschichten um Subkultur und homosexuelle Beziehungen. mehr


9783956400834“Running Girl” von Yi Luo: “Ein Comic über das Ankommen in einer fremden Kultur” – “jetzt” vom 05.06.2016 (fran)

“Running Girl” erzählt, wie sich eine junge Frau aus Shanghai in Augsburg einfindet.

Yi Luo hat einen Zeichenstil, der auffällt. Wir sagen das hier aus sehr unmittelbarer Erfahrung, denn Yi hat früher für uns gearbeitet (unter dem Künstlernamen Yinfinity). Ist leider schon ein bisschen her und seither hat sie zum Beispiel gerade als erste Comic-Künstlerin überhaupt das Bayerische Literaturstipendium erhalten. Und nun das Buch “Running Girl” herausgebracht. Und weil uns das so gut gefällt, wollen wir euch Bilder daraus zeigen.
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9783956400018“Aya” von Marguerite Abouet: “Schwarz, weiß, bunt” – “Der Tagesspiegel” vom 07.06.2016 (Marie Schröer)

Die Autorin Marguerite Abouet wird oft auf ihre Comic-Seifenoper „Aya“ reduziert. Dabei gibt es von ihr viele weitere Erzählungen zu entdecken – hoffentlich bald auch auf Deutsch.

„Die wunderbare Welt der Marguerite Abouet“, so lautete der Titel der Ausstellung beim Internationalen Comic-Salon, der die Arbeit dieser Autorin würdigte – und der wohl nicht zufällig Assoziationen mit der „fabelhaften Welt der Amelie“ weckt. Das Werk und vor allem die Rezeption des Werkes Abouets vor dieser Folie zu betrachten lohnt sich. Während nämlich Amelies Welt sehr fabelhaft und dabei doch sehr ‚eintönig‘ ist, ist Marguerites Welt nicht nur wunderbar, sondern auch sehr bunt. Das haben sowohl die Werkschau auf der Erlanger Empore als auch die Begegnung mit der Autorin gezeigt, die sich mit dem Tagesspiegel zum Interview traf.mehr


9783956400834“Running Girl” von Yi Luo: “In der Fremde” – “SWR2″ vom 01.06.2016 (Karin Gramling)

Yi Luo ist ein bisschen übermüdet, aber glücklich nach der vielen Arbeit für ihren ersten längeren Comic. Auf den Titel kam sie, weil die junge Chinesin früher in einem japanischen Sushi-Restaurant arbeitete. Immer wieder fragten Gäste nach Running Sushi, den japanischen Häppchen, die auf einem Förderband vorbeifahren.

Yi Luo hat einen größtenteils autobiographischen Comic gezeichnet über das Ankommen in einer fremden Kultur. Sie zeigt mit feinem Humor, wie wenig wir von einander wissen. Im japanischen Sushi-Restaurant arbeiten lauter Chinesen. Beim Chinesen dagegen lauter Vietnamesen. Die Deutschen bemerken die Unterschiede oft nicht.mehr


9783956400773“Arsène Schrauwen” von Olivier Schrauwen: “Olivier Schrauwen: Arsène Schrauwen” – “SWR2″ vom 15.05.2016 (Andrea Heinze)

Belgische Schriftsteller setzen sich immer wieder kritisch mit der Kolonialgeschichte ihres Heimatlandes auseinander. Ein Thema, das nichts von seiner Aktualität verloren hat, weil es bis heute beispielhaft für die Doppelmoral europäischer Staaten steht.

Immer ging es, damals wie heute, um Marktanteile. Menschenwürde? Keine. Welche verheerende Wirkung bis heute die Kolonialpolitik hat, sehen wir täglich an den Konflikten in ehemaligen Kolonialländern, die nun nach Europa getragen werden. Also die literarische Beschäftigung mit der Kolonialgeschichte ist auch immer Aufklärung über die Gegenwart. Im Moment tut dies gerade Olivier Schrauwen mit der Graphic Novel “Arsène Schrauwen”, der der Opa von Olivier Schrauwen war.mehr


9783956400605“Cinerama” von Charles Berberian: “Comic huldigt dem Kino” – “Neue Osnabrücker Zeitung” vom 06.05.2016

Osnabrück. Ein unterhaltsamer Streifzug durch eine etwas andere Geschichte des Kinos ist Charles Berberians Buch „Cinerama“.

Comic-Verfilmungen gibt es viele. Aber Comics über das Kino? Und dann auch noch mit Geschichten über türkische Trashfilme , ägyptische Musicalstars oder Edwige Fenech, die ätherisch schöne Erotik-Königin des italienischen Giallo-Thrillers der 70er ? Das klingt zunächst abseitig, ist aber Gegenstand in „Cinerama“, eines Buches von dem dem französischen Comicautor Charles Berberian geworden. mehr


repro_25_rechteck25 Jahre Reprodukt: “Geldsorgen, Gewichtsprobleme, große Comic-Kunst” – “Spiegel online” vom 28.04.2016 (Jan-Paul Koopmann)

Um Maggie, eine Latina, die Punk hört und an Autos schraubt, ging es in dem “Love and Rockets”-Band, mit dem 1991 Deutschlands wichtigster alternativer Comicverlag startete.

Als der deutsche Comicverlag Reprodukt vor genau 25 Jahren loslegte, da tat er das mit der Übersetzung eines frühen “Love and Rockets” Bandes. Zum Jubiläum im April erscheinen nun eine Neuauflage des Klassikers “Der Tod von Speedy” und zeitgleich der aktuelle Band “Love Bunglers”, auf Deutsch “Liebe und Versagen” betitelt. mehr


9783956400575“In China” von Sascha Hommer: “Der gute Mensch von Sichuan” – “taz” vom 24.04.2016 (Ralph Trommer)

Zwischen den Welten: Sascha Hommers Comic-Reisebericht „In China“ ist ein irritierendes Spiel mit Brechts Verfremdungseffekten.

Der Himmel ist schwarz. Zeichenkohleschwarz. Das Flugzeug kämpft sich beim Anflug auf Chengdu durch krisselige, dunkle Wolken, die die Stadt zu erdrücken scheinen. Der Hamburger Comiczeichner Sascha Hommer verzichtet in seinem Reisebericht „In China“ bewusst auf Farben. Er beschränkt sich auf schwarz-weiß-graue Töne, um die Assoziationen an Smogbilder aus Chinas Großstädten zu verstärken. mehr


9783956400513“Weltraumkrümel” von Craig Thompson: “Ein gezeichneter Kindheitstraum” – “Deutschlandradio Kultur” vom 12.04.2016 (Frank Meyer)

Craig Thompson zählt zu den vielseitigsten und begabtesten Comic-Autoren. Auf ein bestimmtes Genre lässt er sich nicht festlegen. Jetzt hat sich der Science-Fiction-Fan mit seinem neuen Comic “Weltraumkrümel” einen Kindheitstraum erfüllt: ein intergalaktisches Abenteuer.

Der Amerikaner Craig Thompson ist sicherlich einer der vielseitigsten Comic-Autoren seiner Generation. Er hat in “Blankets” eine ungemein berührende Geschichte vom Erwachsenwerden erzählt, in “Habibi” folgte eine Begegnung zwischen christlicher und islamischer Kultur – auf 700 Seiten. In seinem jüngsten Buch “Weltraumkrümel” geht es nun um einen grotesk vermüllten Weltraum. mehr


9783956400773“Arsène Schrauwen” von Olivier Schrauwen: “Im Dschungel mit dem Großvater” – “Deutschlandfunk” vom 07.04.2016 (Tabea Soergel)

Arsène Schrauwen, ein junger Belgier, ist 1947 in die damals belgische Kolonie Kongo aufgebrochen, um sich am utopischen Siedlungsprojekt der “Freedom Town” zu beteiligen. So erzählt es sein Enkel Olivier Schrauwen in der nach dem Großvater benannten Graphic Novel. Dabei taucht man in die fremde Welt der Kolonie und des Dschungels ein.

Ein Mann sitzt allein in einer Hütte im kongolesischen Busch und verliert langsam, aber sicher den Verstand. Sein Vetter, dem er beim Bau einer futuristischen Siedlung helfen soll, hat sich seit Wochen nicht gemeldet. Auch sein einheimischer Hausdiener ist ohne Erklärung verschwunden. Und da die Regenzeit begonnen hat und der Mann nichts mehr fürchtet als die todbringenden Elefantenwürmer, die angeblich das Wasser verseuchen, kann er seinen Unterschlupf nicht verlassen. Gesellschaft leisten ihm nur halbbewusste, fiebrige Fantasien, die ihn in der Einsamkeit heimsuchen. mehr


9783956400711“Eindringlinge” von Adrian Tomine: “Lob der Lücke” – “Süddeutsche Zeitung” vom 14.04.2016 (Thomas von Steinaecker)

“Eindringlinge” zeigt, dass ein schmaler weißer Streifen reichen kann, um emotionale Tiefe zu erzeugen.

Tomines neuester Band “Eindringlinge” erscheint da wie ein Befreiungsschlag. Obwohl jede der sechs “Erzählungen” stilistisch andere Wege geht, wirkt das nicht wie ein Ausprobieren, sondern wie der souveräne Neubeginn eines Künstlers, der sich nun seiner Mittel ganz sicher geworden ist: Mal wird im Stil eines Zeitungscomics erzählt, mal ohne Sprechblasen, mal klassisch in Tomines bekanntem klaren, realistischen Strich, den er zum ersten Mal dezent koloriert hat. mehr


9783956400711“Eindringlinge” von Adrian Tomine: “Die Traurigkeit der Randständigen” – “Jungle World” vom 07.04.2016 (Jonas Engelmann)

Adrian Tomine ist einer der bedeutendsten Comiczeichner der Gegenwart. Seine Kurzgeschichten begeistern durch ihre Subtilität und das Einfühlungsvermögen ihres Schöpfers.

Es fällt mir wirklich nicht leicht, darüber zu reden, aber ich muss es einfach loswerden … Sonst belastet es mich die ganze Zeit und es wird nur noch komischer, wenn ich irgendwann versuche, es zur Sprache zu bringen«, erklärt die Protagonistin in Adrian Tomines Story »Amber Sweet«. mehr


9783956400711“Eindringlinge” von Adrian Tomine“Die nächste Blamage wird die beste!” – “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” vom 08.04.2016 (Friederike Haupt)

Und der nächste Kuss bedeutet was. Oder? Adrian Tomine hat ein weises Comic-Buch gemacht, über Liebe zu sich und anderen.

Bei ihm geht es um Männer und Frauen und wie sie es jemals miteinander aushalten sollen. Darüber wird seit Menschengedenken nicht wenig geschrieben, aber Tomines Buch kommt deswegen jetzt gerade richtig, weil es von der Liebe in Zeiten der gegenwärtigen Megathemen Alleinsein, Feminismus, Zukunftsangst und Irgendwasmitdrogen so erzählt, dass man endlich mal etwas versteht. mehr


9783956400629“Ein letztes Wort zum Kino” von Blutch“Die öffentliche Olympia” – “Süddeutsche Zeitung” vom 07.04.2016 (Fritz Göttler)

Der französische Comic-Autor Blutch folgt in “Ein letztes Wort zum Kino” den großen Linien seiner ganz persönlichen Geschichte des Films und seiner Götter.

Blutch lässt die ewige Faszination des Kinos spürbar werden, aber er erzählt gegen den oberflächlichen Glamour an, seine Erinnerungen sind sperrig, kantig, verzerrt. mehr


9783956400636“Shit Is Real” von Aisha Franz“„Individuell humorvolle Komponente“ – reicht das?” – “faz.net” vom 04.04.2016 (Andreas Platthaus)

Aisha Franz erzählt von der jungen Frau Selma, die gerade von ihrem Freund vor die Tür gesetzt wurde. Über die Verlusterfahrung helfen ihr eine Reihe von Tag- und Nachtträumen, aber das alles ist weitaus assoziativer erzählt, als es zu beschreiben wäre. Wichtig ist, dass Franz ihren bewusst naiv gehaltenen Bleistiftstrich bei den Figuren verfeinert, noch mehr abstrahiert hat und bei den Hintergründen teilweise extremen Detailreichtum einsetzt. mehr


9783956400773“Arsène Schrauwen” von Olivier Schrauwen“Zwei Farben sehen mehr als drei” – “tagesspiegel.de” vom 05.04.2016 (Oliver Ristau)

Eine vordergründig absurd komische Liebesaffäre mit beißender Kritik an patriarchalischen Strukturen und dem Kolonialismus – trauriger kann man sich nicht totlachen.

Es gibt zwei Panels in Olivier Schrauwens mit familiengeschichtlichem Kolorit versehenen Kolonialdrama „Arsène Schrauwen“, die demonstrieren, wie man durch das Hinzufügen kleiner Details seine künstlerische Intention etikettiert und die Mittel des Mediums außerhalb üblicher Konventionen zu neuen Bedeutungsebenen führt. mehr


9783956400513“Weltraumkrümel” von Craig Thompson“Ich begebe mich an düstere Plätze” – “taz” vom 04.04.2016 (Elise Graton)

Comic-Zeichner übers Erwachsenwerden – Craig Thompson im Interview mit Elise Graton.

Acht Jahre alt zu sein, ist nicht immer leicht – Craig Thompson weiß das. Nach abgründigen Storys bringt er mit „Weltraumkrümel“ nun einen Kinder-Comic raus. mehr


9783956400575“In China” von Sascha Hommer: “Viel wunderschöner” – “Süddeutsche Zeitung” vom 14.03.2016 (Thomas Steinaecker)

Vier Monate hat Sascha Hommer “In China” gelebt – seine Eindrücke gibt es jetzt als Comic.

In manchen Szenen stellt sich bei Sascha Hommers neuem Comic ein angenehm absurdes “Lost in Translation”-Gefühl ein; und doch basiert “In China” auf den autobiografischen Erlebnissen des Zeichners und Autors. 2011 half er vier Monate lang einem Freund bei dessen Zeitschrift für Ausländer in Chengdu, einer typischen Großstadt der Volksrepublik im Zeitalter des Turbokapitalismus.
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9783956400575“In China” von Sascha Hommer: “Sprachlos in Chengdu” – “faz.net” vom 29.02.2016 (Andreas Platthaus)

[…] es gibt Einschübe in die autobiographische Erzählung (die Hauptfigur heißt Sascha und kommt für drei Monate aus Hamburg nach Chengdu), in denen Sommer Abschnitte aus Büchern über China, die ihn positiv oder negativ beeindruckt haben, kurz adaptiert, wofür er jeweils ganz andere stilistische Mittel verwendet: Großartig etwa, wie er Hergés „Tim und Struppi“-Band „Der blaue Lotus“ als Dekorgeber für ein ganz anderes Buch nimmt. Oder die sonstigen Seitenraster aufbricht, wenn er klassische chinesische Literatur übernimmt. In diese Einschübe ist sehr viel Überlegung eingegangen.
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“Cinerama” von Charles Berberian und “Ein letztes Wort zum Kino” von Blutch: “Gute Filme, schlechte Filme – Warum man das Kino lieben muss” bei “n-tv.de” vom 27.02.2016 (Markus Lippold):

Auf der einen Seite: eine billige “Star Wars”-Kopie aus der Türkei. Auf der anderen Seite: Hollywood-Klassiker mit Burt Lancaster und Marilyn Monroe. Zwei Comics feiern die absurde, großartige, verdammte Welt des Kinos.

Wo sich Berberian mit seinem Buch in die bunte Welt der B-Filme stürzt und diese feiert, analysiert Blutch eher subtil weltberühmt gewordene Kinobilder. In einer seltsamen Umkehr entspricht das Buch über die internationalen Billigproduktionen eher der Effekthascherei des Mainstream-Kinos, während das Buch über Hollywood eine kluge Reflexion ist. Ihre Berechtigung haben aber beide – der Trash und die Hochglanzproduktion. Dafür muss man das Kino lieben. Egal, wie alt man ist.
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Kleiner Strubbel“Kleiner Strubbel: Der Yeti hat den Blues” von Céline Fraipont und Pierre Bailly: “Murmeltiermusik” – “Süddeutsche Zeitung” vom 18.02.2016 (Christoph Haas):

Das neue Abenteuer bringt den kleinen Stubbel in die Welt des Yetis, der ihn aus Liebe fast umbringt.

“Kleiner Strubbel” ist ein Comic, der ganz auf Worte verzichtet. Diese sind auch nicht nötig, denn die Bilder können in den Kontrasten, die sie setzen, alles alleine erzählen. Winzig und schwarz ist Strubbel, der Yeti dagegen ein weißer Fellberg. Die Murmeltiere kommen eher cool daher, während die naiv-empfindsame Seele des Yetis aller Freude und Traurigkeit, allem Übermut ungehemmt Ausdruck verleiht.
Für ganz junge Leser gibt es auf dem deutschen Comic-Markt nichts Besseres.
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9783956400360“Mister Wonderful” von Daniel Clowes: “Mister Wonderful: Es gibt Hoffnung in der Krise” – “Die Presse” vom 06.02.2016 (Christoph Huber):

Mit dem Breitwand-Comic “Mister Wonderful” legt “Ghost World”-Schöpfer Daniel Clowes eine bewährt sarkastische und letztlich doch hinreißende “Midlife-Romanze” vor.

Gegen die grassierende Midlife-Crisis hilft nur der Traum einer „Midlife-Romanze“, wie es im Klappentext heißt. (Die deutsche Edition, liebevoll bis ins hier so entscheidende Handlettering, ist beim Clowes-Stammverlag Reprodukt erschienen.) Bei Clowes heißt das Prinzip Hoffnung allerdings auch: keine romantischen Verklärungen oder sentimentalen Klischees, sondern Überzeugungskraft durch treffsichere, in jeder Hinsicht pointierte Details.
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9783956400339-354x500“Die Heimatlosen” von Paco Roca: “Die Freiheitskämpfer ohne Heimat” – “Die Presse” vom 26.01.2016 (Christoph Huber):

Paco Rocas großes Geschichtsepos „Die Heimatlosen“ setzt den vergessenen Helden aus dem Spanischen Bürgerkrieg, der sich heuer zum 80. Mal jährt, ein spätes Denkmal.

Abgesehen von seiner künstlerischen Qualität und der stimmigen Erzählung ist Rocas Buch auch als Geschichtslektüre hochwillkommen: Zwar hat er im Schicksal seines Miguel viele Figuren und Ereignisse verdichtet, aber mit historischer Sorgfalt hat er trotzdem ein kaum beachtetes Kapitel des demokratischen Kampfes der Vergessenheit entrissen. mehr


9783956400643-500x500“The Singles Collection” von Mawil: “Singles und Paarbeziehungen” – “Neue Zürcher Zeitung” vom 22.01.2016 (Christian Gasser):

Mawils Beobachtungsgabe paart sich mit einer beschwingten Leichtigkeit in Zeichnung und Text. Die Seiten wirken spontan und schnell hingeworfen, Mawil spielt mit Stilen, Techniken, Material und Papier, er experimentiert und riskiert einiges und erfindet sich immer wieder neu. Damit reflektiert «The Singles Collection» sowohl die Fragmentierung des urbanen Alltags als auch den formalen Reichtum des Comics. mehr


9783956400599-319x400“Ariol” von Emmanuel Guibert und Marc Boutavant: “Eseleien im Geheimen” – “www.freiepresse.de” vom 21.01.2016 (Tim Hofmann):

Die Mini-Reihe “Ariol” gehört zu den besten europäischen Kindercomics und ist in ihrer französischen Heimat ein Hit.

Der herzige Ariol-Humor lebt von den vermenschlichten Tierfiguren und ihrem coolen Zeichenstrich: Einfach und bunt, aber nicht designermäßig artifiziell, sondern kindperfekt. Schwächen von Erwachsenen wie Kindern werden so ausgesprochen hübsch karikiert, ohne ins Absurde anderer Comics verbogen zu werden. Das verleiht Ariol einen Charme wie den Peanuts oder dem kleinen Nick. mehr


9783956400513“Weltraumkrümel” von Craig Thompson:
“Ein größeres Boot für den weißen Hai!” – “sueddeutsche.de” vom 12.01.2016 (Christoph Haas)

Craig Thompsons neuer Comic “Weltraumkrümel” verbindet schwungvoll Zeitkritik und Space Opera.

