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Comic-Workshops für Kinder mit Sandra Brandstätter

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Am Samstag, den 28. April startet eine neue Runde Comic-Workshops mit der Comicautorin Sandra Brandstätter (“Paula – Liebesbrief des Schreckens”). In kleinen Übungen lernen die TeilnehmerInnen Besonderheiten des Erzählens im Comic kennen und entwickeln im Anschluss einen eigenen Kurzcomic.

Die Workshops finden an drei Terminen im Sommer statt, die nicht aufeinander aufbauen. Die Termine können einzeln wahrgenommen werden. Anmeldung bitte direkt im Modern Graphics/Reprodukt Laden in der Kastanienallee 79.

Samstag, 28. April • 15-16.30 Uhr | Comicfiguren entwerfen
Samstag, 26. Mai • 15-16.30 Uhr | Geschichten erfinden und erzählen
Samstag, 23. Juni • 15-16.30 Uhr | besondere Symbole der Comicsprache

Reprodukt bei Modern Graphics, Kastanienallee 79, D-10435 Berlin
www.modern-graphics.de
Eintritt: 8 EUR (inkl. Materialkosten)
Anmeldung und Bezahlung bitte direkt im Laden.

Newsletter April 2018

NEU BEI REPRODUKT

Neuheiten im April 2018

April ist Manu-Larcenet-Monat bei Reprodukt. Fünf Neuauflagen vergriffener Comics des französischen Zeichners sowie die dritte Auflage von “Paul Austers Stadt aus Glas” machen diesen Monat das Programm aus. “Brodecks Bericht” wurde jüngst von der Tagesspiegel-Jury zum “Comic des Jahres 2017″ gewählt.

9783956401329

“Brodecks Bericht” von Manu Larcenet (Zweite Auflage)

Es ist Winter kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Abseits von einem kleinen Dorf im deutsch-französischen Grenzgebiet lebt Brodeck. Als er eines Abends in das Wirtshaus geht, trifft er auf eine schauerliche Szene: Die Dorfgemeinschaft hat soeben kollektiv einen Fremden ermordet. Brodeck ist entsetzt, doch die Männer zwingen ihn, einen Bericht zu verfassen, der ihre Tat rechtfertigen soll. Widerwillig beginnt er für die Dorfbewohner zu schreiben und während er mehr und mehr von den Abgründen der Tat erfährt, gerät er allmählich selbst ins Visier ihrer Drohungen…

Mit Philippe Claudels Bestseller “Brodecks Bericht” geht Manu Larcenet erstmalig eine Adaption an und haucht dem tragisch-düsteren Roman stimmungsvoll Leben ein. In umwerfenden Bildern zeichnet Larcenet die Abgründe der Menschheit und setzt sie vor eine Kulisse roher Natur.

“Brodecks Bericht” | ISBN 978-3-95640-132-9
328 Seiten, schwarz-weiß, 29 x 23,5 cm, Hardcover mit Schuber, 39 EUR

9783943143126

“Blast 1 – Masse” von Manu Larcenet (Zweite Auflage)

Ein Mann steht unter Mordverdacht: Unförmig und abgerissen ist er, dieser Polza Manzini, der im Polizeiverhör freimütig seine Geschichte erzählt. Eine Geschichte der Verwahrlosung. Jahrelang ist er über Land gezogen, nachdem er sein bürgerliches Leben über Bord geworfen hatte, um das zu suchen, was er den “Blast” nennt – einen Moment der Erleuchtung, der ihn in Grenzregionen des Verstandes führt. Die Sehnsucht nach dem nächsten “Blast” scheint Polza zu allem zu befähigen… Auch dazu, einen Menschen zu töten?

“Blast” ist eine Etüde in Grau, von Manu Larcenet meisterhaft in Tusche ausgeführt und voller Allegorien, die in die Abgründe seiner Figuren führen.

