Blog Klara Groß am 9. Oktober 2014

“Irmina” von Barbara Yelin (Neues zur Buchmesse I)

Gestern öffnete die Frankfurter Buchmesse 2014 ihre Tore und auch wir stehen seitdem für Euch bereit – an einem Stand voll schöner Bücher und netter Menschen (Halle 4.1, D 29).

P1000164

Ein paar druckfrische Neuerscheinungen sind auch dabei, zum Beispiel Barbara Yelins neues Meisterwerk “Irmina”:

P1000137

Nach “Gift”, das in Zusammenarbeit mit dem Autor Peer Meter entstanden ist, und “Riekes Notizen” – Barbara Yelins Zeitungsstrips aus der Frankfurter Rundschau in Buchform – folgt mit “Irmina” nun eine eindrucksvolle und vielschichtige Graphic Novel mit historischem Hintergrund aus komplett eigener Feder.

P1000149

Das Buch ist 288 Seiten stark und damit stabil genug, um alleine zu stehen – ein echter Wälzer, der es auch inhaltlich in sich hat:

P1000141

Basierend auf einer wahren Begebenheit und an Hand von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen recherchiert, erzählt Barbara Yelin die Geschichte von Irmina. Die ehrgeizige junge Frau reist Mitte der 1930er Jahre nach London, um eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin zu beginnen.

P1000142

Dort lernt sie Howard aus der Karibik kennen – einen der ersten schwarzen Stipendiaten Oxfords, dem sie sich im Streben nach einem selbstbestimmten Leben verbunden fühlt. Durch den klugen und zielstrebigen Studenten beginnt Irmina ihren Blick auf die Welt zu öffnen.

P1000143

Doch ihre Beziehung findet ein jähes Ende, als Irmina, bedrängt durch die politische Situation, nach Berlin zurückkehren muss.

P1000144

Im nationalsozialistischen Deutschland steht sie vor der Möglichkeit, den erstrebten Wohlstand endlich zu erlangen, wenn sie dafür die verbrecherische Ideologie des Regimes nicht infrage stellt.

P1000145

Mit “Irmina” legt Barbara Yelin ihr Glanzstück vor: ein packendes Drama um die Entscheidung zwischen persönlicher Freiheit und dem Drang nach gesellschaftlichem Aufstieg.

P1000146

Barbara Yelin erzählt Irminas Weg als einen Werdegang voller Brüche, der aber auch exemplarisch für die Mitschuld durch Wegsehen und Vorteilsnahme vieler im Nationalsozialismus stehen kann. Im Umgang mit dem geschichtlichen Kontext ließ sich Barbara Yelin von Dr. Alexander Korb beraten, dem Direktor des “Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies” an der University of Leicester. Dieser gab dem Buch außerdem ein Nachwort.

P1000140

Trotz des historischen Kontextes ist “Irmina” kein lehrendes Geschichtsbuch, sondern vor allem eine spannende Geschichte mit komplexen Figuren in beeindruckenden Bildern. Barbara Yelins Zeichnungen wirken mit schnellem Strich und prächtigen Farben gleichzeitig flüchtig und opulent und prägen die unterschiedlichen Stimmungen der Zeit auf außergewöhnliche Weise.