“Weltraumkrümel” ist zunächst einmal eine überaus schwungvolle Space Opera, mit allem, was dazugehört. Es gibt rasante Kämpfe und Verfolgungsjagden sowie einen bunten Schwarm abenteuerlich aussehender Aliens; dazu fehlt es nicht an augenzwinkernden Anspielungen auf “Der weiße Hai” – “Wir brauchen ein größeres Boot!” -, auf “Star Wars” und “Battlestar Galactica”.
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9783956400506-377x500“Petit – Riesen wie Götter” von Bertrand Gatignol und Hubert:
“Wo Menschen als Leibspeise gelten” – “Deutschlandradio Kultur” vom 11.01.2016 (Frank Meyer):

Mit ihrer Graphic Novel “Petit – Riesen wie Götter” führen der französische Zeichner Bertrand Gatignol und Autor Hubert ihre Leser in eine faszinierende Welt der Riesen – und erschaffen eine vielseitig deutbare Parabel über Macht und Größenwahn.

Wie auch immer man Huberts und Gatignols “Petit” versteht, die expressiven Bilder dieser Graphic Novel bekommt man lange nicht aus dem Kopf. mehr


9783956400506-377x500“Petit – Riesen wie Götter” von Bertrand Gatignol und Hubert:
“Zum Fressen klein” – “Süddeutsche Zeitung” vom 08.01.2016 (Christoph Haas):

Der Comic “Petit” ist eine düstere Variation des Märchens vom kleinen Däumling, eine satirische, antifeudalistische Parabel.

Ähnlich der amerikanischen Fantasy-Serie “Mouse Guard”, wo anthropomorphe Mäuse sich in einer feindlichen Umwelt zu bewähren haben, vermag “Petit” dem Gegensatz von Groß und Klein jedoch immer wieder sehr eindrucksvolle Bilder abzugewinnen, sei es durch geschickte Perspektivierung, sei es durch Szenen, in denen, wie David über Goliath, der scheinbar Unterlegene mit Kühnheit und List über seine Widersacher triumphiert. mehr


9783956400452-357x500“Palatschinken” von Alessandro Tota und Caterina Sansone:
“Dame spielen mit dem Besenstiel” – “wienerzeitung.at” vom 06.01.2016 (Michael Brake)

Interessant sind die Erinnerungen nichtsdestoweniger, vor allem dort, wo es um die Bewältigung und Ausgestaltung des Alltags und des Mangels geht. Etwa wenn Elenas Vater Guerrino, nachdem er keine Schachpartner findet, aus einem Besenstiel Damesteine schnitzt, wenn er der Familie ein Plumpsklo baut. Ein besonders tiefer Einblick gelingt Sansone und Tota dabei ins Leben im Flüchtlingslager von Neapel. mehr


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Graphic Novel ‘Ein Sommer am See’: Ein Meisterwerk wie von Proust” – “rollingstone.de” vom 31.12.2015 (Thomas Hummitzsch)

Liebe, Strand, Erinnerung: Die Kanadierinnen Jillian und Mariko Tamaki haben den besten Comic des Jahres geschrieben.

Mit “This One Summer” legen die Tamaki-Cousinen nicht nur eine grandiose Coming-of-Age-Erzählung vor, sondern sie werfen mit den Augen der beiden Teenager einen anthropologischen Blick auf die Welt der Erwachsenen, der die Widersprüche ihres Daseins geradezu greifbar macht. mehr


9783956400513“Weltraumkrümel” von Craig Thompson:
“Mögen die ‘Weltraumkrümel’ mit dir sein” – “n-tv.de” vom 19.12.2015 (Markus Lippold)

Nach seinen beiden umfangreichen, schwarz-weiß gehaltenen Werken legt Thompson diesmal ein chaotisches, buntes Abenteuer vor, das am ehesten noch an seinen Erstling “Mach’s gut, Chunky Rice” erinnert. Schließlich tauchen hier wie dort Fantasiefiguren in Tiergestalt auf. Doch Thompson geht noch einen Schritt weiter – er setzt erstmals auf Farbe: Für die Kolorierung sorgte Dave Stewart, der etwa für seine Arbeit an “Hellboy” vielfach preisgekrönt wurde. Seine leuchtenden Farben zwischen giftgrünem Schleim und dunkelblauem Weltall passen zu den turbulenten Abenteuern der Helden. mehr


9783956400513Weltraumkrümel” von Craig Thompson und “Q-R-T: Der neue Nachbar” von Ferdinand Lutz:
“Zwei Comics, ein Thema – Shitstorm im Weltall” – “taz.de” vom 18.12.2015 (Ralph Trommer)

Unendliche Weiten: ein Blick auf die Comics “Weltraumkrümel” von Craig Thompson und Ferdinand Lutz’ “Q-R-T: Der neue Nachbar”.

Beide Comics verzichten auf übliche Science-Fiction-Klischees und bieten (trotz mancher allzu irdischen Einfälle: Q-R-T liebt Computerspiele, Elliot kennt die Bibel) jungen Lesern Anregungen für einen neuen Blick auf den eigenen Planeten. mehr


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Im Dazwischen von Kindheit und Jugend” – “literaturkritik.de” vom 03.12.2015 (Anna Stemmann)

Mariko und Jillian Tamakis Comic “Ein Sommer am See” entfaltet eine atmosphärische Milieustudie ‘der’ einen Sommerferien.

“Ein Sommer am See” schöpft aber auch die formalen Mittel des Comics voll aus: So spielen die Zeichner mit Panelgrößen, dem Seitenaufbau, sich auflösenden Rahmen, Einstellungen und Perspektiven im Bild, in denen sich immer wieder Erinnerungen und erzählte Gegenwart überlagern und die äußere Form mit den Ereignissen der Handlung korrespondieren lassen. Gerade die Verbindung aus solchen bildsprachlichen Arrangements, der doppelten erzählerischen Perspektive und dem Thema des entwicklungspsychologischen Übergangs wird mit den ästhetischen Mitteln des Comics sehr gelungen realisiert. Der latente Zustand des Dazwischen-Seins – nicht mehr Kind, aber auch noch nicht ganz erwachsen – erfasst einzig der englische Originaltitel noch treffender: “This One Summer”. mehr


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“Weltraumkrümel” von Craig Thompson:
“Weltraum-Tour-de-farce” – “FAZ” vom 16.11.2015 (Andreas Platthaus)

Die überbordende Detailfülle seiner oft wieder ineinander greifenden oder komplex verschachtelten Panels ist stets motiviert, und es macht einen Heidenspaß, sich von den Eigenschaften seiner phantastischen Weltraumfahrzeuge oder -siedlungen immer wieder neu überraschen zu lassen, obwohl die dann scheinbar spontan hervorgezauberten technischen Einrichtungen schon Dutzende von Seiten zuvor graphisch angedeutet wurden. Hier ist ein extrem kluger Zeichner am Werk, der in seiner Phantasiewelt stets die Kontrolle behält. mehr


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“Weltraumkrümel” von Craig Thompson:
“Wo Wale Planeten fressen” – “Deutschlandradio Kultur” vom 11.11.2015 (Frank Meyer)

Weltraumkrümel” ist eine heitere Dystopie, die Geschichte einer sozial unbarmherzig getrennten Gesellschaft in einem gnadenlos vermüllten Universum. Der amerikanische Zeichner und Autor Craig Thompson zeigt hier wieder seine ganze Klasse.

Craig Thompson hatte offensichtlich großen Spaß daran, alle möglichen spacigen Visionen zu zitieren, Elemente aus “Star Wars”-Filmen, “Raumschiff Enterprise” und “Blade Runner”. Thompson überbietet alle diese Welterfindungen noch mit seinen aus Tierknochen, alten Dampfmaschinen und futuristischem Design zusammengeschraubten Fahrzeuge, die er in kräftigen Farben und auf sehr abwechslungsreich gestalteten Seiten gezeichnet hat. mehr


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“Die Heimatlosen” von Paco Roca:
“Vergessene Helden” – “Tagesspiegel” vom 10.11.2015 (Andrea Heinze)

In seinem Comic “Die Heimatlosen” arbeitet Paco Roca ein verdrängtes Kapitel der Zeitgeschichte auf. Dafür verknüpft der Spanier virtuos Gegenwart und Vergangenheit sowie Realität und Fiktion.

Die Soldaten der “La Nueve” werden inzwischen in Spanien geehrt. Dass deren Schicksal nicht mehr Vergessen ist, ist auch ein Verdienst des Comics „Die Heimatlosen“. Paco Roca würdigt darin die spanischen Kämpfer im zweiten Weltkrieg, in dem er Ihnen eine Geschichte gibt. mehr


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“Weltraumkrümel” von Craig Thompson:
“Weltraumkrümel von Craig Thompson Comic Kritik” – “Huffington Post” vom 04.11.2015 (Oliver Lippert)

Die Geschichte von Craig Thompson, die in “Weltraumkrümel” erzählt wird, verbindet auf elegante Art und Weise Moral, Freundschaft, Liebe und Loyalität zu einem Rundumpaket, was man immer dabei haben sollte, um es denen zu geben, die einem nahe stehen oder von denen man möchte, dass sie es tun oder auch als Zeichen von Wertschätzung. Ach, es gibt da so viele Möglichkeiten und hier werden einige gezeigt. Ein tolles, sehr flüssig zu lesendes und spannendes Werk. mehr


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“Roses Lächeln” von Sacha Goerg
“ROSES LÄCHELN – Ein eiskalter Krimi voller Wärme” – “Comic.de” vom 28.10.2015 (Christian Endres)

“Roses Lächeln” ist einer dieser Krimis, deren Story von gut funktionierenden Figuren-Klischees profitieren und durch sie keinerlei Schaden nehmen. Im Gegenteil: Beim Lesen sorgen sie inmitten von Gefühlen, Lügen, Angst, Panik, Verzweiflung, Kälte, Blut und sogar Folter für Sympathie und Wärme – für eine feste Verbindung zu den Protagonisten. Den Rest erledigen die außergewöhnlichen Zeichnungen, die stimmungsvolle Farbgebung und das exzellente Storytelling, also der ganze visuelle Ansatz und Flow der Geschichte. mehr


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“Zuckerschädel” von Charles Burns:
“Tim im Reich der Urängste” – “Spiegel Online” vom 19.10.2015 (Andreas Borcholte)

Er versuche stets, “diese starke, kindliche Verknüpfung von Emotionen und visuellen Eindrücken”, über die man als Erwachsener nicht mehr verfüge, wieder herzustellen, erklärt Burns. Mit der “X”-Trilogie hat er diese große Freispielzone der Psyche, wo Sprechanlagen-Schlitze zu weit offenen Pforten der Wahrnehmung werden, erneut betreten. Und nimmt uns als Leser mit auf seinen faszinierenden Trip ins Reich der Urängste. mehr


roca1 “Die Heimatlosen” von Paco Roca:
“Vergessene Helden” – “taz” vom 24.09.2015 (Ralph Trommer)

Paco Roca hat fünf Jahre an seinem Comic gearbeitet. Es handelt von spanischen Widerstandskämpfern im Zweiten Weltkrieg.

Trotz ihrer Beteiligung am Sieg der Alliierten war den La-Nueve-Kämpfern ein tragisches Schicksal beschieden, denn sie motivierte vor allem die Hoffnung, dass die Streitkräfte nach der Befreiung Frankreichs und Deutschlands auch Spaniens Faschismus militärisch ein Ende setzen würden. Doch die Alliierten hatten kein Interesse, einen alten Krisenherd wieder aufflammen zu lassen. Die Spanier mussten Exilanten bleiben, um politischer Verfolgung in der Heimat zu entgehen.

Paco Rocas Graphic Novel setzt ihnen ein angemessenes Denkmal, das jedes heroische Pathos vermeidet. mehr


9783956400254 “Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Der Kuss im Fernglas” – “sueddeutsche.de” vom 21.09.2015 (Christoph Haas)

Die problematischen Eltern und die scheue erste Liebe, die Grenzerfahrungen und der Reiz des Verbotenen: alle diese Motive sind vertraut. Und dennoch ist “Ein Sommer am See” eine begeisternde Lektüre. Denn wie hier erzählt wird, das zeugt von großem Können und lässt das Bekannte in einem anderen Licht erstrahlen. Für die körperliche und seelische Übergangsphase, in der Rose sich aufhält, finden Mariko und Jillian Tamaki wunderbar treffende Bilder, deren tiefere Bedeutung stets unaufdringlich bleibt. mehr


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Smells like teen spirit, aber mit Veilchenduft” – “FAZ” vom 17.08.2015 (Andreas Platthaus)

Machen wir doch einfach so weiter, es hat ja Charme, und genug Auswahl ist auch da. Also hier die Fortsetzung meiner kleinen Folge von Einträgen zu Comics, die sich den Werken von Autorinnen widmen. Diesmal aber geht es wieder weg aus Deutschland, über den Atlantik in die Vereinigten Staaten, w zwei kanadische Cousinen ein wahrhaft dickes Ding zustande gebracht haben: “This One Summer”, gerade auf Deutsch als “Ein Sommer am See” erschienen bei Reprodukt, 320 Seiten stark (wobei der Band noch dicker wirkt, aber das liegt am verwendeten Papier, auf dem die monochrome blaugraue Zusatzfarbe besonders gut zur Geltung kommt). weiter


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Preisgekrönte Graphic Novel: Der Sommer des Erwachsenwerdens” – “spiegel.de” vom 13.08.2015 (Moritz Piehler)

Wenn die Pubertät ihre langen Schatten wirft: Die ausgezeichnete Graphic Novel “Ein Sommer am See” beschreibt die Geschichte einer Mädchenfreundschaft und eines letzten Kindheitssommers – Nostalgie inklusive.

Stundenlang nur dem Wellenschlag des Wassers lauschen, das erste Mal verknallt sein, in lauen Nächten spät aufbleiben – jeder erinnert sich an diesen einen Sommer, an den Urlaub, in dem die Kindheit in die Pubertät umschlug, plötzlich andere Perspektiven auftauchten und die ehemals geliebten Kindheitsrituale ungeduldig abgestreift wurden. weiter


9783956400278Donjon 111: Das Ende des Donjon” von Lewis Trondheim:
“Bye-bye, Donjon” – “Die Welt” vom 11.08.2015 (Timur Vermes)

Zum Ende der Fantasy-Festung: Eine Hommage auf die 36-teilige Kriegerparodie

So, das war’s. Nach 36 Bänden ist Schluss mit dem “Donjon”. Beziehungsweise: Jetzt geht’s erst richtig los. Erstmals kann man den kompletten Zyklus der Franzosen Lewis Trondheim und Joann Sfar hintereinander weglesen, chronologisch korrekt. Oder auch in der mindestens genauso reizvoll-konfusen Original-Erscheinungsreihenfolge, die die Geschichte an drei Zeitsträngen entlang erzählt und sich dennoch nicht verheddert. mehr


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“All die Momente einer Jugend” – “nordbayern.de” vom 04.08.2015 (Björn Bischoff)

Die Eltern von Rose fanden sie in einer Tiefkühltruhe. Zumindest behauptet das ihr Vater. Windy kennt ihre leiblichen Eltern nicht. Sie ist adoptiert. In “Ein Sommer am See” erzählen die beiden kanadischen Künstlerinnen Mariko und Jillian Tamaki die Geschichte der beiden befreundeten Mädchen – irgendwo zwischen Coming-Of-Age-Story, Kleinstadtdrama und Sommernachtstraum.

Unter der Oberfläche schlummert eine ganz eigene Welt. Das weiß jeder, nachdem er unter Wasser zum ersten Mal die Augen öffnet. Sieht. Versteht. In ihrem Comic “Ein Sommer am See” fangen die beiden Cousinen Mariko und Jillian Tamaki genau diese Momente im Leben von Rose und Windy ein, den beiden Mädchen, die sich jedes Jahr in Awago Beach sehen, seit sie sich erinnern können. weiter


9783943143829“Mein schlecht gezeichnetes Leben” von Gipi:
“Reduzierte Sezierung” – “Titel Kulturmagazin” vom 29.07.2015 (Christian Neubert)

In ›MSGL – Mein schlecht gezeichnetes Leben‹ lässt Gipi tief in seine bewegte Biographie blicken – mit Bildern, da widerspricht Christian Neubert dem italienischen Comic-Künstler, die gar nicht mal so schlecht sind.

In den Achtzigern hießen Helden Schwarzenegger und schossen scharf. In den Neunzigern hießen sie Cobain und kultivierten ihre Selbstzweifel. Postmoderne Helden brauchen vor allem Bodenständigkeit. Entsprechend sind Helden der Gegenwart Leute wie Du und ich, Menschen, denen man in der Nachbarschaft begegnet. weiter


9783956400339“Die Heimatlosen” von Paco Roca:
“Graphic Novel über spanische Antifaschisten: Der Griesgram war ein Held” – “Spiegel Online” vom 29.07.2015 (Moritz Piehler)

Um eine Graphic Novel von der Idee bis zum fertigen Buch zu bringen, braucht es unendliche Geduld und aufwendige Recherchen. Manchmal kommt dabei aber ein wahrer Schatz zutage und es gelingt, Geschichten zu erzählen, die sonst verloren und vergessen wären.

Mit “Die Heimatlosen” hat Paco Roca einen solchen Schatz gehoben. Er erzählt die Geschichte der spanischen Bürgerkriegssoldaten, die im Zweiten Weltkrieg ihren Kampf gegen den Faschismus weiterführten. weiter


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Das Ende der endlosen Ferien” – “Die Welt” vom 26.07.2015 (Peter Praschl)

Warum sind alle großen Sommer von Traurigkeit durchzogen? Und was fühlen Mädchen an der Grenze zum Frausein? Die Graphic Novel “Ein Sommer am See” erzählt davon.

Rose und Windy sind Ferienfreundinnen. Jedes Jahr verbringen sie ein paar Wochen am Avago Beach, wo ihre Eltern Sommerhäuser haben. Wie alt die beiden sind, wird in Mariko und Jillian Tamakis Graphic Novel “Ein Sommer am See” (Reprodukt, 29 Euro) nicht gesagt; vielleicht elf oder zwölf. Windy, die etwas jüngere, fragt sich, wie es sein wird, wenn sie endlich Brüste hat; Rose ist ein wenig in den Jungen verschossen, der im Drugstore bedient, in dem sie Süßigkeiten kaufen und Horror-DVDs ausleihen. weiter


9783956400209Die Verschiebung” und “Blast 4” von Marc-Antoine Mathieu und Manu Larcenet:
“Französische Comics: Ohne Worte – alles gesagt” – “Die Presse” vom 25.07.2015 (Christoph Huber)

Die gefeierten Zeichner Marc Antoine-Mathieu und Manu Larcenet legen neue Meisterwerke vor. Von den absurden zu den letzten Dingen.

Dass der Franzose Marc-Antoine Mathieu international gefeiert wird, hat einen guten Grund. Seine zeichnerische Brillanz ist unbestritten, und als Erfinder von unglaublichen Geschichten ist er nicht minder versiert, aber seine Kunst ist so originär (und originell), dass man ihm unrecht täte, wollte man ihn bloß als Comic-Zeichner oder -Autor vorstellen – er ist ein Comic-Schöpfer im wahrsten Sinn des Wortes. Er versucht immer aufs Neue, ein perfektes Verhältnis von Inhalt und Form zu entwickeln, und sprengt regelmäßig die Grenzen dessen, was man in diesem Medium für möglich hielt. weiter


9783956400278Donjon” und “Ralph Azham” von Lewis Trondheim:
“Fantasy muss gefährlich sein” – “taz” vom 23.07.2015 (Ralph Trommer)

Der französische Autor erklärt, warum es im Comic Tragik und Gemetzel geben muss und warum die legendäre Reihe „Donjon“ zum Ende kommt.

“Der in Montpellier lebende Comiczeichner Lewis Trondheim steht – wie der klassische Donald-Duck-Zeichner Carl Barks – auf Enten. Sowohl in der Fantasyreihe “Donjon”, die der Franzose zusammen mit dem befreundeten Zeichner und Filmregisseur Joann Sfar konzipierte, als auch in seiner eigenen Reihe „Ralph Azham“ hat jeweils ein Enterich die Hauptrolle inne. weiter


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Wie man in den Ferien erwachsen wird” – “Deutschlandradio Kultur” vom 22.07.2015 (Christian Rabhansl)

Rose und ihre Ferienfreundin diskutieren am Strand die Größe ihrer Brüste. Sie beobachten die Jungs und schauen abends heimlich Gruselfilme. Gleichzeitig erlebt Rose, wie ihre Familie zerfällt. Das kanadische Künstlerduo Mariko und Jillian Tamaki erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte auf künstlerisch hohem Niveau.

