Craig Thompson auf Tour

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Vom 11. März bis zum 15. März ist Craig Thompson (“Habibi”) zu Gast in Deutschland. Auf einer kurzen Tour präsentiert er sein neues Werk für ein junges Publikum, “Weltraumkrümel”, in Berlin, Frankfurt und Stuttgart.

BERLIN

Freitag, 11. März | 18 Uhr | “Weltraumkrümel” über Berlin
• Craig Thompson im Gespräch mit Matthias Wieland
Stadtbibliothek am Luisenbad, Travemünder Str. 2, D-13357 Berlin
www.berlin.de/stadtbibliothek-mitte
Eintritt frei

Samstag, 12. März | 13-15 Uhr | Signierstunde
Comics und Graphics, Prenzlauer Allee 46, D-10405 Berlin
www.bluetoons.de

FRANKFURT

Montag, 14. März | 10-11.30 Uhr | Lesung für Schulklassen
• Craig Thompson mit Jakob Hoffmann und Moni Port
Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, D-60594 Frankfurt am Main
Eintritt: 5 EUR, ermäßigt: 3,50 EUR
Teilnahme für angemeldete Schulklassen kostenfrei.
Information und Anmeldung unter: T 069 212 73237 oder create.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de
www.museumangewandtekunst.de

Montag, 14. März | 16-18 Uhr | Signierstunde
T3 Terminal Entertainment, Große Eschenheimer Str. 41a, D-60313 Frankfurt am Main
t3ffm.wordpress.com

Montag, 14. März | 20 Uhr – Stories+Strips
• Craig Thompson im Gespräch mit Christian Maiwald
Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, D-60594 Frankfurt am Main
Eintritt: 5 EUR, ermäßigt: 3,50 EUR
www.museumangewandtekunst.de

STUTTGART

Dienstag, 15. März | 20 Uhr | Dragon Days präsentiert
• Craig Thompson im Gespräch mit Thomas Klingenmaier
Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, D-70173 Stuttgart
Eintritt: 4 EUR, ermäßigt: 2,50 EUR
www1.stuttgart.de/stadtbibliothek

The Millionaires Club 2016

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Parallel zur Leipziger Buchmesse findet auch dieses Jahr das Comics and Graphics-Festival “The Millionaires Club” statt. Vom 18. bis zum 20. März stellen französische, polnische, slowenische, lettische, deutsche sowie finnische ZeichnerInnen ihre Bücher, Plakate und Drucke in der GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst aus. Dazu gibt es gutes Essen, gute Musik und am Ende des Tages wird gefeiert.

“The Millionaires Club” öffnet am Freitag, dem 18. März um 18 Uhr mit einer Vernissage zur Ausstellung mit Arbeiten von Max Baitinger (“Röhner”, Rotopolpress), Aisha Franz (“Shit is real”), Sascha Hommer (“In China”) und LP-Covers von Michael Hurley.

The Millionaires Club, GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst, Neubau, Karl-Tauchnitz-Str. 9-11, D-04107 Leipzig
themillionairesclub.tumblr.com
Öffnungszeiten: Fr 18-22 Uhr, Sa 12-20 Uhr, So 12-18 Uhr
Eintritt frei, Spenden erwünscht

Angoulême 2016 (2): “LastMan” Galore!

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Im Rahmen des 43. Internationalen Comicfestivals in Angoulême gab es unter anderem eine riesige Ausstellung zu “LastMan” von Balak, Michaël Sanlaville und Bastien Vivès.

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Im ersten Raum wurde man direkt durch Richard Aldana freundlich begrüßt – den mysteriösen Faustkämpfer, der im ersten Band das Tunier um den Königspokal an der Seite des kleinen Adrian Velba bestreitet, auch gewinnt – und dann mit der Trophäe spurlos verschwindet!

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Die anderen Protagonisten stehen überlebensgroß im Raum und beobachten das Aufeinandertreffen im Ring.

