Blog Klara Groß am 21. Oktober 2015

Menschen! Bücher! Sensationen! So war sie, die Frankfurter Buchmesse

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So eine Buchmesse beginnt immer mit einem leeren Stand und einer vollen Palette Bücher. Voll praktisch so ‘ne große Kiste! Da sparen wir uns dann die Hotelzimmer für mindestens 3 Personen…

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Ta-daa! Wenige Handgriffe später sieht der Stand schon ein kleines bisschen anders aus (das geht natürlich ganz wie von allein…) Jetzt nur noch die Taschen wegräumen und dann kann es losgehen.

Dieses Jahr präsentieren wir eine ganze Menge Novitäten: brandneu zur Buchmesse das düstere Märchen “Petit” von Hubert & Bertrand Gatignol, den Reportage-Comic “Palatschinken” von Caterina Sansone & Alessandro Tota und den Thriller “Roses Lächeln” von Sacha Goerg sowie Mawils großformatige “Singles Collection”.

Im Kindercomicbereich zeigen wir die zwei neue Bilderbücher von Marc Boutavant (“Niemals wilde Katzen kitzeln” und “Nur mal für einen Tag”)…

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… sowie den neuen Band “Q-R-T – Der neue Nachbar” von Ferdinand Lutz und den heiß erwarteten dritten Teil von “Kiste” (von Patrick Wirbeleit & Uwe Heidschötter).

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Es ist immer wieder toll für uns, wenn sich große und kleine Menschen mitten im Messetrubel so sehr festlesen, dass sie nichts mehr ablenken kann. Die beiden hier sind ganz eingetaucht in Marc Boutavants “Niemals wilde Katzen kitzeln” und in “Kiste – Kein Unsinn” von Patrick Wirbeleit & Uwe Heidschötter.

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Marc Boutavant und “Kiste”-Autor Patrick Wirbeleit waren übrigens persönlich dabei, verstanden sich sehr gut und stellten bereits am Dienstag in der Frankfurter Veranstaltungsreihe Stories + Strips ihre Arbeit vor:

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Foto: Joel Fourier

Marc Boutavant sprach unter anderem über seine Einflüsse, Vorbilder und Kollegen…

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Foto: Joel Fourier

… und die Entwicklung von “Ariol”.

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Und Patrick Wirbeleit sprach über seine Arbeit als Zeichner und als Szenarist und im Speziellen über seine Arbeit an “Kiste”. Hier im Bild sieht man eine erste Vorzeichnung von Uwe Heidschötter für eine Szene, die sich auf dem Weg vom Skript bis zum fertigen Buch stark verändert hat – zu Gunsten einer stimmigeren Dramaturgie.

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Marc Boutavant persönlich zu treffen war für uns alle eine große Freude und Ehre. Wir haben ja mittlerweile mit den Serien “Ariol” und “Mouk”, den Einzelbänden “Marienkäfer suchen ein Zuhause” und “Pelzkugel und Ente” und jetzt den neuen Bilderbüchern “Niemals wilde Katzen kitzeln” und “Nur mal für einen Tag” eine ganze Menge seiner Titel in unserem Programm. Und so stellte Marc Boutavant letzte Woche zunächst in Hamburg, dann in Bonn und in Frankfurt seine Arbeit vor, gab Interviews und signierte (hier im Bild gerade “Pelzkugel und Ente”).

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Bis auf die Signaturen zeichnet Marc Boutavant mittlerweile alles am Grafiktablett, also digital. Dass die Zeichnungen trotzdem so lebendig und oft “analog” wirken, verdanken sie seinem Geschick mit den verschiedensten Pinseln (und natürlich der Portion Magie, die in guten Zeichnungen steckt). Ob sich Marc Boutavant bei der Farbpalette in “Die große Reise des kleinen Mouk” wohl von seinem Hemd inspirieren ließ?

