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Kinderlesung mit Ferdinand Lutz: „Rosa und Louis – Geisterdetektive“

Am kommenden Mittwoch, dem 17. Oktober um 17 Uhr liest Ferdinand Lutz, Autor und Zeichner von „Q-R-T“, in der Berliner Kastanienallee 79 aus dem neuen Band seiner Serie „Rosa und Louis“! Erlebt mit ihm die neuesten Abenteuer von Meister-, nein, Geisterdetektivin Rosa und ihrem von erster Liebe geplagten Bruder Louis!

Und nicht vergessen: Am Samstag und Sonntag, dem 20. und 21. Oktober, findet das Kindercomic-Festival im Altonaer Museum in Hamburg statt! Auch vor Ort: Ferdinand Lutz und Rosa und Louis, die mit einer großen Ausstellung gewürdigt werden.

Reprodukt bei Modern Graphics, Kastanienallee 79, D-10435 Berlin
www.modern-graphics.de
Ab 5 Jahre | Eintritt frei

Pascal Rabaté auf Tour

Zum Erscheinen von „Der Schwindler“ bei Schreiber & Leser schickt der Hamburger Verlag Autor und Zeichner Pascal Rabaté („Bäche und Flüsse“, „Rein in die Fluten!“) auf Tour durch einige deutsche Städte. Hier die Termine:

Donnerstag, 11.10.2018 | 19 Uhr
Instituto Cervantes, Fischertwiete 1 / Chilehaus, Eingang B, D-20095 Hamburg
Pascal Rabaté zu Gast beim Graphic Novel Salon des Internationalen Harbour Front Literaturfestivals | Moderation: Korinna Hennig
Mit freundlicher Unterstützung durch das Institut français Hamburg

Freitag, 12.10.2018 | 20 Uhr
Reprodukt + Modern Graphics, Kastanienallee 79, D-10435 Berlin
Comicpräsentation und Autorengespräch | Moderation: Thomas Hummitzsch (tbc)
Mit freundlicher Unterstützung durch das Institut français Berlin

Samstag, 13.10.2018 | 18:30 Uhr
open books, Ev. Akademie, Römerberg 9, D-60311 Frankfurt/Main
Pascal Rabaté: Comicpräsentation und Autorengespräch | Moderation: Jakob Hoffmann

Montag, 15.10.2018 | 19.30 Uhr
Café LesBar | Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, D-70173 Stuttgart
Pascal Rabaté in der Reihe „Graphic Novels“: Comicpräsentation und Gespräch | Moderation: Manfred Heinfeldner
Eintritt: 5 EUR | Ermäßigt 3 EUR | Mit freundlicher Unterstützung durch das Institut français Stuttgart

#queeres Buch – Interview mit Tillie Walden zur Indiebookchallenge

Seit März 2018 läuft die Indiebookchallenge, bei der unabhängige Verlage, Blogger*innen und Autor*innen jede Woche ein anderes Thema kriegen, um unter dem Hashtag „indiebookchallenge“ ihre (Lieblings-)Bücher zu präsentieren.

Das Thema dieser Woche ist #queeresbuch (präsentiert vom Literaturblog Litaffin). Vor wenigen Wochen ist bei uns die Eisner-prämierte Coming-of-Age/Coming-Out-Erzählung „Pirouetten“ von der US-amerikanischen Comickünstlerin Tillie Walden erschienen. Sensibel und bewegend erzählt sie von ihrer Kindheit und Jugend auf dem Eis, von ihrer ersten Liebe und der Suche nach Selbstbestimmung.

Anlässlich der aktuellen Indiebookchallenge veröffentlichen wir an dieser Stelle ein Interview mit Tillie, das sie uns für unsere Öffentlichkeitsarbeit gegeben hat. Viel Spaß dabei!

Tillie – vielen Dank, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. „Pirouetten“ wird deine erste Übersetzung ins Deutsche sein. Wann hast du mit dem Comiczeichnen begonnen?

Ich habe mit 17 Jahren begonnen, Comics zu zeichnen; kurz nachdem ich mit dem Eislaufen aufgehört und einen Workshop von Scott McCloud besucht hatte, woraufhin ich beschloss, Cartoonist*in zu werden. Im Grunde ersetzte ich meine intensive Beschäftigung mit dem Eissport durch die überbordende Begeisterung fürs Zeichnen. Und die hat bis heute nicht nachgelassen…

Welche Künstler*innen haben dich auf deinem Weg beeinflusst?

Als Kind habe ich eine Menge autobiografischer Graphic Novels gelesen, die allesamt sehr inspirierend waren…Vor allem „Blankets“ von Craig Thompson (auf Deutsch bei Carlsen erschienen) und „Stitches“ von David Small (ebenfalls bei Carlsen erschienen mit dem Titel „Stiche“) mochte ich sehr. So bin ich schon früh auf die Idee gekommen, dass ein Buch auch einfach meine eigene Geschichte erzählen kann.

