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Einblicke in die Reprodukt-Biliothek: „Drei Schatten“ von Cyril Pedrosa

Also, das zweite Buch, dass ich Euch vorstellen will ist „Drei Schatten“ von Cyril Pedrosa, also wieder eine Welt voll alltäglichen Märchen und nachdem ich auf Instagram seinen Zeichenprozess gesehen habe, muss ich dieses grade noch handliche, schwarz-weiße Comic noch dringender empfehlen. Ich werde zwar Schwierigkeiten haben dieses Buch zu beschreiben ohne das Ende zu verraten, aber für Cyril Pedrosas Durchbruch in der Comic-Welt wird es sich lohnen.


Wir beginnen bei Joachim und seinen Eltern die allein in ihrem Haus im Schutz der Hügel wohnen. Ihr Leben ist fröhlich und unbeschwert, bis eines Nachts auf einem der Hügel drei Schatten auftauchen, die Joachim Angst machen. Und während die Schatten langsam näher ans Haus kommen und sich durch nichts verjagen lassen und obwohl sie sonst nichts tun wird das Leben der kleinen Familie immer angespannter. Bis eines Nachts Louis, der Vater mit seinem Sohn in den Armen in den Nebel flieht, während Lise, die Mutter gebrochen und allein dort bleibt, wo eigentlich das kleine Paradies ihrer Familie war.
Bei dem Thema Tod, wie in diesem Buch, erwartet man meist das Schlimmste, je nachdem was das für einen ist. Thomas von Steinacker von der Süddeutschen Zeitung beschreibt aber „Drei Schatten“ sehr treffend als ein „Trostbuch“, den trotz der Verlustangst und dem Leiden lässt diese Geschichte ein warmes Gefühl zurück.
Die Geschichte von Joachim, die aber zum größten Teil von seinem Vater, Louis erzählt wird ist besonders, besonders herzzerreißend, besonders schön und für mich besonders nah an meiner eigenen Geschichte. Ich glaube ich musste jedes Mal beim Lesen ein wenig weinen, was für mich sehr positiv ist, da nur eine gute Geschichte so starke Emotionen hervorbringt. Diese Emotionen sind nur möglich durch den klaren Ausdruck der Charaktere, deren Empfindungen ihnen ins Gesicht geschrieben oder eher gezeichnet sind.

Große Teile dieses Comics spielen draußen und Cyril Pedrosas Wälder und Hügellandschaften sind in seinem Stil gezeichnet trotzdem wirkt alles organisch und anfassbar. Seine Charaktere sind expressiv und selbst in der gröbsten Zeichnung kann man ihre Emotionen noch klar sehen. Ich könnte Ewigkeiten über diesen Zeichenstil lamentieren, die Frage ist nur wer zuhören würde. Mit diesem Buch begibst du dich auf eine Reise an einen Ort der nur minimal anders scheint, als dass was wir gewöhnt sind, aber wenn du etwas Zeit dort verbringen willst müsstest du schon das Buch lesen.

Ich empfehle zutiefst dieses Comic zu Lesen, vielleicht für Leute wie mich, die leicht anfällig sind mit einer Packung Taschentüchern in Griffweite. Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Bleib hier auf der Seite des Lebens, Verliere dich nicht in den Schatten der Anderwelt, bleib hier bei der Sonne und dem Mond und dem ewig weiten Himmel voller Sterne, bleib bei mir und ich werde dich halten, behalten, weil ich kann dich nicht gehen sehen kann. Ich weiß sie flüstern dir Versprechen die sie nicht halten werden, aber sie werden so verlockend klingen und du wirst mehr hören wollen. Ich kann dich nicht beschützen, wenn du mir nicht hilfst, aber ich muss auch verstehen das du irgendwann gehen musst, ich hoffe nur für mich selbst, dass ich vor dir dran bin.
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Le Monde diplomatique beim Nextcomic-Festival in Linz

Am kommenden Donnerstag, den 14. März um 20.00 Uhr, wird auf dem 10. Netxcomic-Festival mit der Eröffnung der Ausstellung „Fußball, Marx und Tränen“ die Erscheinung des dritten Comicbandes von LE MONDE diplomatique gefeiert. Vom 15. bis zum 23. März 2019 werden zahlreiche Comicbeiträge aus der Anthologie präsentiert. Im Rahmen der Ausstellung findet am Samstag, den 16. März um 16.00 Uhr, eine Kuratorinführung mit Karoline Bofinger, der Herausgeberin des Bandes, statt.

Seite Jahren erscheinen auf der letzten Seite der deutschen Ausgabe der LE MONDE diplomatique Comicstrips von deutschen und internationalen Zeichnerinnen und Zeichnern, die bei Reprodukt alle vier Jahre in großformatigen Hardcover-Bänden gesammelt werden. Der dritte Sammelband, „Fußball, Marx und Tränen“, vereint Comics von unter anderem von Anna Haifisch, Jens Harder, Barbara Yelin, Max Baitinger, Robert Deutsch, Michael De Forge, Julie Doucet, Hamed Eshrat und Tom Gauld.

Das Nextcomic-Festival in Linz zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Comic-Festivals. Zum 10-jährigen Jubiläum wird eine vielfältige Auswahl an Graphic Novels, Kindercomics, digitale Comics, Kunstcomics als auch Artverwandtes wie Graffiti, Illustration, Cartoons und Animationsfilme gezeigt.

Nextcomic-Festival Linz
Festivalzentrum – OÖ Kulturquartier
Foyer, 1. OG
www.nextcomic.org

Catherine Meurisse zu Gast bei den 8. Hamburger Graphic Novel Tagen

Am kommenden Mittwoch, den 13. März um 19 Uhr, ist Catherine Meurisse zu Gast bei den 8. Hamburger Graphic Novel Tagen. Das Literaturhaus Hamburg lädt zum Comicgespräch „Freiheit im Freien“ mit Catherine Meurisse und Mikel Ross ein.

Catherine Meurisse, geboren 1980 in Niort, Frankreich, studierte Französisch und Literatur in Poitiers sowie Illustration in Paris. Besondere Aufmerksamkeit erhielt ihr Werk „Die Leichtigkeit“ (Carlsen), in dem sie über die Zeit nach dem Attentat auf die Pariser Charlie-Hebdo-Redaktion berichtet. „Olympia in Love – Eine Komödie in 50 Gemälden“. Außerdem hat sie für die Satirezeitschrift Charlie Hebdo gezeichnet und veröffentlicht Karikaturen und Zeichnungen in Libération oder Le Nouvel Observateur. Im Februar ist im Carlsen Verlag ihr neues Werk „Weites Land“ erschienen.

Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38, D-22087 Hamburg
Eintritt: 12 EUR, 6 EUR ermäßigt
www.literaturhaus-hamburg.de