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“Esthers Tagebücher” als Animationsserie auf Canal+

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Für das Frühjahr 2018 ist Riad Sattoufs Comicreihe “Esthers Tagebücher” als Zeichentrickserie für den französischen Fernsehsender Canal+ angekündigt worden. Einige der insgesamt 50 Episoden der ersten Staffel, für die Sattouf mit Dorothée Lachaud das Drehbuch schrieb und zusammen mit Mathias Varin Regie führte, werden zudem im offiziellen Wettbewerb des Internationalen Animationsfilmfestivals von Annecy (11.-16. Juni 2018) zu sehen sein.

Stoff für die jeweils zweiminütigen Episoden der ersten Staffel liefert der Band “Esthers Tagebücher: Mein Leben als Zehnjährige”. Darin dokumentiert Sattouf Anekdoten aus dem Leben der zehnjährigen Protagonistin, Esther, der ein echtes Mädchen Patin steht und die dem Comicautor Sattouf regelmäßig aus ihrem Alltag berichtet: Vom Verlangen nach dem ersten eigenen Handy, den schmerzhaften Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Schönheitsidealen, dem Schwärmen für Popstars und einem mitunter nervenaufreibenden Schulhoftreiben.

Über mehrere Jahre hinweg begleitet Sattouf Esthers Weg zum Erwachsenwerden mit einem Comicband pro Jahr. Im Mai 2018 wird mit “Esthers Tagebücher: Mein Leben als Elfjährige” der Fortsetzungsband bei Reprodukt folgen, für den auch bereits die zweite Staffel der Zeichentrickserie eingeplant ist.

Mit der Animationsserie reiht sich “Esthers Tagebücher” in eine anwachsende Liste aktueller Comictitel ein, die für das Fernsehen adaptiert werden: Ab Herbst 2018 wird Luke Pearsons Reihe “Hilda” auf Netflix zu sehen sein und auch für Pénélope Bagieus “Unerschrocken” ist bereits eine Zeichentrickserie in Frankreich geplant. Bleibt nur zu hoffen, dass “Esther” ihren Weg auch ins deutschsprachige Fernsehprogramm findet.

“Gérard”-Pressespiegel

Druckfrisch und schon viel besprochen: Die Comicreportage „Gérard: Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu” des französischen Comicautors und Filmemachers Mathieu Sapin ist pünktlich zur Leipziger Buchmesse erschienen und wird seither in zahlreichen Medien kommentiert. In diesem Beitrag versuchen wir uns an einer kurzen Presseschau.

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Anlässlich einer von Knut Elstermann moderierten Autorenlesung in der Berliner Kulturbrauerei legte Moritz Holfelder vom B5, dem Hörfunkkanal des Bayerischen Rundfunks, den Grundstein für ein insgesamt positives Medienecho: Er bezeichnete Sapins Buch als “Meisterwerk”, das sich “auf eine ungemein ironische Art und Weise” dem Menschen Depardieu nähert und dabei von “viel Witz” und “präziser Beobachtungsgabe” getragen wird.

Ausführlich wurde “Gérard” zudem von Alex Rühle in der Süddeutschen Zeitung besprochen, der es als “unbedingt” lesenswert empfahl. Ähnlich begeistert zeigte sich Michael Pilz, der das Werk mit einem ganzseitigen Artikel im Literaturteil der Zeitung DIE WELT würdigte und als “ein sagenhaftes Porträt in Comicform” beschrieb.

“Das ist kein sympathisches Porträt, das von dem Mann gezeichnet wird, aber ein sehr intimes und darum (…) ein sehr interessantes”, resümierte Andreas Platthaus, Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sein Leseerlebnis auf Deutschlandfunk Kultur.

Wie dicht Sapin an Depardieu in seinen fünf Jahren Begleitzeit herankam und wie vielgestaltig die Eindrücke sind, die er in seinem Buch zu einem komplexen Psychogramm des gargantuesken Schauspielers verspinnt, begeisterte die Frankreich-Korrespondentin Brigit Holzer: “Eine Wucht von einem Mann. Unersättlich, furchteinflößend unnachahmbar”, hielt sie u. a. für die Augsburger Allgemeine über den “fleischgewordenen Eiffelturm” fest. Auch Carsten Werners im Tagesspiegel hielt fest, dass “Gérard” letztlich “fast kongenial” als eine “dem großen Künstler Depardieu angemessene Homestory” daherkommt.

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Zugleich gelingt es Sapin – wie Christoph Haas für die Passauer Neue Presse konstatierte – Depardieu durch ein “Ineinander der Widersprüche” zu präsentieren. Somit ist “Gérard” nicht nur eine Hommage, sondern ein von “enormer Situationskomik” bestimmter Comic, der Depardieu als Hauptfigur in “einer vom Leben geschriebenen Komödie” zeigt.

Gerd Heger hielt im SR fest, dass der Comic es ermögliche, den weltweit bekanntesten lebenden Franzosen als “Vollmenschen” zu erleben – ”der von einer solchen Lebenskraft durchdrungen ist, dass nicht nur dem ‘kleinen’ Kritzler, der ihn begleitet, das eine oder andere mal schwindlig wird.”