“Blast 1 – Masse” | ISBN 978-3-941343-12-6
208 Seiten, Hardcover, schwarzweiss & farbig, 27 x 20,5 cm, 29 EUR

9783943143812

“Blast 3 – Augen zu und durch” von Manu Larcenet (Zweite Auflage)

Wahnsinniger Psychopath oder gerissener Killer? Polza Mancini steht unter Mordverdacht und zieht die Ermittler immer tiefer in seine Welt. Scheinbar ungerührt berichtet er über Suizid, Missbrauch und körperliche Gewalt. Nur der Name Carole Oudinot scheint die Selbstbeherrschung des unförmigen Riesen einen Moment lang ins Wanken zu bringen. Das psychologische “Katz-und-Maus-Spiel” mit der Polizei steuert auf seinen Höhepunkt zu.

“Blast” ist eine Erzählung der Extreme, die den Leser an die Grenzen des Erträglichen führt. Fragile Schönheit und exzessive Gewalt werden von Manu Larcenet auch im dritten Band der Reihe zu einem einzigartigen Stimmungsbild verwoben, das niemanden unberührt lässt.

“Blast 3 – Augen zu und durch” | ISBN 978-3-943143-81-2
208 Seiten, schwarzweiß & farbig, 20,5 x 27 cm, Hardcover, 29 EUR

9783956400230

“Blast 4 – Hoffentlich irren sich die Buddhisten” von Manu Larcenet (Zweite Auflage)

Die Qualen des unförmigen Riesen Polza Mancini und jene seiner Opfer werden am Ende der Reise nebeneinandergestellt: Jahre nach Mancinis Verhör lässt Manu Larcenet die beiden Polizisten einem Fernsehteam von ihren Ermittlungen berichten – und stellt damit die Eindrücke und Erwartungen des Lesers auf den Kopf. Wie ein Puzzlespiel fügen sich die einzelnen Teile der Erzählung zu einem einheitlichen Ganzen und lassen Polza Mancinis abgründige Seele erahnen.

“Blast” 4 – Hoffentlich irren sich die Buddhisten” | ISBN 978-3-95640-023-0
208 Seiten, schwarzweiß & farbig, 20,5 x 27 cm, Hardcover, 29 EUR

9783941099265

“Der alltägliche Kampf – Gesamtausgabe” von Manu Larcenet (Dritte Auflage)

Marco, ein junger Fotograf, zieht aus einer Schaffenskrise heraus aufs Land, um dort seinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Am Ende seiner Suche nach dem eigenen Platz in unserer Welt steht die Erkenntnis, dass die Menschen sich verändern, und dass man – manchmal – eine Wahl hat. Und so stellt sich Marco den Herausforderungen seiner Kunst, seiner Familie und der Liebe…

Für seine melancholische Komödie schöpft Manu Larcenet direkt aus dem Leben und erzählt auf ehrliche, sehr menschliche Weise über den Mut zur Selbstbestimmung, über die Liebe und die Konflikte unserer Zeit.

“Anrührend erzählt und wunderschön gezeichnet.” – Ralf König

“Der alltägliche Kampf – Gesamtausgabe” | ISBN 978-3-941099-26-5
252 Seiten, farbig, 19 x 25,5 cm, Klappenbroschur, 29 EUR

9783938511060

“Pauls Austers Stadt aus Glas” von Paul Karasik & David Mazzucchelli (Dritte Auflage)

Der Krimiautor Daniel Quinn hat sich nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes zunehmend isoliert. Eines Nachts erhält er einen Anruf und wird von einem Fremden zu Hilfe gerufen. Um einen Mord zu verhindern schlüpft er in die Rolle eines Privatdetektivs und gerät so in den Sog einer unglaublichen Geschichte. Bei der Jagd durch New York verwirrt sich der Kriminalfall zu einem Spiel der Identitäten.

Szenarist Paul Karasik und Zeichner David Mazzucchelli haben mit der Umsetzung der literarischen Vorlage von Paul Auster einen wegweisenden Comic geschaffen, der nun bei Reprodukt in einer komplett überarbeiteten Fassung erscheint. Paul Auster selbst ist der Meinung, dass der Comic dem Roman näher kommt als eine Verfilmung, “weil er etwas verdichtet und ausstrahlt, das nur in der Zeichnung erreicht werden kann”.