Rose ist kein Kind mehr, aber auch noch lange keine Frau. Sie verbringt den Sommer – wie “eigentlich schon immer” – mit ihren Eltern im Ferienhaus am See. Dort trifft sie – ebenfalls wie immer – ihre eineinhalb Jahre jüngere Ferienfreundin Windy.

Alles scheint alles wie immer. Und doch: Wie es sich für eine Coming-of-Age-Geschichte gehört, wird Rose sich verändert haben, wenn ihre Familien wieder abreisen. weiter


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Erwachsenwerden in den Sommerferien” – “intro” vom 21.07.2015 (Julia Brummert)

Im Graphic Novel »Ein Sommer am See« von Mariko und Jillian Tamaki sind die Ferien der Rahmen für eine Coming-Of-Age-Geschichte, die gleichzeitig Melancholie wie Optimismus weckt. Die Idee ist nicht neu, aber wunderschön umgesetzt.

Awago Beach ist ein Sehnsuchtsort, mit lokalen Spezialitäten, die nur in den Ferien gut schmecken und ein Ort, an dem “…das Bier an Bäumen wächst und jeder bis 11 Uhr schlafen kann”, wie Roses Vater zu sagen pflegt. Rose und ihre Familie fahren jeden Sommer nach Awago Beach. So lange schon, dass Rose dort eine Ferienfreundin namens Windy hat und jeder Sommerurlaub ein Meilenstein im Leben wird. Der Punkt im Jahr, an dem man innehält und überlegt: Was hat sich in den zwölf Monaten hier geändert? weiter


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Diese Graphic Novel gehört in jedes Kinderbuchregal” – “Kölner Stadt-Anzeiger” vom 16.07.2015 (Christian Bos)

Die Graphic Novel “Ein Sommer am See” folgt zwei Freundinnen an den Rand der Pubertät. Auch für Erwachsene ist sie ein Vergnügen, Pubertierende werden aber einen besonderen Spaß daran haben.

“Weißt du noch, die Sandburg letztes Jahr?”, fragt Windy. Beidarmig hält sie ihr Handtuch hoch, lässt es im Wind wehen. “Ja”, sagt Rose. “Wir sollten wieder eine bauen.” “Ja, vielleicht”, Rose bückt sich nach einem Kiesel oder einer Muschel am Strand. Windy schwingt ihr Handtuch. “War’n Witz.” weiter


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Erwachsen werden – oder halt nicht” – “n-tv.de” vom 12.07.2015 (Markus Lippold)

Jeder Sommer ist gleich. Bis man erwachsen wird und die Jungs entdeckt. Rose stellt dabei ihre Freundschaft zu Windy auf die Probe.

Bücher und Filme über das Erwachsenwerden sind längst zu einem eigenen Genre geworden. Unter dem Label “Young Adult” richten sie sich oft an die Altersgenossen der Protagonisten. Doch auch Erwachsene sollten manchmal einen Blick riskieren, etwa bei “Ein Sommer am See”. Der großartige Comic der kanadischen Cousinen Mariko und Jillian Tamaki hat erst am Freitag mit dem Eisner-Award einen der wichtigsten Comicpreise der Welt erhalten. Passenderweise erscheint er nun auf Deutsch bei Reprodukt. weiter


9783956400254“Ein Sommer am See” von Jillian Tamaki und Mariko Tamaki:
“Abschied von der Kindheit” – “Deutschlandfunk” vom 06.07.2015 (Kai Löffler im Gespräch mit Thekla Jahn)

Zwei Mädchen springen ins Wasser und die Kühle der Fluten ist fast mit den Händen greifbar: Schon das Cover des neuen Comics “Ein Sommer am See” verspricht Abkühlung mit Wohlfühlfaktor – bis man den Einband öffnet.

In den USA und Kanada ist “Sommer am See” des Autorinnen-Duos Mariko und Jillian Tamaki bereits mit Preisen überschüttet worden. Denn im Gegensatz zu den meisten Comics ist “Sommer am See” kein knallbuntes Spektakel, sondern die leise und abgeklärte, zuweilen melancholische Schilderung des Erwachsenwerdens, meint Kritiker Kai Löffler. weiter


9783956400230“Blast 4: Hoffentlich irren sich die Buddhisten” von Manu Larcenet:
“Kaltes Blut” – “Der Tagesspiegel” vom 03.07.2015 (Thomas Hummitzsch)

Das Unvorstellbare vor Augen führen – bis zum bitteren Ende: Mit dem vierten Band führt der Comicautor Manu Larcenet seine phänomenale Erzählung „Blast“ zu einem Finale, das seinesgleichen sucht.

Wer ist dieser Polza Mancini wirklich? Ist er tatsächlich ein eiskalter Mörder, dem es gelingt, seine Brutalität hinter einer Fassade aus Naivität, Verwahrlosung und Selbstaufgabe zu verstecken? Dies zumindest vermuten die beiden Ermittler, deren Namen bis zum Abschluss der „Affäre Mancini“ unbekannt bleiben. Oder ist der korpulente, aber agile Mancini nicht doch nur ein harmloser Aussteiger, der sein Glück in der Naturflucht sucht, dabei aber immer wieder mit den Abgründen unserer Zeit konfrontiert wird und sich gegen diese zur Wehr setzen muss? weiter


Nostalgia_Cover_Minou.inddMister Nostalgia” von Robert Crumb:
“Comix, Sex und Blues” – “Wiener Zeitung” vom 21.06.2015 (Martin Reiterer)

Der 1943 geborene Robert Crumb begann seine Laufbahn mit obszönen “Underground-Comix”. Heute ist er eine Ikone der Comic-Kultur.

San Francisco, Ecke Haight Street/Ashbury Street, Frühjahr 1968: Ein junger Mann mit Hippiebrille bietet seine Babys aus einem Kinderwagen feil: “ZAP Comix”-Hefte. Naja, noch sind es Comic-Hefte, neben ihm steht seine hochschwangere Frau, es eilt vielleicht. Gut 20 Jahre später hat Papa Crumb diese Szene gezeichnet: “Und so wurde eine Legende geboren…” weiter


9783956400216

“Richtung” von Marc-Antoine Mathieu: “Manchen Betten ist nicht zu trauen” – “Süddeutsche Zeitung” vom 14.06.2015 (Christoph Haas)

Vorsicht vor der “Traum-Zeit-Entkoppelung”: Marc-Antoine Mathieu ist ein experimentierfreudiger Formalist, auch in “Richtung” und “Die Verschiebung” testet der Comic-Künstler die Möglichkeiten der Neunten Kunst aus.

Julius braucht ein neues Bett. Den Händler, den er aufsucht, weiß um die Probleme seiner Kunden: Es wird zu viel geträumt und zu heftig; da gehen Matratzen kaputt, und Rahmen verbiegen sich. Als Julius sich auf einem niederlässt, erhebt es sich mit ihm in die Lüfte – wie es schon dem kleinen Nemo in Winsor McCays klassischem Zeitungscomic ergangen ist. Die Folgen sind dramatisch. weiter


9783956400377“Lehmriese lebt!” von Anke Kuhl: “Zum Leben erwacht” – “Süddeutsche Zeitung” vom 11.06.2015 (Christoph Haas)

Die Illustratorin Anke Kuhl erzählt die Geschichte des Golems in ihrem Comic neu, ohne auf die mythologischen Wurzeln einzugehen.

Riesig ist er und verfügt über erhebliche Körperkräfte. Einen ausgewachsenen Baum reißt er einfach mal so aus dem Boden. Sicher auf den Beinen ist er aber nicht. Schon das Aufstehen bereitet ihm Schwierigkeiten. Die Knie drückt er durch; die Arme rudern; sein Gehen ist eher ein Stolpern. Mit seinem wuchtigen, plumpen Körper wirkt er wie eine überdimensionierte Ausgabe der Hefe-Weckmänner, die Mütter früher gern zu Nikolaus backten. weiter


9783956400339Die Heimatlosen” von Paco Roca: “Die Wiederentdeckung eines Freiheitskämpfers” – “Deutschlandradio Kultur” vom 06.06.2015 (Frank Meyer)

Paco Roca erzählt in seiner Graphic Novel “Die Heimatlosen” die Geschichte eines spanischen Kämpfers. Der Comicautor zeigt den Republikaner Miguel Ruiz mitten im Zweiten Weltkrieg – und als alten Mann, der auf diese Vergangenheit zurückschaut.

Paco Roca ist einer der interessantesten spanischen Comicautoren. Ein großer Erfolg war sein Buch “Kopf in den Wolken” über das Leben mit Altersdemenz. Für seine nächste Graphic Novel “Die Heimatlosen” wurde Roca beim Internationalen Comic-Festival in Rom mit dem Gran Premio Romics ausgezeichnet. Das Buch bezieht sich auf den spanischen Bürgerkrieg, der Roca schon früher beschäftigt hat, wie inzwischen auch viele andere spanische Comickünstler. weiter


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“Blast 4: Hoffentlich irren sich die Buddhisten” von Manu Larcenet: “Dicke sind zu dick zum Fliehen” – “Die Welt” vom 30.05.2015 (Timur Vermes)

Unterwegs in den Abgrund einer armen Seele: Manu Larcenets Graphic Novel “Blast” erzählt vom traurigen Riesen Polza.

Polza ist widerlich. Er ist grenzenlos fett, er schwitzt, er trinkt, und es gibt wenig Abstoßenderes, als ihm dabei zuzusehen, wie er Unmengen von Schokoriegeln in sich hineinstopft. Gegen “Funky chocolat”, seine Lieblingsmarke, eine Art Torpedo aus Fett und Zucker, wirkt der Butterfinger wie ein Diätriegel, und Polza presst einen davon in sich, zwei, drei, den Mund verschmiert wie ein dreijähriges Kind. Deshalb ist es auch ein so unglaublicher Schritt, ihn zur Hauptfigur eines Comics zu machen. weiter


9783956400094“Aya: Leben in Top City” von Clément Oubrerie, Marguerite Abouet: “Der Traum von Europa” – “Der Tagesspiegel” vom 23.05.2015 (Thomas Greven)

Die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer: Comics wie die gezeichnete Soap Opera „Aya“ bieten Erklärungen und geben teilweise bemerkenswert realistische Einblicke in den afrikanischen Alltag.

Die junge Ivorerin Aya, Protagonistin der gleichnamigen Comic-Serie, weiß nicht mehr weiter. Sie will weder schnell einen Ehemann finden noch ein Modegeschäft eröffnen, wie viele ihrer Altersgenossinnen an der Elfenbeinküste der 70er Jahre, sondern sie studiert Medizin. Und jetzt das: Der Professor, der ihr Nachhilfe anbietet, wird übergriffig. Sie kann zwar fliehen, aber nun droht ihr Studium zu scheitern. Im Arbeiterviertel Yopougon der Hauptstadt Abidjan sind die Freundinnen der Herrschaft der Männer ausgeliefert. Nicht einmal ihren Vätern können sie sich anvertrauen. weiter


9783956400063

“Irmina” von Barbara Yelin: “Entmutigte Aufbruchslust” – “Wiener Zeitung” vom 22.05.2015 (Martin Reiterer)

Die Zeichnerin Barbara Yelin hat die Tagebücher ihrer Großmutter zur Grundlage des Comic-Bandes “Irmina” gemacht – eine beeindruckende künstlerische Auseinandersetzung mit der deutschen Zeitgeschichte.

“Wissen Sie, ich tue, was ich will!” Europa 1934: Eine ehrgeizige, 19-jährige Deutsche bricht nach England auf, um in London ihre Ausbildung als Fremdsprachensekretärin fortzusetzen. Am liebsten hätte sie ja auf einem Schiff angeheuert und als “Kapitän” die Welt bereist. Neugierig, unternehmungslustig, mutig, scheint sie zu wissen, was sie will. An jenem Satz allerdings, den sie als Markenzeichen vor sich herträgt, wird man sie messen. weiter


9783956400223

“Ethel & Ernest” von Raymond Briggs: “Glück im Winkel” – “Süddeutsche Zeitung” vom 05.05.2015 (Christoph Haas)

“Ethel & Ernest” – der Comic von Raymond Briggs ist eine Liebeserklärung an seine eigenen Eltern und eine Hommage an die englische Working Class.

Ethel ist Hausmädchen bei zwei alten Damen, Ernest kommt aus ärmlichen Cockney-Verhältnissen und arbeitet als Milchfahrer. Jeden Tag saust er auf einem Fahrrad an ihrem Fenster vorbei; die Blicke kreuzen sich. Dann steht er eines Tages mit einem Blumenstrauß da. Im Kino legt er sanft, aber besitzergreifend einen Arm um ihre Schulter. Die Hochzeit lässt nicht lange auf sich warten; bald wird auch Raymond, das einzige Kind der beiden, geboren. weiter


9783956400216“Richtung” von Marc-Antoine Mathieu: “Zum Raum wird hier die Zeit” – “Frankfurter Allgemeine” vom 03.05.2015 (Andreas Platthaus)

Offensive der Großmeister: Drei der berühmtesten Comic-Avantgardisten publizieren neue Hauptwerke. Richard McGuire und Marc-Antoine Mathieu überzeugen, Scott McCloud enttäuscht.

Vor 26 Jahren kam ein Taschenbuch namens „Raw“ heraus. Das war die erste kleinformatige Ausgabe eines Magazins, das zuvor neun Jahre lang als übergroßes Heft erschienen war. Herausgeber waren der amerikanische Comiczeichner Art Spiegelman und seine Frau Françoise Mouly, und sie hatten für „Raw“ von Beginn an die bedeutendsten Comic-Avantgardisten gewonnen, Autoren wie Robert Crumb, Jacques Tardi, Ever Meulen, José Muñoz, Joost Swarte, Gary Panter, Charles Burns, Mark Beyer, Ben Katchor, Mariscal oder Baru. weiter


9783956400377“Lehmriese lebt!” von Anke Kuhl: “Zum Leben erwacht” – “Süddeutsche Zeitung” vom 11.06.2015 (Christoph Haas)

Die Illustratorin Anke Kuhl erzählt die Geschichte des Golems in ihrem Comic neu, ohne auf die mythologischen Wurzeln einzugehen.

Riesig ist er und verfügt über erhebliche Körperkräfte. Einen ausgewachsenen Baum reißt er einfach mal so aus dem Boden. Sicher auf den Beinen ist er aber nicht. Schon das Aufstehen bereitet ihm Schwierigkeiten. Die Knie drückt er durch; die Arme rudern; sein Gehen ist eher ein Stolpern. Mit seinem wuchtigen, plumpen Körper wirkt er wie eine überdimensionierte Ausgabe der Hefe-Weckmänner, die Mütter früher gern zu Nikolaus backten. weiter


9783956400377“Lehmriese lebt!” von Anke Kuhl: “Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Golem heiß’” – “Die Welt” vom 04.04.2015 (Matthias Heine)

Ohne Spießer in der Stadt würde man den Lehmriesen erst gar nicht fürchten: Anke Kuhl zeichnet eine romantische Schauergeschichte.

Anke Kuhl ist die Frau, an die sich deutsche Kinderbuchverlage wenden, wenn sie als Illustration etwas Widerborstig-Antipädagogisches wünschen. Ideal passen ihre Bilder zu den schwarzhumorigen Warngeschichten im Neo-Struwwelpeter-Stil, die sie mit Wilfried von Bredow für das Buch “Lola rast” geschaffen hat. Die Titelheldin wird in der ersten Geschichte von einem Laster platt gefahren, aber man kann es trotzdem faszinierten Dreijährigen vorlesen, ohne sie zu traumatisieren. weiter


9783956400377“Lehmriese lebt!” von Anke Kuhl: “Armer, dummer Goliath!” – “Neue Zürcher Zeitung” vom 01.04.2015 (Marion Klötzer)

Dass Kindercomics kein sprachverarmter Fastfood sein müssen, beweist der Berliner Verlag Reprodukt seit 2013 mit seinem exzellenten Programm für junge Leser. Jetzt präsentiert die vielfach ausgezeichnete Illustratorin und Autorin Anke Kuhl hier ihren ersten eigenen Comic: eine umwerfend verspielte Adaption des Golem-Mythos. Die Panels und Sprechblasen erweisen sich dabei als logische Weiterentwicklung ihrer Bildsprache. weiter


9783956400100“LastMan1″ von Balak, Bastien Vivès, Michaël Sanlaville: “Der Nerd geht von der Leine” – “Zeit Online” vom 01.04.2015 (Christoph Haas)

Eine unterhaltsame, brillant gezeichnete Manga-Hommage: In “Lastman” beweist der französische Comic-Künstler Bastien Vivès erneut, dass er zu den ganz Großen gehört.

In den vergangenen knapp zehn Jahren hat der gerade 31-Jährige Bastien Vivès sehr viel veröffentlicht. Die Spanne reicht von zart-erotischen Liebesgeschichten (Der Geschmack von Chlor, In meinen Augen) über humoristische Alltagsbetrachtungen (Die Liebe) bis zu Abenteuern in einer eher alptraumhaften Antike (Für das Imperium). In stofflicher Hinsicht sind diese Titel recht unterschiedlich, eines verbindet sie aber alle: ihre ungewöhnlich hohe Qualität. weiter


9783956400377“Lehmriese lebt!” von Anke Kuhl: “Hier geht es nicht ins, sondern ums Auge” – “Frankfurter Allgemeine” vom 29.03.2015 (Lena Bopp)

Ihr neuer Comic zeigt es: Niemand zeichnet so kluge Kinderbücher wie Anke Kuhl. In „Lehmriese lebt!“ erwecken zwei Kinder einen Golem zum Leben und begeiten ihn auf allerlei Abenteuern.

Womit es beginnt? Mit den Augen, sagt Anke Kuhl und nimmt zum Beweis die oberste Mappe von einem Stapel, der aus Dutzenden von Mappen besteht und nur deswegen nicht längst unter seiner eigenen Last zur Seite gekippt ist, weil er von einem anderen Stapel aus Mappen gestützt wird, der seinerseits – aber das führt jetzt zu weit. Aus dieser Mappe jedenfalls zieht Anke Kuhl scheinbar wahllos ein Blatt Papier. Es ist das oberste, zeigt einen lehmfarbigen Golem links und, in seiner Blickrichtung, drei Augenpaare rechts, die aus je zwei Kreisen mit winzigen Pupillen-Punkten und Augenbrauen-Strichen bestehen. weiter


9783956400216“Richtung” von Marc-Antoine Mathieu: “Folge dem Pfeil!” – “Der Tagesspiegel” vom 29.03.2015 (Erik Wenk)

Mit „Richtung“ und „Die Verschiebung“ bekräftigt Marc-Antoine Mathieu seinen Status als einer der innovativsten Comic-Künstler der Gegenwart. Am Mittwoch präsentiert der Franzose seine Arbeit in Berlin.

Marc-Antoine Mathieu („Gott höchstselbst“) ist ein Phänomen unter den Comic-Künstlern: Nicht nur wegen seines einzigartigen Stils zu erzählen, zu zeichnen und beides brillant ineinander zu verschränken,. Sondern auch, weil er nie eine durchschnittliche oder schlechte Arbeit abliefert – Mathieu-Comics können im Grunde blind gekauft werden. weiter


9783956400216“Richtung” von Marc-Antoine Mathieu:“Pfeile weisen den Weg” – “taz.de” vom 12.03.2015 (Ralph Trommer)

Marc-Antoine Mathieu skizziert in “Richtung” eine packende philosophische Sinnsuche

Ein Herr in langem Mantel, mit Hut und Aktentasche. Typus Handlungsreisender, grau und ohne individuelle Note. Der Protagonist von “Richtung”, dem neuen Buch des 1959 geborenen französischen Comiczeichners Marc-Antoine Mathieu, ist ein Verwandter seines Lieblingshelden J. C. Acquefacques – den lässt Mathieu in vielen kafkaesken Versuchsanordnungen die Grenzen des Comics und eines bürokratisch aufs Sinnloseste durchorganisierten Daseins erforschen. weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Hoffnungen im Dritten Reich” – “Stuttgarter Zeitung” vom 10.02.2015 (Thomas Klingenmaier)

Kann ein Comic auch eine differenzierte Studie zur Psychologie der Mitläufer sein? „Irmina“ bringt das fertig. Wir erleben eine junge Frau, die ganz und gar kein Nazi ist, aber sich doch einrichtet im System des Schreckens. Auch das jedoch hat seinen Preis.