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Also mal lieber nicht zu lange in Richards Augen schauen und ein bisschen im Raum herumgehen… da gibt es doch tatsächlich noch Sammelkarten (verdammt, wo gibt es die zu kaufen?)…

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… und eine Vitrine mit allen bereits erschienenen Lizenzausgaben – unsere Ausgaben der ersten beiden Bände sind auch dabei (dabei gibt es doch schon 4)…

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Einen Raum weiter wird das Computerspiel “LastFight” vorgestellt. Nach einem ähnlichen Prinzip wie “Streetfighter” (mit besseren Effekten) kann man hier die Protagonisten der Serie gegeneinander antreten lassen. Andrang ist an der Konsole garantiert…

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Die Bildschirme drumherum zeigen derweil verschiedene Arbeitsschritte in der Spielentwicklung – von den Skizzen zum fertigen Intro…

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Links die Skizze, rechts der fertige Teaser für das Spiel, BAM! In Frankreich soll es im Mai erscheinen.

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Im weiteren Verlauf der Ausstellung kann man ein paar finsteren Gestalten im Schwarzlicht begegnen…

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… und weiß beim Anblick dieser heroischen gezeichneten Statue, dass man es wohl lebend geschafft hat.

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Die “LastMan”-Comics entstehen durch fleißige Teamarbeit des umtriebigen Zeichner- und Autorentrios, aber komplett digital. In einem Raum gibt es daher ein Zeichentablet, auf dem sich die Besucher ausprobieren und die Technik selbst testen können. Das ist aber – ebenso wie die Spielkonsolen – permanent belegt.

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So kann die Ausstellung nicht mit Originalen auf Papier aufwarten (wie etwa die benachbarte Ausstellung zu 70 Jahren “Lucky Luke”), aber doch mit Gegenüberstellungen verschiedener Arbeitsphasen.

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Der letzte Raum ist dann der neuesten Entwicklung gewidmet: es soll eine Zeichentrickserie zu “LastMan” geben (Kreisch!!!)!

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In der Kampfzelle am Ende der Ausstellung lässt sich auf großer Leinwand ein erster Eindruck der geplanten Serie gewinnen… und das scheint großen Spaß zu machen! Drücken wir mal die Daumen, dass die Serie nicht nur auf Französisch über Canal+ gezeigt wird, sondern auch irgendwie nach Deutschland kommt… Wir halten Euch auf dem Laufenden, wenn wir mehr wissen.

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Aber in der Zwischenzeit gibt es für uns ja noch ein paar Comics zu übersetzen…

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Abends haben wir übrigens eine kleine Führung des Autorentrios selbst bekommen. Hier erklärt gerade Bastien Vivès (links) der Besuchergruppe die Computerspiele, rechts neben ihm: Michaël Sanlaville.

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Und Balak erzählt uns etwas zur geplanten Anime-Serie – dicht gefolgt durch ein Kamerateam, das die neuen Trends dokumentiert…

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… scheint Richard Aldana gar nicht mal so gut zu gefallen, aber sein Mitschöpfer Bastien Vivès bleibt entspannt… und wir sind gespannt, was sich die “LastMan”-Boys als Nächstes einfallen lassen!

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Statt auf einem Motorrad geht es aber im Fahrrad-Taxi zurück in die Stadt.. Trocken bleiben wir trotzdem dank hypertechnologischem Überdachungsmechanismus. GO GO GO!

Barbara Yelin gewinnt den “Prix de la bande dessinée sociale et historique”

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Wir gratulieren Barbara Yelin ganz herzlich zu einem weiteren Preis für ihr Buch “Irmina”!

Die französische Ausgabe, erschienen bei Actes Sud – l’An 2, wurde gestern im Rahmen der Fête de la bande dessinée des Cheminots in Saint-Denis nahe Paris mit dem “Prix de la bande dessinée sociale et historique” ausgezeichnet – einem Preis für gesellschaftspolitische und historische Comics der französischen Eisenbahner.