Einige deiner Geschichten sind Genres wie Fantasy („The End of Summer“) oder Science-Fiction („On a Sunbeam“) entlehnt, manche wie „I Love This Part“ scheinen eher autobiografisch zu sein oder – wie „Pirouetten“ – direkt aus deinem Leben zu schöpfen. Welche Unterschiede siehst du im Hinblick auf die Arbeit an realitätsbasierten Comics gegenüber fiktionalen Stoffen?

Die Unterscheide sind immens: Bei autobiografischen Stoffen hat man meiner Meinung nach eine viel größere Verantwortung gegenüber der Erzählung und dementsprechend groß sind auch die Herausforderungen, diese umzusetzen. Ehrlicherweise neige ich jedoch dazu, mich jedem neuen Buch ganz anders zu nähern als dem vorherigen, weil ich ständig neue Dinge dazulerne.

„Pirouetten“ begann als eine kleinere Studienarbeit. Wie hat sich aus einer Kurzgeschichte schlussendlich eine 392-seitige Graphic Novel entwickelt?

Nachdem ich ein paar kurze Comics über meine Zeit als Eiskunstläuferin gemacht hatte, bemerkte ich, dass die Geschichte viel komplexer war als erwartet. Bei jeder Geschichte, die ich zeichnete, dachte ich augenblicklich an fünf andere Dinge, die ich erwähnen wollte. Mir wurde also schnell klar, dass es keine kurze Geschichte sein konnte. Daraufhin änderte ich den kompletten Arbeitsprozess und erlaubte mir, jede Geschichte zu erzählen, die mir relevant erschien. Eigentlich wäre das Buch noch viel länger; viele der Geschichten haben es schlicht nicht ins finale Buch geschafft.

Ich habe gelesen, dass du das Buch in nur drei Monaten gezeichnet hast – was eine unglaublich kurze Zeit für solch ein umfangreiches Werk ist. Das müssen drei ziemlich anstrengende Monate gewesen sein. Bist du immer so schnell bei der Arbeit an einem Projekt oder war es das persönliche Thema, das dich angetrieben hat, die Geschichte so schnell wie möglich auf Papier zu bringen?

Das stimmt – es waren drei Monate im Delirium. Aber ein paar Dinge haben mir geholfen, schneller als normal zu arbeiten. Ich habe die Seiten in einem kleinen Format gezeichnet und entschied mich, die
Linienführung von Anfang an spartanisch, schlicht und ziemlich intuitiv zu halten. Aber zum Glück waren es nur drei verrückte Monate, denn so hatte ich auch nicht die Zeit, mich all den teilweise schmerzhaften Erinnerungen hinzugeben. Und ganz nebenbei bemerkt: Ich arbeite gerade an einem Buch, das innerhalb eines Monats abgeschlossen sein muss. Wir werden also sehen, ob ich noch schneller werden kann.

An „Pirouetten“ hast du eng mit der Redakteurin von First Second Books, Connie Hsu, zusammengearbeitet. Welche Rolle spielte sie für den Entstehungsprozess? War es schwierig, einen „Außenseiter“ in die eigene Lebensgeschichte einzubeziehen?

Anfangs war es schwierig, weil es das erste Projekt war, an dem wir zusammen gearbeitet haben und wir mussten definitiv erst ein vertrauensvolles Band aufbauen. Aber Connies Rolle war von Anfang an die einer Redakteurin – und wurde schließlich auch die einer Therapeutin. Sie hörte mir stets zu und gab mir wichtige Hinweise, die mir halfen, meine Geschichte in eine Erzählung zu verwandeln. Ich denke, dass es generell nahezu unmöglich ist, die eigenen Erinnerungen kritisch zu betrachten. Deshalb war es für mich so wichtig, jemanden zu haben, dem ich vertraute und der mir dabei half, bestimmte Entscheidungen bezüglich meiner Erzählung zu treffen.

Eine weit verbreitete Vorstellung in Geschichten über Kindersportler*innen ist die einer verlorenen Kindheit. Wie würdest du den Einfluss des Profisports auf dein Leben beschreiben?

Es fällt mir sehr schwer, die Auswirkungen in Worte zu fassen, weil sich der Eissport nie wie etwas anfühlte, das mir passierte, sondern viel eher wie etwas, das ich war. Ich denke, dass das Buch ein Versuch war, diese Frage zu beantworten – viel eloquenter als ich es jemals in einem Interview beantworten könnte.

Es gibt einige unangenehme Gewaltszenen in deinem Buch, besonders die sexuellen Übergriffe deines Tutors und das ständige Mobbing durch ein Mädchen an deiner Schule. Wie schwierig war es, dich mit diesem Aspekt der Vergangenheit zu konfrontieren?

Sehr schwierig. Es fällt mir auch nicht leicht, in Interviews darüber zu reden oder diese Themen mit anderen zu diskutieren. Es ist mitunter sehr unangenehm, die eigene Verwundbarkeit auf diese Weise in die Öffentlichkeit zu tragen, aber letztendlich war es sehr heilsam, mich mit diesen herausfordernden Momenten meines Lebens zu konfrontieren.