Niemand im heutigen Deutschland, abgesehen von ein paar moralisch Tollwütigen, verteidigt Adolf Hitler oder Heinrich Himmler. Es gehört zum Grundkonsens der Republik, dass diese Männer Großverbrecher waren. Ganz anders wird die Stimmung, wenn man über die braune Elite hinausblickt. Sobald man auf die Schuld der einfachen Leute zu sprechen kommt, auf das Mitwisser- und Mittätertum der Biederen im Dritten Reich, regen sich Trotz, Empörung, Abwehrreflexe. Barbara Yelins „Irmina“ eine der besten Graphic Novels der letzten Jahre, führt mitten hinein in diese Streit- und Bestreitungszone. weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Wegschauen ist eine aktive Entscheidung” – “Stuttgarter Nachrichten” vom 12.02.2015 (Oliver Stenzel)

Wie eine mutige Frau zur NS-Mitläuferin wird: Barbara Yelin hat in der Stadtbibliothek ihren Comicroman „Irmina“ vorgestellt, der ein finsteres Kapitel deutscher Geschichte in eine leichte Form verpackt.

Stuttgart – Diese Irmina ist eine mutige, eigenwillige Frau. 1934 geht die junge Stuttgarterin nach London, macht dort eine Ausbildung zur Stenotypistin. Auf einer Party lernt sie den schwarzen, aus Barbados stammenden Studenten Howard kennen, verteidigt ihn gegen verbale Angriffe von Rassisten, verliebt sich in ihn. weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Von der Rebellin zur Nazi-Mitläuferin” – “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” vom 09.02.2015 (Georg Howahl)

Barbara Yelin erzählt in ihrem Comic-Roman „Irmina“ meisterhaft von einem ungewöhnlichen Frauenschicksal im Dritten Reich.

Was machte Menschen in der Nazizeit zu Mitläufern eines Regimes, dessen mörderische Züge sich immer deutlicher zeigten? Dies ist eine der zentralen Fragen in Barbara Yelins Graphic-Novel „Irmina“. Allerdings versucht die Münchener Zeichnerin und Autorin nicht, eine allgemeingültige Erklärung zu liefern, sondern macht ihre Erzählung an einem einzelnen Frauenschicksal fest. weiter


9783956400193 “Hilda und der schwarze Hund” von Luke Pearson: “Kleines Mädchen, großer Zauber” – “tagesspiegel.de” vom 08.02.2015 (Christian Endres)

Mit „Hilda und der Schwarze Hund“ setzt Luke Pearson seine märchenhafte Geschichte für Leser jeden Alters fort – und verbessert sich sogar noch einmal.

Die kleine Hilda hat eine besondere Beziehung zur Natur und allem Magischen darin. So traf sie während ihrer Streifzüge bereits auf Fuchshörnchen, Steintrolle, Wassergeister, Woffel, Holzmännchen, Riesen, das verborgene Volk und sprechende Raben. Inzwischen wohnt Hilda mit ihrer Mutter allerdings nicht mehr in der unberührten Wildnis, sondern in der Stadt. Dort soll sie jetzt den Sperlingen beitreten, der Pfadfindergruppe von Trolberg. weiter


9783943143829 “MSGL- Mein schlecht gezeichnetes Leben” von Gipi: “Hässlich, so furchtbar hässlich” – “Die Welt” vom 07.02.2015 (Timur Vermes)

Keine Helden, keine Action, keine Liebe: Der Italiener Gipi zählt zu den ungewöhnlichsten Comic-Zeichnern Europas. Jetzt erscheint sein “schlecht gezeichnetes Leben”

Die Premiere kommt auf Seite 98. Sie ist rothaarig, und sie ist hübsch, und sie ist vermutlich der erste uneingeschränkt gut aussehende Mensch, den man in einem Gipi-Comic findet. Was auch daran liegt, dass Gian Alfonso Pacinotti Italiener ist – mit spezifisch italienischen Comic-Ängsten: “Der Gedanke, meine Frauen könnten als erotische Heldinnen enden (wie es im italienischen Comic üblich ist), hält mich davon ab, mich überhaupt mit ihnen zu befassen”, sagte er schon zu Beginn seiner Karriere, um dann zufrieden festzustellen: “Nun habe ich gelernt, Frauen genauso schlecht zu zeichnen wie meine männlichen Figuren.” weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Falsches Liegen macht kein gutes Lessen” – “Interview” vom 03.02.2015 (Andreas Merkel)

Barbara Yelin, 1977 in München geboren, hat nach einer wahren Begebenheit die „beste Graphic Novel des Jahres“ (Tagesspiegel) gezeichnet. In „Irmina“ (Reprodukt) geht es um eine junge Fremdsprachensekretärin aus Deutschland, die sich im London der 1930er in den schwarzen Howard aus der Karibik verliebt, dann aber nach ihrer Ausbildung zurück in Nazideutschland einen linientreuen Architekten heiratet und zur Mitläuferin wird. Das über 300 Seiten starke Buch ist die ideale Nachttisch-Lektüre, um die ebenso schön gezeichnete wie gespenstisch geplottete Geschichte jeden Abend ein bisschen weiterzulesen und dann – müde vom Entziffern des wie so oft bei Graphic Novels einen Tick zu kleinen Letterings – schon bald mit wunderbar leichten Alpträumen einzuschlafen! weiter


9783956400094 “Aya: Leben in Yop-City” von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie: “Aya” – “tip” vom 02.02.2015 (Eva Apraku)

Clément Oubreries und Marguerite Abouets Graphic Novel “Aya” erzählt aus verschiedenen Perspektiven vom Alltag in der afrikanischen Metropole Abidjan.

Eigentlich könnte Aya, eine etwa zwanzigjährige Ivorerin, als typische Bewohnerin von Yopougon, dem umtriebigen, etwas mitgenommenen Stadtteil der Metropole Abidjan durchgehen: Sie ist zielstrebig, schlagfertig und kennt ihre weiblichen Reize. Doch im Unterschied zu ihrer Freundin Bintou, einer jungen Frau, die gerne einen draufmacht, hat Aya Höheres im Sinn. Statt nach einem Mann mit viel Geld zum Verprassen zu jagen, konzentriert sie sich auf ihr Medizinstudium und ihre Familie – auch wenn letztere alles andere als perfekt ist: Ihr Vater Ignace hatte bis vor Kurzem eine Gomie, eine heimliche Geliebte – mit der er sogar zwei Kinder zeugte. weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Close-Up einer Mitläuferin” – “Jungle World” vom 22.01.2015 (Heike Karen Runge)

Barbara Yelins Comicroman »Irmina« führt durch das biographische Labyrinth einer willigen Helferin.

Sie hätten ein schönes Paar werden können: die schüchterne deutsche Austauschschülerin mit den hochfliegenden Plänen und der ehrgeizige Oxford-Student mit den karibischen Wurzeln. Sie treffen sich auf einem Empfang zwischen lauter britischen Snobs in London Anfang der dreißiger Jahre. Weil Howard zufällig gerade hinter der Bar steht, hält Irmina den Studenten zunächst für einen Bediensteten, und vermutlich auch, weil er schwarz ist und unmöglich zur feinen Gesellschaft gehören kann. Gehört er auch nicht, jedenfalls noch nicht. weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Ein anderes Leben” – “Neue Zürcher Zeitung” vom 12.12.2014 (Christian Gassser)

Mitschuld durch Wegschauen: In den letzten Jahren wurde viel über die Rolle der Mitläufer während des Dritten Reichs diskutiert. Mit «Irmina», der frei rekonstruierten Lebensgeschichte ihrer Grossmutter, legt Barbara Yelin eine Graphic Novel vor, die diese Schuldfrage auf sehr differenzierte Weise umkreist.

1934 lässt sich Irmina, eine weltoffene junge Deutsche, in London zur Fremdsprachensekretärin ausbilden. Natürlich wird sie immer und überall auf die Entwicklungen in Deutschland angesprochen, doch Irmina, die sich in keiner Weise für Politik interessiert, verweigert sich dem Thema: Hitler sei nur ein Strohfeuer und nicht ernst zu nehmen. Als sie an einer Party Howard begegnet, einem dunkelhäutigen Oxford-Stipendiaten aus Barbados, der in der englischen Klassengesellschaft ein Aussenseiter ist, ist sie fasziniert – und bald schon sind die beiden ein Paar. Heimlich, versteht sich; ihre Beziehung muss im London von 1934 geheim bleiben. weiter


9783943143959 “Als David seine Stimme verlor” von Judith Vanistendael: “Jemanden gehen lassen” – “taz” vom 30.11.2014 (Katja Lüthge)

Zärtlich schildert Judith Vanistendaels Comic die Auswirkungen einer Krebsdiagnose. Sie nutzt die Mittel der bildnerischen Gestaltung voll aus.

Auf leise, tieftraurige Weise schön ist dieser Comic. Seiner Autorin Judith Vanistendael gelingt es hervorragend, Gefühle von Verlust und Ohnmacht spürbar zu machen. „Seitdem fotografiere ich nur noch schöne Dinge“, erzählt die 23-jährige Miriam ihrer Zufallsbekanntschaft Louis, mit dem sie auf dem Weg nach Santiago de Compostela ein Stück gemeinsam pilgert. weiter



9783943143454“Jim Curious” von Matthias Picard: “Hinterm Korallenriff gleich links” – “Der Standard” vom 05.11.2014 (Karin Krichmayr)

Auf 3-D-Trip durch die Unterwasserwelt: “Jim Curious” von Matthias Picard ist ein psychedelisches Tiefseemärchen.

Jim Curious ist rundum glücklich. Gerade eben hat er sich noch mit heftigen “Klang”- und “Bong”-Geräuschen aus seinem Haus gegenüber dem Leuchtturm bugsiert und ist in seinem Michelin-Männchen-artigen Taucheranzug Richtung Kai gestapft. Jetzt endlich ist er im Wasser. Das Visier lichtet sich und gibt das strahlende Lächeln Jims dahinter frei – er ist in seinem Element, so viel ist klar. weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Die Geschichte meiner Großmutter” – “DRadio Wissen” vom 02.11.2014 (Lydia Herms)

Nie hatte Barbara Yelins Großmutter über ihre Zeit als junge Frau in London gesprochen. Der Nachlass ihrer Großmutter öffnet der Zeichnerin die Augen, und sie beginnt deren Geschichte in Bilder umzusetzen.

“Irmina” heißt der Comicroman von Barbara Yelin, in dem sie die Geschichte ihrer Großmutter nachzeichnet. Die ging 1934 nach London, um sich dort zur Fremdsprachensekretärin ausbilden zu lassen. weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Von einer freiheitsliebenden Frau” – ”WDR 5 Scala” vom 17.10.2014 (Kai Löffler)

Wie konnte es sein, dass so viele Deutsche Mitläufer im Nationalsozialismus wurden? Sogar Menschen, die eigentlich tolerant waren und ihre Freiheit liebten?

Das fragte sich Barbara Yelin, als sie Briefe ihrer verstorbenen Großmutter fand. Yelin beginnt, Zeitzeugenberichte zu recherchieren, sammelt Bildmaterial und macht daraus den bildgewaltigen wie beklemmenden Comic “Irmina”. weiter


9783956400063 “Irmina” von Barbara Yelin: “Die ganze Welt stand ihr offen” – ”Frankfurter Rundschau” vom 17.10.2014 (Christian Schlüter)

Ein Frauenleben im Nationalsozialismus: Barbara Yelin legt das Comic-Glanzstück “Irmina” vor.

Einen so anrührenden, mitreißenden und dazu noch lehrreichen Comic hat es von einer deutschen Zeichnerin bisher nicht gegeben. Barbara Yelin legt mit „Irmina“ eine Geschichte vor, die in jeder Hinsicht höchsten Ansprüchen genügt – erzählerisch wie zeichnerisch, künstlerisch wie politisch. weiter


9783943143911 “Jane, der Fuchs und ich” von Isabelle Arsenault und Fanny Britt: “In der Pubertätshölle” – “Spiegel Online” vom 21.08.2014 (Moritz Piehler)

Wenn die Gemeinheiten blühen: Fanny Britt und Isabelle Arsenault loten in ihrer Graphic Novel “Jane, der Fuchs und ich” die Heilkräfte alter englischer Literaturschinken und die Widerstandskräfte von Außenseiter-Teenagern aus.

Wer würde schon die ehrwürdige literarische Figur “Jane Eyre” mit Mobbing in Verbindung bringen? Nicht unbedingt jeder. Und doch macht die Autorin Fanny Britt in ihrer zauberhaften Graphic Novel “Jane, der Fuchs und ich” genau das. Ihre Protagonistin Hélène entdeckt als begeisterte Leserin den Klassiker der viktorianischen Romanliteratur und findet dort Trost. Sie steht nämlich seit kurzem auf der einsamen Seite ihrer Schulklasse. Die Mädchen, die einst ihre Freundinnen waren, kichern jetzt hinter ihrem Rücken und schreiben fiese Sprüche über sie an die Klowände. weiter


9783943143959 “Als David seine Stimme verlor” von Judith Vanistendael: “Graphic Novel erzählt vom Leben und Leiden in Friedrichshain” – “Berliner Morgenpost” vom 18.08.2014 (Tanja Laninger)

Die neue Graphic Novel der Belgierin Judith Vanistendael ist in zwei Kategorien für den “Comic-Oscar” nominiert. Ihre Geschichte spielt hauptsächlich in Friedrichshain.

Es ist ein Buch über das Leben im Angesicht des Sterbens – und die Schreinerstraße in Friedrichshain spielt mit. “Als David seine Stimme verlor” ist die zweite Graphic Novel der Belgierin Judith Vanistendael und erscheint kommende Woche im deutschen Handel. Sie spielt in Berlin, wo Vanistendael während ihres Kunststudiums lebte. weiter


9783943143324 “Der Anfang vom Ende” von Marc-Antoine Mathieu: “Raus aus der zweiten Dimension” – “Die Presse” vom 16.08.2014 (Christoph Huber)

Der Franzose Marc-Antoine Mathieu sprengt die Grenzen des Comic-Mediums. Ein Gespräch über Spiegelwelten, Schopenhauer und “Tim und Struppi”.

Willkommen im Labyrinth: Die Großstadt der Zukunft platzt vor Überbevölkerung aus allen Nähten und ist erstickend perfekt durchorganisiert. Jeden Tag bahnt sich der von absurden Träumen geplagte Julius Corentin Acquesfacques seinen Weg durch die Massen zum Arbeitsplatz im Ministerium für Humor. Bis er eines Tages einen Umschlag erhält: Darin ist eine Seite eines Comics mit dem mysteriösen Titel „Der Ursprung“. weiter


9783941099043 “Mumins” von Tove Jansson: “Bist du Schnupferich oder der Muminpapa?” – “Frankfurter Allgemeine Zeitung” vom 09.08.2014 (Tilman Spreckelsen)

Alle Welt kennt die Mumins. Die Trollwesen der finnischen Malerin Tove Jansson gelten als Inbegriff der heilen Familie. Doch der Horizont der Künstlerin war sehr viel weiter. Eine Würdigung zum hundertsten Geburtstag.

Die Südsee sollte es sein, wenn schon Auswandern, dann richtig. Also schrieben die fünfunddreißigjährige Tove Jansson und ihr zwölf Jahre jüngerer Bruder Lars an den Gouverneur des Inselstaats Tonga, ob sie dort willkommen seien. Das war 1949, Finnland trug immer noch schwer an den Folgen des Krieges, und nicht nur die Geschwister Jansson suchten eine Zukunft in weiter Ferne. weiter


9783941099043 “Mumins” von Tove Jansson: “Die Mutter der Mumins” – “Deutschlandfunk” vom 09.08.2014 (Anette Selg)

In einem verwunschenen Tal leben die freundlichen und verträumten Mumins. Ihre Erfinderin ist die Schriftstellerin und Zeichnerin Tove Jansson. Am 9. August 1914 wurde sie in Helsinki geboren. Ihre Mumin-Geschichten gehören zu den Klassikern der Kinderliteratur.

‘Die Welt der Kinder ist eine Landschaft in leuchtenden Farben, in der Sicherheit und Katastrophe Nachbarn und aufeinander angewiesen sind. In dieser Welt ist Raum für alles. Und alles ist möglich: Irrationales mischt sich mit klarster Logik; und auch etwas vom Surrealen des Traumes ist da.’ Vor rund 40 Jahren hat die finnland-schwedische Künstlerin Tove Jansson den Hans-Christian-Andersen-Preis erhalten, die bedeutendste Auszeichnung für Kinderbuchautoren und -illustratoren weltweit. weiter


9783941099043 “Mumins” von Tove Jansson: “Mit den Mumins die Welt erobern” – “stern.de” vom 09.08.2014 (Susanne Baller)

Sie schrieb viel mehr als nur die “Mumin”-Bücher, doch mit den Geschichten um die kleinen Trolle verewigte sich Tove Jansson in den Herzen der Menschen. Ihre Comicstrips begeistern nicht nur Kinder.

Sie sind weiß, so dick wie gemütlich, haben große Knopfaugen – und wehren sich dagegen, für Flusspferde gehalten zu werden: “Wir sind Mumins!”, stellen sie in “Ein Urwald im Mumintal” empört fest. Die niedlichen Trolle, die Winterschlaf halten und ihre zahlreichen Abenteuer in den wärmeren Jahreszeiten erleben, sind schon fast 70 Jahre alt, ihre Erfinderin, Tove Marika Jansson, wäre am 9. August 100 Jahre alt geworden. weiter


9783943143935 “Franz Kafkas nonstop Lachmaschine” von Nicolas Mahler: “Der Wicht, der Zeichner und seine Mutter” – “Frankfurter Rundschau” vom 08.08.2014 (Judith von Sternburg)

Ziemlich genial, und es fehlt unangenehm wenig: Der Zeichner Nicolas Mahler nimmt sich Thomas Bernhards „Der Weltverbesserer“ und in „Franz Kafkas nonstop Lachmaschine“ auch gleich noch die Kulturbranche vor.

Es wirkt selbstverständlich richtiger und beeindruckender, wenn Bernhard Minetti Thomas Bernhards „Der Weltverbesserer“ spricht, spielt und ist. Und doch verliert sich dieses Bild nach und nach beim Durchblättern von Nicolas Mahlers gezeichneter Version, die einen Wicht im erforderlich hohen Sessel schwadronieren, grollen, meckern und schweigen lässt. Kein Mensch aus Fleisch und Blut kann ein solcher Wicht sein. Ist er es aber doch, so ist er sogleich auch eine tragische Figur. Die sanguinische Kälte eines der berühmtesten Bernhard’schen Rechthaber & Jammerlappen kann aber mit wenigen Strichen und nasenbetontem, halslosem Profil in einer Ungebrochenheit transportiert werden, wie es im dreidimensionalen Raum nicht möglich wäre. weiter


9783941099043 “Mumins” von Tove Jansson: “Mumins-Mama” – “3Sat Kulturzeit” vom 06.08.2014 (Susan Christely)

Die “Mumins” kämpfen gegen die hohe See, nehmen es mit Kometen auf oder genießen einfach das Leben. Seit Jahrzehnten sind die Abenteuer der nilpferdartigen Trolle weltweit beliebt. Geschaffen hat sie die finnlandschwedische Malerin und Schriftstellerin Tove Jannson. Am 9. August 2014 wäre sie 100 Jahre alt geworden. Kulturzeit-Redakteurin Susan Christely hat sich in Finnland auf ihre Spuren begeben.

Tove Jansson wollte nach den düsteren Jahren des Krieges einfach nur lustige Geschichten für sich schreiben. Daraus wurde eine ganze Muminwelt aus Comics, Filmen und Theaterstücken. Ideen für das Mumintal lieferten ihr die südfinnischen Inseln. weiter


9783941099043 “Mumins” von Tove Jansson: “Mutter trotzt dem Weltuntergang” – “Tages-Anzeiger” vom 5.08.2014 (Thomas Bodner)

Mit den Mumin-Romanen hat Tove Jansson Generationen von Kindern und Eltern verzaubert. Am kommenden Samstag wäre die Autorin 100 Jahre alt geworden.