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Am Mittwochabend gab es ein großes Highlight außerhalb der Buchmesse. Die Frankfurter Ateliergemeinschaft um Anke Kuhl (“Lehmriese lebt!”) öffnete die Türen zu ihrem beeindruckenden 16. Werkschau-Spektakel “Laborproben”. Anke Kuhl, Alexandra Maxeiner, Jörg Mühle, Moni Port, Natascha Vlahovic, Philip Waechter und von Zubinski präsentierten ihre Arbeiten. Etwas versteckt in einem Industriegebiet dachten wir zunächst, wir wären auf dem falschen Weg (O-Ton Pressefachfrau Jutta Harms: “Ich will nicht auf die Autobahn laufen, ich bin nicht schnell genug!”). Doch unter einer mehrspurigen Autobrücke befinden sich die beeindruckenden Räume des Kunstvereins Familie Montez, in denen die Ausstellung stattfand.

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Und mittendrin erwartete uns ein rührendes Treffen der besonderen Art: da stand doch tatsächlich er! Der Lehmriese persönlich! Inmitten einer Stadt aus Pappe, die von Kindern erbaut wurde, stand der fast 4 Meter große Lehmriese und hatte alles im Blick.

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Erschaffen wurde der Pappemaché-Koloss von Anke Kuhl (oder doch von den Kindern am Fluss?) und gab allen die Möglichkeit, ihm geheime Geheimnisse mitzuteilen. Er hält dicht! Ab dem 4.12. wird dieser Lehmriese im Stadtmuseum Karlsruhe ausgestellt – Informationen dazu folgen noch.

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Originalzeichnungen zu “Lehmriese lebt!” gab es hier auch zu bewundern…

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… hier z.B. die tolle Szene mit dem Frisörmeister Kammkäfer und seinen anspruchsvollen Kundinnen.

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Das war ein wunderschöner Abend und wir konnten alle ganz beglückt in die nächsten Messe-Tage stürzen. Vielen Dank an dieser Stelle an das gesamte Labor!

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Und zurück am Messestand?

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Da begeisterten unsere Qualitätspraktikanten (hier links Lukas Elstermann) für unsere Bücher…

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… unsere ehemalige Qualitätspraktikantin Inga Wurzbach (heute bei Carlsen) besuchte uns und las in “The Singles Collection” nach, was einen als Praktikant bei Mawil so erwarten würde…

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Christian Maiwald (der Herr mit Mikro) führte eine interessierte Gruppe internationaler Gäste auf dem Graphic-Novel-Rundgang vorbei…

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… und wir bekamen Besuch von Judith Holofernes. Die Sängerin und Autorin präsentierte bei der Buchmesse ihren ersten Lyrikband “Du bellst vor dem falschen Baum” (mit Illustrationen von Vanessa Karré, Klett-Cotta) und nutzte ihre kurze Pause zum Stöbern bei den Indie-Comic-Verlagen. Ihre Leidenschaft für Graphic Novels bekommt man schon über ihren Twitter-Feed mit, nun konnten wir sie mal persönlich kennenlernen und mit “Ein Sommer am See” von den Cousinen Mariko Tamaki & Jillian Tamaki erfreuen. (Ich hab leider verpasst, den Moment zu fotografieren, aber zum Glück hat sie uns ihr Selfie zur Verfügung gestellt.) Ihren eigenen schönen Bericht zur Buchmesse kann man hier nachlesen.

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Bei einem Spaziergang durch die anderen Hallen konnte man übrigens noch mal auf “Kiste” treffen – eine Halle weiter auf dem Cover von Eselsohr, der Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendliteratur! Hallo Mattis und Kiste!

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Und bei Bulls Press konnte man die Mumins in verschiedenen Sprachen begrüßen. Die Figuren von Tove Jansson feiern übrigens dieses Jahr ihren 70. Geburtstag! Und dabei sieht man ihnen das Alter gar nicht an.

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Bücher zeigen, Bücher gucken, Menschen treffen, Projekte planen… das ist doch immer wieder ein Spaß, so eine Buchmesse! Dafür hält man auch gerne ein paar Tage in den Messehallen aus, mit künstlichem Licht und gefilterter Luft (man beachte die Rohre). Fünf Tage sind dann zwar erstmal genug, aber wir freuen uns schon aufs nächste Jahr.