Autoren & Künstler

Tove Jansson

Die finnlandschwedische Kinderbuchautorin und -illustratorin Tove Jansson (1914-2001) gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen ihrer Heimat und der nordischen Länder. Sie war das Kind eines Künstlerpaares und verbrachte viele Sommer mit ihren Eltern und ihren Geschwistern in einem kleinen Häuschen am Meer. Gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin, der Grafikerin Tuulikki Pietilä, bewohnte sie ebenfalls in den Sommermonaten eine kleine Insel im Finnischen Meerbusen.
Die Umgebung, in der Tove Jansson gelebt hat, beeinflusste maßgeblich die Entstehung ihrer wohl bekanntesten Figuren: Die Mumins. Schon in Janssons frühen Arbeiten, etwa ihren Karikaturen und Presseillustrationen, tauchten beiläufig die ersten Mumintrolle auf. Zudem hat sie so bekannte Jugendliteratur wie Tolkiens “Der kleine Hobbit” und Lewis Carrolls “Alice im Wunderland” illustriert.

Die “Mumins” erlangten nach ihrem ersten Erscheinen in Buchform im Jahr 1948 eine dermaßen große Popularität, dass die englische Associated Press Tove Jansson damit beauftragte, Comicstrips um die Abenteuer der rundlichen Trolle anzufertigen. Die erste Folge erschien 1954 in der Zeitung “The Evening News” und begründete den weltweiten Erfolg der Figuren. Die Comicserie, die nun in deutscher Sprache bei Reprodukt vorgelegt wird, gilt bis heute als die erfolgreichste Comicserie Finnlands. Neben den bezaubernden Mumin-Charakteren macht das besonders fantasievolle Zusammenspiel von Wort und Bild den besonderen Reiz dieser Comics aus.

Die Arbeit Tove Janssons wurde mit zahlreichen Preisen bedacht, wie dem “Kavalier des Ordens des Lächelns” und dem “Hans Christian Andersen-Preis für Kinder- und Jugendliteratur” aus dem Jahr 1966.

“Mehr noch als in ihren Kinderbuchillustrationen kommt in den Comic-Strips das ganze zeichnerische Talent der Künstlerin Tove Jansson zur Geltung. Ratlosigkeit, Heiterkeit, Trauer, Schadenfreude, Erstaunen, Eifersucht, Rache, Anteilnahme, Trotz, Begehrlichkeit – all diese Gemütslagen weiß sie mit wenigen Strichen eindringlich zu erzeugen. Dabei strotzt ihr eher minimalistischer Stil vor Lebensfreude und verleiht den kurzbeinigen Dickerchen eine erstaunliche Dynamik.” – Katja Lüthge, Berliner Morgenpost

“Die Erzählungen um den gemütlichen, weißen Troll sprühen vor fantastischen Einfällen – sind aber weit mehr als ein Märchen. Die sagenhaften Figuren bezaubern mit Charme und liebenswerter Naivität, bleiben aber oft rätselhaft und eröffnen vielschichtige Perspektiven.” – Peer Göbel, tagesspiegel.de

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