Ein weiterer Aspekt deiner Geschichte ist die Auseinandersetzung mit deiner Sexualität – deine Beziehung zu Rae und dein Coming-Out. Das macht „Pirouetten“ auch zu einem wichtigen Buch für Kinder der LGBTIQ*-Community. War das für dich eine Motivation, als du an dem Buch gearbeitet hast? Und bekommst du viel Feedback aus der LGBTIQ*-Community?

Das war nicht unbedingt meine Motivation. Viel eher wollte ich diese Geschichten erzählen, weil ich selbst „lesbisch“ bin. Ich denke daher auch nie wirklich darüber nach, welchen Beitrag ich für die Community leiste – ich bin ohnehin zu stark verwachsen mit der Gemeinschaft, sie fließt durch mein Blut und ist ein untrennbarer Teil meiner Persönlichkeit. Allerdings bin ich mir sicher, dass queere Kinder das Buch finden werden; einige haben mir bereits Feedback gegeben. Diese Resonanz und Solidarität erfüllt mich mit Stolz – darüber, dass ich die Stärke besaß, meine Geschichte zu erzählen.

In „Pirouetten“ zeigst du, wie stressig es ist, als Eiskunstläuferin einem Publikum und Juror*innen ausgeliefert zu sein. Mit dem Buch hast du etwas ähnliches getan, indem du nun Kritiker*innen und Leser*innen dein Innenleben präsentierst. War es schwierig, dich vor einem „unbekannten“ Publikum zu öffnen?

Ja, war es, aber ich denke, dass ich einen gesunden Umgang damit gefunden habe. Als ich dieses Buch schrieb, gehörte es ganz mir; es war mein Herz, meine Seele und meine ganze Leidenschaft. Und als es schließlich veröffentlicht war, wurde es etwas anderes. Dann gehörte es nicht mehr mir. Leser*innen nehmen sich das, was sie interessiert, Kritiker*innen reagieren auf ihre Weise und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Ich habe eine gewisse Distanz aufgebaut, was wichtig war, um die Veröffentlichung einer solch persönlichen Geschichte auszuhalten. Aber bei aller Fairness: Die Resonanz war wunderbar! Kritiker*innen, Fans, Freund*innen – alle haben das Buch geliebt und mich unterstützt.

Wie ist deine Beziehung zu Eis und Eiskunstlauf heute? Verfolgst du den Sport und zieht dich das Eis noch immer an?

Es ist eine seltsame Beziehung. Jede*r, die etwas in ihrem Leben mit der gleichen Hingabe getan hat, womit sie dann aufhören musste, weiß genau, wie ich mich fühle. Ich fühle sowohl eine gewisse Sehnsucht als auch eine starke Abneigung. Momentan weiß ich nicht, wie sich diese Beziehung künftig entwickeln wird und ob ich jemals wieder auf das Eis komme.

Vielen Dank, für das Gespräch, Tille!

Nominiert für den Berliner Verlagspreis 2018!

Mit großer Freude haben wir heute erfahren, dass Reprodukt als einer von acht Verlagen für den neu ausgeschriebenen Berliner Verlagspreis nominiert worden ist! Welch eine Ehrung!

Der Berliner Verlagspreis wird in diesem Jahr erstmalig gemeinsam von den Senatsverwaltungen für Kultur und Europa sowie Wirtschaft, Energie und Betriebe verliehen – an unabhängige Verlage, die jenseits des verlegerischen Mainstreams publizieren, kulturelle, ästhetische und politische Diskurse prägen und der Literaturbranche neue Impulse verleihen. Der Hauptpreis ist mit 35.000 Euro dotiert. Zudem werden zwei Förderpreise mit jeweils 15.000 Euro verliehen.

Die drei Preisträger*innen werden am 11. November 2018 im Rahmen eines feierlichen Festakts im Deutschen Theater Berlin bekannt gegeben.

Für die fünfköpfige Jury (bestehend aus Ullstein-Geschäftsführer Gunnar Cynybul, Christiane Fritsch-Weith vom Buchladen Bayerischer Platz, Katharina Hesse von der Stiftung Buchkunst, taz-Literaturredakteur Dirk Knipphals sowie Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin) standen folgende Kriterien im Vordergrund: künstlerische sowie herstellerische Qualität der publizierten Titel, Förderung junger Autor*innen, Herausgabe vergessener Autor*innen und Werke, gesellschaftliche Relevanz des Programms sowie innovative Vertriebs-Marketing- oder Digitalisierungsmodelle.

Wir freuen uns sehr, dass Reprodukt in den Augen der Jury diesen verlegerischen Ansprüchen gerecht wird und drücken nicht nur uns, sondern auch den Kolleg*innen vom Verlagshaus Jacoby & Stuart, Pulp Master, Verlagshaus Berlin, Korbinian Verlag, Verlag Klaus Wagenbach, Guggolz Verlag und dem Verlag Das kulturelle Gedächtnis ganz fest die Daumen!

© Catherine Meurisse „Olympia in Love“