Tove Jansson hatte die Nase voll: ein philosophisches Streitgespräch zu verlieren gegen ihren Bruder, der demütigenderweise sechs Jahre jünger war als sie! Sie rannte hinaus ins Aussenklo und zeichnete dort «das hässlichste Wesen, das ich mir vorstellen konnte», an die Wand. Darunter schrieb sie «Kant» und «Freiheit ist das Allerbeste». Dieses dünne Wesen mit einer langen, schmalen Nase und einem teuflischen Schwanz sei ihr erster Mumin gewesen, erklärte Jansson später. Es wurde zu einem Teil ihrer Signatur, als sie mit 15 politische Karikaturen zu zeichnen begann. weiter


“Mister Nostalgia” von Robert Crumb: “Früher war alles besser” – “intro.de” vom 30.07.2014 (Bastian Küllenberg)

Damals, als Musik noch ehrlich war. Robert Crumb, bekannt als Aushängeschild der LSD-freundlichen Gegenkultur der 60er und sexuell frustrierter Bein-Fetischist, huldigt in »Mister Nostalgia« seinen Lieblingskünstlern des Blues und straft alles Moderne ab.

‘Hatte meine Oma etwa recht?’, wundert sich die Hamburger Melodycore-Band Montreal auf ihrem kommenden Album »Sonic Ballroom« mit Hinblick auf die altbekannte These vom »früher war alles besser«. Die Antwort von Robert Crumb auf diese Frage kann nichts anderes sein, als ein barsches: ‘Ja, selbstverständlich!’ Wer gedacht hatte, ein ewig gestriger Popmusik-Kritiker zu sein, weil man Joy Division besser findet als New Order und jeden Singer/Songwriter für eine müde Bob Dylan-Kopie hält, trifft hier seinen Meister: »Mister Nostalgia« ist eine Ode an »alte Musik«, die der Autor und Zeichner hauptsächlich im Blues und Country der 20er und 30er Jahre findet. Alles andere sei demnach zu vernachlässigen, was zählt sind Schellack-Platten und ungeschönt-romantische Biographien weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Keine Angst vor Comics, bitte!” – “Weser Kurier” vom 29.07.2014 (Hannah Petersohn)

Mirco ist dreizehn, trägt Vokuhila und ist Thälmann-Pionier. Mirco ist Protagonist von Mawils neuer Graphic Novel „Kinderland”. Der Zeichner erzählt von einer Ostberliner Kindheit, in der der Schulhof-Alltag zur Miniaturausgabe des Regimes gerät. Doch: Die letzten Tage sind gezählt.

Mirco ist Siebtklässler und nicht gerade das, was man einen coolen Typen nennt: schmächtig, das blonde Haar im gewöhnungsbedürftigen Vokuhila-Schnitt, kreisrunde Nickelbrille und einen Flicken auf der Hose – na klar, auf Kniehöhe. Selbst in Ostberlin galt diese Gesamterscheinung nicht gerade als fetzig. Aber wie das so ist mit Nerds, Freaks und anderen Randfiguren: Im Genre der Coming-of-Age-Geschichten sind sie die wahren Helden. Oder werden es zumindest im Laufe der Erzählung. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Pingpong statt Politik” – “Tages-Anzeiger” vom 23.07.2014 (Alexandra Kedves)

Mirco ist dreizehn, trägt Vokuhila und ist Thälmann-Pionier. Mirco ist Protagonist von Mawils neuer Graphic Novel „Kinderland”. Der Zeichner erzählt von einer Ostberliner Kindheit, in der der Schulhof-Alltag zur Miniaturausgabe des Regimes gerät. Doch: Die letzten Tage sind gezählt.

Die «Tischtenniskelle», wie sie hier genannt wird: Sie ist das Distinktionsmerkmal, das Objet du Désir, das Ding, für das man seine liebsten Schätze eintauscht wie zum Beispiel Kassetten mit Westmusik; sie ist der Traum, für den man schnorren und schmeicheln und schachern geht. Zumindest dann, wenn man ein Bub ist in der DDR, kurz vor der Wende. Für den richtigen Schläger, der fetzt und nicht klebt, der hart auf die Bälle haut, aber nicht schwer in der Hand liegt, zieht man sich sogar die verhasste Pionieruniform an, geht Klinken putzen und macht auf «Altstoffsammlung für Nicaragua». weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Triumph mit der Kelle” – “WDR3″ vom 23.07.2014 (Christian Ahlborn)

In “Kinderland” beschwört Mawil das Ende einer Kindheit in der DDR, die ihrem Ende entgegen schlingert, und wurde dafür mit dem Max und Moritz-Preis als “bester deutschsprachiger Comic” ausgezeichnet.

Jenseits von Ostalgie und Wende-Romantik schafft es Mawil in seinem 300 Seiten Comic-Roman, das ganz alltägliche Leben des 13-jährigen Mirco Watzke zwischen Tischtennis, der Kirchenjugend und den Jungen Pionieren zu zeigen. Dies illustriert er in fahlblau,- ziegelrot- und grau-beige Schattierungen so lebhaft, dass man sich auch als West-Leser in eine DDR Kindheit versetzt fühlt. Dabei betont er die gern verdrängte Tatsache, dass ein moderat-totalitäres System, in dem alles scheinbar vernünftig geordnet und vorgezeichnet ist, eben auch eine spezielle Art von kuscheliger Geborgenheit zu bieten hat. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Triumph mit der Kelle” – “Tagesspiegel” vom 15.07.2014 (Thomas Hummitzsch)

Der Zeichner Mawil hat mit seinem Tischtennis-Heldenepos „Kinderland“ den wichtigsten deutschen Comicpreis gewonnen. Ein Treffen an der Platte.

Der Jubel im Markgrafentheater von Erlangen war frenetisch, als der Max- und-Moritz-Preis für das Beste Comicalbum 2014 an den Zeichner Markus Witzel alias Mawil und seinen Band „Kinderland“ verliehen wurde. Kaum einem gönnte es die versammelte Szene der Neunten Kunst mehr als dem sympathischen Berliner, der mit seinen gezeichneten Kindheitserinnerungen auf dem Höhepunkt seines bisherigen Schaffens angekommen ist. weiter


9783938511121 “Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Der Anti-American-Dream” – “Tages-Anzeiger” vom 09.07.2014 (Alexandra Kedves)

Chris Ware spielt in seinem Comic «Jimmy Corrigan» unerbittlich die Drögheit des Daseins durch. Die deutsche Übersetzung des preisgekrönten Werks wurde nun mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnet.

Er war immer alt, auch damals, als er jung war. Und er ist immer klein, auch jetzt, da er gross ist: Jimmy Corrigan, der «klügste Junge der Welt», quält sich als ein trauriger amerikanischer Don Quijote mit schier haarlosem Eierkopf und schwabbeligem Bierbauch unterm Superman-Pulli durch eine Welt, in der es immerzu regnet oder schneit oder jedenfalls grau ist, selbst dann, wenn es gar nicht grau ist. Jimmy ist der Fleisch gewordene Anti-American Dream; seine Frontier ist die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, also einfach das ganze Leben. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Keine Angst vor Comics, bitte!” – “Neue Osnabrücker Zeitung” vom 21.06.2014 (Daniel Benedict)

Mit „Kinderland“ hat Mawil ein wunderbares Comic über die letzten Tage der DDR geschrieben. Im Interview spricht er über die Ostblock-Vorläufer des Gameboys, gefälschte Alf-Sticker aus Ungarn und die Jugendsprache vor dem Mauerfall – das fetzt urst ein!

An diesem Wochenende treffen sich Fans und Künstler beim Comic-Salon in Erlangen. Mit dabei ist Mawil , der mit „Kinderland“ gerade ein erstklassiges Coming-of-Age-Buch über die letzten Tage der DDR gezeichnet hat. Wir treffen ihn in seinem Atelier am Prenzlauer Berg, wo Mawil für das Festival gerade große Pappfiguren seiner Helden malt. Im Interview spricht er über die Ostblock-Vorläufer des Gameboys, gefälschte Alf-Sticker aus Ungarn und die Jugendsprache vor dem Mauerfall – das fetzt urst ein! weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “In ‘Kinderland’ trägt Angela noch das rote Halstuch” – “Die Welt” vom 21.06.2014 (Michael Pilz)

Wer das Leben in der DDR verstehen will, muss “Kinderland” von Mawil lesen. Die große Graphic Novel zum 25. Jahrestag des Mauerfalls wurde gerade in Erlangen zum besten deutschsprachigen Comic gekürt.

Die Mauerfallromane sind dann doch geschrieben worden. Was noch fehlte, war der große Wende-Comic. Der hier wäre: “Kinderland”, erzählt von Mirco Watzke, einem Siebtklässler mit Vokuhila, Kassenbrille und beginnenden Pubertätsproblemen, 1989 im Berliner Osten, wo seit 25 Jahren wieder die Berliner Mitte ist. Man könnte Mawils bisher umfangreichste Graphic Novel als gezeichneten Bildungsroman betrachten, als gewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte. Man könnte sie in die Tradition des Kindercomics für Erwachsene stellen und den Helden neben Little Nemo, die Peanuts und die Digedags. Man könnte kunstkritisch den kühnen Strich der grafischen Erzählung loben und ihre gekonnten Tempowechsel. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “‘Kinderland’ – der neue Comic von Mawil” – “Arte Journal” vom 12.06.2014 (Nathalie Frank)
Der deutsche Comic-Autor Mawil ist bekannt für seine autobiografischen Erzählungen, die die Banalität des Alltags mit Charme und Humor wiedergeben. Sein Band “Kinderland” ist stark von seinen eigenen Kindheitserinnerungen inspiriert und spielt in der DDR einen Tag vor dem Mauerfall. Nathalie Frank hat ihn in Berlin getroffen. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Keine Bananen, kein Hurra” – “Frankfurter Rundschau” vom 26.05.2014 (Christian Schlüter)

Die letzten Tage der DDR: Mawils sehr lesenswerter Vorwende-Comic „Kinderland“ erzählt davon, wie die Welt des kleinen Mirco aus den Fugen gerät.

Mirco hat es nicht leicht. Seine Eltern sind in der Kirche und geben sich streng bürgerlich, weshalb der Junge beim Gottesdienst als Ministrant helfen und bei einer alten Dame Klavierunterricht nehmen muss. Seine jüngere, sehr niedliche und sehr anhängliche Schwester nervt ihn. Als großer Bruder fühlt er sich trotzdem unendlich verantwortlich für sie. In der Schule gibt es fiese Prügler und Macker und auch hinreißende Mädchen, die auf verwirrende Weise sein Begehren wecken. Und dann gibt es noch die jähzornige Russischlehrerin Frau Kranz, eine Hundertprozentige, linien- und parteitreu bis zum Gehtnichtmehr. weiter


9783943143911 “Jane, der Fuchs und ich” von Isabelle Arsenault und Fanny Britt: “Selbstbildnis als traurige Wurst” – “taz” vom 23.05.2014 (Margarete Stokowski)

Zwei Comics erzählen, wie sich Kinder das Leben zur Hölle machen. „Jane, der Fuchs und ich“ wählt leise Töne, „Antoinette kehrt zurück“ heftige.

Kinder können so scheiße sein. Sie können nicht nur ihre Eltern in den Wahnsinn treiben, sie können auch einander gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Die Einsamkeit, die Kinder oder Jugendliche empfinden, die von Gleichaltrigen gemobbt werden, behandeln zwei neue Graphic Novels auf sehr unterschiedliche Art: einmal leise, kühl und vorsichtig mit einem Fuchs, der einfach nur guckt – und einmal lauter, heftiger, mit einer sommerlichen Rachegeschichte. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Kinderland” – “rbb Stilbruch” vom 22.05.2014 (Katharina Wenzel)

Sieben Jahre hat es gedauert – der Berliner Comiczeichner Mawil veröffentlicht eine neue Graphic Novel. Seine Geschichte “Kinderland” spielt im Sommer 1989 und erzählt von einer Kindheit in den letzten Tagen der DDR – und von einem schüchternen 13-jährigen Ostberliner, der nicht ganz zufällig an Mawil selbst erinnert.

Wenn Mawil zeichnet, versinkt er in Erinnerungen. Wie Schnappschüsse blitzen Menschen, Begegnungen und Erlebnisse auf, Momentaufnahmen seines Lebens. An seine Kindheit in der DDR erinnert er sich in seinem neuen Comic. In “Kinderland” erzählt Mawil die Geschichte von Mirco, einem Siebtklässler aus Ost-Berlin, der sich anfangs von Rowdies auf dem Schulhof einschüchtern lässt. weiter


9783943143935 “Franz Kafkas nonstop Lachmaschine” von Nicolas Mahler: “Die Metaebene lacht herzlichst” – “zeit.de” vom 14.05.2014 (Michael Brake)

Selten vergeht die Zeit so schön und so komisch wie in den Comics von Nicolas Mahler. Seine extrem reduzierten Kunstbetriebssatiren sind mehr als bloß Witze.

In einer dieser typischen Mahler-Szenen sitzt er selbst, groß, hager, mit Brille und langer Nase, während einer Buchmesse an einem verwaisten Signiertisch. Von rechts schlurft ein winziger alter Mann ins Bild, mit letzter Kraft lässt er sich auf den Stuhl vor Mahler fallen, atmet tief durch und fragt nach einigen Minuten: “Und was machen SIE hier?” Die Entzauberung des Künstlers bis hin zur Demütigung – das ist ein Dauerthema in den autobiografischen Anekdotenbänden, von denen Nicolas Mahler gerade mit Franz Kafkas nonstop Lachmaschine seinen vierten veröffentlicht hat. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “‘Das Timing stimmte einfach’” – “taz” vom 10.05.2014 (Michael Brake)

Der Comiczeichner Mawil über eine mädchenlose Jugend in der DDR, sein neues Buch „Kinderland“, Reisen mit dem Goethe-Institut und Tischtennis.

taz: Mawil, in Ihrem neuen Comic „Kinderland“ geht es um einen schüchternen 13-jährigen Ostberliner im Sommer 1989. Brauchen wir jetzt denn wirklich noch neue Wendegeschichten? Mawil: Das Buch sollte ja eigentlich schon zum 20-jährigen Mauerfalljubiläum rauskommen, ist dann aber etwas ausgeartet. Da war das 25-Jährige jetzt die allerletzte Deadline, weil es danach nämlich echt keiner mehr hören kann. Andererseits ist „Kinderland“ ja eine relativ normale Kindheitsgeschichte – nur, dass wegen dieses Außenrahmens halt ein paar absurde Situationen entstehen. Der Ostbezug wird nirgendwo in den Vordergrund gerückt. Hoffe ich. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Berliner Mawil legt mit “Kinderland” siebtes Buch vor” – “Berliner Morgenpost” vom 10.05.2014 (Tanja Laninger)

Siebtklässler Mirco Watzke ist der Held im Comic “Kinderland”. Erzählt werden seine letzten Tage vor dem Mauerfall 1989. Als Schüler und Messdiener, im Ferienlager und beim Tischtennis.

Er ist schüchtern. Er stottert. Er nennt sich einen “Spätzünder”. Untypischer kann ein Berliner kaum sein. Und anders als mancher Angeber ist Mawil – geboren 1976 in Mitte als Markus Witzel – auch noch erfolgreich. Mawil ist – in der noch überschaubaren Szene deutscher Comic-Künstler – ein Star. Journalisten haben ihn schon vor zehn Jahren mit Woody Allen verglichen, weil der seine Schwächen auch so gekonnt komisch herauskehrt. weiter


9783943143904 “Kinderland” von Mawil: “Vom Außenseiter zum Spitzenreiter” – “n-tv.de” vom 9.05.2014 (Markus Lippold)

Was Tischtennis und Morgenlatte mit der DDR zu tun haben? Mawil erklärt’s in seinem großartigen Comic “Kinderland”, der die Balance zwischen Kindheitsnostalgie und kritischer Reflexion schafft.

Klar, die älteren Schüler stänkern, die Eltern engen einen ein und die Morgenlatte, die sich neuerdings bemerkbar macht, ist auch nicht gerade hilfreich. Mirco ist halt ein typisches Kind, das langsam erwachsen wird. Andererseits: So ganz typisch auch wieder nicht. Schließlich wächst er in der DDR auf. Genauer gesagt: in Ost-Berlin, der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. weiter


9783943143379 “Berichte aus Russland” von Igort: “Hier vollgetankte russische Panzer, da hungernde ukrainische Soldaten” – “Basler Zeitung” vom 08.05.2014 (Alexandra Kedves)

Igort, preisgekrönter Comic-Künstler, Musiker, Essayist, hat über die Ukraine eine Comicreportage gemacht. Er kennt die historische Spaltung der Bevölkerung und ihre Not heute. Und fordert vom Westen Taten.

Täglich skypen Sie mit Ihren Freunden in Odessa, Melitopol, in der Ostukraine. Wie geht es ihnen? Sehr schlecht. Schon vor dem Krisenbeginn befand sich das Land in einer totalen Misere. Jetzt gesellen sich zur Armut Angst und Verzweiflung; eine Freundin in Odessa erzählte mir beispielsweise, dass sie zu panisch ist, um hinauszugehen, um Lebensmittel zu besorgen. weiter


9783956400018 “Aya” von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie: “Im Hotel der tausend Sterne” – “taz” vom 14.04.2014 (Christoph Haas)

„Aya“ ist eine Soap-Opera aus Abidjan, der Metropole der Elfenbeinküste. Der Comic hebt sich in erfrischender Weise vom üblichen Afrika-Bild ab.

Über den nächtlichen Marktplatz spannt sich ein Van-Gogh-Himmel. Grünblau ist er, überzogen mit weißen Schraffuren und unruhigen schwarzen Schlieren. Ein Sichelmond überstrahlt mit seinem hellen Leuchten die Milchstraße. Tagsüber drängen sich hier im Zentrum von Yopougon, einem quartier populaire der riesigen ivorischen Metropole Abidjan, die Menschen. Jetzt erfüllen die verlassenen Tische und Stände einen anderen Zweck: Von missgünstigen Erwachsenen ungestört, ist es den jugendlichen Anwohnern an diesem Ort möglich, miteinander zu reden, zu flirten und auch Zärtlichkeiten auszutauschen. weiter


9783943143089 “Carlos Gardel – Die Stimme Argentiniens” von Carlos Sampayo und José Muñoz: “Zwischen Traum und Alptraum” – “Wiener Zeitung” vom 28.3.2014 (Martin Reiterer)

Ein argentinisches Werk folgt den Spuren des Tangosängers Carlos Gardel.

Die Maske könnte die Insignie des argentinischen Tangosängers Carlos Gardel sein. In dem gleichnamigen Comic von José Muñoz und Carlos Sampayo mit dem Untertitel “Die Stimme Argentiniens” wird das Undurchschaubare dieser Figur luzide zum Ausdruck gebracht. Zeichnerisch am pointiertesten da, wo dem Sänger der schwarze Schatten seines Huts tief in das Gesicht fällt und dabei eine perfekte Maske formt. Doch in Muñoz’ prononcierter Schwarzweiß-Darstellung verwandelt sich sogar gleißendes Weiß in Maske. weiter


9783956400018 “Aya” von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie: “Afrikanischer Alltag” – “Deutschlandradio Kultur” vom 27.03.2014 (Anette Selg)

Marguerite Abouet ist eine Comic-Autorin, die die afrikanische Normalität schildert – jenseits von Kriegen, Krankheit und Elend. Ihre in 12 Sprachen übersetzten “Aya”-Comics haben sich über 300.000 Mal verkauft.

