Blog Klara Groß am 11. Juni 2015

Comicfestival München, Teil 2: Veranstaltungen, Ausstellungen und das ganze Drumherum

Am letzten Wochenende fand das Comicfestival in München statt und wir waren mit einem Stand dabei (siehe Fotobericht Teil 1 von gestern).

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Doch auch abseits der Verlagsstände und der Signiertische wurde Einiges geboten! So gab es unter anderem Panelgespräche, z.B. mit Julie Birmant (links) und Clément Oubrerie (3. v. links), die ihre neuen gemeinsamen Werke vorstellten (z.B. “Pablo 4″). Moderiert wird das Gespräch hier von Matthias Wieland (rechts), unterstützt durch den Übersetzer Ulrich Pröfrock (2. v. links).

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Paco Roca sprach im Instituto Cervantes über “Die Heimatlosen”.

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Und Barbara Yelin (“Irmina”) traf auf Posy Simmonds (“Tamara Drewe”) und sprach auf der Bühne mit ihr übers Zeichnen.

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Abends unterhielt Vertriebsleiter Sebastian Oehler den Übersetzer Ulrich Pröfrock und Posy Simmonds. Die Britin war offenbar very amused!

Gerade heute wurde übrigens bekannt, dass Ulrich Pröfrock den diesjährigen Christoph Wieland-Übersetzerpreis erhält! Er wird für seine herausragende Leistung bei “Quai d’Orsay” (von Abel Lanzac und Christophe Blain) ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr und berichten später mehr.

Am Rande sei noch auf die wohltuende Kombination aus später Tageszeit und kurzer Ärmeligkeit hingewiesen. Hach. Sommer.

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Zu heiß? Mumins-Übersetzer und Redakteur Matthias Wieland wusste zu helfen – mit der Lesung einer Schneegeschichte (“Mumins Winterfreunden”)!

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Ähnlich dachte wohl auch die Buchhandlung Kunst- und Textwerk und dekorierte das Schaufenster mit dem Streifenplakat zu Marc Boutavants “Pelzkugel und Ente”.

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Dort liefen wir am Donnerstag vorbei, auf dem Weg zur Vernissage von “Gestrandet & Verwurzelt” in der Galerie Köşk.

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In der Werkstatt-Ausstellung ging es um Comic-Reportagen aus und zu München. Ludmilla Bartscht, Isabelle Krötsch, Claudia Lieb, Bine Mayer, Katharina Netolitzky, Uli Oesterle, Ronja Paffrath, Juno Pilgram, Paul Rietzl, Frank Schmolke, Barbara Yelin und Yinfinity zeigten Skizzen, Seiten, Konzepte zu ihren unterschiedlichen Comics. Einen ausführlicheren Bericht gab es am 5. Juni in der Süddeutschen Zeitung, mehr Fotos gibt es im Flickr-Album zum Comicfestival von dreimalalles.

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Wir haben hier mal die Arbeiten von Barbara Yelin fotografiert. Sie zeigt Skizzen und fertige Seiten aus einer kurzen Geschichte zu der Münchner Nachbarschaft, in der sie aufwuchs.

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Es geht um den Spielplatz eines katholischen Hortes, auf dem eigentlich außerhalb der Öffnungszeiten keine Kinder spielen durften. Da Spielplätze aber an der Ecke rar waren, schufen sich die Nachbarskinder immer wieder ein neues Loch im Zaun und belegten den “verbotenen” Spielplatz.

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Jahre später wurden bei Umbauten auf dem Gelände wohl archäologisch wichtige Funde ausgegraben.

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Die Ausstellung war insgesamt total gelungen und schön! Und Originale von Barbara Yelin zu sehen ist immer wieder beeindruckend.

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Das war zum Glück auch nochmal im Festivalzentrum – der Alten Kongresshalle – möglich…

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Hier gab es eine kleine Ausstellung mit Skizzen, Storyboards und Originalzeichnungen für “Irmina”.

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Vor den Originalen kann man richtig in die verschiedenen Farbschichten eintauchen, die Barbara Yelin nach und nach aufträgt – mit Bleistift, Aquarellstiften und Gouache. Immer dynamisch und spannungsreich bleibt bei dieser Technik der Prozess des Zeichnens deutlich erkennbar.

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Schön ist es auch, dabei das eine oder andere kleinere Panel zu entdecken und genauer ansehen zu können. Beim Lesen des umfangreichen Buchs wäre einem das im Einzelnen vielleicht gar nicht so aufgefallen.

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Und war da nicht noch was mit Barbara Yelin? Achja! Zu unserer großen Freude wurde Barbara Yelin am Samstagabend der PENG! – der Münchner Comicpreis – verliehen! Denn der Preis für den besten deutschsprachigen Comic ging an – genau – “Irmina”!

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Und am Freitag? Da trafen wir uns beim Münchner Strapazin Büro und besuchten die Ausstellung zum aktuellen Heft.

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Der Schwerpunkt der von Christian Maiwald redigierten Ausgabe liegt auf Comics aus Polen. Hier das von Gosia Herba gezeichnete Cover mit Steckdose.

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Christian Maiwald gab uns also nachts noch eine kleine Führung. Da bleibt nur zu sagen, dass der Blick auf die polnische Comicszene Lust auf mehr macht. Und dass wir Heft und Ausstellung sehr gelungen finden.

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Dieses tolle Auto von CX Huth (“Hasenhäschen”) hängt übrigens an der Wand im Badezimmer vom Strapazin Büro. Leider wäre es zu klein gewesen für alle Reproduktler, die am Sonntag mit Gepäck wieder nach Berlin wollten. Aber in München ist es auch gut aufgehoben. Davon haben wir uns am ereignisreichen Festivalwochenende eindeutig überzeugen können. Wir haben sehr viel Spannendes und Schönes erlebt (und dabei nur einen Bruchteil des gebotenen Programms wahrnehmen können). Vielen Dank dafür und bis zum nächsten Mal!