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13. Adventstürchen: “Der kleine Bagger” – Kleines Making-of

Adventszeit bei Reprodukt

Nachdem ihr gestern schon ein bisschen von Stephan Lomp über seinen kommenden Kindercomic  “Der kleine Bagger: Abenteuer auf der Baustelle” erfahren habt, findet ihr heute in unserem 13. Adventstürchen ein exklusives Making-of – sozusagen von der Baustelle des kleinen Baggers. Als Einstieg und kurze Erklärung für das folgende Making-of steigen wir heute mit der letzten Frage des gestrigen Interviews ein.

Du hast uns einiges an Hintergrund/Entstehungsmaterial zu “Der kleine Bagger” geschickt – kannst du uns vielleicht zu einzelnen Dateien ein bisschen was erzählen? Welche Arbeitsschritte kann man da sehen? Wie exemplarisch sind die Bildbeispiele für deine Arbeit? 
In den Zeichnungen aus dem Skizzenbuch sieht man wie ich versucht habe den kleinen Bagger möglichst einfach zu halten, da ich ihn ja oft zeichnen muss und damit man ihn schnell wiedererkennt. Man sieht auch wie er zuerst ein Radbagger und später ein Raupenbagger wird. Ich habe verschiedene Farben und Linienstile ausprobiert und außerdem sieht man ein sehr grobes Storyboard (im Skizzenbuch) und dann eine ausgearbeitetes Storyboard das man mehr oder weniger lesen kann.

 

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In dieser Skizze werden Bewegungsabläufe des kleinen Baggers sowie die Abfolge der Narration in Stichworten erläutert.

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Ui, wirklich direkt von der Baustelle. Entwürfe von den Freunden des kleinen Bagger.

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Wie groß sollte unser kleine Bagger sein? Hier ein paar graphische Überlegungen zu Größenverhältnissen.

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Hier noch ein kleiner Blick ins Storyboard – hier entstehen die ersten Ideen für die Seitenaufteilung.

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Ein Coverentwurf von “Der kleine Bagger: Abenteuer auf der Baustelle”

12. Adventstürchen: Stephan Lomps “Der kleine Bagger” Teil 1

Adventszeit bei Reprodukt

9783956401541So, die Hälfte unserer Adventstürchen sind nun schön geöffnet, zwölf Tage noch bis Weihnachten und heute gibt es wieder was für die jüngeren Comicfans unter Euch: Der erfolgreiche Kinderbuchautor und -zeichner Stephan Lomp ist unter anderem durch seine Bücher beim Wimmelbuchverlag (“Das Schloss”, “Baustelle Wimmelbuch” und weitere) und beim JaJa-Verlag (“Zoo ABC”) bekannt. Zudem schreibt und zeichnet er für US-amerikanische und britische Verlage wie Nosy Crow und Simon & Schuster.

Im März 2018 wird mit “Der kleine Bagger: Abenteuer auf der Baustelle” sein erster Kindercomic bei Reprodukt erscheinen. Heute starten wir mit einem Interview mit Stephan Lomp und morgen gibt’s noch mehr zu dem kleinen lustigen, gelben Bagger. Lasst Euch überraschen!

lompIm März wird Dein erster Reprodukt-Kindercomic erscheinen, “Der kleine Bagger: Abenteuer auf der Baustelle”. Kannst Du uns erzählen, wie es zu dem Buch kam? Wie kam Dir die Idee zu der Geschichte?
Bei meinem ersten Besuch auf der Kinderbuchmesse in Bologna habe ich den französischen Comic “Polo” entdeckt und war sofort begeistert. Das war für mich das fehlende Bindeglied zwischen Bilderbuch und Comic. Polo erzählt fantastische Geschichten ohne Worte. Ich hatte zuerst die Idee von einem kleinen Bagger der “BAGA” hieß – so wie ein Kind es aussprechen würde. Der Bagger ist selber noch ein Kind, manchmal ein wenig tollpatschig. Also nicht effizient und genau, wie man es auf der Baustelle sein sollte. Er entdeckt Dinge zum ersten Mal, muss sich in der Welt der Großen behaupten und wächst daran. Bevor ich gesehen habe, dass Reprodukt eine eigene Kindercomicreihe rausbringt, habe ich den spanischen Verlag mamut entdeckt und bekam dort die Chance, die erste Version auf Spanisch und Französisch zu veröffentlichen. Als ich dann die “Kleiner Strubbel”-Geschichten von Reprodukt gelesen habe, wusste ich, dass ich Bagger dort unterbringen möchte.