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Sandra Brandstätter zeichnet “Trudes Tier”

close-500x460Am 27. April 2014 feierte die Animationsserie “Trudes Tier”, eine Produktion im Auftrag des WDR für “Die Sendung mit der Maus”, im Ersten und bei KiKA Premiere. In den Hauptrollen sind Trude, eine ganz normale Frau, und ein fremdartiges namenloses Lebewesen zu sehen, das sie bei sich wohnen lässt – Trudes Tier eben. Comiczeichnerin, Illustratorin und Concept Artist Sandra Brandstätter ist bei der Serie für das Concept Design zuständig – also die visuelle Umsetzung der Figuren, Gegenstände und Hintergründe. Unterstützung erhält sie dabei von Sebastian Koch, der für die Serie das Background Design macht.

Solch eine Konzeptskizze vom Hintergrund samt Requisiten aus Sandra Brandstätters Feder könnt ihr hier sehen:

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Nachdem Tobias Trebeljahr und Dominic Eise sich der farblichen Gestaltung angenommen haben, sieht das Ergebnis so aus:

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Diesen Prozess zeigen auch nochmal die zwei folgenden Vorher-Nachher-Illustrationen:

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Genauso läuft es auch mit den Charakteren. Sandra fertigt eine Vielzahl von Skizzen für die Figur an – in diesem Fall Trude – und berücksichtigt dabei unterschiedliche Mimiken, Gestiken und Posen. Und im Anschluss folgt dann wieder die Kolorierung.

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Wie das ganze dann fertig animiert auf dem TV-Bildschirm bei euch Zuhause aussieht, zeigt euch der Trailer zur Serie. Den Titelhelden verleihen übrigens die Schauspielerin Ruth Macke (Trude) und der Comedian Bernhard Hoëcker (Tier) ihre Stimmen.

Seit einigen Episoden hat Sandra Brandstätter die Arbeit an dem Projekt ein bisschen zurückgeschraubt, um sich mehr auf ihren für Mai bei Reprodukt angekündigten Kindercomic “Paula: Liebesbrief des Schreckens” konzentrieren zu können. Auf den sind wir im Übrigen mindestens genauso gespannt wie auf die nächste Folge von “Trudes Tier”, die zu Ostern erscheinen wird.

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Angoulême 2016 (1): So war’s bei uns

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Letzte Woche fand in Angoulême das 43. Internationale Comicfestival de la Bande Dessinée statt und Reprodukt war dabei. Das viertägige Festival prägt die ganze Stadt: Überall gibt es große und kleine Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und über mehrere Zelte verteilt Verkaufsstände – alles im Zeichen von Comics!

Der Fokus ist zwar klar französisch – so sind Texte in den Ausstellungen, fast alle Panels und auch der Hauptanteil der angebotenen Comics französischsprachig. Aber man trifft an jeder Ecke Zeichner, Autoren und Verleger aus der ganzen Welt und kann nebenbei wahrnehmen, wie angenehm selbstverständlich gerade in Frankreich der Comic in seiner ganzen Vielseitigkeit angenommen wird.

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Auf dem Weg von der Innenstadt ins Tal sieht man auf die Brücke, die zum “Musée de la BD” (“Comicmuseum”) führt. An der Straße stehen Besucher und warten auf den Shuttlebus zu anderen Veranstaltungsorten.

Neben großen Ausstellungen zu Hugo Pratt (“Corto Maltese”) und zum 70. Geburtstag von “Lucky Luke” (von Morris) gab es in diesem Jahr auch eine umfangreiche Ausstellung zu “LastMan” von Balak, Michaël Sanlaville und Bastien Vivès und eine beeindruckende Ausstellung von Jean-Christoph Menu (“Donjon Monster 12: Das Auge des Riesen”, “Rhesusinkompatibilität”). Berichte zu diesen beiden Ausstellungen folgen in Kürze auf diesem Blog.