Marguerite Abouet kocht Kaffee, in der Küche ihres Hauses im Pariser Osten. Hier lebt sie mit ihrem siebenjährigen Sohn Jules. Die zierliche Frau um die 40 hat einen schwarzen Pagenkopf, sie trägt einen hellen Pullover und eine helle Hose. Die Comic-Autorin lacht viel beim Reden und unterstreicht ihre Geschichten mit lebhaften Gesten. Geboren ist Marguerite Abouet an der Elfenbeinküste. Doch Mitte der 80er-Jahre kommt die damals 12-Jährige nach Paris, zu einem Onkel, der dort als Arzt lebt. Auch wenn es Abouets Familie nicht schlecht geht, verspricht das Leben in Frankreich doch bessere Chancen für die Tochter. Als der Onkel nach Afrika zurückkehrt, bleibt Marguerite in Frankreich, als Kindermädchen bei einer Pariser Familie. weiter


9783943143843 “Ralph Azham 4: Ein vergrabener Stein bleibt dumm” von Lewis Trondheim: “Wo die bösen Enten hausen” – “DIE WELT” vom 15.03.2014 (Matthias Heine)

Uns ist ein Ralph geboren: Lewis Trondheim erlöst den Comic von allzu hohen Ansprüchen

“Ralph Azham” ist als Buch genauso wie sein Held: Es verachtet lässig alle Konventionen, kopuliert promisk mit jedem Klischee des Genres, schämt sich seiner Herkunft nicht, verkauft seine Seele für einen guten Witz und erlöst dennoch auf magische Weise den Leser von der Herrschaft der finsteren Streber-Graphic-Novel-Langeweile. weiter


9783956400018 “Aya” von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie: “Im Hotel der Tausend Sterne” – “Die Presse” vom 08.03.2014 (Christoph Huber)

Marguerite Abouets Comic “Aya” ist ein Welterfolg: Sie porträtiert darin “ihr” Afrika, wider die Klischees.

Ihr weltweit gefeierter Comic „Aya“ verdankte sich zwei Bedürfnissen und einem Zufall, hat Autorin Marguerite Abouet erzählt: Der Zufall war, dass 2005 der nicht nur von ihr hochgeschätzte französische Comicstar Joann Sfar vom renommierten Verlag Gallimard engagiert wurde, eine Reihe anspruchsvoller Graphic Novels herauszugeben. weiter


9783943143843 “Ralph Azham 4: Ein vergrabener Stein bleibt dumm” von Lewis Trondheim “Ralph ist übrigens ein Erpel” – “taz” vom 04.03.2014 (Michael Brake)

Der vierte Band der Ralph-Azham-Serie sprüht vor Einfällen, Humor und Magie. Die irrwitzige Fantasyparodie hält sich betont flapsig.

Man hat es als braver Bewohner einer Fantasywelt wirklich nicht leicht mit Ralph Azham. Keinerlei Ehrfurcht zeigt er vor magischen Relikten, alten Weissagungen oder mächtigen Göttern, die genreübliche Theatralik geht ihm komplett ab. weiter


9783943143898 “Le Monde diplomatique: Comics zur Lage der Welt” von Karoline Bofinger (Herausgeberin): “Best of Comic” – “BR Puls” vom 03.03.2014 (Christoph Gurk)

Jeden Monat veröffentlicht die Zeitung “Le Monde Diplomatique” einen Comic auf ihrer letzten Seite. Sie werden gemalt von den Besten des Fachs – und sind nun gesammelt erschienen.

Wenn irgendwann mal der Tag kommt, an dem die gedruckte Zeitung ausgestorben ist, dann werden viele Menschen traurig sein. Einmal sind da diejenigen, die in der Früh gern auf Papier von den neuesten Krisen lesen. Dann sind da die, die Sudoku lieber mit einem Kugelschreiber als mit dem Smartphone spielen. Und ganz zum Schuss wird es vielleicht auch noch ein paar geben, die die Comics vermissen werden – zumindest die aus der “Le Monde Diplomatique”. weiter


9783943143836 “Comic Atlas Finnland” von Kalle Hakkola und Sascha Hommer (Herausgeber): “Finnische Comics zum Kennenlernen” – “Deutschlandfunk” vom 31.01.2014 (Anette Selg)

Die Finnen lieben Comics und haben eine vielseitige, aber über die Landesgrenzen hinaus weitgehend unbekannte Szene. Kalle Hakkola vom Comic Center in Helsinki hat mit einem Hamburger Kollegen den “Comic Atlas Finnland” auf Deutsch herausgegeben. Darin werden zwölf finnische Zeichner ausführlich vorgestellt.

Wer kennt eigentlich finnische Comics? Außer vielleicht die Mumins, diese nilpferdähnlichen Wesen, die in Wäldern leben und von der finnlandschwedischen Zeichnerin und Schriftstellerin Tove Jansson vor bald 60 Jahren erfunden wurden. Ein Ort bietet sich in Helsinki besonders an, um mehr über aktuelle finnische Comics zu erfahren. “Wir betreiben das Comics Center in Helsinki. Darin befinden sich eine Galerie, zwei Räume für Comic-Workshops, die wir abhalten, aber auch ein kleines Café und eine Comic-Buchhandlung.” weiter


9783943143539 “Wieder unterwegs” von Baru: “Aus der Welt der Malocher, Trucker und Huren” – “Basler Zeitung” vom 23.01.2014 (Alexandra Kedves)

Der Comic «Wieder unterwegs» von Baru ist eine grosse Demontage des Freiheitsbegriffs – und auf keinen Fall jugendfrei.

Baru hörte sich wieder und wieder «On the Road Again» an, während er «Sur la route encore» zeichnete – damals, 1997, dreissig Jahre nachdem der Kultsong der Bluesrockband Canned Heat entstanden war. Nun erst liegt die gezeichnete Retroreise auf Deutsch vor; aber trotzdem fühlt sie sich, mit ihrem Plangen nach einer Temps perdu, nach den verlorenen Träumen von 68 an wie eine eben aufgerissene Wunde. Sie blutet, sie saut alle Ideale ein, die da mal waren. Die Comics, die der grosse französische Zeichner über solche Wunden legt, sind freilich keine Pflaster, eher Röntgenbilder. weiter


9783943143690 “Schönheit” von Hubert und Kerascoët “Wer schön sein will, muss leiden” – “ORF FM4″ vom 20.01.2014 (Conny Lee)

Das hässliche Entlein, Die Schöne und das Biest, Schneewittchen: berühmte Beispiele aus der Märchenwelt, die sich mit den Themen Schönheit, Eitelkeit und Oberflächlichkeit befassen. Ebenso das Comic “Schönheit” von Kerascoet und Hubert, das auch sonst so voller Gewalt und menschlicher Abgründe ist, wie man es von alten Grimm-Märchen gewohnt ist: Mord, Sex, Vergewaltigung, Inzest – all das ist zu finden in der Geschichte um ein Mädchen, das schön sein wollte. weiter


9783943143713 “Kopf in den Wolken” von Paco Roca: “Kampf gegen das Vergessen” – “Deutschlandradio Kultur” vom 19.01.2014 (Klemens Kindermann)

Der Spanier Paco Roca erzählt die Geschichte von Emilio, der an Alzheimer erkrankt und von seinem Sohn in ein Heim gegeben wird. Hier kämpft er einen aussichtslosen Kampf. Rocas Comic ist schön gezeichnet und einfühlsam erzählt.

„Die Wolke verschwindet nicht, sie wandelt sich in Regen.“ Mit diesem Zitat Buddhas beginnt der wunderbare und preisgekrönte Sachcomic des Spaniers Paco Roca. In farblich zurückhaltenden Bildern, meist in hellen Gelb-, Braun und Orangetönen gehalten, wird hier die Geschichte von Emilio erzählt. Der ehemalige Leiter einer Bankfiliale erkrankt an Alzheimer, dieser heimtückischen Krankheit, die alten Menschen ihres Kurzzeitgedächtnisses beraubt, ihrer Orientierung, ihrer Sprache und ihres Urteilsvermögens. Bis heute ist Alzheimer unheilbar. weiter


9783943143805 “Ausgeliefert” von Geneviève Castrée “Kanadische Kindheitshölle” – “Der Tagesspiegel” vom 15.01.2014 (Nadine Lange)

Die Autorin und Zeichnerin Geneviève Castrée erinnert sich in „Ausgeliefert“ an ihre traumatische Jugend.

Die Mutter liegt bekifft im Bett. Der Stiefvater wirft ihren Brief ungelesen in den Kamin. Sie darf keine Freunde mit nach Hause bringen und wird nachts zum Getränkekaufen geschickt. Was die Protagonistin von Geneviève Castrées „Ausgeliefert“ in ihrer Jugend in Québec und Montréal durchmacht, ist eine Tortur. Die 1981 geborene Autorin hat sie selbst erlebt. In kurzen, prägnanten Episoden blick sie zurück – fast wie in einem nachträglich gezeichneten Tagebuch. weiter


9783943143522 “Der Todesstrahl” von Daniel Clowes “Superkraft vom Zigarettenrauchen” – “Die Presse” vom 10.01.2014 (Christoph Huber)

Daniel Clowes, berühmt für “Ghost World”, zerlegt die Mythen von Superheldencomics. Denn: Was nützen Allmachtsfantasien, wenn man keine Fantasie hat?

Terry Zwigoffs schöne Verfilmung seiner Graphic Novel „Ghost World“ machte den ungewöhnlichen US-Comiczeichner Daniel Clowes 2001 international bekannt: Diese tragikomische Geschichte zweier Außenseiter-Schulfreundinnen in einem namenlosen Anytown, USA, gibt inhaltlich eine gute Vorstellung vom Universum des Comicschöpfers, der das Drehbuch zum Film selbst verfasst hatte. Seine Hauptfiguren fühlen sich der langweilen Durchschnittswelt, die sie umgibt, entfremdet – was aber nicht heißen muss, dass sie selbst so aufregend sind. Sie halten sich nur dafür. weiter


9783943143379 “Berichte aus Russland” von Igort: “Bilder des Grauens” – “Kurier” vom 05.01.2014 (Barbara Mader)

Berichte aus Russland und der Ukraine in Form von Graphic Novels.

Er schafft es, das Unaussprechliche abzubilden: In meist grau-braunen Zeichnungen zeigt der italienische Autor Igort das Unmenschliche. In seinen Graphic Novels berichtet er von vergessenen Kriegen („Berichte aus Russland“) und erzählt in erschütternden Bilden davon, wie wenig wert das Leben an manchen Flecken dieser Erde ist. weiter


9783943143690 “Schönheit” von Hubert und Kerascoët “Schönheit” – “sueddeutsche.de” vom 10.12.2013 (Daniel Wüllner)

Wer freut sich darüber? Kinder werden sich auf eine andere Art über den Comic freuen als Erwachsene. Junge Leser werden sich an der Geschichte und den eingänglichen Bildern des Zeichnerduos Kerascoët erfreuen. Der leichte Zeichenstil ist angelehnt an die Buchkunst des Mittelalters wie auch an die Geschichten aus Tausend und einer Nacht. Wie Scheherazades Erzählungen wird auch “Schönheit” den erwachsenen Leser in seinen Bann ziehen, denn das Märchen hält der Welt schonungslos den Spiegel vor. weiter


9783943143546“Kafka” von Robert Crumb/ David Mairowitz: “Brüder im Geiste: Crumb zeichnet Kafka” – “Kurier” vom 1.12.2013 (Barbara Mader)

Eine finstere Angelegenheit: Robert Crumb hat sich Franz Kafka vorgenommen

“Kafkas Themen wie der Selbsthass, seine Beziehung zu Frauen, die Schuldfrage sind auch meine. Er ist mein Bruder im Geiste.“ Das schreibt Robert Crumb über Franz Kafka. Und so ist es wenig überraschend, dass sich der amerikanische Zeichner, Spezialist für Neurosen und seelische Untiefen, Kafka vorgenommen hat. weiter


9783943143744

“In der Küche mit Alain Passard” von Christophe Blain “Skizzen von gestreichelten Radieschen” – “Deutschlandradio Kultur” vom 28.11.2013 (Dirk Fuhrig)

Ein Comic fürs Kochbuch-Regal hat Christophe Blain geschaffen: Mit schnellem Strich charakterisiert er die obsessive Beziehung des Pariser Sternekochs Alain Passard zu naturnah angebautem Gemüse.

Blain durfte nicht nur in Töpfe und Pfannen gucken, sondern die innovativen Gerichte auch immer wieder an einem der Restaurant-Tische kosten, auf denen schon mal ein dicker Blumenkohl als Deko aufgebaut ist. Er fuhr mit Passard auf dessen naturnah produzierende Bauernhöfe in der Normandie und an der Loire, wo er sich überwältigen ließ von der nahezu libidinöse Hingabe, mit der der Koch sich um den Anbau von Karotten, Salat oder Sellerie kümmert. weiter


9783943143454 “Jim Curious” von Matthias Picard “Lesen vor dem Kaminfeuer” – “ntv.de” vom 21.11.2013 (Markus Lippold)

Die Tiefen des Ozeans – in 3D

Jim Curious ist ein wackerer Mann. Mutig steigt er in seinen Taucheranzug und startet eine Reise durch die Tiefen des Ozeans. Er erkundet ein Korallenriff, schwimmt mit Fischen und einem Wal, entdeckt ein gesunkenes Flugzeug und ein altes Piratenschiff mit einem Schatz. Doch all das ist ihm nicht genug. Jim will immer weiter, immer tiefer, bis er schließlich den Grund des Ozeans erreicht und eine Überraschung erlebt. Gebannt verfolgt der Leser Jims Abenteuer – in 3D. weiter


9783943143744

“In der Küche mit Alain Passard” von Christophe Blain “Mit dem Zeichenstift am Herd” – “WDR5″ vom 13.11.2013 (Kai Löffler)

Die Küche ist zum Statussymbol der Mittelschicht geworden und zum neuen Zentrum der Wohnung. Folgerichtig sind gerade in Frankreich zwei sehr unterschiedliche Koch-Comics erschienen. Christoph Blain hat mit “In der Küche mit Alain Passard” eine Art Doku-Kochbuch-Comic vorgelegt, in dem er den Sternekoch Passard bei seiner Arbeit begleitet. weiter


9783943143522 “Der Todesstrahl” von Daniel Clowes “Adoleszente Schießübungen” – “Jungle World” vom 7.11.2013 (Jan Tölva)

Der US-amerikanische Zeichner Daniel Clowes setzt sich in dem Comic »Der Todesstrahl« mit seiner trostlosen Jugend auseinander und stellt die großen US-amerikanischen Heldenerzählungen in Frage.

Daniel Clowes gehört zu den herausragenden Comic-Autoren der vergangenen Jahrzehnte. Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen der durch seine Heftreihe »Eightball« bekannt gewordene Comic »Ghost World«, der von Terry Zwigoffs verfilmt wurde, sowie die Titel »David Boring« und »Wilson«. »Der Todesstrahl«, Clowes jüngstes und bislang persönlichstes Werk, ist mit zweijähriger Verspätung nun in deutscher Übersetzung erschienen. weiter


9783943143805 “Ausgeliefert” von Geneviève Castrée “Urteile über die Eltern” – “taz” vom 26.10.2013 (Elise Graton)

In dem Band “Ausgeliefert” macht sich die kanadische Autorin Geneviève Castrée daran, ihre schwierige Kindheit zu verarbeiten.

Als takt- und gefühllos zeichnet Castrée ihre Mutter – und zugleich auch als verloren und ratlos, so dass man als Leser gerade noch ein wenig Empathie für sie entwickeln kann. Die Autorin beschreibt ihre schwierige Kindheit akribisch: wie sie nie Freunde nach Hause einladen durfte – wenn sie überhaupt welche gehabt hätte; wie der stete Liebesentzug und die nicht kindgerechten Vorwürfe sie zu Selbstmordversuch, Anorexie, Depression führten. weiter


Pelle_Ariol_klein “Ariol 1: Ein kleiner Esel wie du und ich” von Emmanuel Guibert und Marc Boutavant und “Pelle und Bruno: Superflora” von Ulf K.: “Vom pfiffigen Hund und einem verliebten Esel” – “Süddeutsche Zeitung” vom 18.10.2013 (Christoph Haas)

Zwei Comics für Kleine und schon etwas Größere aus dem Reprodukt – Verlag

Mit Ariol ist Guibert und dem Zeichner Marc Boutavant das Kunststück gelungen, ein zeitgemäßes Pendant zu Goscinnys und Sempés vielgeliebtem Klassiker Der kleine Nick zu erschaffen. weiter


9783943143713 “Kopf in den Wolken” von Paco Roca: “Alzheimer im Comic” – “ORF FM4″ vom 20.10.2013 (Zita Bereuter)

Die Erinnerungen sind da, aber nicht immer fassbar – die zwei mehrfach ausgezeichneten Graphic Novels “Kopf in den Wolken” und “Das große Durcheinander”.

“Kopf in den Wolken” ist nicht nur sehr schlau erzählt sondern auch gezeichnet – so lösen sich etwa in einem Gesicht allmählich Augen, Nase und Mund auf und es bleibt eine leere Kopfform. Auf einer einzigen Doppelseite zeigt Paco Roca die lähmende Monotonie eines Tages im Altersheim – ein einfacher Bildausschnitt des Gemeinschaftsraums zieht sich über elf Panels. Auf dem zwölften Bild wird der Protagonist von seinem Zimmernachbar am Abend harmlos gefragt: “Na, wie war dein Tag?” weiter


9783943143379 “Berichte aus Russland” von Igort: “Ein Comic über die Tschetschenienkriege” – “Der Standard” vom 14.10.2013 (Lisa Stadler)

Der italienische Autor Igort über das Abbild des Unmenschlichen in Graphic Novels und den Wert des Lebens in Russland.

In seinen Graphic Novels beschreibt Igor Tuveri (mit Künstlernamen Igort) unter anderem politische Systeme, Kriege und deren Folgen für einzelne Personen. Igorts aktuelles Buch “Berichte aus Russland. Der vergessene Krieg im Kaukasus” beschäftigt sich mit den Gräueln der Tschetschenienkriege. Für die Recherche bereiste der Autor die ehemalige Sowjetunion und interviewte Augenzeugen sowie Insider. weiter


9783943143713 “Kopf in den Wolken” von Paco Roca: “Comic über das Altern mit Alzheimer” – “WDR3″ vom 7.10.2013 (Kai Löffler)

In Spanien gilt Paco Rocas “Kopf in den Wolken” seit Jahren als Meisterwerk; jetzt entdeckt ihn auch der Rest der Welt. Die berührende Geschichte um den ehemaligen Banker Emilio führt den Leser nicht nur in die bedrückende Welt eines Altersheims, sondern vor allem in den Kopf eines Alzheimerpatienten.

“Kopf in den Wolken” richtet den Blick dorthin, wo die Gesellschaft sonst gerne wegguckt und findet Tragik, aber auch menschliche Wärme und Humor. Kai Löffler hat den ungewöhnlichen Comic gelesen und mit dem Autor Paco Roca gesprochen. weiter


9783943143713 “Kopf in den Wolken” von Paco Roca: “Paco Roca: Der Zeichner als Schauspieler” – “Die Presse” vom 9.10.2013 (Christoph Huber)

Spaniens Comicstar gastiert bei der Frankfurter Buchmesse. Vorab erzählte er der „Presse“ über sein Erfolgsbuch „Kopf in den Wolken“, Altersheime und Kämpfernaturen.

Rocas Bücher bestechen nicht nur durch einen speziellen tragikomischen Ton, sondern auch durch seine Genauigkeit und seinen persönlichen Zugang: „Alle Figuren basieren auf Menschen, die ich in diversen Altersheimen kennenlernte. Aber sie weisen selbstverständlich alle auch Elemente von mir selbst auf: wie bei einem Schauspieler.“ weiter


9783943143089 “Carlos Gardel – Die Stimme Argentiniens” von Carlos Sampayo und José Muñoz: “Tango als Bilderzauber” – “faz.net” vom 23.9.2013 (Andreas Platthaus)

Argentiniens Seele hat niemand so in Töne gesetzt wie Carlos Gardel. Und niemand als Comic so gezeichnet wie José Munoz. Die Kombination ist also unschlagbar, zumal wenn Carlos Sampayo das Szenario für den Gardel-Comic von Munoz schreibt.

Wer (…) einen wagemutigen graphischen Essay über einen Nationalhelden lesen will, der findet hier ein grandioses Beispiel. In der Flut gegenwärtiger Künstlerbiographien auf dem deutschen Graphic-Novel-Markt ist „Carlos Gardel“ ein Solitär. weiter


9783943143492 “Pablo” von Julie Birmant/Clêment Oubrerie: “Das Jahr der Comic-Kunst: Gut “gemerzt”!” – “Die Presse” vom 3.8.2013 (Christoph Huber)

Nach der Welle literarischer Graphic Novels folgen heuer unterschiedlichste Comic-Biografien großer Künstler. Die Königsdisziplin: Wie versöhnt man seinen Stil mit dem Picassos oder Chagalls?