bagger-springt-freiWar es von Anfang an klar, dass es eine wortlose Geschichte sein wird? Warum war Dir das wichtig? Vor welche Herausforderungen wird man als Erzähler gestellt, wenn einem keine Worte zur Verfügung stehen? 
Das war mir von Anfang an klar. Ich finde es ist einerseits eine Herausforderung eine Geschichte ohne Worte zu erzählen, da man viel über Aktionen oder Mimik statt in Worten erklärt und man sich die Handlung quasi pantomimisch im Kopf vorspielen muss. Andererseits ist es einfacher ohne Worte zu erzählen, da man auf die Wirkung der Bilder vertrauen kann und sich nicht um die Formulierungen der Texte kümmern muss. Die kleinen LeserInnen können wahrscheinlich noch gar nicht lesen – mit einer wortlosen Geschichte haben sie die Möglichkeit, schon früh ein Buch zu “lesen”.

Woher kommt insgesamt Dein Interesse, Bilderbücher und Comics für kleinere Kinder zu machen?
Ich kann beim Schreiben und Zeichnen von Büchern selber noch ein kleines Kind sein und einfach Spaß haben. Für mich kommt es zuerst darauf an, dass die LeserInnen auch Spaß haben, und erst danach, ob ich etwas vermitteln kann wie eine Aussage, eine Moral etc. Beides wäre natürlich ideal.

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Was ist Dein erster Schritt, wenn Du eine Idee für eine neue Geschichte hast? Schreibst Du sie erst auf oder entfaltest Du sie direkt in Bildern?
Meistens ist zuerst die Idee für eine Figur da. Ich zeichne sie dann mehrmals und dabei denke ich über sie nach. Was macht sie aus? Was will sie? Was macht sie zu einer lustigen oder traurigen Figur? Welche Widersprüche gibt es? Und dann schreibe ich meistens Stichpunkte auf. Am Ende der Geschichte entwickelt sich eine Figur oder sie findet etwas oder jemanden. Das heißt ich habe einen groben Anfang und ein Ende. Im nächsten Schritt fülle ich das Dazwischen mit kleinen Szenen. Wenn ich damit glücklich bin, zeichne ich den Comic in einer sehr sehr groben Form, die wahrscheinlich nur ich entziffern kann. Dann wird noch viel hin und hergeschoben und irgendwann fange ich dann mit den eigentlichen Comicseiten an.

Hast Du schon Ideen, welche Abenteuer “Der kleine Bagger” als nächstes erleben wird? 
Es gibt mehrere Ideen. Eine Idee ist, dass er Rennfahrer werden will oder aus irgendeinem Grund werden muss. Ein Bagger als Rennfahrzeug – eigentlich unmöglich. Und dadurch umso interessanter. Oder er arbeitet mit der Feuerwehr zusammen, oder beides.

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Vielen Dank, Stephan Lomp, für das tolle Interview! Morgen geht es weiter mit dem zweiten Teil des Advents-Specials zu “Der kleine Bagger”. Stephan Lomp zeigt uns anhand von Skizzen und Making-of-Material, wie der kleine Bagger und seine Freunde das Licht der Welt erblickten.

11. Adventstürchen: “Über Unterwegs” von Barbara Yelin

Adventszeit bei Reprodukt

9783956401480_wireOWillkommen in der neuen Woche, liebe Leserinnen und Leser! Nur noch wenige hektische Tage und noch weniger schlaflose Nächte, dann haben wir das Fest der Liebe endlich geknackt! Wir begleiten Euch durch diese ereignisreiche vorweihnachtliche Zeit mit unserem digitalen Adventskalender – wir hoffen, ihr habt viel Spaß an unseren Beiträgen und lasst keine der Verlosungen aus (noch könnt Ihr teilnehmen an der Nikolaus-Strubbel-Verlosung, und seit gestern gibt es die tolle “Polina”-Filmadaption mit Juliette Binoche auf DVD und Blu-Ray zu gewinnen).