Dass das Buch auch ästhetische Vergnügungen bereithält, ist in Texten hervorgehoben worden, die einen dpa-Artikel zur Grundlage hatten: “Mit schnellen und leichten Strichen hat Sapin von Depardieu ein Porträt entworfen, das ebenso komplex und vielfältig ist wie dessen Rollen”, ist u. a. im Stern, Focus Online, Hamburger Abendblatt und auf Zeit Online nachzulesen. Kathrin Gemein merkte diesbezüglich in der WAZ und NRZ an: “In bunten Comicbildern, in denen alle Charaktere prägnant karikiert werden, wird mal wieder klar: Es lohnt sich oft ein zweiter Blick.”

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Für Regina Jerichow von der Nordwest Zeitung steht fest: “Gérard” ist ein “amüsantes Road-Movie auf Papier”. Aufgrund seiner Melange aus Künstlerporträt und Comic, empfiehlt zudem Thomas Klingenmaier von der Stuttgarter Zeitung “Gérard” als “eine Ausnahme-Biografie für Depardieu-Interessierte” und “brillante Erzählung für Comic-Liebhaber”.

Und auch in Schweizer Medien ist “Gérard” aufgegriffen worden: Hans Jürg Zinsli beschrieb “Gérard” im Schweizer Tages-Anzeiger als einen “überbordend unterhaltsamen Erlebnisbericht.” Sogar das Schweizer Fernsehen – SRF – widmete dem Buch einen kurzen Beitrag.

Doch auch kritische Stimmen sind in diesem Pressereigen zu vernehmen: Timur Vermes ist die von Sapin inszenierte Sicht auf Depardieu nicht differenziert und substanziell genug, sondern gleiche eher einer “freiwilligen Speichelleckerei”, wie er in seinem Artikel auf Spiegel Online anmahnt. Auch Andrea Heinze erfuhr nur wenig Neues über den Schauspieler und stellte für ihren Beitrag auf Deutschlandfunk die Einseitigkeit der Charakterdarstellung heraus.

Wir beenden diese Presseschau mit einem Fazit, das Mathias Heller für NDR Info zog: “Viele Klischees werden bestätigt, dann überrascht der Schauspieler wieder mit Menschlichkeit und Empathie. Ob man Depardieu am Ende der knapp 150 Seiten jedoch sympathischer findet? Schwer zu sagen. Deutlich näher gekommen ist man ihm aber zweifellos.”

Dorothée de Monfreids “Schläfst du?” in der Städtischen Galerie Rosenheim

dorothee de monfreid, schläfst du, reprodukt verlag

Bis zum 10. Juni werden Zeichnungen aus Dorothée de Monfreids “Schläfst du?” sowie weitere Illustrationen aus dem umfassenden Oeuvre der Künstlerin im Rahmen der Ausstellung “Licht aus! Die Nacht im Bilderbuch” in der Städtischen Galerie Rosenheim zu sehen sein.

Die Ausstellung lädt dazu ein, der Magie der Nacht im Kinderbuch nachzuspüren, und die Zeit in den Blick zu nehmen, in der die Welt zu schlafen scheint und doch so einiges in Bewegung ist. So wie in de Monfreids Pappebuch “Schläfst du?”, das bereits mit dem prestigereichen französischen Kinderbuch-Preis Prix Bernard Versele ausgezeichnet wurde und jüngst für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden ist: Darin trotzt die quirlige Hundebande um Zaza, Omar, Jane, Micha, Kaki, Pedro und Nono der Müdigkeit und sorgt für eine schlaflose Nacht. Nur einer schnarcht sich in aller Ruhe durch das Geschehen – Popow, der bequeme Bernhardiner.

Städtische Galerie Rosenheim, Max-Bram-Platz 2, D-83022 Rosenheim
www.galerie.rosenheim.de

Antonia Kühn und Magdalena Kaszuba auf Lesereise

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Vor kurzem ist bei Reprodukt Antonia Kühns Comicdebüt “Lichtung” erschienen – eine berührende Geschichte über Familie und Erinnerung. Zeitgleich veröffentlichte der avant-verlag “Das leere Gefäß” von Magdalena Kaszuba, auch dies ein Buch über Erinnerung, in dem die Hamburger Zeichnerin an ihre strenge Erziehung zurückdenkt und den prägenden Einfluss der polnisch-katholischen Kirche auf ihre Kindheit Revue passieren lässt. Die Autorinnen sind im Doppelpack zu Gast in Hamburg und Berlin, um ihre Bücher zu präsentieren.

Donnerstag, 22. März | 19.30 Uhr
Strips & Stories, Wohlwillstr. 28, D-20359 Hamburg
Eintritt frei
www.strips-stories.de

Freitag, 23. März | 20 Uhr
Modern Graphics/Reprodukt, Kastanienallee 79, D-10435 Berlin
Eintritt: 3 EUR
www.modern-graphics.de