Blog Klara Groß am 1. Mai 2016

Neues und Bekanntes von Kerascoët II: “Jenseits” im Hardcover

Marie Pommepuy und Sébastien Cosset, besser bekannt als das Zeichnerduo Kerascoët, werden uns zum 17. Internationalen Comic-Salon Erlangen beehren (26.-29. Mai). Darauf freuen wir uns schon sehr und präsentieren dort zwei neue Werke der beiden, die vielleicht Einigen schon bekannt vorkommen werden.

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Die umwerfende Serie “Fräulein Rühr-mich-nicht-an” (gemeinsam mit Hubert) gibt es jetzt in einer wunderschönen Gesamtausgabe. Und der schaurig-niedliche Comic “Jenseits” (gemeinsam mit Fabien Vehlmann) ist nach langer Pause endlich wieder lieferbar – jetzt als Hardcover mit neuem Covermotiv.

Im letzten Beitrag berichteten wir über “Fräulein Rühr-mich-nicht-an – Gesamtausgabe”, jetzt soll es um die schicke Neuauflage von “Jenseits” gehen.

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Bei der neuen Ausgabe von “Jenseits” von Fabien Vehlmann & Kerascoët haben wir uns an der Ausstattung der kanadischen Ausgabe von Drawn & Quarterly orientiert und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

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Es beginnt mit einem heiteren Kaffeetrinken, zu dem die junge Dame ihren Schwarm eingeladen hat. Kuchen und heiße Schokolade werden gereicht, und es verspricht ein vergnügliches Rendezvous zu werden. Doch die Idylle schlägt in blankes Entsetzen um, als dicke violette Tropfen von der Decke fallen und alles einzustürzen droht. In letzter Sekunde entkommen die beiden ans Tageslicht, um zu erkennen, dass es kein Haus war, aus dem sie geflohen sind – hinter ihnen liegt, um ein Vielfaches größer als sie selbst, ein Mädchen leblos im Gras. Eine Reihe weiterer kleiner Geschöpfe entsteigen dem toten Körper, und sie alle müssen sich nun gemeinsam in einer bedrohlichen Natur zurechtfinden.

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Was geschieht, wenn Märchenfiguren ein Eigenleben jenseits des Einflusses ihres Schöpfers entwickeln? Um diese Frage kreist “Jenseits”. Die Erfahrungs- und Gefühlswelt eines Kindes wird in eine Figurenkonstellation projiziert, die aus dem Reich der Märchen entsprungen scheint.
Zusammen mit Szenarist Fabien Vehlmann hat das Zeichnerduo Kerascoët eine verstörende Geschichte geschaffen, ein modernes Märchen, das den Leser in seiner einzigartigen Mischung aus Niedlichkeit und Grauen gefangen nimmt.

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“Den beiden französischen Zeichnern Marie Pommepuy und Sébastien Cosset ist mit “Jenseits” ein kleines Meisterwerk gelungen, in dem immerfort mit den Genregrenzen zwischen dem Kinder- und Jugendbuch auf der einen und eher splatter- oder gothicorientierten Formen auf der anderen Seite gespielt wird.” – Christian Schlüter, Frankfurter Rundschau

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Sowohl “Fräulein Rühr-mich-nicht-an” von Hubert & Kerascoet als auch “Jenseits” von Fabien Vehlmann & Kerascoet wurden vom unvergessenen Kai Wilksen ins Deutsche übertragen. Beide Bände wurden durch unseren Verlagsgründer Dirk Rehm von Hand gelettert.