Hinter dem heutigen Adventstürchen wollen wir Euch wieder einen kurzen Blick auf ein Projekt gewähren, das wir für 2018 vorbereiten. Keinen Comic diesmal – zumindest nicht im klassischen Sinne –, sondern zum ersten Mal in der Verlagsgeschichte einen Wandkalender: “Über Unterwegs: Ein Jahreskalender von Barbara Yelin” .

Die Münchner Comickünstlerin Barbara Yelin ist sicherlich eine der erfolgreichsten und umtriebigsten Akteurinnen der deutschen Comiclandschaft. Bei Reprodukt liegen von ihr die historische True-Crime-Erzählung “Gift” (mit Autor Peer Meter), die Stripsammlung “Riekes Notizen”, ihre allerorts gefeierte Graphic Novel “Irmina”, die Künstlerinnenbiografie “Vor allem eins: Dir selbst sei treu. Die Schauspielerin Channa Maron” (zusammen mit dem israelischen Illustrator David Polonsky) und seit diesem Herbst ihre von der Kritik gepriesene Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Thomas von Steinaecker “Der Sommer ihres Lebens” vor. (Eine Dokumentation des Entstehungsprozesses zu “Der Sommer ihres Lebens” findet ihr hier).

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In den Jahren 2015 und 2016 zeichnete sie parallel zu ihren Buchprojekten auch einen regelmäßigen Comicstrip für die Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel. Alle vier Wochen erschien in der Sonntagsausgabe eine neue Folge einer losen Reihe, die sich mit dem Thema Reisen auseinandersetzte. Das waren zum Teil kurze Reportagen und Reminiszenzen an ihre eigenen Reisen, oder auch kurze Episoden, die sich mit verschiedenen Aspekten des Reisens an sich beschäftigen.

In dieser Zeit entstanden 18 Strips – nicht genug für ein eigenes Buch, aber genug für einen wunderschönen, großformatigen Wandkalender. “Über Unterwegs” wird im Frühsommer schon ausgeliefert und übers restliche Halbjahr verkauft. Wir hoffen, dass Barbaras Reisekalender viele von Euch durch das Jahr 2019 begleiten wird.

An dieser Stelle also ein kleiner Einblick. Diese Geschichte ist 2016 entstanden und erzählt – immer in zwei parallel montierten Panels – davon, wie unterschiedlich Reisen sein können, je nachdem, wo man geboren worden ist.

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10. Adventstürchen: Adventsverlosung von “Polina”-DVDs und Blu-Rays

Adventszeit bei Reprodukt

Heute, am zweiten Advent, wird bei uns getanzt. Diesen Herbst hat der Berliner Filmverleih capelight die DVD/Blu-Ray-Fassung des französischen Balettfilms “Polina” veröffentlicht. Der Film basiert auf Bastien Vivès’ gleichnamiger Graphic Novel.

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„Polina“ erzählt die Geschichte einer jungen russischen Tänzerin (Anastasia Shevtsova) aus ärmlichen Verhältnissen, die zur klassischen Ballerina ausgebildet wird. Als junges Mädchen darf sie sich an der renommierten Tanzschule von Professor Bojinski einschreiben und mit nur 18 Jahren tanzt sie bereits am russischen Bolschoi-Staatsballett. Doch der Druck ist groß, Polina fühlt sich eingeengt, sie lernt den jungen Adrien (Niels Schneider) kennen und plötzlich tanzt sie sich frei…

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“Sowohl die gezeichnete Vorlage als auch deren Adaption sind mehr als nur konventionelle Erzählungen über einen beruflichen Aufstieg: Beiden gelingt es – mit ihren eigenen Mitteln und unterschiedlichen Schwerpunkten –, die Begeisterung für den Tanz, für den körperlichen Ausdruck sowie für die Sinnlichkeit von Bewegungen begreiflich und spürbar zu machen.”
– Andreas Köhnemann, kino-zeit.de

Polina_VerlosungZum zweiten Advent verlosen wir drei Blu-Rays und drei DVDs von “Polina”. Wir danken dem Team von capelight für die Verlosungsexemplare!