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Reprodukt ist in Angoulême allerdings nicht an einem Verkaufsstand anzutreffen, sondern vor allem hier: im Zelt des “Rights & Licensing Market”. An unserem Stand stellen wir internationalen Verlagen Projekte deutscher Zeichner vor und schauen uns nach neuen Titeln um, die wir übersetzen möchten.

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Foto: Mawil

Wer etwas französisch kann, kann vielen interessanten Diskussionen folgen. Praktisch sind aber auch Runden wie diese hier: Der französische Zeichner Yassine (links, “Monsieur Strip”) interviewte Johanna Benz (2. v. l., “Aber ohne mein Akkordeon bin ich nichts!”, HGB Leipzig) und Anna Haifisch (rechts, “The Artist”) zur lebendigen Szene in Leipzig. In alle Richtungen übersetzt hat dabei Volker Zimmermann.

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Hier werden gerade Ausschnitte aus “Von Spatz” (Rotopol) gezeigt – neben Fotos und Arbeiten der zeichnerischen Idole, die Anna Haifisch zu den tollen Figuren in der paradiesischen Klinik für fragile Künstlerpersönlichkeiten inspiriert haben. Gerade z.B. zu sehen: Saul Steinberg.

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Foto: Mawil

Bevor es losging, hat aber die Technik ein bisschen gestreikt. Florent Ruppert – eine Hälfte des Autorenduos Ruppert & Mulot (“Affentheater”, Edition Moderne) – nutzte die Pause für etwas Unterhaltung am Flügel…

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Ruppert & Mulot (2. und 3. v. l.) wurden gemeinsam mit Bastien Vivès (4. v. l.) zu ihrem Band “Olympia” befragt, der für den Festivalpreis des besten Krimis (“Fauve Polar SNCF”) nominiert war. Der Comic ist eine Fortsetzung von “Die große Odaliske”, die deutsche Übersetzung ist bei uns für den kommenden Herbst geplant.

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Bei einer anderen Gelegenheit konnte ich einem Gespräch zwischen der Übersetzerin Claire Latxague und David Prudhomme (“Einmal durch den Louvre”, “Rein in die Fluten!”, mit Rabaté) beiwohnen. Da meine Französischkenntnisse defizitär sind und zudem die Akustik in Messezelten nicht ganz so ausgereift ist, hab ich leider nicht viel verstanden. Aber es sah nach Spaß aus!

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An den Ständen wurden Comics nicht nur verkauft, sondern auch fleißig signiert. Hier bekommt jemand namens Romane gerade eine wunderschöne Aquarellzeichnung von Brecht Evens in seine französische Ausgabe von “Panter”

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… und am Stand von L’association signieren nebeneinander David B. (“Die heilige Krankheit”, Edition Moderne, “Das bleiche Pferd”, Reprodukt) und Lewis Trondheim (“Ralph Azham”, “Donjon”, “Herr Hase”, “Insel Bourbon 1730″, “Die Fliege”, “und vieles mehr”).

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Viel besser als Warten: in den Signierschlangen vom Jugendbuchverlag Bayard “Ariol” (Emmanuel Guibert & Marc Boutavant) lesen!

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Mawil, Anna Haifisch und andere deutsche Autoren signierten bei ihren französischen Verlagen oder hier: am Gemeinschaftsstand vom Goethe-Institut Paris, dem Deutschen Comicverein e.V. und dem Comic-Salon Erlangen.

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Das lange Zelt namens “Le Nouveau Monde” im Stadtzentrum beherbergt zahlreiche Stände kleinerer Verlage und zeigt Comics abseits des Mainstreams. Hier haben wir uns sofort wohlgefühlt. Als am Freitagabend an mehreren Ständen gleichzeitig Umtrunk angeboten wurde, war es ordentlich voll.

