Blog Annemarie Klimke am 19. Dezember 2017

19. Adventstürchen: Leipzig-Blues mit Guy Delisle

Adventszeit bei Reprodukt

9783956401176Einer der Comics, die dieses Jahr den meisten Presserummel veranstalteten, war sicherlich Guy Delisles neues Buch “Geisel”. Der Ziegelstein von einer Klappenbroschur erzählt auf knapp 400 Seiten (die größtenteils in einem kargen Raum spielen) von einer 111 Tage dauernden Geiselnahme – ein wahrer Fall, der sich Ende der 1990er Jahre in Tschetschenien ereignete. Für Delisle, der mit seinen launigen autobiografischen Reisereportagen (“Pjöngjang”, “Aufzeichnungen aus Jerusalem”) berühmt wurde, war “Geisel” ein künstlerischer Tapetenwechsel und ein nicht geringes Risiko. Einen kammerspielartigen Thriller, der Spannung in Monotonie und dem Nichtvergehenwollen von Zeit sucht, hat nun wirklich keiner von Guy Delisle erwartet …

Das Risiko zahlte sich aus, “Geisel” wurde allerorts gefeiert und gelobt (u.a. bei der 3SAT “Kulturzeit”, Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung) – einen großen Anteil an dem Instant-Erfolg in Deutschland hatte der frankokanadische Künstler selbst. Der sympathische Zeichner und Autor kam im März zum Release von “Geisel” auf Lesereise nach Deutschland, die ihn nach Stuttgart, Frankfurt, Berlin und auf die Leipziger Buchmesse führte (in Berlin und Leipzig war sogar Christophe André zu Gast, auf dessen Geschichte “Geisel” beruht!). Es war eine geschäftige Woche, randvoll mit Interviews, Drehterminen, Signierstunden, Lesungen und viel Reisen. Dank Guy Delisles Promotion-Kraftakts war “Geisel” im Frühjahr 2017 das Comicbuch der Stunde!

Andre

Warum wir euch das erzählen? Nun, weil der (fast) exklusive Comic “Leipzig-Blues”, der sich hinter dem heutigen Adventstürchen verbirgt, genau während dieser Promotionreise entstanden ist, und zwar für die deutsch-französische Comic-Website “PingPong”, die Frankreich als eines der vielen Projekte im Jahr des großen “Ehrengast”-Auftritts auf der Frankfurter Buchmesse gelauncht hat. Für “PingPong” sollten deutsche und französische ComickünstlerInnen mit kurzen Beiträgen in einen interkulturellen Comic-Austausch treten, mit dabei waren Mawil, Reinhard Kleist, David Prudhomme, Catherine Meurisse, und eben Guy Delisle – der seinen Leipzig/Deutschland-Blues zu Papier brachte.

Vielen Dank an “PingPong”, dass wir diesen Comic nochmal zeigen dürfen, und an Guy Delisle für seinen tollen Einsatz für uns 2017! Und euch viel Spaß beim Lesen!

 

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