An der Verlosung könnt Ihr entweder über Facebook oder über Instagram teilnehmen:
Facebook:
1. Teilt diesen Blogbeitrag auf Eurer Timeline (öffentlich, mit Verlinkung auf @Reprodukt).
2. Schickt eine Nachricht mit Adresse und Screenshot an Annemarie Klimke.
Instagram:
1. Ladet das Bild mit den DVDs auf Euer Handy.
2. Teilt es auf Eurem Account (mit Verlinkung auf @Reprodukt_berlin).
3. Schickt eine Nachricht mit Adresse und Screenshot an Annemarie Klimke.
Viel Glück!

Pro Person können wir nur eine Einsendung berücksichtigen (also entweder Instagram oder Facebook). Schreibt uns bitte, ob ihr DVD oder Blu-Ray bevorzugt. Voraussetzung für eine Teilnahme ist das abgeschlossene 18. Lebensjahr sowie eine deutsche Versandadresse für die Zustellung des Gewinns. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die GewinnerInnen werden von uns benachrichtigt. Teilnahmeschluss ist der 17. Dezember 2017.

9. Adventstürchen: Sacha Goerg im Interview

Adventszeit bei Reprodukt

Sacha Goerg

Für das 9. Adventstürchen haben wir für Euch ein Interview mit dem belgischen Comickünstler Sacha Goerg geführt. Sacha Goerg (“Roses Lächeln”), geboren in der Schweiz, studierte an der École de Recherche Graphique in Brüssel und lebt seitdem Belgien. Neben seinen Comics ist er Mitbegründer und Herausgeber des belgischen Autorenverlags L’Employé du Moi, er ist also gleichzeitig Autor und Verleger.

Im August diesen Jahres erschien mit “Das Mädchen aus dem Wasser” bereits ein zweites Buch bei Reprodukt. Es erzählt die Geschichte einer geheimnisvollen jungen Frau, die – als Junge verkleidet – das Haus eines verstorbenen Architekten aufsucht und seine Bewohner vor ein Rätsel stellt …
Für unseren Adventskalender hat Sacha uns Rede und Antwort gestanden. Viel Spaß beim Lesen!

Sacha Goerg

In “Das Mädchen aus dem Wasser” sowie in “Roses Lächeln” entwirfst Du mit Judith und Rose geheimnisvolle Frauenfiguren, die rastlos auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind. Was kannst Du uns zu diesen Figuren erzählen? Wie entwickelst Du diese Charaktere und was haben die beiden gemeinsam?

Du hast recht, aus irgendeinem Grund sind beide Hauptfiguren Mädchen. Aber es sind auch immer Jungs dabei. Ich weiß nicht genau, warum ich Mädchen als Hauptfiguren gewählt habe, aber ich wollte unbedingt, dass sie ein Geheimnis haben – ein Rätsel, das die LeserInnen neugierig macht. Ich verstehe beide Figuren als Objektiv, durch welches wir die Geschichte lesen und diese Welt entdecken können. Judith schleicht sich aus dem Haus, in das sie aufgenommen wurde, um herauszufinden, wer dort wirklich lebt. Auch Rose stolpert in das Leben einer Familie und in deren Probleme herein. Und natürlich sind sie beide Unruhestifterinnen – sonst würde es ja keinen Spaß machen. Sie bringen einen Haufen Probleme mit für die Menschen, denen sie begegnen…

Judith gibt sich als Junge namens Damien aus und es entsteht ein Verwirrspiel mit Geschlechtern. Wieso hast Du Dich für diesen Geschlechterwechsel entschieden? Wie wichtig ist dieses Thema für Dich als Künstler?

Eine Zeit lang war ich fasziniert von der Idee, dass jemandem keine andere Wahl bliebe, als sein oder ihr Geschlecht zu wechseln, um weiterzuleben. Nachdem ich länger darüber nachgedacht hatte, fand ich in der Geschichte dieses Mädchens meine Art, darüber zu sprechen. Ich musste die gesamte Erzählung, sogar die Landschaft mit dem Haus, um diese Idee herum konstruieren. Mehr noch als die Frage nach dem Geschlecht, spielt die Frage danach, wer wir sind und woher wir kommen, eine wichtige Rolle in dieser Geschichte.