Auch Pablo Picasso sollte dem Medium nahestehen: „Das Einzige, was ich in meinem Leben bedauere, ist, keine Comics gezeichnet zu haben“, wird als Zitat überliefert (dabei sind Picasso-Werke wie „Traum und Lüge Francos“ von 1937 zumindest Protocomics), und der Spanier liebte den Comicstrip „Krazy Kat“. weiter


9783943143546“Kafka” von Robert Crumb/ David Mairowitz: “Crumb und Kafka und die Sehnsucht nach Schmutz” – “Die Presse” vom 3.8.2013 (Christoph Huber)

Zwei Genies treffen sich in der Neurosenkunst: Robert Crumbzeichnet Kafkas Leben – und sein eigenes.

„Robert Crumb hat dieselbe Angst vor Frauen wie Franz Kafka.“ So knapp hat David Zane Mairowitz unlängst auf den Punkt gebracht, warum er im legendären US-Underground-Zeichner Crumb den idealen Partner für die Comic-Biografie „Introducing Kafka“ hatte. 1993 erschien sie im Original als Teil einer Reihe von Büchern mit Zeichnungen, die Studenten und jungen Menschen die Scheu vor großen Werken nehmen sollte. weiter


9783943143430 “Die große Odaliske” von Bastian Vivès und Ruppert & Mulot: “Schamlose Schwerelosigkeit” – “Süddeutsche Zeitung” vom 29.7.2013 (Fritz Göttler)

Ein Spiel der Diffusion: “Die Große Odaliske” ist im wahrsten Sinne des Wortes ein diebisches Vergnügen. Die Geschichte einer Außenseiterbande, die in Paris irre Gemäldediebstähle durchzieht, beschwört die Erotik der Gemeinschaft.

Abenteuerferien in den Pariser Museen, eine Mischung von Action und Art. Es geht um exquisiten Kunstraub, durchgeführt mit jugendlicher Naivität und sommerlicher Heiterkeit. Dazu eine kurzentschlossene Exkursion nach Mexiko, ins Drogenmilieu. Eine junge Außenseiterbande ist am Werk, zwei, später drei Mädchen ziehen auf Bestellung die irrsten Gemäldediebstähle durch. weiter


9783943143447 “Die Insel der 100.000 Toten” von Fabien Vehlmann und Jason: “In der heiteren Strafkolonie” – “Die Presse” vom 25.7.2013 (Christoph Huber)

“Die Insel der 100.000 Toten” von Zeichnerstar Jason und Fabian Vehlmann ist ein vergnügliches Abenteuer mit erstaunlichem Tiefgang.

Diese Mischung aus wehmütigem Existenzialismus und makabrem Witz ist typisch für den norwegischen Comiczeichner John Arne Sæterøy, der unter seinem Künstlernamen Jason in der letzten Dekade ein Star der Szene geworden ist. Sein unverwechselbarer Stil kombiniert die visuelle Einfachheit der europäischen Tradition der klaren Linie mit einer amerikanisch anmutenden Obsession für Popkultur, serviert mit einem schwarzen Pokerface-Humor, der dann doch heimatlich skandinavisch wirkt. weiter


9783943143577 “Hilda und der Mitternachtsriese” von Luke Pearson: “Nichts vom Bullshit der Erwachsenen” – “zeit.de” vom 18.7.2013 (Michael Brake)

Durch seine Bücher weht zarte, tagtraumhafte Magie. Luke Pearson ist 25 Jahre alt und einer der weltweit interessantesten Comiczeichner.

Gemein ist Pearsons Arbeiten der Sinn für das Abseitige und eine zarte Magie. Nicht nur bei Hilda mit ihren Elfen, Woffels und Riesen geschehen fantastische Dinge, sondern auch in Everything We Miss, ganz dezent und für die Menschen unsichtbar. Geisterwesen laufen auf den Straßen, ein Baum tanzt, eine schlafende Frau fängt für einen Moment an zu schweben. weiter


9783943143461 “Die Amateure” von Brecht Evens: “Für einmal Superstar” – “taz” vom 13.7.2013 (Elise Graton)

Brecht Evens erzählt in “Die Amateure” mit spritzigem Witz von einer Kunstbiennale auf dem Lande. Sein Comic entpuppt sich dabei selbst als formidables Kunstwerk.

Evens schimmernde, farbenfrohe Aquarelltechnik vermählt sich in “Die Amateure” ebenso kunstfertig wie vielschichtig mit seiner Absicht, die Mechanismen von Autorität, Unterwerfung und Geltungsdrang in der Gruppe offenzulegen. Und ganz nebenbei erzählt er treffsicher von den Unwägbarkeiten des heutigen Kunstbetriebes. Amateure und Kenner werden dieses Buch lieben. weiter


9783943143430 “Die große Odaliske” von Bastien Vives | Ruppert & Mulot: “Nachts im Museum” – “3SAT Kulturzeit” vom 8.7.2013 (Martin Schöne)

Kunstdiebstahl im großen Stil und auf höchstem Niveau ist die Spezialität von Carole und Alex. Bei “Die große Odaliske” von Bastien Vivès, Florent Ruppert und Jerome Mulot trifft Action-Comic auf künstlerische Graphic Novel.

Die provozierende Story der Autoren Florent Ruppert und Jérôme Mulot trifft auf die poetisch-realistischen Zeichnungen von Bastien Vivès. Das Ergebnis ist einfach nur elegant. weiter


9783943143416“Blast 2″ von Manu Larcenet: “Der grandiose Comic “Blast”: Psychogramm eines Außenseiters” – “Badische Zeitung” vom 6.7.2013 (Jürgen Schickinger)

Der Franzose Manu Larcenet nutzt eine klassische Verhörsituation als Rahmen für seine impulsive Graphic-Novel-Serie “Blast”: Ein Comic, in dem Tiere zu Gefährten der Düsternis werden.

Manzini ist gewiss kein Adonis, “Blast” kein offenkundiger Augenschmeichler. Die wuchtige Serie packt aber sofort mit Krimispannung, durch ihre Unbändigkeit, mystische Einschläge und das Spiel mit der Realität. Larcenet sät in Band zwei Zweifel an dem, was Mancini kund tut. Der Kerl lügt – manchmal oder ständig? Wohin “Blast”, das auf vier Bände angelegt ist, führt, bleibt offen. Die düstere Stimmung lässt kein versöhnliches Ende erwarten. weiter


9783943143423 “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt: “Dunkle Reise in die Kindheit” – “Nordwest Zeitung” vom 5.7.2013 (Oliver Ristau)

Peer Meter, dessen Trilogie über deutsche Serienmörder, mittlerweile bestehend aus „Gift“, „Haarmann“ und „Vasmers Bruder“, bedrückende Themen behandelt, lässt in dem neuen Band „Böse Geister“ eher verhaltene Töne anklingen. Trotzdem bleibt er seinem Hauptthema, der gründlichen Beleuchtung von sozialen Machtgefügen, auch diesmal treu. Dazu finden die Bleistift-Zeichnungen der bereits von der Stiftung Buchkunst ausgezeichneten Gerda Raidt im Stilmittel der gelegentlich erkennbaren Unfertigkeit einen treffenden Ausdruck für den Prozess des Heranwachsens – sowie den der späten Erkenntnis des Harry Wallmann. weiter


9783943143539 “Wieder unterwegs” von Baru: “Eine unterhaltsame Reise ins dunkle Herz Frankreichs” – “Deutschlandfunk” vom 24.6.2013 (Christian Gasser)

Er gehört zu den großen Realisten der französischen Comics: In “Wieder unterwegs” schickt der Comic-Zeichner Baru seine Protagonisten Edith und André auf Reise durch die französische Provinz. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Bei allem gesellschaftlichen und politischen Bewusstsein ist Baru in erster Linie ein großartiger Comic-Erzähler, der seine Geschichten auch zeichnerisch dynamisch umsetzt: Obschon er auch als Zeichner ein Realist ist, treibt er die Expressivität des Mienenspiels und der Gestik seiner Figuren bis hart an die Grenze zur Karikatur, und verleiht damit dem Geschehen einen mitreißenden Schwung. So verknüpft er seine Reise durch verblasste Utopien mit einem schonungslosen Bild des heutigen Frankreich zu einem hoch spannenden Road-Comic. weiter


9783943143539 “Wieder unterwegs” von Baru: “Immer unterwegs” – “taz” vom 8.6.2013 (Elise Graton)

Baru, der große französische Comiczeichner, fabelhafter Chronist der Außenseiter und Unterschichten.

“Ristretto” – kurz und stark, bestellt Baru seinen Kaffee. Der 1947 als Hervé Barulea in Lothringen geborene Sohn eines italienischen Arbeiters ist stolz auf seine Wurzeln. Allerdings beherrscht er die Sprache seiner Vorfahren nur rudimentär, wie er bedauert: “Mein Vater hat nur wenig geredet. Wenn überhaupt, dann auf Französisch.” Und obwohl die Industriesiedlung, in der Baru aufwuchs, zur Hälfte italienisch war, habe man sich beim Spielen auf der Straße mit den Kindern auch immer nur “in der Sprache der Schule” verständigt. weiter


9783943143430 “Die große Odaliske” von Bastien Vives | Ruppert & Mulot: “Kontrast zwischen Zeichnung und Story” – “Deutschlandradio Kultur” vom 28.5.2013 (Frank Meyer)

Der Franzose Bastien Vivès hat sich einen Namen gemacht als Star einer neuen Comic-Generation. Seine Kollegen Florent Ruppert und Jérôme Mulot, mit denen er einen neuen Band herausgebracht hat, passen eigentlich nicht zu seinen leisen Tönen und Schattierungen. Das Ergebnis aber überzeugt: Es ist ein eleganter Action-Comic geworden.

“Die große Odaliske” führt zwei Strömungen des Comics zusammen, die künstlerische Graphic Novel und den Actioncomic. Für dieses Experiment haben sich drei herausragende jüngere Künstler aus Frankreich verbündet: Bastien Vivès, Florent Ruppert und Jérôme Mulot. Alle drei sind um 1980 herum geboren, der Bekannteste unter ihnen ist Bastien Vivès. weiter


9783943143126“Blast” von Manu Larcenet: “Am Ende der Zivilisation” – “tagesspiegel.de” vom 26.5.2013 (Thomas Hummitzsch)

Mensch oder Monster? Der erste Band von „Blast“, Manu Larcenets Geschichte eines mutmaßlichen Mörders, wurde von der Tagesspiegel-Jury zum besten Comic des Jahres 2012 gekürt. Nun ist der zweite Teil erschienen.

Polza Mancini steht unter Verdacht. Er soll die junge Carole Oudinot auf grausame Weise überfallen haben. Die Frau liegt im Koma. Es gibt zwar kaum Beweise für den Übergriff, aber die Indizien scheinen gegen den massigen Träumer zu sprechen. Zumindest lassen dies die beiden Polizisten vermuten, die Mancini verhören. Im ersten Band verspricht ihnen der Koloss, dass er ihnen alles sagen werde, wenn sie ihm geduldig zuhören. weiter


9783938511121“Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Der große Corrigan” – “ntv.de” vom 20.5.2013 (Markus Lippold)

Bücher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. Bücher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie “Jimmy Corrigan”. Nun kommt der Comic auf Deutsch heraus.

JEine moderne Legende lässt im Kino derzeit wieder mal die Puppen tanzen: “Der große Gatsby”, diesmal dargestellt von Leonardo DiCaprio, ist ein schwerreicher Lebemann, dessen Partys von halb New York bevölkert werden. Gatsby bewohnt eine riesige Villa, oder besser: ein Märchenschloss, er trägt extravagante Kleidung und fährt schnelle Autos. Und ihn umgibt eine geheimnisvolle Aura des Verruchten. Jimmy Corrigan hat kein Auto. Er wohnt in einem kleinen Appartement in Chicago, hat eine langweilige Arbeit und sitzt im Büro eingekeilt zwischen Trennwänden. weiter


9783943143492“Pablo” von Julie Birmant/Clêment Oubrerie: “Pablo Picasso als Comicfigur” – “SRF” vom 17.5.2013 (Janina Labhard)

Eine Biografie der besonderen Art ist jetzt über Pablo Picasso erschienen: Eine Graphic Novel über den weltberühmten Maler aus Spanien. Eine verklärte Huldigung? Keineswegs. Mit Leichtigkeit und Lakonie rückt man Picasso in verschnörkelten Comicbildern näher.

“Dieser Duktus! Diese Farben! Kraftvoll! Rhythmisch!” Pablo Picasso löst Begeisterungsstürme aus, als er im Jahr 1901 seine Gemälde in einer Pariser Galerie ausstellt. So zumindest stellt die «Graphic Novel» den jungen Maler dar, wie er seine ersten Erfolge verbucht. Gleichzeitig muss er auch Enttäuschungen hinnehmen. Der junge Picasso steht mit nacktem Oberkörper vor der Staffelei und malt. Er trinkt mit seinen Künstlerfreunden viel Schnaps und Rotwein. Regelmässig empfängt er Damenbesuch und wechselt die Frauen unbedacht wieder aus. Die gängigen Klischees über das ausschweifende Künstlerleben sind in dieser «Graphic Novel» klar wiedergegeben. Darüber hinaus lassen sich aber auch berührende und ergreifende Szenen finden. weiter


9783943143546“Kafka” von Robert Crumb/ David Mairowitz: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka” – “tagesspiegel.de” vom 15.5.2013 (Thomas Hummitzsch)

David Z. Mairowitz hat zusammen mit dem Comic-Pionier eine Werkbiografie des Schriftstellers geschaffen, die jetzt neu erscheint. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam.

Herr Mairowitz, ganze Bibliotheken kann man mit Literatur über Franz Kafka und sein Werk füllen. Nun erscheint eine überarbeitete Auflage von „Kafka für Anfänger“, einer Werkbiografie in Form eines Comics, die sie mit Robert Crumb vor Jahren umgesetzt haben. Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Robert Crumb entstanden? Zunächst erlauben Sie die Bemerkung: Der Titel wird jetzt nur noch „Kafka“ lauten. „Kafka für Anfänger“ geht zurück auf eine Buchreihe, mit der junge Leuten und Studenten die Scheu vor großen Werken genommen werden sollte. Das war aber nie mein eigentliches Anliegen, einen solchen Comic mit Crumb zu machen. weiter


“Orang” von Sascha Hommer (Hrsg.) / Arne Bellstorf (Hrsg.): “Kompendium für die Comic-Zukunft” – “faz.net” vom 13.5.2013 (Andreas Platthaus)

Mit der zehnten Ausgabe stellt die Hamburger Anthologie „Orang“ ihr Erscheinen ein. In ihr hat der junge deutsche Comic genauso ein Forum gefunden wie internationaler Nachwuchs.

Die Feiern hören kaum auf. In Berlin, Leipzig, Hamburg – überall, wo man Bücher und Comics gleichermaßen liebt – hat „Orang“ das Erscheinen seiner letzten Ausgabe schon gefeiert. Zu Recht, denn mehr als ein Jahrzehnt lang hat das von Sascha Hommer begründete Magazin dem Comic-Nachwuchs nicht nur aus Deutschland eines der interessantesten Foren geboten. Line Hoven, Aisha Franz, Kati Rickenbach oder Anna Haifisch (um einmal nur Frauen zu nennen) haben hier früh ein Publikum gefunden. Und Anke Feuchtenberger, in deren Comic-Klasse an der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften die Idee zu „Orang“ entstand, ist zum Finale auch wieder einmal vertreten: mit der Bildergeschichte „Effi redet Blech“, die einen ganz neuen Realismus der Zeichnerin zeigt. weiter


9783943143157“Vakuum” von Lukas Jüliger: “Zeiten des Zorns” – “Jungle World” vom 9.5.2013 (Georg Seeßlen)

Unbeschwerteste Phase des Lebens oder doch die Hölle? Die Graphic Novels »Vakuum« und »Stiche« beschäftigen sich mit den Härten des Heranwachsens.

Es gibt großartige, meistens amerikanische Romane über das, was man so »Teenage Angst« nennt. Dazu zählt nicht nur das Gefühl, aus der Geborgenheit der Kindheit heraus zu müssen, die Liebe zu entdecken, dem Tod zu begegnen, zu bemerken, wie allein man sein kann, und dass man vielleicht verdammt schlecht von einem Trip wieder herunter kommt. Es sind auch die Kleinigkeiten der Ungleichzeitigkeit, die Dinge, die plötzlich einen anderen Sinn bekommen, die Geschichten, die sich nicht mehr von selber zu Ende erzählen und schon gar nicht von anderen zu Ende erzählt werden, wie die von dem Jungen, der am Montagmorgen mit einer Matratze in den Wald geht, einfach so, die Spiele, die plötzlich wirklich keinen Spaß mehr machen, die fixe Idee, man wäre nicht in einem Leben, sondern in einem Film – oder in einem Comic. weiter


9783943143577“Hilda und der Mitternachtsriese” von Luke Pearson: “Gestatten, Welteroberin!” – “Spiegel Online” vom 15.4.2013 (Hannah Pilarczyk)

Fünf Jahr’, blaues Haar: Die kleine Hilda ist die Heldin eines der schönsten Comics der vergangenen Jahre. Jetzt erscheint “Hilda und der Mitternachtsriese” endlich auf Deutsch – und bringt dem melancholisch-verspielten Zeichner Luke Pearson hoffentlich auch hierzulande viele Fans.

Schlicht “17 x 23″ hieß die Heftserie, die der britische Comic-Verlag Nobrow 2010 ins Leben rief. Im kleinen Format – eben auf 17 mal 23 Zentimetern – sollten sich junge Zeichnerinnen und Zeichner vorstellen können. Ein greller Strip über die mythische Schlange Ouroboros war bei den ersten Heften dabei, ebenso eine melancholische Geschichte übers das Leben nach dem Tod als Geist und dann noch – fast wie dazwischen geschmuggelt – “Hildafolk”, die Geschichte eines kleinen, lauten, blauhaarigen Mädchens, das mit seiner Mutter in einem Holzhaus wohnt und von einer Natur voller Steintrolle und Wassergeister umgeben ist. Dass mit “Hildafolk” Nobrows größte Erfolgsgeschichte beginnen sollte, war damals nicht abzusehen. Wenn jetzt aber, nach einer französischen Ausgabe, Hildas zweites Abenteuer “Hilda und der Mitternachtsriese” auch auf Deutsch erscheint, dann steht fest: Auf 17 mal 23 Zentimetern hat eine kleine Welteroberung begonnen. weiter


9783938511121“Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Anruf von unbekannten Vater” – “taz” vom 13.4.2013 (Katja Lüthge)

Genau hinschauen: Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt”. Eine Erzählung voller Humor.

Jimmy Corrigan ist ein pummeliger Junge mit großem Kopf und schütterem Haar, dem sich schon im Kindesalter die Sorgenfalten eines alten Mannes ins Gesicht gegraben haben. Jetzt mit Mitte dreißig führt der plumpe Büroangestellte das isolierte Leben eines tagträumenden, von Zwängen und Ängsten getriebenen Außenseiters, sein soziales Leben beschränkt sich auf das tägliche Telefonat mit seiner Mutter. Eines Tages reißt ihn der Anruf seines unbekannten Vaters aus dieser Lethargie – tatsächlich schafft es Jimmy, ihn zu besuchen. Aber auch dieser Versuch einer späten zwischenmenschlichen Beziehung offenbart einmal mehr die vollkommene Unmöglichkeit, das monadische Ich in Richtung eines anderen zu öffnen. weiter


9783943143386“Der Winter des Zeichners” von Paco Poca: “Der Aufstand der Zeichner” – “Die Presse” vom 12.4.2013 (Christoph Huber)

Paco Rocas “Der Winter des Zeichners” über eine historische Episode der Franco-Diktatur: melancholisch und bestürzend aktuell.

Ein Schlüsselroman über spanische Comic-Zeichner in den späten 1950ern klingt nach einem Nischenprodukt. Nicht nur, weil die iberische Comic-Produktion im deutschen Sprachraum kaum vertreten ist, allenfalls der Anarcho-Agenten-Comic „Clever& Smart“ ist älteren Generationen in bester Erinnerung. Dessen Schöpfer Francisco Ibáñez hat in Paco Rocas melancholischem Meisterwerk „Der Winter des Zeichners“ eine Nebenrolle. In seiner Heimat zählt Roca zu den herausragenden Newcomern: Sein Durchbruch kam 2007 mit der sensiblen Alzheimer-Geschichte „Arrugas“ („Falten“), die ihm 2008 den nationalen Comic-Preis eintrug und im Herbst bei Reprodukt publiziert werden soll. weiter


9783938511121“Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Auch unten ist er allein” – “Der Freitag” vom 22.3.2013 (Jonas Engelmann)

Ungeheuer komplex und radikal entschleunigt: Chris Ware sprengt mit „Jimmy Corrigan“ die Grenzen des Genres und rührt den Leser zu Tränen.