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Super! Für die Dauer des Festivals wurde ein Risographie-Atelier eingerichtet, in dem man Druck und Bindung eines Buchs live beiwohnen konnte! Der britische Verlag Breakdown Press und das Team des handgemachten Magazins La Revue Lagon fertigten bis Samstagabend auf dem Risographen die Anthologie “Dôme”. Dabei entstanden Tag für Tag neue Seiten, die man an der Ausstellungswand bewundern konnte.

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Olivier Schrauwen (“Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ”, “Arsène Schrauwen”) war auch dabei. Hier sieht man eine Seite aus seinem Beitrag in verschiedenen Druckphasen.

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Foto: Mawil.

Ein großer Spaß war übrigens auch das Fahrradrennen, das am Samstag vom Off of Off organisiert wurde (als kurze Erklärung: Das Comicfestival in Angouleme existiert lange genug, um von einem alternativen Fanzine-Festival begleitet zu werden – dem F.OFF – und von einem weiteren kleinen Comicfestival, das sich wiederum von diesem abgrenzt – dem Off of Off). Aufgabe der teilnehmenden Zeichner war jedenfalls, den steilen Berg hinauf vom Hauptbahnhof bis zum Hôtel de Ville im Zentrum zu radeln. Bei einer kontinuierlichen fiesen Steigung sollte eine Strecke von 1,2 km gemeistert werden. Etappenweise sollte das Radeln von: 1. Rauchen, 2. Cognac trinken und 3. Zeichnen begleitet werden…

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Das Rennen fand im strömenden Regen statt und sowohl Radler als auch Publikum waren in kürzester Zeit entsprechend durchgeweicht. Sebastian Lörscher (“A bisserl weiter geht’s immer”, Edition Büchergilde) schaffte es trotzdem, dieses wunderbare Porträt der Stadt anzufertigen und damit die Zeichen-Etappe zu gewinnen. Herzlichen Glückwunsch!

Tausend Comics verschiedenster Art, große und kleine beeindruckende Ausstellungen, lustige Spektakel… das Festival war ein Riesenspaß und passt gar nicht in einen einzelnen Blogbeitrag! Daher folgen an dieser Stelle noch Beiträge zu den Ausstellungen zu “LastMan” und zu Jean-Christophe Menu!

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Die Kontroverse um die Nominierung von 30 ausschließlich männlichen Autoren für den “Grand Prix d’Angoulême” Anfang Januar hat aber zwischendurch für einen bitteren Beigeschmack geführt. Der allseits geäußerte Unmut über die fehlende Wahrnehmung von weiblichen Autoren an der Spitze der Comicszene führte leider nicht zu entsprechendem Echo im offiziellen Festivalprogramm. Da hätte man sich zumindest die ein oder andere Paneldiskussion mehr gewünscht.

So ein ausgiebiges Festivalprogramm steht aber wahrscheinlich schon eine Weile länger fest und hätte sich vermutlich auch nicht so spontan noch ändern lassen. Außerdem ist die Unsichtbarkeit weiblicher Autoren ein allgemeines Problem der Comicszene und betrifft nicht nur die großen Festivals. Dafür hat aber das alternative Festival F.OFF mit einem entsprechenden Programm und Plakat reagiert (mit einer Zeichnung von Jiro Ishikawa).

Dem größten und renommiertesten europäischen Comicfestival lässt sich damit nur wünschen, dass es sich in Zukunft den starken weiblichen Autoren mehr zuwendet und ihnen die Sichtbarkeit verschafft, die sie verdienen.

Wen diese Kontroverse und auch der peinliche Eklat bei der Preisverleihung interessiert, dem sei der Festivalbericht auf dreimalalles.info ans Herz gelegt.