Sacha Goerg

Sowohl in “Das Mädchen aus dem Wasser” als auch in “Roses Lächeln” sind Familienverhältnisse und -dynamiken zentrale Themen. Warum ist das Konzept von Familie so wichtig für Deine Geschichten? Ist Familie der Ursprung von allen Konflikten?

Ich denke, dass Familien etwas sind, womit wir uns gut identifizieren können. Ich neige auf natürliche Weise dazu, familiäre Spannungen beim Schreiben zu konzipieren. Manchmal merke ich, wie ich bestimmte Muster wiederhole und frage mich dann, ob das in meiner persönlichen Geschichte begründet ist. Aber ich denke nicht, dass ich mehr Familienprobleme habe als andere, dennoch kommen sie in meinen Geschichten immer wieder vor.

“Roses Lächeln” ist zuerst als digitaler Comic erschienen, “Das Mädchen aus dem Wasser” als gedruckter Comic. Inwiefern ändert sich Deine Arbeitsweise, wenn Du einen Comic in Buchform beziehungsweise einen digitalen Comic konzipierst? Kannst Du uns etwas zu Deiner Arbeitsweise im Allgemeinen erzählen?

“Das Mädchen aus dem Wasser” ist eigentlich auch erst digital erschienen. Aber in einem unterschiedlichen Kontext und in einem sehr ähnlichen Format wie der gedruckte Comic. Mir gefällt die Idee, dass ein Buch in irgendeiner Form veröffentlicht wurde, bevor es in den Buchläden landet. “Das Mädchen aus dem Wasser” ist entstanden wie jeder andere Comic auch – mit Stift und Tinte auf Papier. “Roses Lächeln” hingegen wurde ausschließlich digital gezeichnet. Für dieses Projekt musste ich mit spezifisch digitalen Erzählmöglichkeiten experimentieren, die neu für mich aber für das Projekt notwendig waren, da der Verlag explizit nach einer ursprünglich digitalen Geschichte fragte.

Du lebst und arbeitest in Brüssel. Wie gestaltet sich die Comicszene dort?

Auch wenn viele Leute die Stadt der Comics wegen kennen, ist die Comicszene sehr überschaubar. Da Brüssel für die goldene Ära des frankobelgischen Comics bekannt ist, war es eine Zeit lang schwierig, den Fokus auf etwas Neues oder Anderes zu legen. Aber die Dinge ändern sich langsam. Ein Vorteil ist, dass das Leben dort nach wie vor günstiger ist, als es in anderen Städten der Fall ist, zum Beispiel im nicht weit entfernten Paris. Und doch ist Brüssel groß genug, um Veranstaltungen und eine anständige Szene zu haben.

Du arbeitest auch als Verleger des alternativen Verlagskollektivs L’Employé du Moi. Kannst Du uns ein wenig über diese Arbeit erzählen?

Es war und bleibt spannend für mich nebenbei als Verleger zu arbeiten. Man kann junge KünstlerInnen fördern, und ich treffe viele Leute, die ich für ihre Arbeit bewundere. Man macht sich Gedanken über bestimmte Fragen der Produktion und sucht ständig nach neuen Ideen. Oft sind wir frustriert darüber, wie wenig wir in unserer freien Zeit schaffen. Wir wissen, dass es eigentlich ein Fulltime-Job sein müsste, aber keiner von uns möchte seine eigentliche Arbeit (Cartoonist, Lehrer, Bücherverkäufer) für den Verlag aufgeben.

Woran arbeitest Du gerade? Sind neue Projekte in Aussicht?

Zurzeit beende ich gerade eine Science-Fiction-Story, die als Serie in dem Magazin “Topo” veröffentlicht wird. Autor des Projekts ist Stéphane Melchior. Gleichzeitig beginne ich gerade die Arbeit an einer Adaption von Prévert, die bei Gallimard Jeunesse veröffentlicht werden wird.

Vielen Dank an Sacha Goerg für das schöne Interview!