“… eine der bis heute großartigsten Demonstrationen dessen, was der moderne Comic zu leisten vermag.” – Art Spiegelman

“Pauls Austers Stadt aus Glas” | ISBN 978-3-938511-06-0
144 Seiten, schwarzweiß, 14 x 21 cm, Softcover, 14 EUR


Neuheiten im März 2018

Im März sind die folgenden Neuheiten erschienen:

“Gérard – Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu” von Mathieu Sapin
ISBN 978-3-95640-143-5, 160 Seiten, farbig, 20,5 x 27,5 cm, Hardcover, 24 EUR

“Lichtung” von Antonia Kühn
ISBN 978-3-95640-147-3, 256 Seiten, schwarzweiß, 16 x 21,5 cm, Klappenbroschur, 24 EUR

Kindercomics

“Keine Lust” von Dorothée de Monfreid
ISBN 978-3-95640-152-7, 24 Seiten, farbig, 21 x 26 cm, Pappbilderbuch, 14 EUR

“Wartet auf mich!” von Dorothée de Monfreid
ISBN 978-3-95640-153-4, 26 Seiten, farbig, 21 x 26 cm, Pappbilderbuch, 14 EUR

“Der kleine Bagger 1 – Abenteuer auf der Baustelle” von Stephan Lomp
ISBN 978-3-95640-154-1, 40 Seiten, farbig, 19,5 x 25,5 cm, Hardcover, 10 EUR

“Kleiner Strubbel – Manege frei für die Hanswurste!” von Céline Faipont & Pierre Bailly
ISBN 978-3-95640-141-1, 32 Seiten, farbig, 19,5 x 25,5 cm, Hardcover, 10 EUR


TERMINE

Comicreportagen von Guy Delisle beim Fumetto 2018

Von Samstag, den 14. April bis zum Sonntag den 22. April 2018 findet das Luzerner Comicfestival Fumetto statt. In zwölf Hauptausstellungen und vierzig Satellitenausstellungen werden aktuelle Arbeiten von namenhaften Comic-KünstlerInnen gezeigt. Unter diesen präsentiert unter anderen Guy Delisle (“Geisel”) unter dem Motto “Shelter” seine aktuellen Projekte.

Comicfestival Fumetto, Rössligasse 12, CH-6004 Luzern
www.fumetto.ch


Kinderland_Ausschnitt

“Kinderland”-Lesung in der Dresdner Zentralbibliothek

Am Mittwoch, den 25. April um 19.30 Uhr präsentiert Mawil gemeinsam mit den ComiczeichnerkollegInnen von Reading Panels seinen teils autobiografischen Comic “Kinderland” (Max & Moritz-Preis 2014) in der Dresdner Zentralbibliothek, die sich passend zum Thema des Abends im ehemaligen Repräsentationsbau der DDR befindet – dem Dresdner Kulturpalast. Gemeinsam lesen sie aus dem Werk, während die Bilder an die Wand projiziert und mit Geräuschen unterlegt werden. Musikalisch begleitet wird Reading Panels von Johannes Till und Carina Hajek von der Dresdner Band Tinted House.

Zentralbibliothek Dresden, 1. OG im Kulturpalast Dresden
Eintritt: 7 EUR, ermäßigt 4 EUR
Karten sind an der Informationstheke der Zentralbibliothek erhältlich
Tel. (0351) 864 82 33


Schlaefts du

Dorothée de Monfreids “Schläfst du?” in der Städtischen Galerie Rosenheim

Bis zum den 10. Juni werden Originalarbeiten aus Dorothée de Monfreids “Schläfst du?” sowie weitere Illustrationen aus dem umfassenden Oeuvre der Künstlerin im Rahmen der Ausstellung “Licht aus! Die Nacht im Bilderbuch” in der Städtischen Galerie Rosenheim zu sehen sein.

Die Ausstellung lädt dazu ein, der Magie der Nacht im Kinderbuch nachzuspüren, und die Zeit in den Blick zu nehmen, in der die Welt zu schlafen scheint und doch so einiges in Bewegung ist. So wie im Pappebuch “Schläfst du?”, das bereits mit dem französischen Kinderbuch-Preis Prix Bernard Versele ausgezeichnet wurde und jüngst für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden ist.

