Blog Klara Groß am 2. November 2016

“Im Schatten des Krieges”

In der nächsten Woche kommt das neue Werk von Sarah Glidden aus dem Druck: “Im Schatten des Krieges. Reportagen aus Syrien, dem Irak und der Türkei”.

Die Autorin von “Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger” (Panini) hat sechs Jahre an ihrer neuen Comicreportage gearbeitet. Darin begleitet Sarah Glidden drei US-amerikanische Journalisten auf ihrer Recherchereise durch Gebiete, die durch den Irakkrieg betroffen sind und reist unter anderem durch ein Syrien vor 2011, also vor dem dortigen Bürgerkrieg.

Für viele Amerikaner manifestierte sich der Irakkrieg lediglich in erschreckenden, aber abstrakten Statistiken. Was die Öffentlichkeit erreichte, kam von “embedded journalists”, jenen Berichterstattern, die unter Aufsicht des amerikanischen Militärs standen. Zwei junge amerikanische Journalisten sind jedoch festentschlossen, ihre Landsleute über die fatalen Folgen dieses Krieges aufzuklären. Sie reisen 2010 in den Nahen Osten, um vor Ort über die Realität des Irakkriegs und die Situation der Kriegsflüchtlinge zu berichten. Für Konfliktpotenzial sorgt dabei ein Freund aus Kindertagen, der als Soldat im Irak war und nun als Zivilist dorthin zurückkehrt.

Sarah Glidden begleitet das Trio und dokumentiert die Reise, die für die jungen Amerikaner auch immer ein Ringen darum ist, mit ihren eigenen Entschlüssen und denen ihres Landes ins Gericht zu gehen.

Das englische Original erschien vor einem Monat unter dem Titel “Rolling Blackouts” beim kanadischen Qualitätsverlag Drawn & Quarterly und hat seitdem bereits für einigen Wirbel in der Presse gesorgt. Hier ist ein kleiner Überblick über die ersten Reaktionen:

James Yeh nennt das Buch in seiner Besprechung für das VICE-Magazin ein “meisterhaftes neues Buch gezeichneter Nonfiktion”.

“Sarah Glidden erzählt nicht nur bewegende Geschichten, sie versteht es auch, unsere Aufmerksamkeit auf die Erfolge und Fallstricke von Journalismus zu lenken. Tatsächlich könnte dieses Buch, das mit der Frage “Was ist Journalismus?” beginnt und endet – als innovatives Lehrbuch für Journalismus gelten.”, schreibt Rita D. Jacobs in World Literature Today.

The Economist interviewt Sarah Glidden und kommt zum folgenden Schluss: “Es ist leicht, etwas lustiges zu erwarten, wenn es das Wort “Comic” enthält; das kann Menschen, die nicht mit dem Medium vertraut sind, davor abschrecken ein ernstes Thema zu erwarten. Es wird noch etwas mehr öffentliche Aufmerksamkeit brauchen, bis Comic Journalismus bereit ist, das zu verlieren, was Sarah Glidden als “Benennungsproblem” (“naming problem”) bezeichnet. Hoffentlich wird ihre Arbeit dabei helfen, diesen Prozess zu beschleunigen.”

Auf unserer Website kann man jetzt in ein paar Seiten hineinlesen. (Wenn wir unsere akuten Probleme mit der Website gelöst haben, ist hier auch wieder das Cover zu sehen.)