Newsletter Februar 2016

NEU BEI REPRODUKT

Neuheiten im Februar 2016

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“In China” von Sascha Hommer

2011 reist Sascha Hommer nach China, es ist seine zweite Reise ins Reich der Mitte. Vier Monate lang lebt er in der westchinesischen Millionenstadt Chengdu, wo ein befreundetes Paar ein Stadtmagazin herausgibt.

Mit 14 Millionen Einwohnern ist die Hauptstadt Sichuans eine Boomtown des 21. Jahrhunderts, die hemmungslos wächst und wächst. In seinem Reisetagebuch “In China” widmet sich Sascha Hommer den absurden und abgründigen Alltagsgeschichten, die eine Stadt wie Chengdu hervorbringt. Auch fernab der prosperierenden Ballungszentren der Ostküste hat das chinesische Wirtschaftswachstum seine unübersehbaren Spuren hinterlassen: Aus dem einstigen Aussteigermekka Chengdu ist eine Metropole der chinesischen Gegenwart geworden, die dem westlichen Blick fremd und unzugänglich bleibt.

“In China” | ISBN 978-3-95640-057-5
176 Seiten, schwarzweiß, 16,5 x 21 cm, Klappenbroschur, 20 EUR

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“Shit is real” von Aisha Franz

Von heute auf morgen wird Selma von ihrem Freund verlassen. Eine gute Gelegenheit für einen Neuanfang, denkt sie, zieht in eine eigene Wohnung, kündigt den Job und macht sich auf die Suche nach sich selbst. Aber wie geht das eigentlich? Anders als geplant lebt Selma ziellos in den Tag hinein und findet einfach keinen Platz in der Welt. Die Anschaffung einer Waschmaschine scheint genauso unmöglich wie die Kommunikation mit ihrer Freundin Yumi, die fest im Leben steht und von der sie sich immer mehr entfremdet. Zunehmend verliert Selma den Bezug zur Realität und landet in einem Albtraum des Scheiterns…

Mit “Shit is real” legt Aisha Franz einen existenziellen Comic-Entwicklungsroman vor, der Unsichtbares sichtbar macht und dabei nicht an Sex, Action und dystopischen Fantasien spart.

“Shit is real” | ISBN 978-3-95640-063-6
288 Seiten, schwarzweiß, 19,5 x 22 cm, Klappenbroschur, 24 EUR

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“Cinerama” von Charles Berberian

Charles Berberian, Schöpfer von “Monsieur Jean” und bekennender Cineast, setzt vergessenen Perlen des Trashfilms ein lustvolles Denkmal. Aus oftmals kindlicher Perspektive berichtet er von ominösen italienischen, arabischen oder japanischen Filmen, die sich ihm in den 60er und 70er Jahren auf ewig ins Hirn gebrannt haben.

Ob das türkische “Star Wars”, ein Reißer um die rotlippige Tochter Frankensteins oder die Streifen der italienischen B-Movie-Diva Edwige Fenech, die dem jungen Diplomatensohn als sexuelle Initiation dienten – die Reise durch Charles Berberians filmischen Reifeprozess ist ein grandioses Vergnügen.

“Cinerama” | ISBN 978-3-95640-060-5
56 Seiten, farbig, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, 14 EUR

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“Aâma 3 – Die Wüste der Spiegel” von Frederik Peeters

Auf ihrer Suche nach der geheimnisvollen Substanz Aâma erkundet die Während die kleine Gruppe die Auswirkungen des Aâma auf die hiesige Umwelt in so verblüffenden wie feindseligen Begegnungen zu spüren bekommt, liegt die wahre Natur des Stoffes weiterhin im Dunkeln. Bis eine Reihe von Ereignissen die vermeintliche Realität ins Wanken bringt…

Mit “Aâma” bestätigt Frederik Peeters einmal mehr, dass er zu den großen Comicautoren seiner Zeit gehört. In der Tradition von Stanislaw Lem oder Isaac Asimov legt er eine brillant-wahnwitzige Weltraumoper mit einer gehörigen Portion Action und Humor vor.

