Blog Filip Kolek am 26. Juni 2014

Mawil-Pressereigen

Unmittelbar vor, während und nach dem 16. Internationalen Comic-Salon Erlangen hat der Presserummel um den kleinen Ostberliner Sportverweigerer Mirco Watzke einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nicht zuletzt dank des „Max und Moritz“-Preises für seinen geistigen Vater Mawil, den er sich am späten Freitagabend von Hella von Sinnen und Christian Gasser abholen konnte. Wir versuchen uns an einer kleinen Chronik der „Kinderland“-Berichterstattung.

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Bereits am Mittwoch, den 18. Juni, einen Tag vor der Salon-Eröffnung, stellte Christoph Gurk auf PULS, dem Jugendsender des BRs, die fünf spannendsten deutschen Comic-Erzähler vor, unter denen Mawil natürlich nicht fehlen durfte: „Best of Graphic Novel“.

Donnerstag war Feiertag im Süden, da musste unser ambitioniertes „Jeden-Tag-ein-Mawil“-Projekt pausieren, aber bereits Freitag, zum zweiten Salon-Tag, trumpfte Andreas Platthaus in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit einer ellenlangen Besprechung zu „Kinderland“ auf. Für den stellvertretenden Feuilleton-Chef der FAZ ist Mawils neuer Comic ein fulminantes „Comeback“! „Dreihundert Seiten stark, sehr witzig und endlich auch wieder experimentierfreudig in dem Sinne, dass die Form zwingende Lösungen für inhaltliche Fragen schafft.“ Zum Schluss resümiert Platthaus: „Es ist ein Comic, wie er in Deutschland nur alle Jubeljahre erscheint.“

„‚Kinderland‘ ist eine Sensation“, schrieb Michael Pilz in DIE WELT am darauffolgenden Tag, „ein Wunder der Wahrhaftigkeit, weil es das Dasein in der DDR genauer abbildet als jedes DDR-Museum und als alle Ostalgielokale.“ Der Artikel ist inzwischen auch online: „In „Kinderland trägt Angela noch das rote Halstuch“

Das gezeichnete Selbstportrait Mawils prangte am Samstag zudem überlebensgroß in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Für die „Im Gespräch“-Seite hatte Autor Daniel Benedict den Berliner Zeichner in seinem Atelier getroffen und ihn zu den wichtigsten Belangen des Lebens ausgefragt. Z.B. gefälschten Alf-Stickern aus Ungarn. „Keine Angst vor Comics, bitte!“

Ein weiteres Interview hatte Mawil dem Nürnberger Journalisten Björn Bischoff gegeben, das am Montag auf nordbayern.de und in der Printausgabe der Erlanger Zeitung erschien. Eine schöne Antwort gibt Mawil auf die Frage, ob die Geschichten von unsportlichen Kindern erzählenswerter seien als die von Sport-Assen. Nachzulesen unter diesem Link.

„Das ist der beste Wende-Comic“, schrieb gestern Roland Mischke in den Nürnberger Nachrichten, und damit ist klar: das Frankenland ist fest in Mawils Hand! Und in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung beschwor Daniel Alexander Schacht eine begrüßenswerte Zukunft, in der Mirco Watzke auch auf Zelluloid die Kelle schwingt: „Mawil hat gemeinsam mit Kathi Käppel schon den Videoclip zu „Guten Tag (Die Reklamation)“ von Wir sind Helden realisiert. Wer weiß, vielleicht läuft ‚Kinderland‘ irgendwann animiert im Kino. Bis dahin kann man sich aber – durchaus ähnlich bewegt – durch diese opulente Graphic Novel blättern.“

Und wir beenden die kleine Presseschau mit einem Zitat aus der aktuellen NEON, wo „Kinderland“ auf einer kompletten Seite von Lars Gaede vorgestellt wird: „Genial.“freisteller