Neben Art Spiegelman gibt es wohl keinen anderen zeitgenössischen Comiczeichner, der so virtuos, klug und belesen mit der Geschichte des eigenen Mediums hantiert wie Chris Ware. Und keinen, der die Grenzen der erzählten Geschichte immer weiter ausdehnt. Ware greift dazu die unterschiedlichsten Quellen auf: die Ligne Claire eines Hergé, die Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts, Werbeanzeigen der dreißiger Jahre, Kinderbastelbögen, immer wieder die klassischen Motive der nunmehr über einhundertjährigen Comicgeschichte und nicht zuletzt die Superheldencomics. weiter


9783943143157“Vakuum” von Lukas Jüliger: “Liebe läuft Amok” – “faz.net” vom 22.3.2013 (Andreas Platthaus)

Aus dem Nichts steht plötzlich ein virtuoser deutscher Comicerzähler vor uns: Lukas Jüliger, gerade einmal vierundzwanzig Jahre alt. Der Hamburger Schüler von Anke Feuchtenberger hat mit „Vakuum“ eine romantisch-rätselhafte Geschichte gezeichnet, die im Dürrenmattschen Sinne zu Ende gedacht wird.

Ein Mord: Eine Schülerin wurde umgebracht. Der Täter: ein schüchterner Mitschüler. Eine Liebe: Eine Schülerin wird bewundert. Der Bewunderer: ein schüchterner Mitschüler. Die Schülerinnen sind nicht identisch, die Mitschüler auch nicht. weiter


9783943143577“Hilda und der Mitternachtsriese” von Luke Pearson: “Von Trollen und anderen Fabelwesen” – “Deutschlandfunk (Corso)” vom 21.3.2013 (Christian Gasser)

Mit seiner Serie “Hilda” gelang dem britischen Autor und Zeichner Luke Pearson eine anspruchsvolle Comicreihe, die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen begeistert. Nun erscheint der erste Band der Serie unter dem Titel “Hilda und der Mitternachtsriese” auf Deutsch.

Hilda, ein resolutes Mädchen mit blauem Haar, lebt mit ihrer Mutter in einem Blockhaus in den Bergen, umgeben von Trollen, Elfen, Holzmännchen, beseelten Steinbrocken und anderen fantastischen Wesen. Manche dieser Fabelwesen sind niedlich, andere sind furchterregend, die meisten sind Hildas Freunde. weiter


9783938511121 “Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Geschichten-Zeichner – Chris Wares Comic ‘Jimmy Corrigan’” – “3Sat Kulturzeit” vom 21.3.2013 (Philipp Rimmele)

Die ganze Welt feierte 2000 “Jimmy Corrigan” als Meilenstein des Comic-Genres. Erst jetzt ist das Buch auf Deutsch erschienen. Beim Berliner Literaturfestival 2013 stellte der Künstler Chris Ware sein Werk vor.

“Vor 13 Jahren erwarteteten US-amerikanische Leser von einem Comic, dass er von Superhelden oder etwas Fantatstischem handelt”, so Chris Ware. “Doch davon handelt das Buch ganz bewusst nicht.” Jimmy Corrigan, der Held des Buchs, hat so gar nichts Heldenhaftes an sich. Er ist ein durchschnittlicher Büroangestellter mit Sozialphobie und dem Charisma einer Topfpflanze. Wenn Superman doch mal in sein Leben platzt, dann nicht für lange. weiter


9783938511121 “Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Comic-Genie Chris Ware: In der Festung der Einsamkeit” – “Spiegel Online” vom 20.3.2013 (Andreas Borcholte)

Seine Bilder guckt man nicht bloß an, man liest sie: Der US-Comic-Autor Chris Ware hat mit dem Familienepos “Jimmy Corrigan” bewiesen, dass man auch die großen Geschichten grafisch erzählen kann. Nun liegt das Meisterwerk auf Deutsch vor. Wer ist der Mann, der all die traurigen Männer zeichnet?

“Öchö”. Dieses Geräusch macht Jimmy Corrigan, wenn er verlegen ist, ein hilfloses Hüsteln, das die Stille füllen soll. Zwar wird Jimmy im Untertitel seiner Geschichte großspurig “Der klügste Junge der Welt” genannt, doch genau das ist er nicht. Sondern ein blasser Büroangestellter, der schon als Kind schütteres Haar hatte und mit stiller Larmoyanz durchs Leben trant. weiter


9783938511121“Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Wie ‘Jimmy Corrigan’ den Comic revolutionierte” – “SRF” vom 20.3.2013 (Christian Gasser)

Mit seinem Erstling «Jimmy Corrigan» revolutionierte der damals erst 32-jährige Chris Ware den Comic. Jetzt ist die preisgekrönte Geschichte über eine gescheiterte Vater-Sohn-Beziehung auch auf Deutsch erschienen – mit 13-jähriger Verspätung.

Jimmy Corrigan, ein frustrierter Büroangestellter Mitte 30, ist einsam, schwärmt für eine Kollegin, die er nicht anzusprechen wagt, und hat keine soziale Beziehungen. Ausser zu seiner Mutter, mit der er mehrmals täglich telefoniert. Eines Tages ist aber nicht seine Mutter am Telefon, sondern sein Vater und lädt ihn zu sich ein. Das kommt völlig überraschend: Der Vater hat Mutter und Sohn kurz nach Jimmys Geburt verlassen. weiter


9783938511121“Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Der traurigste Junge der Welt” – “Frankfurter Rundschau” vom 18.3.2013 (Christian Schlüter)

Chris Wares Meisterwerk „Jimmy Corrigan“ ist endlich auf Deutsch erschienen. Über ein Jahrzehnt hat das gedauert – aber es hat sich gelohnt.

Was für ein Skandal! Über ein Jahrzehnt hat es gedauert, dieses Meisterwerk endlich auf Deutsch zu veröffentlichen. Warum so lange? In dieser Zeit ging über „Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt“ ein wahrer Preisregen nieder. Vom American Book Award über den Harvey und den Eisner Award bis zur Auszeichnung als „Bester Comic“ beim Angoulême Festival wollte sich offenbar keine der renommierten Institutionen vorwerfen lassen, dieses Jahrhundertereignis verpasst zu haben, von dem die Kritiker in aller Welt bereits schwärmten. weiter


9783938511121“Jimmy Corrigan” von Chris Ware: “Eine leere und melancholische Welt” – “Deutschlandradio Kultur” vom 11.3.2013 (Frank Meyer)

Mit so vielen Vorschusslorbeeren ist kaum ein anderes Comic-Buch auf den deutschen Markt gekommen. “Jimmy Corrigan”, 2001 in den USA erschienen, ist eine autobiografisch grundierte Geschichte, die die Geschichte eines Mangels erzählt: an Liebe, Verantwortung und Zuwendung.

“Jimmy Corrigan” ist 2001 in den USA erschienen, Chris Ware wurde als “Genie” und sein Buch als “Jahrhundertcomic” oder als “Meilenstein einer ganzen Gattung” gefeiert, es wurde an die Seite von Art Spiegelmanns “Maus” und den “Watchmen” von Alan Moore und Dave Gibbons gestellt. Auch Preise gab es zahlreich für Wares “Corrigan”, den American Book Award und den Guardian First Book Award, der erstmals an einen Comic-Autor vergeben wurde. weiter


“Orang” von Sascha Hommer (Hrsg.) / Arne Bellstorf (Hrsg.): “Beende deine Jugend” – “taz” vom 3.3.2013 (Michael Brake)

„Heavy Metal“ ist das Thema der finalen Ausgabe des Comickunst-Magazins „Orang“. Die Macher sind erwachsen geworden, sie müssen jetzt Geld verdienen.

Das Finale ist schön verstörend. Ein hilfloser Supermarktleiter muss mit ansehen, wie alle seine Waren verschimmeln und seine Stammkunden sich in Zombies verwandeln. Zwei Skater werden von einem Gespenst durch eine Aufzuchtstation für E-Gitarren geführt. In einer albtraumhaften Überwachungsdystopie werden Arbeiter der Königin zum Fraß vorgeworfen. „Heavy Metal“ ist das Thema der zehnten und letzten Ausgabe der Anthologie Orang, eines der wichtigsten deutschen Sammelpunkte für zeitgenössische Comickunst. weiter


“Orang” von Sascha Hommer (Hrsg.) / Arne Bellstorf (Hrsg.): “Sag zum Abschied leise Metal” – “zeit.de” vom 27.2.2013 (Frank Schäfer)

Das Indie-Comic-Magazin “Orang” war jahrelang eine Institution in der aufstrebenden deutschen Zeichnerszene. Jetzt mit der zehnten Ausgabe verabschiedet es sich. Wie schade.

Die praktizierenden Heavy Metal-Fans haben es immer gewusst, aber jetzt hat man es endlich schwarz auf weiß, zumindest in einem Comic: “Intensives Headbangen hat viele positive Auswirkungen auf Geist und Seele. Vor allem werden Aggressionen und andere negative Energien abgeleitet. Sie entweichen durch das Sakralchakra am Ende des Kopfes. Ausgeglichenheit und Friedfertigkeit kennzeichnen den regelmäßig Übenden”, sagt der Seminarleiter von Kursus 666, Einführung in die ganzheitliche Praxis des Headbangens. weiter


9783943143157“Vakuum” von Lukas Jüliger: “Gefühlsapokalypse” – “WDR 1Live (“Plan B”)” vom 18.2.2013 (Christian Möller)

Düster, verstörend, rätselhaft. Zwei Jahre lang hat Lukas Jüliger an seinem Comic “Vakuum” gesessen. Herausgekommen ist das beste deutschsprachige Comic-Debüt seit Jahren.

Wie in einem Vakuum hat sich Lukas Jüliger auch selbst während der zwei Jahre Arbeit an seinem Comic oft gefühlt. Vor allem in der Endphase, als er jeden Tag von morgens bis tief in die Nacht durchgezeichnet hat, um endlich fertig zu werden. “Das war wie in die Fabrik zu gehen”, sagt er. Die Erschöpfung ist ihm noch anzumerken. Und die Erleichterung über die positiven Reaktionen auf den Comic, von dem er während der Entstehung außer seiner Schwester niemandem etwas gezeigt hat. weiter


9783943143157“Vakuum” von Lukas Jüliger: “Ockerfarbene Jugend” – “taz” vom 13.2.2013 (Amadeus Ulrich)

Gefühle der Hilflosigkeit in einer surrealen Welt: Lukas Jüliger ist mit „Vakuum“ ein grandios düsterer Comicroman über das Erwachsenwerden gelungen.

Genau 210 stumpfe Bleistifte später hockt er im Chaos und reibt sich die Augen. „Ich bin müde“, sagt Lukas Jüliger. Der 24-Jährige wohnt und arbeitet im Hamburger Stadtteil Altona, trägt einen Schal um den Hals und einen Bart im schmalen Gesicht. Der Tisch ist klebrig und voller Zeichnungen, auf dem Boden liegen eine Gabel, eine Bohrmaschine, Gummistiefel; überall stehen Kaffeetassen und Bierflaschen. weiter


9783943143157“Vakuum” von Lukas Jüliger: “Die emotionale Apokalypse eines Jugendlichen” – “Deutschlandfunk” vom 11.2.2013 (Kai Löffler)

Die Ängste und Sorgen von Teenagern aus einer ganz eigenen Perspektive schildert der junge Hamburger Autor Lukas Jüliger in seinem Comic “Vakuum”. Die Perspektive ist ebenso frisch wie der grafische Stil.

Zwei Toastbrote, akkurat belegt und nebeneinander aufgereiht, daneben eine leere Butterbrottüte. “Damit hatte meine Mutter aufgehört, als ich zehn war”, kommentiert der Ich-Erzähler aus dem Off. Er schnürt seine Chucks, verlässt das Haus. Sein Gesicht haben wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen.(…)”Vakuum”, das Debüt des 24-jährigen Zeichners und Autors Lukas Jüliger, ist aufgebaut wie ein illustriertes Tagebuch. weiter


9783943143065“3 Sekunden” von Marc Antoine-Mathieu: “Ein virtuos zersplitterter Krimi” – “zeit.de” vom 8.2.2013 (Waldemar Kesler)

Die Comics von Marc-Antoine Mathieu sind auch Beschäftigungen mit dem Genre selbst. Sein atemberaubendes Buch “3 Sekunden” zerlegt sich selbst in seine Bausteine.

Marc-Antoine Mathieus Geschichten waren immer zugleich Reflexionen. In seiner genialen Serie um Julius Corentin Acquefacques werden Elemente der Bilderzählung zu Protagonisten: die Farben, die Dimension, die Tiefe oder gleich das Medium selbst. Kaum ein anderer Autor kreist beim Schreiben seiner Geschichten so sehr um die Frage, wie er sie erzählt. Sein Konzeptcomic 3 Sekunden besteht aus einer einzigen Zoomfahrt, die drei Sekunden lang einen Lichtstrahl verfolgt. weiter


9783943143157 “Vakuum” von Lukas Jüliger: “Ich bin der langweiligste Mensch der Welt!” – “zeit.de” vom 7.2.2013 (Michael Brake)

Es ist Sommer, es ist heiß, es ist Adoleszenz: Der Comic-Zeichner Lukas Jüliger erzählt in seinem herausragenden Debüt “Vakuum” eine surreale Coming-Of-Age-Geschichte.

Ihr Duft. Er kann die ganze Zeit nur an ihren Duft denken. Auch am nächsten Tag noch überdeckt ihr Duft alles. Während die anderen nur darüber reden, dass ein Junge namens Ben Fimming eine Matratze in den Wald getragen und sich darauf selbst umgebracht hat, nachdem er das beliebteste und hübscheste Mädchen der Schule betäubt, gefesselt und vergewaltigt hatte. weiter


9783943143157“Vakuum” von Lukas Jüliger: “Und es war Sommer” – “Hamburger Abendblatt” vom 6.2.2013 (Thomas Andre)

In seinem neuen meisterhaften Comic “Vakuum” erzählt der Hamburger Zeichner Lukas Jüliger von den Rätseln der Jugend.

Die Jugend ist eine magische Zeit, eine kostbare dazu – leider merkt man das erst, wenn man erwachsen ist. Die Jugend ist aber auch die Zeit der ersten Verluste, manchmal gar dramatischer Vorkommnisse. Zum Beispiel kann einem der beste Freund plötzlich abhanden kommen, weil er sich in seine eigene Welt verabschiedet, zu der niemand Zutritt hat. Und man kann eine so niedliche wie seltsame Frau treffen, die einen um den Verstand bringt. Man kann in einem heißen Sommer damit konfrontiert sein, dass diese Frau, in die man sehr verliebt ist, immer stiften geht, wenn es am schönsten ist. weiter


9783943143096“Rosalie Blum” von Camille Jourdy: “Äußerst unterhaltsames Stalking” – “Süddeutsche Zeitung” vom 28.1.2013 (Anja Perkuhn)

Die junge französische Autorin Camille Jourdy erzählt in ihrem preisgekrönten Stalking-Comic “Rosalie Blum” die Geschichte vom einsamen Vincent Machot, der die ebenfalls einsame Rosalie verfolgt. Denn in ihr erkennt er seine eigene Verlorenheit.

Sie teilen sich denselben Wind, und doch ist es nicht das Gleiche. Rosalie Blum sitzt auf einem Hügel fern der Stadt, die blonden Haare verweht, sie starrt stumm ins Leere. Auf einer zweiten Bank im Hintergrund sitzt Vincent, er schaut Rosalie an, sein grüner Schal flattert, seine große Sonnenbrille soll sein Gesicht verbergen – er ist Rosalies heimlicher Verfolger. weiter


9783943143348“Quai D’Orsay” von Christoph Blain / Abel Lanzac: “Die Szenenfolge der Politik” – “Neue Zürcher Zeitung” vom 26.1.2013 (Christian Gasser)

Ein Minotaurus im Labyrinth der Aussenpolitik, Krisendiplomatie, Machtkämpfe und Eitelkeiten: Der Autor Abel Lanzac und der Zeichner Christophe Blain landeten mit ihrer Politsatire «Quai d’Orsay» in Frankreich einen Bestseller.

Sogar in den Ferien kann es Alexandre Taillard de Vorms nicht lassen: Statt Sand, Meer und Sonne zu geniessen, setzt er am Strand lieber zur wortgewaltigen Analyse der geopolitischen Lage an. Sein Publikum: keine Krawatten tragenden Politiker an einem Krisengipfel, sondern Feriengäste in Badehosen. weiter


9783943143263“Goliath” von Tom Gauld: “Goliath als Underdog” – “Die Presse” vom 10.1.2013 (Christoph Huber)

Der erfolgreiche schottische Cartoonist Tom Gauld erzählt in seinem ersten Comicbuch die Geschichte von Goliath und dessen biblischen Mythos neu – sein Wiener Kollege Nicholas Mahler hat übersetzt.

Das Ende ist unausweichlich und allgemein bekannt – aber wie es dazu kommt, widerspricht der Überlieferung doch frappant: „Zunächst denkt bei der Geschichte von David gegen Goliath jeder an den Kampf eines kleinen Jungen gegen einen Riesen“, erklärt der als Cartoonist (u. a. im „Guardian“ und der „New York Times“) erfolgreiche Schotte Tom Gauld den Ansatz zu seinem ersten Comicbuch: „Doch wenn man genauer hinschaut, kämpfen eigentlich ein kleiner Junge und der allmächtige Schöpfer des Universums gemeinsam gegen einen Riesen, und dann realisiert man, wer hier eigentlich der Underdog ist.“ weiter


9783943143294“Nausea” von Robert Crumb: “Comic mit Sartre und Sauereien” – “Die Presse” vom 6.1.2013 (Christoph Huber)

Mit dem exzellenten Band “Nausea” beginnt die Neuausgabe des Werks von Robert Crumb, einem Meister der Satire: Von sexuellen Aberrationen und göttlichen Visionen.

Dass die Adaption der „Psychopathia Sexualis“ am Anfang dieses Bandes steht, ist nur sinnvoll: 1886 publizierte der deutsch-österreichische Psychiater Krafft-Ebbing seine Fallstudien von Perversion und sexuellen Abweichungen. 99 Jahre später setzte sie Robert Crumb als Comic um, und man hatte dennoch beinahe das Gefühl, eigentlich wieder einer seiner privaten Offenbarungen beizuwohnen. weiter


9783943143348 “Quai D’Orsay” von Christoph Blain / Abel Lanzac: “Pointenreiche Bilder über die Schwächen der Politik” – “Deutschlandradio Kultur” vom 7.1.2013 (Dirk Fuhrig)

Christophe Blain zeichnet mit solcher Präzision und einem derart feinen Gespür für komische Situationen, dass ein gestochen scharfes Bild der Politikerkaste im Allgemeinen entsteht: Eitelkeiten, Etikette, Hierarchie und so manche Selbstüberschätzung.

Es ist ein bisschen so, als würde ein Karikaturist sich Joschka Fischer in seiner Zeit als Außenminister vornehmen – und damit eine in die Hunderttausende gehende Auflage erzielen. weiter


9783943143348 “Quai D’Orsay” von Christoph Blain / Abel Lanzac: “So wird Politik gemacht” – “ntv.de” vom 07.01.2013 (Markus Lippold)

“Tschak Tschak Tschak” – die Themen müssen sitzen. Frankreichs Außenminister gibt die Linie vor, sein Redenschreiber kommt kaum noch mit. Dabei gibt es doch eine Krise zu meistern. Zehn Jahre nach Beginn des Irakkriegs zeigt ein Comic, wie es damals im Pariser Außenamt zuging – pointiert und hintersinnig.

Vor zehn Jahren glühten die diplomatischen Drähte der Welt. Die USA schickten sich an, den Irak anzugreifen. Doch es gab Widerstand. Und der saß unter anderem im “Quai d’Orsay”, jener Pariser Uferstraße, die synonym für das Außenamt des Landes verwendet wird. weiter