Städtische Galerie Rosenheim, Max-Bram-Platz 2, D-83022 Rosenheim
www.galerie.rosenheim.de


Berliner Comicbörse in den Tegeler Seeterassen

Am Sonntag, den 29. April von 10 bis 16 Uhr findet die Berliner Comicmbörse erstmalig in den Tegeler Seeterassen statt. Freut euch auf spannende Vorträge, Livezeichnen und vieles mehr. Reprodukt ist an einem gemeinsamen Stand mit dem Berliner Comicladen Modern Graphics auf der Börse vertreten.

Berliner Comicbörse, Tegeler Seeterrassen, Wilkestraße 3, D-13507 Berlin
www.comic-börse-berlin.de
Eintritt: 5 EUR, Kinder bis 12 Jahre: 2 EUR

“Esthers Tagebücher” als Animationsserie auf Canal+

Esther_Blog

Für das Frühjahr 2018 ist Riad Sattoufs Comicreihe “Esthers Tagebücher” als Zeichentrickserie für den französischen Fernsehsender Canal+ angekündigt worden. Einige der insgesamt 50 Episoden der ersten Staffel, für die Sattouf mit Dorothée Lachaud das Drehbuch schrieb und zusammen mit Mathias Varin Regie führte, werden zudem im offiziellen Wettbewerb des Internationalen Animationsfilmfestivals von Annecy (11.-16. Juni 2018) zu sehen sein.

Stoff für die jeweils zweiminütigen Episoden der ersten Staffel liefert der Band “Esthers Tagebücher: Mein Leben als Zehnjährige”. Darin dokumentiert Sattouf Anekdoten aus dem Leben der zehnjährigen Protagonistin, Esther, der ein echtes Mädchen Patin steht und die dem Comicautor Sattouf regelmäßig aus ihrem Alltag berichtet: Vom Verlangen nach dem ersten eigenen Handy, den schmerzhaften Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Schönheitsidealen, dem Schwärmen für Popstars und einem mitunter nervenaufreibenden Schulhoftreiben.

Über mehrere Jahre hinweg begleitet Sattouf Esthers Weg zum Erwachsenwerden mit einem Comicband pro Jahr. Im Mai 2018 wird mit “Esthers Tagebücher: Mein Leben als Elfjährige” der Fortsetzungsband bei Reprodukt folgen, für den auch bereits die zweite Staffel der Zeichentrickserie eingeplant ist.

Mit der Animationsserie reiht sich “Esthers Tagebücher” in eine anwachsende Liste aktueller Comictitel ein, die für das Fernsehen adaptiert werden: Ab Herbst 2018 wird Luke Pearsons Reihe “Hilda” auf Netflix zu sehen sein und auch für Pénélope Bagieus “Unerschrocken” ist bereits eine Zeichentrickserie in Frankreich geplant. Bleibt nur zu hoffen, dass “Esther” ihren Weg auch ins deutschsprachige Fernsehprogramm findet.

“Gérard”-Pressespiegel

Druckfrisch und schon viel besprochen: Die Comicreportage „Gérard: Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu” des französischen Comicautors und Filmemachers Mathieu Sapin ist pünktlich zur Leipziger Buchmesse erschienen und wird seither in zahlreichen Medien kommentiert. In diesem Beitrag versuchen wir uns an einer kurzen Presseschau.

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Anlässlich einer von Knut Elstermann moderierten Autorenlesung in der Berliner Kulturbrauerei legte Moritz Holfelder vom B5, dem Hörfunkkanal des Bayerischen Rundfunks, den Grundstein für ein insgesamt positives Medienecho: Er bezeichnete Sapins Buch als “Meisterwerk”, das sich “auf eine ungemein ironische Art und Weise” dem Menschen Depardieu nähert und dabei von “viel Witz” und “präziser Beobachtungsgabe” getragen wird.

Ausführlich wurde “Gérard” zudem von Alex Rühle in der Süddeutschen Zeitung besprochen, der es als “unbedingt” lesenswert empfahl. Ähnlich begeistert zeigte sich Michael Pilz, der das Werk mit einem ganzseitigen Artikel im Literaturteil der Zeitung DIE WELT würdigte und als “ein sagenhaftes Porträt in Comicform” beschrieb.