“Aâma 3 – Die Wüste der Spiegel” | ISBN 978-3-95640-056-8
88 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 22 x 29 cm, 20 EUR


Neuauflagen

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“Baby’s in black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” von Arne Bellstorf

Hamburg, 1960. Astrid Kirchherr hat ihr Kunststudium abgeschlossen und arbeitet als Assistentin für ihren ehemaligen Lehrer, den Fotografen Reinhart Wolf. Ihre Beziehung zu Klaus Voormann, einem jungen Grafiker, plätschert so dahin. Nach einem Streit steht er mitten in der Nacht wieder vor ihrer Tür, um ihr völlig aufgelöst zu erzählen, was er auf St. Pauli entdeckt hat: Fünf junge Engländer, die unter dem Namen “The Beatles” in einem Klub auf der Reeperbahn Rock ‘n’ Roll spielten… Als Astrid schließlich einwilligt, ihn am folgenden Abend in den Kaiserkeller zu begleiten, ahnt sie noch nicht, dass diese Begegnung ihr Leben für immer verändern wird.

Ausgehend von persönlichen Gesprächen mit Astrid Kirchherr entwickelte Arne Bellstorf eine melancholische Erzählung, die die Hamburger Subkultur der Sechzigerjahre ebenso in den Mittelpunkt rückt wie die tragische Liebe zwischen der jungen Fotografin und dem Musiker und Künstler Stuart Sutcliffe.

“Baby’s in black” | ISBN 978-3-941099-12-8
216 Seiten, schwarzweiß, 23 x 16 cm, Klappenbroschur, 24 EUR

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“Black Hole – Gesamtausgabe” von Charles Burns

“Es war wie ein grauenhaftes Fangenspielen… Erst nach einiger Zeit kam heraus, dass es sich um eine neuartige Krankheit handelte, die nur Teenager bekommen konnten. “Teenager-Pest” oder “Der Bazillus” nannte man das, und es hatte unvorhersehbare Auswirkungen… Einige erwischte es nicht so schwer – ein paar Beulen, ein hässlicher Ausschlag… Andere verwandelten sich in Monster oder bildeten neue Körperteile… Aber die Symptome waren zweitrangig… Wer “es” einmal hatte, wurde “es” nie wieder los.”

Charles Burns, einer der bekanntesten und profiliertesten amerikanischen Comicautoren, hat mit “Black Hole” ein grandios verzerrtes Spiegelbild amerikanischer Realität zwischen Sex, Drogen und Horror geschaffen. “Black Hole” ist die albtraumhafte Geschichte einer Teenagerkrankheit, die grotesk verformte Gesichter und Körper zurücklässt.

“Black Hole – Gesamtausgabe” | ISBN 978-3-941099-75-3
368 Seiten, schwarzweiß, 16,5 x 23,5, Klappenbroschur, 29 EUR


Neuheiten im Januar 2016

“Ralph Azham 7 – Alles hat einmal ein Ende” von Lewis Trondheim
ISBN 978-3-95640-049-0, 48 Seiten, farbig, Softcover, 22 x 29,5 cm, 12 EUR

“LastMan” 4 von Balak, Michaël Sanlaville & Bastien Vivès
ISBN 978-3-95640-046-9, 216 Seiten, schwarzweiß & farbig, Klappenbroschur, 15 x 21 cm, 18 EUR

“Mumins” 8 von Lars Jansson
ISBN 978-3-95640-061-2, 96 Seiten, schwarzweiß, Hardcover mit Leinenrücken, 23,5 x 31 cm, 24 EUR

Kindercomics

“Ariol 5 – Mach die Fliege, Surrsula” von Emmanuel Guibert & Marc Boutavant
ISBN 978-3-95640-059-9, 128 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 16 x 20 cm, 14 EUR

Neuauflagen

“Ariol 1 – Ein kleiner Esel wie du und ich” von Emmanuel Guibert & Marc Boutavant (2. Auflage)
ISBN 978-3-943143-55-3, 128 Seiten, farbig, 16 x 20 cm, Klappenbroschur, 14 EUR

“Ariol 3 – Saugute Freunde” von Emmanuel Guibert & Marc Boutavant (2. Auflage)
ISBN 978-3-95640-002-5, 128 Seiten, farbig, 16 x 20 cm, Klappenbroschur, 14 EUR

“Kiste” von Patrick Wirbeleit & Uwe Heidschötter (4. Auflage)
ISBN 978-3-95640-004-9, 72 Seiten, farbig, 17 x 23 cm, Hardcover, 14 UR

“Kiste – Wettermücken und Fluchtzauber” von Patrick Wirbeleit & Uwe Heidschötter (2. Auflage)
ISBN 978-3-943143-97-3, 80 Seiten, farbig, 17 x 23 cm, Hardcover, 14 EUR


TERMINE

Unbenannt-1Buchpräsentationen im Karl-H.-Ditze-Hörsaal der HAW Hamburg

Gleich fünf neue Bücher von ehemaligen Studentinnen und Studenten der HAW Hamburg kann man am Mittwoch, dem 3. Februar 2016, im Karl-H.-Ditze-Hörsaal kennenlernen.

Zu einer gemeinsamen Comiclesung laden die Zeichnerinnen Tanja Esch (“Supercool”, Jaja Verlag), Lilli Gärtner (“Obstsalat”, Edition Nadel), Jul Gordon (“Im Park”, NA Editions) und Kathrin Klingner (“Katze hasst Welt”, MamiVerlag) sowie ihr Kollege Sascha Hommer (“In China”) ein. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr.

Karl-H.-Ditze-Hörsaal der HAW Hamburg, Finkenau 35, D-22081 Hamburg
Eintritt frei


QRT_2016“Q-R-T” – Lesungen mit Musik – Ferdinand Lutz und Dominik Müller in Frankfurt und Köln

Im Februar liest Ferdinand Lutz aus seinem Comic “Q-R-T: Der neue Nachbar” und wird dabei von Dominik Müller musikalisch begleitet. Am Donnerstag, dem 18. Februar um 17 Uhr findet eine “Q-R-T”-Lesung im Kindermuseum in Frankfurt am Main statt. Und am Mittwoch, dem 24. Februar sind Ferdinand und Dominik sowohl um 11 Uhr – für SchülerInnen ab der 1. Klasse – als auch um 16:30 Uhr im Literaturhaus Köln zu Gast, um den Außerirdischen und seine freundlichen Nachbarn zu präsentieren.

kinder museum frankfurt, An der Hauptwache 15 – Zwischenebene, D-60313 Frankfurt am Main
www.kindermuseum.frankfurt.de

Literaturhaus Köln, Großer Griechenmarkt 39, D-50676 Köln
www.junges-literaturhaus.de


Mawil im Erika Fuchs-Haus, Schwarzenbach an der Saale

Vom Freitag, dem 19. bis Sonntag, dem 21. Februar wird Mawil in Schwarzenbach an der Saale erwartet. Dort wird er im Erika Fuchs-Haus einen Comic-Workshop leiten. Noch sind Anmeldungen möglich unter diesem Link.

Am Abend des 20. Februar liest Mawil ab 19.30 Uhr im Erika Fuchs-Haus aus “Kinderland”. Workshop und Lesung sind Teil des Rahmenprogramms der derzeit noch laufenden Ausstellung “Die besten deutschen Comiczeichner” mit Arbeiten der GewinnerInnen der Max-und-Moritz-Preise 2014.

Erika-Fuchs-Haus – Museum für Comic und Sprachkunst, Bahnhofstraße 12, D–95126 Schwarzenbach an der Saale
www.erika-fuchs.de
Eintritt: 10 EUR, ermäßigt 8 EUR