“Das ist kein sympathisches Porträt, das von dem Mann gezeichnet wird, aber ein sehr intimes und darum (…) ein sehr interessantes”, resümierte Andreas Platthaus, Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sein Leseerlebnis auf Deutschlandfunk Kultur.

Wie dicht Sapin an Depardieu in seinen fünf Jahren Begleitzeit herankam und wie vielgestaltig die Eindrücke sind, die er in seinem Buch zu einem komplexen Psychogramm des gargantuesken Schauspielers verspinnt, begeisterte die Frankreich-Korrespondentin Brigit Holzer: “Eine Wucht von einem Mann. Unersättlich, furchteinflößend unnachahmbar”, hielt sie u. a. für die Augsburger Allgemeine über den “fleischgewordenen Eiffelturm” fest. Auch Carsten Werners im Tagesspiegel hielt fest, dass “Gérard” letztlich “fast kongenial” als eine “dem großen Künstler Depardieu angemessene Homestory” daherkommt.

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Zugleich gelingt es Sapin – wie Christoph Haas für die Passauer Neue Presse konstatierte – Depardieu durch ein “Ineinander der Widersprüche” zu präsentieren. Somit ist “Gérard” nicht nur eine Hommage, sondern ein von “enormer Situationskomik” bestimmter Comic, der Depardieu als Hauptfigur in “einer vom Leben geschriebenen Komödie” zeigt.

Gerd Heger hielt im SR fest, dass der Comic es ermögliche, den weltweit bekanntesten lebenden Franzosen als “Vollmenschen” zu erleben – ”der von einer solchen Lebenskraft durchdrungen ist, dass nicht nur dem ‘kleinen’ Kritzler, der ihn begleitet, das eine oder andere mal schwindlig wird.”

Dass das Buch auch ästhetische Vergnügungen bereithält, ist in Texten hervorgehoben worden, die einen dpa-Artikel zur Grundlage hatten: “Mit schnellen und leichten Strichen hat Sapin von Depardieu ein Porträt entworfen, das ebenso komplex und vielfältig ist wie dessen Rollen”, ist u. a. im Stern, Focus Online, Hamburger Abendblatt und auf Zeit Online nachzulesen. Kathrin Gemein merkte diesbezüglich in der WAZ und NRZ an: “In bunten Comicbildern, in denen alle Charaktere prägnant karikiert werden, wird mal wieder klar: Es lohnt sich oft ein zweiter Blick.”

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Für Regina Jerichow von der Nordwest Zeitung steht fest: “Gérard” ist ein “amüsantes Road-Movie auf Papier”. Aufgrund seiner Melange aus Künstlerporträt und Comic, empfiehlt zudem Thomas Klingenmaier von der Stuttgarter Zeitung “Gérard” als “eine Ausnahme-Biografie für Depardieu-Interessierte” und “brillante Erzählung für Comic-Liebhaber”.

Und auch in Schweizer Medien ist “Gérard” aufgegriffen worden: Hans Jürg Zinsli beschrieb “Gérard” im Schweizer Tages-Anzeiger als einen “überbordend unterhaltsamen Erlebnisbericht.” Sogar das Schweizer Fernsehen – SRF – widmete dem Buch einen kurzen Beitrag.

Doch auch kritische Stimmen sind in diesem Pressereigen zu vernehmen: Timur Vermes ist die von Sapin inszenierte Sicht auf Depardieu nicht differenziert und substanziell genug, sondern gleiche eher einer “freiwilligen Speichelleckerei”, wie er in seinem Artikel auf Spiegel Online anmahnt. Auch Andrea Heinze erfuhr nur wenig Neues über den Schauspieler und stellte für ihren Beitrag auf Deutschlandfunk die Einseitigkeit der Charakterdarstellung heraus.

Wir beenden diese Presseschau mit einem Fazit, das Mathias Heller für NDR Info zog: “Viele Klischees werden bestätigt, dann überrascht der Schauspieler wieder mit Menschlichkeit und Empathie. Ob man Depardieu am Ende der knapp 150 Seiten jedoch sympathischer findet? Schwer zu sagen. Deutlich näher gekommen ist man ihm aber zweifellos.”